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BMW Motorrad kaufen

Seit 1923 verlassen Boxermotoren das Werk in München – jedes Motorrad trägt die Handschrift einer Marke, die Technik und Fahrvergnügen verbindet. Von der R 32 bis zur G/S: BMW schrieb Motorradgeschichte.

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Bild 1/26 von BMW R 80 G/S (1981)
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1981 | BMW R 80 G/S

BMW R80 G/S in Original-Zustand // 24400 km // vollständige Revision

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1977 | BMW R 100 RS

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1986 | BMW R 80 G/S "Paris Dakar"

BMW R 80 GS PARIS-DAKAR

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Bild 1/32 von BMW R 1150 GS (2000)
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2000 | BMW R 1150 GS

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2021 | BMW R NineT

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Bild 1/50 von BMW R 80 GS (1986)
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1986 | BMW R 80 GS

BMW R 80 GS PARIS-DAKAR

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Geschichte & Erbe

Nach dem Ersten Weltkrieg musste BMW die Flugmotorenproduktion einstellen. Konstrukteur Max Friz entwickelte 1923 die R 32 – das erste BMW-Motorrad mit quer eingebautem Boxermotor und Kardanantrieb. Die 494 cm³ leisteten 8,5 PS, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 95 km/h. Diese Konfiguration – Zweizylinder-Boxer längs zur Fahrtrichtung mit Wellenantrieb – prägt BMW bis heute. Von den 3.090 produzierten R 32 überlebten nur wenige; Museumsstücke erzielen über 100.000 Euro.

Die Nachkriegsproduktion begann 1948 mit der R 24 (247 cm³ Einzylinder). 1951 folgte die R 51/3 mit 494 cm³ und 24 PS – das erste bedeutende Boxermodell der Nachkriegszeit. Die R 69 S (1960–1969) setzte mit 594 cm³ und bis zu 42 PS neue Maßstäbe. Sie gilt als einer der begehrtesten Luftboxer und erzielt heute zwischen 10.000 und 20.000 Euro, je nach Zustand und Dokumentation.

1973 revolutionierte Designer Hans Muth das BMW-Design: Die R 90 S war das erste Serienmotorrad mit integrierter Cockpitverkleidung. Silber-Metallic-Lackierung, Doppelscheibenbremse vorne, 67 PS aus 898 cm³ – die R 90 S kostete 1973 stolze 9.130 DM und erreichte 200 km/h. Muth, der zuvor im Automobildesign tätig war, verlieh BMW eine neue Formensprache: technisch durchdacht, aerodynamisch optimiert.

1976 folgte die R 100 RS, das erste vollverkleidete Serienmotorrad der Welt. Im Windkanal entwickelt, schuf BMW die Sport-Tourer-Kategorie. 980 cm³, 70 PS, über 200 km/h – und ein Preis von fast 6.000 DM, mehr als das Doppelte der Konkurrenz. Die R 100 RS wurde zum Maßstab für Langstreckentauglichkeit.

1983 brach BMW mit der Tradition: Die K 100 erhielt einen längs eingebauten, wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor mit 987 cm³ und 90 PS. Der "Flying Brick" mit Bosch LE-Jetronic-Einspritzung erreichte 216 km/h. Die K-Baureihe gab es als Naked Bike, sportliche RS-Version und vollverkleidete Tourer (RT, LT). Heute sind K 100 ab 1.000 Euro zu haben; Café-Racer-Umbauten erreichen über 8.000 Euro.

Parallel entwickelte BMW eine Enduro-Ikone: Die R 80 G/S (1980–1987) vereinte Gelände- und Straßentauglichkeit. Hubert Auriol gewann 1981 und 1983 die Rallye Paris-Dakar auf einer G/S – und bewies, dass ein Boxer mit Kardanantrieb im Sand funktioniert. Der einseitige Monolever-Schwinge wurde zur BMW-Signatur. Die G/S begründete die Adventure-Tourer-Kategorie.

1988 brachte BMW die K1 mit avantgardistischer Vollverkleidung, 16-Ventil-Motor und 100 PS. Optional gab es ABS – BMW war der erste Hersteller, der 1988 ein elektronisch-hydraulisches Antiblockiersystem anbot. Das System regulierte den Bremsdruck per Kolben und isolierte Bremshebel-Vibrationen über ein Kugelventil.

Highlights & technische Besonderheiten

BMW setzte seit Jahrzehnten Standards, die andere Hersteller erst später übernahmen:

1935 führte BMW die weltweit erste hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel ein (R 12/R 17). 1980 folgte die Monolever-Hinterradschwinge (R 80 G/S), 1987 die Paralever-Aufhängung (R 100 GS), die Antriebsreaktionen des Kardans neutralisiert. 1993 kam Telelever: Die Vorderradführung trennt Radaufhängung von Dämpfung und Federung – für präziseres Handling.

