Ferrari

Ungleiche Brüder

Ferrari ist nicht gleich Ferrari, wie die beiden Dino belegen. Den einen kriegt man ab 30.000 Euro, den anderen erst für das Zehnfache – wobei er sich im Bestzustand der Marke von einer halben Million nähert. Der Dino 246 GT ist einer der beliebtesten Klassiker überhaupt. Einen perfekten Dino wollen Ferrari-Liebhaber heutzutage in ihrer Sammlung nicht nur, weil er ein Meisterwerk von Pininfarina ist, sondern auch, weil er Fahrspaß pur liefert. Und der 308 GT4? Das hässliche Entlein fristet ein Dasein am unteren Ende der Ferrari-Sammlerpreisstaffel und es sieht nicht so aus, als würde es diesen Platz in naher Zukunft verlassen. weiterlesen Ungleiche Brüder

MB 600

Mächtiger Mercedes-Benz 600

Ein hinter dem Kühlergrill verborgenes Detail ist sein größter Luxus. Das dort befindliche Teil ist »Luxus« im Sinne von vollkommen unnötig. Es ist die Hupe, eine der lautesten aller Zeiten. Egal, wo er auftaucht, überall hätte ihm jeder Platz gemacht, dem Mercedes 600 dem neuen und nachhaltigeren »Großen Mercedes«. In seiner Klasse kann ihm bis heute kaum ein Konkurrent das Wasser reichen. Die Klasse: Staatskarossen. Besitzer und Insassen in dieser Fahrzeugkategorie: Firmenlenker, Könige, Rockstars. weiterlesen Mächtiger Mercedes-Benz 600

Mustang

Ganz klar aus demselben Stall

Bevor wir die beiden Ford Mustangs begutachten, das Unzähmbare bewundern, kurz ein Blick in die Historie. Nichts Fundamentales unterscheidet den neuen vom alten. Proportionen und viele Gestaltungsmerkmale ähneln sich, die Unterschiede sind nur graduell, was wiederum einer natürlichen Evolution entspricht. Und fünfzig Jahre vor der Markteinführung des Ford Mustang 1964? Da war gerade Halbzeit am Fließband des Model T. In Bezug auf die Entwicklung im automobilen Fortschritt spricht das Bände. Die pferdelose Kutsche hat ihre Idealform erreicht, große Sprünge sind nicht mehr zu erwarten. weiterlesen Ganz klar aus demselben Stall

Formel

Vehikel für WM-Titel

Zuerst das Finanzielle: Bei diesem Maserati 250F zahlt man vor allem für das historische Erbe. Ein Wagen mit erstklassiger Herkunft wie beispielsweise der von Fangio kostet Millionen. Außer den 26 Originalen wurden zwischen 1969 und 1980 noch 14 »continuations«, eigentlich Replika, gebaut. Auch diese Autos, angefertigt von Cameron Millar, sind nur für Leute, die sich sehr teures Spielzeug leisten können. Leute wie Steve Hart von Steve Hart Racing, der seit gut dreißig Jahren nach alten Maserati und Ferrari sucht. Mit seiner alten Cameron-Millar-Montagevorrichtung könnte er ein Auto nachbauen, aber nicht alle Rennausrichter akzeptieren auf historischen Technikdaten basierende Kopien. weiterlesen Vehikel für WM-Titel

DE TOMASO MANGUSTA

Reine Kunst, rohe Angst

Exotische Kreaturen oder Objekte müssen nicht unbedingt praktisch, funktional oder gar effizient sein. Ihre Daseinsberechtigung besteht darin, extravagant, sinnlich und gewagt zu sein. Irdische oder praktische Eigenschaften sind da allenfalls schmückendes Beiwerk. Wer sich für etwas derart Exotisches entscheidet, der hat sachliche Beweggründe mit vollem Bewusstsein beiseitegewischt, um sich am Objekt der Begierde zu erfreuen. Wäre das nicht der Fall, dann hätte kein Mensch jemals einen De Tomaso Mangusta gekauft. Doch 401 Personen haben es letztlich getan. weiterlesen Reine Kunst, rohe Angst

