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Laverda Motorrad kaufen

Aus den Werkshallen von Breganze rollten Motorräder, die Kompromisse ablehnten – von schmalen Viertaktern der Nachkriegszeit bis zu den brutalen Dreizylindern, die Ende der 70er Jahre den Superbike-Thron bestiegen.

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Auktion beginnt in12 Tage, 17:31:10
Bild 1/14 von Laverda 750 SF (1976)
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Classic Auktion

1976 | Laverda 750 SF

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

6.500 € - 9.000 €

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Bild 1/6 von Laverda 750 SF (1971)
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Bild 1/47 von Laverda 125 LB Custom (1988)
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Bild 1/32 von Laverda 75 Sport (1954)
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Bild 1/49 von Laverda 750 SF (1970)
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1970 | Laverda 750 SF

Schöner restaurierter Zustand

13.500 €
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Bild 1/20 von Laverda 125 LB Custom (1988)
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Bild 1/4 von Laverda 1000 3 C I (1977)
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1977 | Laverda 1000 3 C I

LAVERDA 3C/CL 1000 1977 - 17.000KM ORIGINALI - ISCRITTA FMI

14.000 €
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"Laverda" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Laverda" machen.

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Bild 1/47 von Laverda 125 LB Custom (1988)

1988 | Laverda 125 LB Custom

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3.800 €vor 2 Wochen
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Bild 1/30 von Laverda 1000 RGS (1983)

1983 | Laverda 1000 RGS

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6.300 €vor 3 Monaten
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Bild 1/20 von Laverda 125 LB Custom (1988)

1988 | Laverda 125 LB Custom

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4.800 €vor 3 Monaten
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Bild 1/4 von Laverda 1000 SFC (1986)

1986 | Laverda 1000 SFC

1000 SFC

13.500 €vor 4 Monaten
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Bild 1/8 von Laverda 750 GT (1969)

1969 | Laverda 750 GT

Totalmente restaurata nel 2022 documenti da passaggio iscritta moto epoca FMI

8.500 €vor 6 Monaten
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Bild 1/21 von Laverda 750 SF 2 (1974)

1974 | Laverda 750 SF 2

1974 Laverda 750 SF2 749cc

Preis auf Anfragevor 6 Monaten
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Bild 1/50 von Laverda 750 S Sport (2000)

2000 | Laverda 750 S Sport

2000 Laverda 750S 747cc

Preis auf Anfragevor 7 Monaten
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Bild 1/45 von Laverda 750 SF (1973)

1973 | Laverda 750 SF

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9.900 €vor 8 Monaten
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Seit 1949 steht der Name Laverda für italienische Motorradtechnik, die sich durch Robustheit und Rennsporterfolge auszeichnet. Was als Ableger eines Landmaschinenherstellers begann, entwickelte sich zu einer Manufaktur für Hochleistungsmaschinen, die in den 1970er Jahren mit ihren Dreizylindern internationale Anerkennung erlangten.

Geschichte & Erbe

Gründung und erste Jahre (1949-1960)

Francesco Laverda, Enkel des Landmaschinenproduzenten Pietro Laverda, gründete 1949 in Breganze Moto Laverda S.p.A. Die Erfahrungen aus dem Agrarmaschinenbau flossen in die Konstruktion robuster Motorräder ein. Ab 1950 verließ die Laverda 75 das Werk – ein kompaktes 75-cm³-Viertakt-Motorrad, das sich durch preisgünstige Herstellung und Zuverlässigkeit auszeichnete. 1955 folgte die Laverda 100, die bei Rennen wie dem Milano-Tarantino durch Fahrer wie Mariani, Fontanili und Castellani vordere Plätze belegte. Diese kleinen Maschinen trugen zur Motorisierung Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg bei.