ESA (Electronic Suspension Adjustment) ermöglicht die elektronische Anpassung von Federvorspannung, Dämpfung und Federrate per Knopfdruck. ESA II erweiterte dies um die Federraten-Verstellung, Dynamic ESA passt die Dämpfung automatisch an Fahrsituation und Modus an.

Die R 90 S war das erste Serienmotorrad mit Cockpitverkleidung, die R 100 RS das erste vollverkleidete. Beide Designs stammen von Hans Muth, der BMWs Ansatz von „erst Technik, dann Design" umkehrte und aerodynamische Form mit Funktion verband.

Die K 100 ("Flying Brick") war BMWs erste Flüssigkühlung und der erste Reihenvierzylinder. Der längs eingebaute Motor senkte den Schwerpunkt und verbesserte die Gewichtsverteilung. 12.871 Einheiten wurden bis 1990 produziert.

Die R 80 G/S definierte eine neue Fahrzeuggattung: weder reine Straßenmaschine noch Enduro, sondern beides. BMW-Werksfahrer dominierten 1979–1980 die ISDT (International Six Days Trial) – diese Siege führten direkt zur G/S-Entwicklung.

Technische Daten

Antriebstechnik: Alle Boxermotoren mit Kardanantrieb; K-Baureihe mit längs eingebautem Reihenmotor und Kardan. Getriebe: meist 5-Gang, frühe Modelle 3- oder 4-Gang.

Federung: Frühe Modelle mit Federbeinrahmen, ab 1935 Teleskopgabel. Späte Airheads mit Monolever/Paralever, K-Baureihe mit Monolever.

Marktübersicht und Kauftipps

BMW-Oldtimer decken ein breites Preisspektrum ab – von einsteigerfreundlichen K 100 unter 1.000 Euro bis zu sechsstelligen R 32-Museumsstücken.

R 32 (1923–1926): Extrem selten. Bei Mecum Las Vegas (Januar 2024) blieb ein Exemplar bei 130.000 Dollar unverkauft. Ein britisches Exemplar wurde bei Charterhouse auf 60.000–70.000 Pfund (ca. 76.000–89.000 Euro) geschätzt. Hagerty bewertete gute Exemplare im Juni 2024 auf 121.000 Dollar. Nur für Sammler mit entsprechendem Budget und technischem Verständnis für Vorkriegstechnik.

R 51/3 und R 69 S (1951–1969): Die R 69 S ist der gefragteste Luftboxer. Bei Bring a Trailer erzielte ein 1961er Modell im Juni 2025 18.269 Dollar (ca. 17.000 Euro), ein nicht fahrbereites Exemplar bei Iconic Motorbike Auctions (August 2024) 10.807 Dollar (ca. 10.000 Euro). Gut restaurierte Exemplare mit Dokumentation liegen zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Achten Sie auf Originalität (Earles-Gabel, korrektes Getriebe), Rostfreiheit am Rahmen und funktionierende Elektrik. Teileversorgung über Spezialisten wie MAX BMW, BeemerShop oder FlyingTPot ist gut.

R 90 S (1973–1976): Begehrtes Sammlerstück mit Hans-Muth-Design. Preise je nach Zustand zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Originallack (Silver Smoke Metallic oder Daytona Orange) ist selten und wertvoll. Prüfen Sie die Cockpitverkleidung auf Risse, die Doppelscheibenbremse auf Funktion und den Motor auf Ölverlust an der Kurbelwellen-Hauptdichtung – ein häufiges Airhead-Problem ab 65.000 Kilometern.

R 100 RS (1976–1984): Sport-Tourer-Klassiker mit Vollverkleidung. Preise zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Vollverkleidung erschwert Inspektion – achten Sie auf Unfallschäden unter der Verkleidung, Rostansatz am Rahmen und Zustand der Gummiteile (Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen, Gabelschutzhüllen). Teileversorgung ausgezeichnet.