JAguar

Mit dem D-Type auf der Autobahn

Wer sich unter Coventry ein romantisches englisches Städtchen vorstellt, der irrt gewaltig. Keine königlichen Parkanlagen oder mittelalterliche Kolonnaden, und durchs Zentrum windet sich auch kein majestätischer Fluss. Stattdessen überall Grau, wo man auch hinschaut: überall in Zement gegossene Spuren des Zweiten Weltkriegs. Doch wenn man Autos mag, ist Coventry durchaus beeindruckend. Einst beherbergte die Stadt mehr als hundert Autobauer. weiterlesen Mit dem D-Type auf der Autobahn

PORSCHE TYP 64

Phönix aus der Asche

Als im Frühjahr 1945 in Europa der Zweite Weltkrieg endete, kam endlich wieder Frieden, begleitet von einem prachtvollen Sommer. Mit dem Frieden und der Sonne kamen ein paar amerikanische GIs, die sich all der »Privilegien« erfreuten, wie sie die Sieger am Ende eines bitteren Kriegs einfordern. Auf Kosten der Besiegten wollten sie sich ein bisschen was gönnen. In einem Postkartendörfchen in Österreich, in Zell am See, entdeckten die in einer Ski-Schule einquartierten Soldaten einen winzigen Wagen. Mit seinem futuristischen Look war der anders als alles, was sie – in Europa oder in ihrer Heimat – je gesehen hatten. Ein Kanister Benzin genügte, schon kam das kleine Stromlinien-Gefährt in Gang – zum Vergnügen und Erstaunen der Soldaten. weiterlesen Phönix aus der Asche

Shelby Daytona front

Schlange mit neun Leben

Sucht man unter Herstellern nach den sprichwörtlichen neun Leben, fällt einem katzen-bedingt am ehesten Jaguar ein. Doch es gibt auch eine Schlange, die über eine Menge Leben verfügt: das Shelby Cobra Daytona Coupé mit der Chassisnummer CSX2287. Seine Historie ist kurviger als die Eifler Nordschleife. Nach WM-Ehren wurde diese Cobra bei den International Historic Motoring Awards 2014 in London als »Auto des Jahres« ausgezeichnet. weiterlesen Schlange mit neun Leben

bmw 700rs

Boxer mit zwei Töpfen

Für die Sammler klassischer Automobile will es etwas heißen, wenn ein Modell nur zweimal ge- baut wurde. Wenn das Auto dann auch noch ein Rennwagen ist und dieser Rennwagen Siege und Titelgewinne verzeichnen konnte, dann kann sich der Sammler ganz besonders glücklich schätzen. Genau das tut der Amerikaner Rey Rivera. Hinter den unauffälligen Toren seiner abgelegenen Werkstatt in Orange County in Südkalifornien verbirgt sich eine Ansammlung klassischer BMW-Fahrzeuge, die so manch andere Kollektion in den Schatten stellt. Dutzende von Autos – von der normalen Reiselimousine bis zum Renncoupé – stehen Kotflügel an Kotflügel und jedes bisschen Platz da – zwischen wird von einer ebenso beeindruckenden Sammlung von Einzelteilen beansprucht. weiterlesen Boxer mit zwei Töpfen

VOISIN C25 AÉRODYNE

Betörende Autobaukunst

Der Traum vom Fliegen ist älter als der Wunsch nach rasender Fortbewegung – und doch kamen Autos noch vor den nutzbaren Flugzeugen auf die Welt. Konsequenterweise beschäftigten sich die Motoren-Tüftler oft mit beiden. Rotierende Propeller sind im BMW-Logo bis heute schemenhaft zu erkennen, Charles Rolls flog 1910 über den Ärmelkanal. Den Weg von der Luftfahrt in den Fahrzeugbau beschritt auch Gabriel Voisin. weiterlesen Betörende Autobaukunst