Der Aufstieg zum Großhubaumhersteller (1968-1973)

Als Massimo Laverda, selbst erfolgreicher Rennfahrer auf Laverda-Maschinen, die Geschäftsführung übernahm, verschob sich der Fokus auf größere Hubräume. 1968 entstanden die Zweizylinder-Modelle 650 und 750, die mit offenem Rahmen und mittragendem Motor konstruiert wurden. Die Varianten 750 GT, 750 S, 750 SF und 750 GTL wurden bis 1977 gebaut und etablierten Laverda im Segment sportlicher Reisemotorräder. Parallel entwickelte das Werk in Breganze den 1000-cm³-Dreizylinder mit obenliegenden Nockenwellen, der 1973 in Serie ging. Diese Maschine legte den Grundstein für Laverdas Ruf als Hersteller kompromissloser Hochleistungsmotorräder.

Die Ära der Dreizylinderlegende (1973-1982)

Der Laverda 3C (1973) kombinierte 981 cm³ Hubraum, Doppelnockenwelle und 180°-Kurbelwellenversatz. Mit 85 PS bei 7.250 U/min erreichte die Maschine über 210 km/h. 1976 entstand auf Anregung der britischen Importeure Slater Brothers die Laverda Jota – benannt nach einem spanischen Tanz im Dreiertakt. Durch Hochverdichtungskolben, schärfere Nockenwellen und eine freie Auspuffanlage leistete die Jota 90 PS und beschleunigte auf 225 km/h. Bis zur Einführung der Honda CBX1000 1978 war sie das schnellste Serienmotorrad der Welt. Die Jota wurde bis 1982 produziert, wobei 1982 die Jota 120° mit geändertem Kurbelwellenversatz erschien. Parallel entstanden Modelle wie der RGS 1000 (Tourer) und die Laverda 1200 (1982-1988) mit vergrößertem Hubraum.

Niedergang und Wiederbelebung (1980er-2000er)

Trotz technischer Erfolge geriet Laverda Mitte der 1980er Jahre in eine Finanzkrise. Die Produktion war nicht marktgerecht, die Maschinen galten als komplex und wartungsintensiv. Im März 1987 musste das Unternehmen Konkurs anmelden. 1993 erfolgte die Rückkehr: Das Werk verlegte nach Zane, wo moderne sportliche Motorräder auf Basis der Bauserie 650 (bis 1997) entstanden. Es folgten die Zane-Modelle (Laverda 750 in verschiedenen Versionen), die bis 2002 gebaut wurden. Danach endete die Motorradproduktion. 2004 wurde Laverda an Aprilia angeschlossen, 2006 übernahm Piaggio den Konzern. Seitdem ruht die Marke.

Highlights & Besonderheiten

Der 180°-Dreizylinder

Laverdas 981-cm³-Motor mit 180°-Kurbelwellenversatz erzeugte einen charakteristischen Klang, der zwischen einem Zweizylinder und einem gleichmäßig zündenden Dreizylinder lag. Die asymmetrische Zündfolge verursachte markante Vibrationen oberhalb 5.000 U/min, die der Maschine ihren Ruf als "ungezähmtes Rennpferd" einbrachten. Die 1982 eingeführte 120°-Variante bot laufkultiviertere Eigenschaften, gilt aber unter Sammlern als weniger charaktervoll.

Rennstreckenerprobte Technik

Die 750 SFC (Super Freni Competizione) dominierte 1971-1976 das Langstreckenrennen, darunter den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona (Montjuïc) 1972. Von diesem Rennmotorrad entstanden nur 549 Exemplare (1971-1976), davon 100 für den US-Export mit 75-PS-Motor, größeren Dell'Orto-Vergasern und Dreifach-Brembo-Scheibenbremsen. Die SFC war ein straßenzugelassenes Rennmotorrad mit Tacho und Blinkern – eine echte "Rennmaschine für die Straße".

Britische DNA im italienischen Körper

Die Jota entstand nicht in Italien, sondern in der Werkstatt der britischen Importeure Slater Brothers in Bromyard, Herefordshire. Sie entwickelten das Tuning-Konzept, das später von Laverda als Werksmodell übernommen wurde. Diese anglo-italienische Zusammenarbeit erklärt, warum UK-Spezifikationen (andere Auspuffanlage, leicht höhere Leistung) unter Sammlern besonders begehrt sind – allerdings bringen diese Maschinen oft Probleme mit sich, da sie Jahrzehnte im feuchten britischen Klima verbrachten.

