BMW 6er (E24) Kaufberatung

BMW 6er (E24)

Für viele BMW Puristen gelten die CS Coupés, insbesondere die Fahrzeuge der Baureihen E9 und E24 bis heute als Inbegriff von sportlicher Eleganz, eben genau jenen Begriffen, für die die Bayerischen Motorenwerke bis heute versuchen einzustehen.

Mit dem vom Paul Bracq gezeichneten BMW 630 CS und dem BMW 633 CSi erschienen im März 1976 zwei neue große BMW Coupés, und traten das Erbe der legendären BMW Batmobile vom Format 3.0 CSL, 3.0 CSi und 3.0 CS an.

Bereits in der Serienversion bot die erste BMW 6er (E24) Reihe ein Optimum an ausgereifter Technik, Sicherheit und Komfort. Ein dynamisches, von der Motordrehzahl abhängiges Servo-Lenksystem dürfen dabei ebenso als Meilenstein der fahrdynamischen Automobiltechnik bewertet werden, wie die Einführung des bis heute für BMW typischen Check-Control-Board Systems, welches auf Knopfdruck vor dem Start alle wichtigen Funktionen des Fahrzeugs überprüft, sowie den Service Interval des Wagens berechnet. Die in Bronze gehaltene Wärmeschutzverglasung rundum waren beim neuen BMW 6er (E24) ebenso Standard, wie Lederpolster und elektrische Scheibenheber – Freude am Fahren und Luxus sollte sich nicht länger widersprechen.

Optisch unterschieden sich die beiden Fahrzeuge lediglich durch die Chrombuchstaben am Heck, der 3210 ccm Einspritzer leistete jedoch mit 200 PS rund 15 PS mehr als der 630 CS, der für den US Markt ebenfalls als 630 CSi angeboten wurde und mit nur 1794 Exemplaren heute extrem selten zu finden sein dürfte.

Bereits 1978 führte BMW mit dem BMW 635 CSi das bis heute begehrteste Modell der BMW 6er (E24) Reihe ein. Der Wagen stellte erneut ein Superlativ in Sachen Automobil dar: Es handelte sich mit einer Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h um Deutschlands schnellstes viersitziges Coupé. Der Hubraum des aus dem BMW 633 bekannten Reihen-Sechszylinders wurde auf 3453 ccm erhöht und leistete mit einem optimierten Verdichtungsverhältnis stattliche 218 PS.

Auf Grund der höheren Wirtschaftlichkeit sowie einer besseren Steuerung der Abgasanlage stellte man das Motorenprogramm ab Juli 1979 komplett auf Einspritz-Ausführungen um, sodass an Stelle des 630 CS der 628 CSi trat, dessen 2788 ccm Motor man bereits aus dem 528i kannte und den man mit Hilfe einer höheren Verdichtung auf 184 PS leistungssteigerte.

Wenn auch nicht als reinrassiger Sportwagen für den Wettbewerbseinsatz konzipiert, so gilt der 1984 präsentierte BMW M 635 CSi bis heute als offizieller Nachfolger des legendären BMW M1. Für den Laien nur durch seine minimal sportlichere Verspoilerung, sowie das BMW Motorsport GmbH typischen M im Kühlergrill zu erkennen, schlummert im BMW M 635 CSi der aus dem M1 bekannte Sechzylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und schickt satte 284 PS an die berühmte Schräglenker-Hinterradachse. Den Sprint von 0 auf 100 km/h meisterte der BMW M 635 CSi in unter sieben Sekunden – was ihn zu einem der schnellsten Autos seiner Zeit machte.


BMW 6er (E24) - FrontBMW 6er (E24) - HeckBMW 6er (E24) - Seite LinksBMW 6er (E24) - Seite Rechts


BMW 6er (E24) Kaufberatung

Wer sich heute einen BMW 6er (E24) zulegen möchte, sollte sich zunächst sehr genau überlegen was genau er sucht, denn trotz der mehr als üppigen Grundausstattung der 6er Reihe, wartete auch der E24 bereits mit einer langen Liste von Extras auf, die je nach Variante und Seltenheit heute nur schwer als Ersatzteil zu besorgen sein können. Schwachstelle Nummer eins vieler 6er BMWs ist, insbesondere bei den frühen Modellen, der Rost der mangels Hohlraumkonservierung ab Werk bereits viele Karosserien in die Knie gezwungen hat. Radhäuser, Kofferraum, Schweller und insbesondere die vorderen Kotflügel sollte man sich deshalb sehr genau anschauen. Türkästen, Heckschürze und Batterieaufnahme und die Träger im Motorraum sollte man dabei ebenso wenig außen vor lassen, wie die Federbeine und die Kotflügelauflagen.

„Kleinigkeiten“ wie Zier- und Chromleisten sind nur schwer zu finden und gerade bei ausgefalleneren Farben kann es schwer werden passende Teile für die Innenausstattung zu finden.

Insbesondere auch auf Grund der langen Sonderausstattungsliste sollte man sich vor einem Kauf einen Überblick über den Funktionsstand der Bordelektronik verschaffen. Viele Funktionen sind für den alltäglichen Gebrauch eines BMW E24 zwar sicherlich nicht notwendig, der Reparaturaufwand einiger Komponenten kann jedoch schnell teuer werden, so dass man sich hier vor dem Kauf definitiv Klarheit verschaffen sollte.
Klassische Fehlerquellen stellen die Leuchtweiten-Regulierung, die Diebstahlwarnanlage sowie die Türschlossheizung dar.

Die Motoren der E24 er Reihe gelten als äußerst pflegeleicht und haltbar. Solange immer genügend Öl- und Wasser vorhanden ist und der Motor sauber warm gefahren wird, machen die Sechzylinder Motoren lange Freude. Man sollte vor dem Kauf, deshalb unbedingt auf eine dokumentierte Service- und Wartungshistorie achten.

Da davon auszugehen ist, dass sich die Ersatzteillage seitens BMW mit steigender Beliebtheit der Modelle verbessert und insbesondere einige der mechanischen Teile auch in anderen Baureihen zu finden sind, sollte man sich von ein bisschen Wartungsstau definitiv nicht abhalten lassen.

Während die begehrten ALPINA B7 Turbo Coupés inzwischen gerne für über 90.000 EUR gehandelt werden, so ist der Einstieg in die 6er BMW Welt auch heute noch für 15.000 – 20.000 EUR möglich.



Text Christian Plagemann // Fotos Classic Trader


 

Autor: Christian Plagemann

Christian Plagemann ist Gründer & Geschäftsführer von Classic Trader und schreibt als Redakteur regelmässig für das Classic Trader Magazin. Traum-Klassiker: Mercedes-Benz SSK Aktueller Klassiker: Porsche 928

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