Die Alfa Romeo SZ Kaufberatung

Der Alfa Romeo SZ erwies sich seinerzeit Zeit nicht gerade als Glücksgriff für seinen Hersteller und war demnach alles andere als erfolgreich.

Alfa Romeo hat eine längere und turbulentere Geschichte als die meisten Automobilhersteller. Dank einiger herausragender historischer Leistungen auf und neben der Rennstrecke sind Erwartungshaltungen und Emotionen mit jedem neuen Modell, das auf den Markt kommt, naturgemäß auf einem hohen Level. Mit der Übernahme des Unternehmens durch Fiat im Jahr 1986 wurde ein neues Modell benötigt, um zu zeigen, dass Alfa auf diesem Weg seine sportliche Seele nicht verloren hatte.

Mit dem Alfa Romeo SZ, der 1989 auf dem Genfer Automobilsalon als ES-30 (experimenteller Sportwagen mit 3,0 Litern Hubraum) der Welt vorgestellt wurde, erfuhr das Sportcoupé nicht gerade die uneingeschränkten Begeisterung, die sich das Unternehmen erhofft hatte. Der Name mag zwar für „Sport Zagato“ gestanden haben, aber die Designschmiede hatte nur sehr wenig Einfluss auf das eigentliche Design. Das Design geht auf Robert Opron vom Fiat Centro Stile zurück. Zu dessen früheren Arbeiten gehörten die Neugestaltung des Citroen DS und die Mitarbeit an Entwürfen wie dem Renault Fuego und dem Alpine A310. Die kantige SZ war definitiv eine Abkehr von seinen früheren Arbeiten, und ihre Linienführung war gewöhnungsbedürftig.

Alfa Romeo SZ

Die Karosserie mag das Publikum gespalten haben – und tut es noch immer – aber das Grundgerüst war ein reiner 80er-Jahre-Alfa, das Antriebslayout, das Fünf-Gang-Getriebe und der Busso V6 waren alle vom Alfa 75 entlehnt. Mit 207 PS bot der SZ eine temperamentvolle, wenn auch nicht ganz überbordende Leistung, 0-60 km/h waren in weniger als 7,0 Sekunden zu schaffen, und dank der modifizierten Alfa 75 Gruppe A-Aufhängung und der hydraulischen Stoßdämpfer war auch das Handling kompetent.

Etwas mehr als 1.000 SZ wurden zwischen 1989 und 1991 produziert, und man konnte sie in jeder Farbkombination haben, solange es sich hierbei um rot mit hellbrauner Innenausstattung handelte. Andrea Zagato ließ eine schwarze Sonderanfertigung anfertigen, aber wenn Ihr SZ einen anderen Farbton als Rot hat, wurde er höchstwahrscheinlich erst nach Verlassen des Werks entsprechend lackiert. Ab 1992 wurde eine noch seltenere RZ-Roadster-Variante gebaut, etwa 280 Einheiten wurden fertiggestellt, bevor Zagato 1994 in Konkurs ging. Obwohl er mechanisch identisch ist, hat der RZ eine Reihe von maßgeschneiderten Karosserieteilen und war nicht nur in Rot, sondern auch in Schwarz und Gelb. Die Innenverkleidung war nun entweder schwarz oder bordeauxrot und einige Detailänderungen am Cockpit unterschieden die beiden Modelle darüber hinausgehend.

Der SZ, der den Spitznamen „Il Mostro“ (das Monster) trägt, hat eine gewisse Anhängerschaft als moderner Klassiker entwickelt, sein bizarres Styling ist im Laufe der Jahre weicher geworden, und Themen wie die überzogene ursprüngliche Preisvorstellung und unbequeme Vergleiche mit zeitgenössischen Sportwagen sind mittlerweile weitgehend irrelevant. Was zählt, ist das Geräusch, das der Motor macht, und die Drehfreudigkeit dessen, was sich am Ende als ein weiterer klassischer Alfa Romeo-Sportwagen herausstellte.

MOTOR UND GETRIEBE VON ALFA ROMEO SZ

Der Busso V6 war zu der Zeit, als der SZ aufkam, eine bekannte Größe und wurde bis 2005 weiter entwickelt. In dieser Version hat er einen Hubraum von 3,0 Litern, eine einzige obenliegende Nockenwelle sowie zwei Ventile pro Zylinder. Der SZ hat im Vergleich zum Alfa Romeo 75 auch eine höhere Verdichtung und aggressivere Nocken.