Qualität des Aluminiums

Laverda verwendete Aluminium fragwürdiger Qualität, das mit Hitzezyklen und Alter spröde wird. Zylinderkopfmaterial, Kolben und Gehäuseteile zeigen bei älteren Maschinen häufig Ermüdungserscheinungen. Dies ist eine der Hauptursachen für kostspielige Restaurierungen.

Technische Daten

Laverda Jota 1000 (1976-1982)

Laverda 750 SFC (1971-1976)

Marktübersicht und Kauftipps

Preisspannen nach Modell (2024-2025)

Die Laverda-Marktpreise haben sich in den letzten Jahren stabilisiert, wobei seltene Modelle deutlich anzogen:

  • 750 SFC (1971-1976): €30.000-€110.000. Spitzenpreis 2023: €99.200 für eine originale 1971er SFC bei Gooding & Company. Ein 1974er US-Export-Modell mit nur 4 Originalkilometern erzielte 2021 $89.500. Restaurierte Exemplare bewegen sich zwischen €40.000-€60.000, während Maschinen mit Restaurierungsbedarf ab €25.000 starten.

  • Jota 1000 (1976-1982): €12.000-€25.000. Hagerty bewertet Maschinen in gutem Zustand (#3) mit €13.700 (Stand 2025). Bei Bring a Trailer erzielten Jota-Modelle 2024-2025: $6.000 (1979 Jota America, Oktober 2025), $6.500 (1982 Jota 120, Dezember 2024), $13.910 (1977 Jota, Oktober 2024). Ein 1985 SFC 1000 (Nr. 0001) brachte $16.500 (Mai 2024). UK-Spezifikationen kosten 10-20% mehr, bringen aber oft versteckte Probleme mit.

  • 750 SF/SF3 (1970-1976): €8.000-€18.000. Ein 1973er 750 SF verkaufte sich bei BaT im August 2025 für $5.000 (ca. €4.600), allerdings mit Restaurierungsbedarf. Gut restaurierte Exemplare erreichen €12.000-€15.000.

  • RGS 1000 (1982-1987): €7.000-€14.000. Tourer-Variante des Dreizylinders mit Verkleidung und Koffern, seltener und weniger gesucht.

  • 1200 Mirage/TS (1982-1988): €8.000-€18.000. Ein 1982er 1200 TS mit Provenienz (Cor Dees Museum) erzielte $9.300 (September 2024).

Käuferprofile

Sammler seltener Klassiker: Fokus auf SFC und frühe Jota (1976-1978) mit Matching Numbers, originalen Farben (Orange SFC, Rot/Gold Jota) und kompletter Dokumentation. Bereitschaft, €40.000+ zu investieren.

Erfahrene Enthusiasten: Suchen fahrbare Jota oder 750 SF im Bereich €12.000-€20.000, akzeptieren Restaurierungsspuren, legen Wert auf funktionierende Technik.

Restaurierungskäufer: Kaufen Projekte ab €5.000-€8.000, müssen jedoch mit Restaurierungskosten von €15.000-€40.000 rechnen (je nach Motor- und Rahmenzustand).

Worauf beim Kauf achten

Motorzustand (kritisch): Ein Kompressionswert allein reicht nicht. Die Kolbenringnuten verschleißen vertikal, was unter Last zu Problemen führt. Ventilsitze fressen sich in den Zylinderkopf ein und machen die Ventileinstellung unmöglich – neue Sitze kosten €1.500-€2.500. Da keine Auslassöldichtungen verbaut sind, verschleißen Ventilführungen stark. Ölpumpen müssen korrekt geschimmelt sein (häufig vernachlässigt). Primärtriebketten und Steuerketten verschleißen stark, Kettenspanner haben keinen unteren Anschlag (Konstruktionsfehler). Motor-Revision: €8.000-€15.000.

