70 Jahre Setra – Ein Erfolg, der sich selbst trägt
Alles begann 1951, als die Ulmer Kässbohrer Fahrzeugwerke auf der IAA in Frankfurt ihren S 8 vorstellten und der Marke ihren Namen „Setra“ verliehen, der schlicht für „selbsttragend“ steht.Der erste Serienbus mit selbsttragender Karosserie, Heckmotor und Direktantrieb auf die Hinterachse war geboren.
Es folgten seitdem insgesamt sechs Baureihen in sieben Jahrzehnten. Nicht selten hat die Ulmer Traditionsmarke dabei Maßstäbe im europäischen Omnibusbau gesetzt und diesen maßgeblich mitgestaltet.
Setra – Von der Einzelfertigung zum Baukastenprinzip
Im Jahr 1967 wurde die 100er-Serie mit den fünf Typen S 100, S 110, S 120, S 130 und S 150 vorgestellt. Von nun an gab die erste Ziffer der Typenbezeichnung die Baureihe an.
Der Übergang von der Setra Baureihe 10 zur Baureihe 100 gilt als ein weiterer Schritt zur Industrialisierung des Omnibusbaus bei Kässbohrer. Sämtliche neuen Modelle der Marke wurden nach dem Baukastenprinzip aus zahlreichen Gleichteilen gefertigt. Die Tagesproduktion lag in dieser Zeit bei vier Einheiten.
Die Omnibusse der Baureihe 100 zeichneten sich optisch durch eine eckigere Formgebung sowie durch mehr Komfort dank eines vergrößerten Fahrgastraums und einer erweiterten Innenraumhöhe aus.
Außerdem gehörten eine Vorderachse mit Einzelradaufhängung und eine Luftfederung zur Serienausstattung.

Querstrombelüftung erstmals in der Baureihe 200
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Setra wurde die 200er Baureihe mit sechs Modellen vorgestellt: S 211 H, S 212 H, S 213 H, S 215 H sowie die Hochdeckvarianten S 213 HD und S 215 HD.
Mit dieser Baureihe wurden weitere technische Maßstäbe gesetzt. Unter anderem zeichnete sie sich durch den serienmäßigen Einsatz von Scheibenbremsen an der Vorderachse aus.
Außerdem ging diese Baureihe mit einer neuartigen Querstromlüftung in Serie. Die 200er Serie zeichnete sich durch eine vergleichsweise angenehmene Straßenlage und Federung aus.
Markante Schwinge und Integralspiegel: die 300er-Serie von Setra
Im Jahre 1991 wurde in Ulm nach sechsjähriger Entwicklungszeit die Baureihe 300 vorgestellt. Zu den markantesten Merkmalen der neuen Busse gehörten die charakteristische Schwinge hinter dem Cockpitbereich und das völlig neu entwickelte Integralspiegelsystem, das der Baureihe ihr unverwechselbares „Gesicht“ gab.
Die beheizten und von innen verstellbaren „gebogenen“ Spiegelarme erlaubten dem Fahrer eine sehr gute Sicht entlang beider Seiten des Busses. Ebenfalls ein wesentliches Merkmal war das ergonomisch gestaltete Cockpit, bei dem die wichtigsten Einzelinstrumente im primären Blickfeld des Busfahrers lagen.
ComfortClass 500 mit nach hinten abfallender Seitenlinie
Nach vierjähriger Entwicklungszeit mit umfangreichen Testreihen wurde 2012 die Setra ComfortClass 500 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit dieser Baureihe setzt die Ulmer Marke, welche in der Zwischenzeit an die Stuttgarter Daimler AG verkauft wurde, neue Maßstäbe in Sachen Wirtschaftlichkeit, Wertigkeit, Komfort und Sicherheit.

Doppelstockwagen S 531 DT – Flaggschiff der TopClass 500
Das aktuelle Flaggschiff der Marke, die seit jeher für ein Höchstmaß an Individualität steht, ist der Doppelstockbus S 531 DT. Die Markteinführung erfolgte im Jahr 2019.
Text Lennart Klein Fotos Daimler AG
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