K 100 (1983–1995): Einsteigerfreundlich ab 1.000 Euro für Standardmodelle. Café-Racer-Umbauten erzielen 8.000+ Euro. Bei Bonhams (Dezember 2024) verkaufte sich eine K1 von 1989 für 3.808 Euro, bei britischen Auktionen lagen Standardmodelle zwischen 670 und 1.020 Euro. Häufige Probleme: Kraftstoffpumpen-Relais (tauschbar gegen Horn-Relais zum Test), Verkabelung im Tank bei hoher Laufleistung, Seitenständerschalter (viele Besitzer überbrücken ihn). Kupplungsverzahnung: Bis 1981 selten Probleme, 1981–1989 Servicebedarf bei K-Bikes alle 20.000 km, ab 1989 vernickelte Verzahnung mit 40.000-km-Intervall. Ölköpfe benötigen meist gar keine Verzahnungspflege mehr. Inspektion: Anlasser ausbauen, Verzahnung durch Anlasseröffnung auf Rost oder Verschleiß prüfen.

R 80 G/S (1980–1987): Adventure-Ikone, Paris-Dakar-Sieger. Preise zwischen 6.000 und 15.000 Euro, Paris-Dakar-Editionen deutlich teurer. Häufiges Problem: Risse am Heckrahmen (Sitzverriegelungsbereich), besonders bei Gepäckträger-Nutzung oder Soziusbetrieb. Aluminium-Heckrahmen erfordert spezialisiertes Schweißen. Monolever-Schwinge auf Lagerspiel prüfen, Kardanwelle auf Korrosion (BMW-Serviceaktion 2013–2021 wegen Kondenswasser in der Paralever-Schwinge). Teileversorgung gut über Fachhändler.

Allgemeine Kauftipps:

  • FIN-Abgleich und Papiere: Rahmennummer mit Brief abgleichen, Fahrzeughistorie prüfen.
  • Kaltstart-Test: Motor kalt starten – bei gutem Zustand springt er sofort an.
  • Ölverlust: Hintere Kurbelwellen-Hauptdichtung bei Airheads und frühen K-Bikes häufig undicht (65.000–75.000 km). BMW durchlief mehrere Iterationen, bevor teflonbeschichtete Dichtungen zuverlässig wurden. Beim Wechsel auch Kupplungsmutter-O-Ring und Schrauben erneuern.
  • Elektrik: Alle Funktionen testen (Licht, Blinker, Hupe, Ladesystem).
  • Rahmen: Auf Risse prüfen (besonders G/S-Heckrahmen), Unfallspuren suchen.
  • Reifen: Profil, Alter (DOT-Nummer), Risse durch Alterung.
  • Bremsen: Bremsbeläge, Scheiben, Flüssigkeit (alle 2 Jahre wechseln).
  • Servicehistorie: Scheckheft, Rechnungen – dokumentierte Wartung erhöht den Wert um 10–20 %.

Restaurierungskosten: Zylinderkopf-Aufarbeitung (neue Ventilsitze, Ventile, Führungen) kostet 500–1.500 Euro. Airhead-Besitz kann teuer werden – Gummiteile (Brems- und Kraftstoffleitungen, Gabelschutzhüllen, Dichtungen) müssen an 20+ Jahre alten Maschinen erneuert werden. BMW-Motorräder sind schrauberfreundlich, aber Teilekosten summieren sich.

Teileversorgung:

  • Vorkriegsmodelle: FlyingTPot, Bob's BMW (Reproduktionsteile)
  • /2, /5, /6, /7-Reihe (1955–1969): MAX BMW, BeemerShop (Ted Porter), FlyingTPot, Motorräd Stemler (Deutschland)
  • Airheads (1970–1995): MAX BMW, BeemerShop, Bob's BMW, Cycle Works Inc, Hucky's Spare Parts, Eurotech Motorsports, Moto-Bins Online, Siebenrock (Deutschland, günstige Preise)
  • K-Bikes: Boxer Design (Deutschland), BMW-Vertragshändler
  • Ölköpfe: Boxer Design, BMW-Vertragshändler

Fahrverhalten & Performance

Der BMW-Boxer fährt sich anders als Reihen- oder V-Motoren. Die quer herausstehenden Zylinder senken den Schwerpunkt, die Kurbelwelle liegt in Fahrtrichtung. Das Resultat: stabiles Handling, sanftes Drehmoment, charakteristischer Rhythmus. Beim Gasgeben in Schräglage hebt sich das Motorrad leicht auf (Kreiselmoment), beim Gaswegnehmen senkt es sich. Dieses Verhalten – anfangs gewöhnungsbedürftig – macht den Boxer bei Langstreckenfahrern beliebt.

Die R 69 S mit Earles-Gabel und 42 PS fährt sich gutmütig: softes Ansprechen, lange Federwege, präzise Lenkung trotz des schweren Vorbaus. 165 km/h Höchstgeschwindigkeit reichen für entspanntes Reisen. Die Doppelscheibenbremse vorne (ab 1967) bremst gut dosierbar.