Hochverdichtungskolben: Jota-Modelle liefen mit 10:1-Verdichtung und Hochleistungskolben. Originale Laverda-Kolben sind unerreichbar. Aftermarket-Kolben (Omega, Cosworth) kosten €800-€1.200 pro Satz, passen aber oft nicht perfekt. Viele Maschinen laufen mit improvisierten Lösungen.

Rahmen und Aluminiumteile: Überprüfen Sie Schweißnähte am Doppelschleifenrahmen auf Risse, besonders an Motoraufhängungen und Lenkkopf. Aluminiumguss (Motorgehäuse, Zylinderkopf) zeigt Altersspuren: Haarrisse, Porosität. Eine professionelle Ultraschallprüfung kostet €300-€500, kann aber teure Überraschungen verhindern.

Elektrische Anlage: Zündung bis 1980 mechanisch (rechte Motorseite), ab 1981 elektronisch (linke Seite). Elektronische Systeme sind zuverlässiger. Alte Lichtmaschinen schwächeln, Regler versagen. Verkabelung oft durch Heimwerker-Eingriffe beschädigt.

Originalität vs. Fahrbarkeit: Viele Maschinen wurden "restauriert" von Amateuren ohne Fachkenntnisse. Nicht originale Lackierungen, falsche Auspuffanlagen, moderne Vergaser (Mikuni statt Dell'Orto), geänderte Elektrik. Für Sammler ein Wertvernichter, für Fahrer oft funktionaler. Entscheiden Sie, was Priorität hat.

UK-Maschinen mit Vorsicht: Britische Laverda-Modelle (insbesondere Jota) haben oft eine problematische Historie: Jahrzehnte im feuchten Klima, lange Standzeiten in Schuppen, Missbrauch durch junge Fahrer in den 1980er Jahren. Selbst "restaurierte" Exemplare verschweigen häufig Motorprobleme, da vollständige Revisionen €15.000+ kosten – oft mehr als der Marktwert.

Teilverfügbarkeit: Mechanische Teile (Lager, Dichtungen, Ketten) sind verfügbar, aber teuer. Spezifische Laverda-Teile (Kolben, Nockenwellen, Kurbelwellen) sind selten und extrem teuer. Aftermarket-Anbieter wie Slater Brothers (UK), Schroeder Classic (D) und Bevelheaven (UK) helfen, verlangen aber Premium-Preise. Budget: €2.000-€5.000 pro Jahr für aktives Fahren.

Dokumentation: Matching Numbers erhöhen den Wert um 20-30%. Rahmennummer befindet sich an der Verstrebung unterhalb der Batteriebox (linke Seite). Motornummer am Kurbelgehäuse. Komplette Servicehistorie, Originalrechnung, Werksdokumentation sind selten und wertvoll.

Realistisches Investmentbudget

Für eine fahrbare, zuverlässige Jota 1000: €18.000-€25.000 Kaufpreis + €3.000-€5.000 sofortige Nachbesserungen (Reifen, Bremsen, Flüssigkeiten, Vergaser-Überholung) + €2.000-€3.000 jährlich (Wartung, Ersatzteile, unerwartete Reparaturen).

Für ein Restaurierungsprojekt: €7.000-€10.000 Kaufpreis + €20.000-€40.000 Restaurierung (Motor €8.000-€15.000, Rahmen/Fahrwerk €5.000-€8.000, Elektrik €2.000-€3.000, Lackierung €3.000-€5.000, Kleinteile €2.000-€5.000). Gesamtinvestment: €30.000-€50.000 für ein Ergebnis im Wert von €20.000-€28.000. Restaurierung ist Liebhaberei, keine Investition.

Fahrverhalten & Charakter

Die Jota 1000: Eine Erfahrung, keine Maschine

Das erste, was auffällt, ist die Kupplung – schwer, sehr schwer. Im Stadtverkehr eine Qual, auf Landstraßen erträglich. Der Motor läuft unter 4.000 U/min mürrisch, mit Vibrationen, die durch Lenker, Fußrasten und Sitzbank wandern. Erst oberhalb 5.000 U/min erwacht die Maschine: Der Dreizylinderklang schwillt zu einem Brüllen an, die Vibrationen intensivieren sich, aber die Kraftentfaltung entschädigt. Bei 7.000 U/min herrscht kontrolliertes Chaos – die Spiegel zeigen verschwommene Bilder, die Fußrasten hämmern, aber die Beschleunigung ist brutal linear.