Der Motor muss regelmäßig den Nockenriemen wechseln, und er verbraucht gerne etwas Öl, prüfen Sie also die Dichtungen auf eventuelle Lecks. Das aus dem Alfa 75 stammende Fünf-Gang-Schaltgetriebe ist relativ robust, aber die Synchronisierung des zweiten Gangs kann bei hart gefahrenen Exemplaren Verschleißungserscheinungen aufweisen.

ALFA ROMEO SZ AUFHÄNGUNG UND BREMSEN

Der SZ verfügt über Vierrad-Scheibenbremsen, wobei die Hinterräder nach innen gerichtet sind, und es gibt kein ABS-System. Die Aufhängung mag speziell entwickelt worden sein, aber sie ist nicht übermäßig komplex. Korrektes Setup und frische hydraulische Stoßdämpfer machen den Unterschied im Fahr- und Handling-Gefühl aus; verschlissene Gummibuchsen können auch zu weniger feinem Handling führen.

ALFA ROMEO SZ KAROSSERIE UND INNENAUSSTATTUNG

Die SZ wurde für ihre revolutionäre Verbundwerkstoff-Karosserie gefeiert, aber Reparaturen an ihr können kostspielig sein und erfordern spezielle Expertise. Prüfen Sie den Wagen auf Unfallschäden und schlecht reparierte Bleche. Seien Sie jedoch nicht zu überrascht, wenn Sie ungleichmäßige Blechabstände sehen – diese gehörten zur Serienausstattung. Aufgrund der maßgeschneiderten Beschaffenheit des Autos sind Karosserieteile teuer und manchmal schwer zu beschaffen.

Das SZ-Interieur teilt viele seiner Knöpfe und Schalter mit anderen zeitgenössischen Alfas, aber das Layout ist etwas aufgeräumter und alles sollte wie beabsichtigt funktionieren – schließlich haben die meisten Autos ein verwöhntes Leben gelebt und wurden pfleglich behandelt.

MODELLGESCHICHTE DES ALFA ROMEO SZ

1989: Der ES-30 wurde auf dem Genfer Automobilsalon erstmals vorgestellt

1989: Der 207 PS starke Alfa Romeo SZ geht in Produktion – alle Exemplare mit einer Ausnahme in Rot mit brauner Innenausstattung.

1991: Die Produktion des SZ endet mit 1.036 gebauten und etwa 100 offiziell in Großbritannien verkauften Fahrzeugen.

1992: RZ-Roadster geht in Produktion, Lackierung in den Farben Rot, Schwarz und Gelb möglich

1994: Die Produktion des RZ Roadster wird mit etwa 280 gebauten Exemplaren beendet

WELCHEN ALFA ROMEO SZ SOLLTE MAN KAUFEN?

Mit etwas mehr als 1.300 gebauten SZ- und RZ-Modellen ist der Il Mostro so selten wie einige noch besonderere Supersportwagen. Die Coupés sind zahlreicher und daher leichter zu finden, aber um in den Genuss des V6-Soundtrack von innen zu kommen, müssen Sie sich „leider“ nach einem der Roadster umsehen.

Die Preise haben ihre Höhen und Tiefen erlebt, was dazu führt, dass heute eine breite Auswahl an Autos zum Verkauf steht. Die Handvoll Garagenköniginnen mit gemäßigten Kilometerstand werden stets die höchsten Preise erzielen, am anderen Ende des Spektrums gibt es auch einige High Milers mit lückenhafter Servicegeschichte. Zwischen diesen beiden Extremen liegen die Autos, die regelmäßig von Enthusiasten gefahren wurden, und sie sind diejenigen, nach denen man Ausschau halten sollte.

Der SZ wird vielleicht nie zu einer klassischen Schönheit wie viele seiner Vorgänger werden – aber er hat einen unbestreitbaren Reiz, der mit der Zeit bei immer mehr Menschen Anklang findet. Wenn Sie auf der Suche nach einer anständigen Investition sind, die Sie an den Wochenenden genießen können, dann ist der Alfa Romeo SZ genau das Richtige für Sie.

ALFA ROMEO SZ SPEZIFIKATIONEN

3,0-Liter-V6-Motor

Leistung: 206 PS

Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h (230 km/h Roadster)

0-100 km/h: 7,0 Sekunden (7,5 Sekunden Roadster)

Verbrauch: ca. 20mpg

Text John Tallodi  Photos Newspress/Alfa Romeo, Rock ’n Roll Classics

Autor: Jan Fröhlich

Jan Fröhlich ist Redakteur beim Classic Trader Magazin und begeistert sich leidenschaftlich für klassische Fahrzeuge. Traum-Klassiker: Mercedes Benz 300 SL & Porsche 356 Eigener Klassiker: Velo Solex 3800 von 1968

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