Citroën Méhari Kaufberatung

Nur wenige Autos waren so zweckmäßig und schnörkellos wie der Citroën Méhari – seine Schönheit lag wie beim 2CV, auf dem er basierte, in der schieren Einfachheit.

Am Citroën Méhari gibt es nicht viel auszusetzen, was zum Teil daran liegt, dass das Auto eher spartanischer Natur ist. Das ist aber nichts schlechtes, denn der Citroën Méhari wurde als einfaches und robustes Fahrzeug konzipiert, das überall dort eingesetzt werden sollte, wo die Familienlimousine nicht hinkommen sollte oder konnte. Der Méhari basierte auf dem Citroën Dyane, im Wesentlichen ein überarbeiteter 2CV, hatte nur ein Minimum an Ausstattung und eine Karosserie aus ABS-Kunststoff – eine Weltneuheit für ein Serienauto.

Der Méhari wurde 1968 eingeführt und blieb während seiner 20-jährigen Produktionszeit weitgehend unverändert. Es gab jedoch ein paar kleinere Modifikationen, und da die erste Serie keine Seitentüren hatte, konnten stattdessen Stoffklappen befestigt werden. Einige Fahrzeuge wurden mit Sicherheitsgurten nachgerüstet, aber das war auch schon alles, was an Sicherheitsausrüstung verfügbar war. Ab 1970 wurden Kunststofftüren eingeführt, ein Vollkunststoffverdeck war ein optionales Extra. Auch eine zweisitzige Version war erhältlich. 1978 wurden einige Aktualisierungen am Frontdesign und am Armaturenbrett vorgenommen. Hierbei handelte es sich um die letzten größeren Änderungen bis zum Ende der Produktion.

1979 wurde der 4×4 Méhari eingeführt, der bis 1983 in begrenzter Stückzahl gebaut wurde. Diese Fahrzeuge sind sehr begehrt, obwohl mechanische Teile nicht so leicht zu beschaffen sind. Zu den besonderen Merkmalen gehörten Vierrad-Scheibenbremsen, ein 3-Gang-Verteilergetriebe und ab 1982 waren optional größere Reifen erhältlich. Die ABS-Kunststoffkarosserie wurde während der Produktion mit der gewünschten Karosseriefarbe imprägniert und eine begrenzte Auswahl an Farben wurde im Laufe der Jahre angeboten. Restaurierte Fahrzeuge können mit einer speziellen Grundierung lackiert werden, die besser als das Original vor dem Verblassen schützen soll. Die meisten Citroën Méhari sind nach wie vor in Frankreich beheimatet, so dass Sie Ihre Suche möglicherweise dorthin auslagern müssen, wenn Sie Schwierigkeiten haben, das richtige Auto zu finden. Seine Beliebtheit hält bis heute an, und die gute Verfügbarkeit von Ersatzteilen macht ihn zu einem risikoarmen Oldtimer, der immer noch ein Maß an Fahrspaß bietet, das im Widerspruch zu seiner bescheidenen Ausstattung steht.

Einer der großen Pluspunkte dieses kleinen Autos ist die Einfachheit und „Reparierbarkeit“. Die ABS-Karosserie ist robust und kann leicht repariert oder sogar komplett ersetzt werden. Dank des 2CV-Unterbaus gibt es auch eine Reihe von Spezialisten, die Ihnen so ziemlich jedes benötigte Teil liefern können.

CITROEN MEHARI – MOTOR UND GETRIEBE

Der Méhari verwendet den 29 PS starken 602-ccm-Boxermotor, wie er auch im 2CV6 zu finden ist, und erfordert regelmäßige Ölwechsel (etwa alle 4.800 Kilometer), um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Unruhiges Laufen und schweres Anfahren können auf gebrochene Kolbenringe oder verschlissene Ventilschaftdichtungen hindeuten und bedürfen einer weiteren Inspektion. Einige Besitzer haben ihren Motor möglicherweise aufgerüstet, achten Sie also auf Modifikationen, wenn Ihnen Originalität wichtig ist.

Das Getriebe ist ein 4-Gang-Getriebe mit Klauenschaltung und sollte sich mühelos und leichtgängig schalten lassen. Die Synchros des dritten Gangs können mit der Zeit knirschen, stellen Sie also sicher, dass sie ohne Probleme einrasten.

Citroën Méhari – AUFHÄNGUNG UND BREMSEN

Die Aufhängung ist robust und sollte außer dem Schmieren der Achsschenkelbolzen alle ca. 1.000 bis 1.600 Kilometer nicht viel Wartung erfordern. Ein quietschendes Geräusch beim Überfahren von Unebenheiten ist ein Merkmal der einzigartigen, miteinander verbundenen Vorder-/Hinterradaufhängung.

