1971 | Mercedes-Benz 280 SL
- Status:
- Vorschau
- Schätzwert:
- 120.000 € - 130.000 €
- Endet um:
- 25.10.2026, 19:45:00 MEZ
Dieser Mercedes-Benz 280 SL aus dem Jahr 1971 verbindet eine bemerkenswert dokumentierte Originalsubstanz mit einer ebenso klassischen wie zurückhaltenden Farbkombination aus Beigegrau Uni (Farbcode 726 H) und dunkelbraunem Leder. Besonders ins Gewicht fällt das vorhandene, rund 50 Seiten umfassende Wertgutachten von Dipl.-Ing. Klaus Kukuk, das dem Fahrzeug laut vorliegenden Angaben die Gesamtnote 2+ beziehungsweise 1,75 und einen Marktwert von 160.000 Euro attestiert. Die Karosserie wird als vollständig ungeschweißt beschrieben; auch Rahmen, Bodengruppe, Radhäuser und Kotflügel sollen ihre ursprüngliche Substanz bewahrt haben. Hinzu kommen die originale Mercedes-Benz Datenkarte, Hardtop, Automatikgetriebe und Servolenkung.
Der Mercedes-Benz 280 SL gehört zur Baureihe W 113 und bildet innerhalb der hier hinterlegten Modellgeschichte die von 1968 bis 1971 produzierte Ausführung. Unter der langen Motorhaube arbeitet ein 2.778 cm³ großer Reihensechszylinder mit einer angegebenen Leistung von 170 PS beziehungsweise 125 kW. Die Kraftübertragung erfolgt bei diesem Exemplar über ein Viergang-Automatikgetriebe an die Hinterräder.
Die Kombination aus offenem Zweisitzer, abnehmbarem Hardtop und Stoffverdeck macht den W 113 zu einem Klassiker mit ungewöhnlich breitem Einsatzspektrum. Gerade bei einem inzwischen mehr als fünf Jahrzehnte alten Fahrzeug entscheidet jedoch weniger die reine Modellbezeichnung als vielmehr die nachvollziehbare Substanz. Genau hier setzt dieses Exemplar an: Nicht eine spektakuläre Restaurierung steht im Mittelpunkt der Beschreibung, sondern die dokumentierte Erhaltung wesentlicher originaler Bauteile.
Der 1971 gebaute 280 SL präsentiert sich laut Fahrzeugunterlagen in Beigegrau Uni, Farbcode 726 H. Das zugehörige Hardtop ist ebenfalls in Wagenfarbe ausgeführt, während für das Stoffverdeck Dunkelbraun angegeben wird. Nach Aussage des Einlieferers wurden Rahmen, Bodengruppe, Radhäuser und Kotflügel nicht geschweißt und befinden sich hinsichtlich ihrer Substanz im ursprünglichen Zustand. Auch die Aluminium-Hauben und -Türen werden als ab Werk montierte Bauteile beschrieben. Das Gutachten umfasste den Angaben zufolge unter anderem eine Untersuchung auf der Hebebühne sowie Lackschichtdickenmessungen.
Im Innenraum setzt sich die zurückhaltende Farbgebung mit dunkelbraunem Leder fort. Beschrieben werden ein gepflegter Zustand mit erhaltener Patina, rissfreie Lederbezüge sowie originales Holz am Armaturenbrett. Als charakteristisches Detail werden die Chrom-Sitzbelüftungsrosetten an den Rückenlehnen genannt. Ebenfalls vorhanden ist ein Becker-Europa-Radio. Im Kofferraum soll sich noch die originale graue Gummimatte befinden.
Der 2,8-Liter-Reihensechszylinder wird mit 170 PS angegeben und ist mit einer Viergang-Automatik kombiniert. Laut Einlieferer springt der Motor sowohl kalt als auch warm unmittelbar an und läuft rauchfrei und ruhig; auch die Bosch-Sechsstempel-Einspritzpumpe sowie die Schaltvorgänge des Automatikgetriebes werden als einwandfrei beschrieben. Als Laufleistung sind 58.261 Kilometer hinterlegt. Zur Ausstattung gehören außerdem Servolenkung und Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse.
Das Fahrzeug wurde ursprünglich in USA-Ausführung ausgeliefert und wird als ehemaliger Kalifornien-Import beschrieben. Seit mehr als zehn Jahren soll sich der Mercedes in deutschem Sammlerbesitz befinden. Von besonderer Bedeutung ist die laut Anzeige im Original vorhandene Mercedes-Benz Datenkarte aus dem Jahr 1971. Für den Motor ist die Nummer 130983-12-016041, für das Getriebe die Nummer 010882 dokumentiert. Der Einlieferer bezeichnet beide Aggregate auf Grundlage der vorhandenen Unterlagen als werksseitig zugeordnet. Da die strukturierten Inseratsdaten hinsichtlich des Matching-Numbers-Status hiervon abweichen, sollte diese Zuordnung vor Zuschlag anhand der Originaldokumente und des Gutachtens nachvollzogen werden.
Zum Fahrzeug gehört laut Einlieferung ein etwa 50-seitiges Wertgutachten von Dipl.-Ing. Klaus Kukuk. Dieses weist den Angaben zufolge eine Gesamtnote von 2+ beziehungsweise einen Durchschnittswert von 1,75 sowie einen Marktwert von 160.000 Euro aus. Darüber hinaus besitzt der 280 SL eine deutsche Zulassung mit historischem H-Kennzeichen. Die Hauptuntersuchung ist laut Inseratsdaten bis April 2027 gültig; das Fahrzeug wird als zugelassen, fahrbereit und unfallfrei geführt.
Bei diesem 280 SL liegt der besondere Reiz weniger in einer makellos auf Neuzustand gebrachten Erscheinung als in der Kombination aus erhaltener Substanz und umfangreicher Dokumentation. Die originale Datenkarte, das ausführliche Gutachten und die als ungeschweißt beschriebene Karosserie liefern genau jene Anhaltspunkte, die bei einem W 113 heute besonders aufmerksam betrachtet werden. Dazu kommt eine ausgesprochen zeitgenössisch wirkende Kombination aus Beigegrau, dunkelbraunem Leder und passendem dunklen Stoffverdeck. Für Sammler ist dies damit vor allem ein Fahrzeug, dessen Geschichte und Beschaffenheit anhand vorhandener Unterlagen weiter nachvollzogen werden können – und nicht lediglich eine Pagode, die auf den ersten Blick gefällt.
Eine Pagode muss heute nicht mehr erklären, warum sie ein Klassiker ist. Interessanter ist die Frage, wie viel von dem Auto übrig geblieben ist, das Mercedes einst gebaut hat. Genau deshalb ist dieser 280 SL bemerkenswert: Hier stehen Substanz, Datenkarte und ein umfangreiches Gutachten im Vordergrund. Beigegrau mit dunkelbraunem Leder ist zudem eine Kombination, die nicht laut werden muss. Ein W 113 für Menschen, die lieber unter die Oberfläche schauen, als sich allein vom Glanz des Chroms überzeugen zu lassen.
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