Built not Bought: Altes Eisen muss man nicht schonen

Built not Bought - Motorradklassiker auf der Rennstrecke

Das Built not Bought-Motorradfestival wird im Juni 2018 bereits zum vierten Mal einen bunten Haufen alter, schneller Maschinen und wilder Kerle auf dem Kurven-Karussell des Spreewaldrings versammeln.

Selbst ist der Mann Bei built not bought

Der Begriff „Built not Bought“ gilt mittlerweile als inoffizielles Mantra der weltweiten Motorrad- und Custom-Szene. Die drei Wörter stehen für eine Geisteshaltung, in der Besitzer eines Klassikers Fahrer UND Schrauber gleichermaßen sein dürfen. Handwerklichen Herausforderung muss man ja nicht nur mit Verärgerung und Argwohn begegnen, sondern darf sie auch mit Freude und der Lust am Lernen willkommen heißen.

Die meisten Teilnehmer des „BnB“ entsprechen dem Bild eines selbstbestimmten, neugierigen und abenteuerlustigen Menschen, der sein Material nutzt, statt es in dunklen Garagen der eigentlichen Nutzung zu entziehen. Das ist sympathisch! Im Gepäck haben die Hobbyracer feinstes, seltenes, manchmal skurriles, aber immer liebevoll optimiertes Material, das zwei Tage lang ohne Zurückhaltung um die kurvige Rennstrecke getrieben wird: Authentische Café Racer, deren Attraktivität wohl nie verloren gehen wird. Ölende Vorkriegs-Maschinen, die als mechanische Skulpturen alle Sinne betören. Oder Pfeilschnelle Formel-Gespanne.

Japan-Fours als Klassiker mit Zukunft

Immer mehr kristallisiert sich auch der Trend heraus, japanischen Vierzylindern und Ablegern der Superbikes ein zweites Leben einzuhauchen. Honda CB, seltene Sechszylinder oder fast vergessene Kawasakis erleben beim Built not Bought auf der Rennstrecke ihre Wiedergeburt. Es wird neu entdeckt, was vor zwei oder drei Dekaden als „State of the Art“ galt und dann für lange Zeit aus dem kollektiven Bewusstsein verschwand. Heute sind diese Big Bikes zunehmend begehrt, weil sie Performance, Historie und Langlebigkeit miteinander verbinden.

Das bunte BnB-Starterfeld mit Fahrzeugen aus acht Jahrzehnten hat wahrlich Seltenheitswert. Neben den Youngtimern aus Nippon kämpfen dicke Laverdas gegen schlanke Einzylinder, geben Ducati Königswellen getunten 125er Lambrettas Windschatten, und NSU-Gespanne, eine Münch oder britische TT-Renner versetzen Fahrer wie Zuschauer in die Vergangenheit.

MOTORRÄDER MÜSSEN FAHREN

Geschont wird die Hardware dabei von niemandem. Zwar mögen abgefahrene Reifen, ölende Motoren und Kratzer im Lack in den Augen einiger Betrachter schmerzen. Doch sind diese Spuren die wahren Insignien eines bewegten Lebens. Sie bieten Stoff für kleine und große Legenden. In Museen wird davon nur theoretisch berichtet. Auf der Rennstrecke kann man der Spirit großer Klassiker ganz praktisch und sogar am Limit erleben. Zum Glück gibt es Events wie Built not Bought, die einem die alten und neuen Ikonen wieder ins Gedächtnis rufen.

Mehr Informationen zu Built not Bought (2. und 3. Juni 2018) finden Sie hier.

Autor: Sven Wedemeyer

Auf einem Bein kann man nicht stehen, weiß der Volksmund. Deshalb schreibt Sven Wedemeyer nicht nur spannende Berichte für Classic Trader oder Lifestyle- und Fachmagazine, sondern blickt als Fotojournalist auch gern durch den Sucher seiner Kamera. Im Fokus hat der Petrol Head vor allem automobile Klassiker und besondere Motorräder // Traum-Klassiker: Bugatti 35B // Aktueller Klassiker: MGB GT V8

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