Das Bremssystem ist ein einfaches Trommelsystem bei Fahrzeugen, die vor 1981 gebaut wurden, während Méharis, die nach diesem Zeitpunkt gebaut wurden, Scheibenbremsen vorne erhielten. Beide sollten problemlos funktionieren, obwohl der Zugang zu den innenliegenden Vorderbremsen etwas fummelig sein kann. 4×4-Modelle wurden mit Scheibenbremsen ausgeliefert.

Citroën Méhari – KAROSSERIE UND Interieur

Die originale ABS-Karosserie wurde während der Produktion mit der Karosseriefarbe imprägniert und diese neigt dazu, mit der Zeit zu verblassen. Eine Neulackierung ist möglich; wenn die eigentliche Karosserie irreparabel beschädigt ist, können komplette Ersatzkarosserien aus ABS gekauft werden. Diese sind jedoch ausschließlich in Weiß erhältlich und müssen in der gewünschten Farbe lackiert werden.

Die Karosserie mag nicht rosten oder verrotten, das Chassis hingegen schon. Achten Sie darauf, unter dem Auto nach Anzeichen von Korrosion oder verpfuschten Schweißarbeiten zu suchen, da dies eine arbeitsintensive Aufgabe sein kann, wenn Reparaturen erforderlich sind. Lassen Sie die Finger von einem Auto mit einem stark korrodierten Chassis – es sei denn, Sie suchen ein günstiges Projekt zum Wiederaufbau.

Um den Innenraum muss man sich nicht viel kümmern, ein paar Schalter am Armaturenbrett, zwei einfache Sitze und ein Lenkrad sind das, womit die meisten Citroen Meharis ausgestattet waren. Kunststofftüren waren ab 1970 erhältlich, ebenso wie ein Kunststoffverdeck.

MODELLGESCHICHTE DES Citroën Méhari

1968: Der Citroën Méhari wird als reiner Cabrio-Buggy mit der weltweit ersten ABS-Karosserie vorgestellt. Die Mechanik basiert auf dem 29 PS starken 602 cm³ Citroen Dyane, der im Wesentlichen ein überarbeiteter 2CV war.

Die Einführungsfarben waren Rouge Hopi (Rot), Vert Montana (Grün) und Kalahari (Beige).

1969: Einführung des Méhari in den USA mit leichten Änderungen an den Scheinwerfern.

Die Karosseriefarbe Orange wird eingeführt.

1970: Die amerikanische Méhari-Produktion endet.

Kunststofftüren und optionales Kunststoffverdeck werden eingeführt.

1976: Einführung der Karosseriefarbe Limonengrün.

1978: Armaturenbrett und Frontpartie erhalten ein Styling-Update.

1979: Einführung des Méhari 4×4, mit 3-Gang-Verteilergetriebe und Scheibenbremsen rundum.

1980: Einführung der Karosseriefarbe Atacamagelb.

1983: Die Méhari 4×4-Produktion endet mit ca. 1.300 gebauten Einheiten.

Die Farbe Azurblau wird für einen begrenzten Zeitraum eingeführt.

1988: Die Méhari-Produktion endet mit 143.740 gebauten Einheiten.

WELCHEN Citroën Méhari sollte man kaufen?

Der Méhari mag ein relativ einfaches Design haben –  aber erwarten Sie nicht, dass das gleichbedeutend ist mit einem niedrigen Preis ist. Es gibt eine große Unterschiede zwischen Restaurationsprojekten und Fahrzeugen in Concours-Qualität. Seien Sie jedoch vorsichtig mit Autos, die schon zu sehr verschlissen sind – vor allem das Fahrgestell – da die Kosten für eine Restaurierung schnell unrentabel werden können. Der Mehari ist ein Auto, das einfach zu reparieren und zu warten ist, vergessen Sie also Kilometerstand und Modelljahr, konzentrieren Sie sich lieber auf den Gesamtzustand des Autos.

Diese Autos sind immer noch brauchbar und machen Spaß zu fahren wie zum Zeitpunkt ihrer Erstauslieferung. Wir würden nach einem anständigen Exemplar mit ein paar Schönheitsfehlern hier und da Ausschau halten – gerade wenn man vorhat, den Mehari wie vorgesehen zu benutzen. Die seltenen 4×4-Varianten sind eher in tadellosem Zustand und ihre Preise liegen deutlich über denen der geläufigeren Varianten. Wenn Sie auf der Suche nach einem potenziell wertsteigernden Fahrzeug für die Erweiterung Ihrer Sammlung sind, dann ist dies das Richtige für Sie.

Citroën Mehari (1979) 4

Citroën Méhari SPEZIFIKATIONEN

602CCM LUFTGEKÜHLTER BOXERMOTOR

Leistung: 29 PS

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Verbrauch: ca. 5,4 Liter/100 km

Text John Tallodi  Photos Citroën, Classic Garage Celle

Autor: Classic Trader

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