Unter 110 km/h nervös, darüber stabil

Das Fahrwerk der Jota ist ein Kompromiss aus Rennstreckentauglichkeit und Straßenzulassung. Unter 110 km/h fühlt sich die Maschine instabil an, das Fahrwerk arbeitet gegen den Motor. Oberhalb 120 km/h stabilisiert sich die Geometrie, die Marzocchi-Gabel arbeitet präzise, die Brembo-Bremsen bieten Rennsportleistung. Bei 180 km/h fühlt sich die Jota wohler als bei 80 km/h – sie ist für Autobahnetappen und schnelle Bergstraßen konstruiert, nicht für Stadtverkehr.

Die 750 SFC: Reinrassiges Rennmotorrad

Mit 190 kg Trockengewicht und 70-75 PS ist die SFC deutlich handlicher als die Jota. Die Sitzposition ist extrem – tief, nach vorne geneigt, die Fußrasten hoch montiert. Die Maschine will gefahren werden: schnelles Einlenken, hartes Bremsen vor der Kurve, frühes Gas. Das schmale Zweizylinder-Layout ermöglicht präzise Schräglagenwinkel. Der Sound ist scharf, aggressiv – ein DOHC-Zweizylinder bei 8.000 U/min schreit, nicht brüllt. Die SFC ist keine Maschine für Genussfahrten, sondern für Trackdays und Bergrennen.

Die 750 SF: Der zivilisierte Italiener

Die Tourenvariante des 750er Zweizylinders bietet ähnliche Leistung wie die SFC (65-70 PS), aber mit entspannter Geometrie, komfortablerer Sitzbank und längeren Wartungsintervallen. Unter 6.000 U/min läuft der Motor kultiviert, darüber sportlich-aggressiv. Die SF ist die Maschine für Fahrer, die italienisches Design und Soundkulisse wollen, ohne die Kompromisse der Jota oder SFC.

Der 180° vs. 120° Kurbelwellenversatz

Der charakteristische 180°-Versatz (bis 1981) erzeugt eine ungleichmäßige Zündfolge, die Vibrationen und den typischen Laverda-Sound verursacht. Die 1982 eingeführte 120°-Variante (Jota 120) läuft ruhiger, ausgeglichener – und langweiliger. Sammler bevorzugen den 180°-Motor, Fahrer schätzen die 120°-Variante für Langstrecken.

Design & Philosophie

Funktionalismus statt Styling

Laverda-Designer folgten keiner Designschule, sondern technischen Anforderungen. Der massive Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen liegt offen, Schweißnähte sind sichtbar, Kabelbäume verlaufen ohne Verkleidung. Der Tank ist breit, die Sitzbank schmal, die Auspuffanlage dominiert die rechte Seite. Nichts ist versteckt, alles ist funktional. Dieser "nackte" Ansatz wirkt heute ehrlicher als moderne Retro-Bikes mit Kunststoffverkleidungen, die Technik imitieren.

Farbgebung als Markenzeichen

Die 750 SFC in leuchtendem Orange (GelCoat, kein Lack) mit weißen Streifen ist eine Design-Ikone. Die Jota erschien klassisch in Rot mit goldenen Pinstripes über silbernem Rahmen, später auch in Grün. Diese Farbkombinationen sind unverkennbar und sollten bei Restaurierungen respektiert werden. Moderne RAL-Lackierungen zerstören den Originalcharakter.

Britischer Einfluss auf italienisches Design

Die Slater Brothers brachten nicht nur Tuning, sondern auch britische Designelemente: breitere Lenker, andere Sitzbank-Polsterung, UK-spezifische Blinker und Rückspiegel. Diese Details machten die Jota im britischen Markt erfolgreicher als in Italien. Heute sind diese anglo-italienischen Hybride begehrte Sammlerstücke – wenn die technische Substanz stimmt.

