Stadtpark-Revival – Ein einmaliges Erlebnis
Die Anfahrt zum 15. Stadtpark-Revival in Hamburg erfolgte in leichtem Regen – alles andere wäre für Hamburg ja auch etwas enttäuschend gewesen. Pünktlich zur Ankunft im Stadtpark ließ der Regen nach und es klärte glücklicherweise etwas auf. Vor Ort wurden wir sehr herzlich von Britta Mirbach empfangen, die uns im Anschluss eine kleine Übersicht über das Programm, den Ablauf und die ausgestellten Fahrzeuge gab. Im Schnelldurchgang besprach man Highlights der Veranstaltung und wurde dabei über das Gelände geführt.
Stadtpark-Revival – Sonderläufe
Pünktlich zum Audi Sonderlauf befanden wir uns in einer Außenkurve und bekamen so das ganze Ausmaß der quattro-Power zu spüren. Den oft in Videos bewunderten Audi quattro S1 in natura zu sehen war für mich ein besonderes Erlebnis. Bei einem späteren Audi-Lauf kam auch der legendäre Le Mans Gewinner R8 mit 610 PS zum Einsatz, am Steuer befand niemand geringeres als Dindo Capello – auch hier war für Gänsehaut gesorgt. Capello klebte förmlich am Heck des Pacecars (ebenfalls ein Audi R8, dieser allerdings aus der Serienfertigung) und forderte die Strecke für sich. Auch der Porsche Sonderlauf ließ keine Wünsche offen, was hier aufgefahren wurde bekommt man wahrlich nicht alle Tage zu sehen – geballte 356 und 911 Power in Aktion. Auch in der MG & Friends Klasse wurde man nicht enttäuscht, ein Vorkriegsklassiker jagte hier den anderen, Sound und Optik waren kaum zu überbieten.
Stadtpark-Revival – Abglasen
Im Anschluss an den Audi-Sonderlauf konnte man Straßenmotorräder der Baujahre 1950 bis 1978 und Automobile der Baujahre 1910 – 1959 bewundern. Hier war vom Mercedes-Benz 190 SL über den Morris Eight bis hin zur Chevrolet Corvette wirklich alles vertreten. Was folgte war eines meiner persönlichen Highlights der Veranstaltung: der Glas Sonderlauf. Neben ca. 12 Fahrzeugen des leider untergegangenen deutschen Herstellers fuhren auch einige BMWs beim Lauf mit, bei den Fahrern handelte es sich ausschließlich um Mitglieder des internationalen Glas Automobilclubs. Dieser war vor Ort mit etwa 30 Mitgliedern und 15 Fahrzeugen vertreten. Im Gespräch mit dem Clubmitglied Matthias Herrmann bekamen wir tiefere Einblicke in die Unternehmensgeschichte der Dingolfinger Autoschmiede. Beim Stadtpark-Revival beendete der Club seine diesjährigen Aktivitäten und nannte den ganzen Vorgang – mit einem Augenzwinkern – „Abglasen“.
STADTPARK-REVIVAL – Müller gibt gas
Während der Mittagspausen begutachteten wir das Motorrad-Fahrerlager und hatten Glück, Motorrad-Legende Egon Müller in Aktion zu erleben – zwar nicht auf zwei Rädern, dafür aber am Mikrofon und nicht weniger unterhaltsam. Gemeinsam mit seinem Sohn präsentierte Müller ein einzigartiges Motorrad, erzählte Anekdoten aus seiner Profikarriere und unterhielt das Publikum mit allerlei Späßchen. Dass er mit seinen 68 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört, bewies Müller wenige Minuten später auf der Strecke – mit halsbrecherischem Tempo jagte er um den Rundkurs und verabschiedete sich nach einigen Runden mit einem eindrucksvollen Burnout zurück ins Fahrerlager – so muss das sein!
Stadtpark-Revival – das drumherum
Auch in den Pausen zwischen den vielfältigen und zahlreichen Läufen kam keine Spur von Langeweile auf. An zahlreichen Ständen wurde für Speis und Trank gesorgt, für Unterhaltung sorgten neben den ausgestellten Fahrzeugen verschiedenste Aussteller wie WD-40 und Mathé. Die zahlreichen Sponsoren präsentierten auf den Ausstellungsflächen ihre klassischen und modernen Fahrzeuge, Produkte und vieles weitere. Überall war man herzlich willkommen und wurde nett empfangen. Auch einige Oldtimer-Clubs waren vor Ort präsent und berichteten von ihren Aktivitäten und Ausfahrten – selbstverständlich waren auch hier Fahrzeuge zu bestaunen. Am Stand von westside.cars waren unter anderem zwei Jaguar E-Types zu sehen: einer im perfektem Zustand, der andere erst kürzlich aus einer Scheune geborgen – ein herrlicher Kontrast.

STADTPARK-REVIVAL – das fazit
Alles in allem kann ich nicht nur Oldtimer- und Motorsportbegeisterten den Besuch des Stadtpark Revivals ans Herzen legen: was hier geboten wird ist wirklich einmalig. Die Fahrzeuge sind keine Museumsexponate, die nur aus weiter Ferne betrachtet werden dürfen – hier geht es wirklich zur Sache. Die meisten Fahrzeuge waren früher später auch auf der Strecke zu sehen – meistens schnell, meistens laut. Das Fahrerlager ist für alle Besucher frei zugänglich und hat eine ganz eigene Atmosphäre, Klassiker reiht sich an Klassiker, schnell entwickeln sich (mehr oder weniger) fachkundige Gespräche über diesen oder jenen Wagen und sonstige benzinlastige Themen. Auch für Kinder ist gesorgt, diese bekommen neben freiem Eintritt auch einen kostenlosen Gehörschutz für Verfügung gestellt, was die Familienfreundlichkeit der Veranstaltung deutlich unterstreicht.
Fest steht: ich bin nächstes Jahr wieder dabei!
Text Jan Fröhlich // Fotos Christoph Hübner
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