Zielgruppe: Erfahrene Fahrer

Laverda zielte nie auf Einsteiger. Die Maschinen waren teuer (eine 1976er Jota kostete in UK £2.200 – mehr als ein Honda Gold Wing), schwer zu beherrschen und wartungsintensiv. Die Zielgruppe waren wohlhabende Enthusiasten, die italienisches Prestige und Rennsportleistung wollten, ohne auf japanische Zuverlässigkeit angewiesen zu sein. Diese Positionierung erklärt die geringe Produktionszahl und den heutigen Kultstatus.

Rennsport & Erfolge

Dominanz im Langstreckenrennen (1971-1976)

Die Laverda 750 SFC wurde für Langstreckenrennen entwickelt und dominierte von 1971-1976. Höhepunkt war der Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona (Montjuïc) 1972, gefahren von Piero Laverda (Sohn von Francesco) und Claudio Cavani. Weitere Erfolge: 1000-km-Rennen von Monza (1972), Thruxton 500 (mehrfach), Bol d'Or. Die SFC trat gegen Ducati 750 SS, Honda CB750 und BMW R90S an – und gewann durch Robustheit und Ausdauer.

Keine MotoGP-Erfolge, aber Charakterstärke

Laverda versuchte nie den Grand-Prix-Einstieg (anders als MV Agusta oder Moto Guzzi). Der Fokus lag auf Langstreckenrennen und Produktionswettbewerben. Diese Beschränkung erklärt, warum Laverda nie den Glamour von Ducati oder Moto Guzzi erreichte, aber unter Langstrecken-Puristen höher geschätzt wird.

Die Jota: Zu spät für die Rennstrecke

Als die Jota 1976 erschien, war die Ära der Produktionsrennen vorbei. Die Maschine war zu schwer, zu komplex und zu spät für Homologation. Ihr Ruf als "schnellstes Serienmotorrad" basiert auf Straßentests (Motor Cycle, 1976: 141 mph/227 km/h), nicht auf Rennsiegen. Die Jota ist eine Rennmaschine, die nie Rennen fuhr – eine Tragödie oder eine Befreiung, je nach Perspektive.

Fazit

Laverda-Motorräder sind keine Maschinen für Gelegenheitsfahrer oder Investoren. Sie fordern mechanisches Verständnis, regelmäßige Wartung und Kompromissbereitschaft. Die 750 SFC bleibt die ultimative Sammlerwahl: selten (549 Stück), erfolgreich (24h Barcelona), wertsteigernd (€40.000-€110.000). Die Jota 1000 verkörpert die kompromisslose Superbike-Ära der 1970er: brutal schnell, charakterstark, anstrengend zu fahren. Wer eine fahrbare Jota für €18.000-€25.000 kauft, muss €3.000-€5.000 für sofortige Nachbesserungen einplanen.

Restaurierungsprojekte (ab €7.000) sind finanziell unvernünftig: €30.000-€50.000 Gesamtinvestment für ein €20.000-€28.000 Ergebnis. Aber Laverda war nie vernünftig – weder 1976 noch 2025. Wer den Dreizylinderklang bei 7.000 U/min hört, versteht, warum manche Menschen €40.000 in eine 50 Jahre alte Maschine investieren. Es geht nicht um Logik. Es geht um Leidenschaft.

Drei zentrale Erkenntnisse für Käufer:

  1. SFC für Sammler (€40.000-€110.000): Wertanlage mit Rennsportprovenienz, aber kaum fahrbar ohne Wertverlust
  2. Jota für Fahrer (€18.000-€25.000 + €5.000 Nachbesserung): Charakterstarkes Erlebnis, fordert Expertise und Budget
  3. 750 SF für Einsteiger (€10.000-€15.000): Zivilisierter Zugang zur Marke, immer noch anspruchsvoll

Laverda ist eine Marke für die Wenigen, die Kompromisse ablehnen – genau wie die Maschinen, die aus Breganze rollten.