Die R 90 S ist sportlicher: 67 PS, 200 km/h, strafferes Fahrwerk. Die Cockpitverkleidung reduziert den Winddruck, die Sitzposition ist sportlich-aufrecht. Der 898-cm³-Boxer zieht kräftig ab 3.000 U/min, dreht aber gern bis 7.000 U/min. Das Fahrwerk mit Doppelscheibenbremse vorne und hinten bietet für die 1970er Jahre hervorragende Bremskraft.

Die R 100 RS ist der Langstrecken-Maßstab: Vollverkleidung eliminiert Windlast, der 980-cm³-Boxer liefert 70 PS und kräftiges Drehmoment. Bei 200 km/h fährt man entspannt, die Sitzposition ist komfortabel, die Federung schluckt schlechte Straßen. Kardanantrieb bedeutet: kein Kettenschmieren, minimaler Wartungsaufwand. Die R 100 RS definierte Sport-Touring.

Die K 100 fährt sich völlig anders: Der längs eingebaute Vierzylinder-Reihenmotor dreht kultiviert bis 8.000 U/min, 90 PS liefern brachiale Beschleunigung. 216 km/h Höchstgeschwindigkeit, souveränes Autobahnverhalten. Der niedrige Schwerpunkt (Motor tief und längs) macht die K 100 agil trotz 239 kg Gewicht. Die vollverkleidten RT- und LT-Versionen bieten Tourenkomfort, die RS sportliches Handling, das Naked Bike puristisches Fahren ohne Windschutz.

Die R 80 G/S verbindet zwei Welten: 50 PS, 185 kg, hohe Sitzposition, lange Federwege. Auf Schotter und unbefestigten Wegen zeigt die G/S ihre Stärken – der Kardanantrieb funktioniert auch im Gelände, der Boxer bleibt kühl, die Monolever-Schwinge federt satt. Auf der Autobahn pendelt die G/S bei 160 km/h leicht, für Langstrecke eignet sich die später erschienene R 100 GS besser. Aber als Allrounder ist die G/S unschlagbar: Paris-Dakar-Sieger und Alltagsmaschine zugleich.

Die K1 mit 100 PS und Vollverkleidung war 1988 ein Statement: über 220 km/h, 16-Ventil-Technik, optionales ABS. Die aggressive Verkleidung polarisierte, die Performance überzeugte. Heute gilt die K1 als 1980er-Ikone.

Design & Accessoires

BMW-Motorräder waren lange funktional gestaltet: Technik zuerst, Form folgt. Max Friz schuf 1923 die R 32 mit freiliegenden Zylindern, Kardanrohr und minimalistischem Rahmen. Das Design war Ingenieursarbeit – klar, reduziert, zweckmäßig.

Das änderte sich 1971, als Hans Muth zu BMW kam. Muth, zuvor Automobildesigner bei Ford, revolutionierte das Motorraddesign: Die R 90 S (1973) erhielt die erste integrierte Cockpitverkleidung – aerodynamisch optimiert, optisch markant. Silber-Metallic-Lackierung, schwarze Akzente, die charakteristische „Rauchglas"-Scheibe. Muth entwarf auch die R 100 RS (1976), die erste Vollverkleidung im Windkanal entwickelt. Sein „Seat-and-a-half"-Design verbesserte die Aerodynamik und schuf Platz für den Sozius.

Muths Philosophie: Design und Technik integrieren, nicht nachträglich aufsetzen. Seine Entwürfe prägten BMW über ein Jahrzehnt und beeinflussten die gesamte Branche. Die R 90 S und R 100 RS definierten den BMW-Look der 1970er und 1980er: funktional, hochwertig, erkennbar.

Die K-Baureihe (ab 1983) brach mit der Boxer-Ästhetik: längs eingebauter Reihenmotor, kompakte Silhouette, moderne Verkleidungen. Die K1 (1988) ging noch weiter: avantgardistische Vollverkleidung, aggressive Linien, polarisierendes Design. Die K1 war BMWs Antwort auf japanische Superbikes – technisch überlegen, optisch mutig.

Das BMW-Logo – weißer Schriftzug auf schwarzem Kreis, innen blau-weiße Viertel – ziert seit der R 32 jedes Motorrad. Es erinnert an das bayrische Staatswappen (aufgrund gesetzlicher Vorgaben nur angedeutet) und symbolisiert laut BMW ab 1929 den Blick durch einen Flugzeugpropeller.

Zubehör: BMW bot früh Koffer, Windschilde, Gepäckträger an – als Hersteller mit Tourenambition war Funktionalität wichtig. Die R 100 RT und LT kamen serienmäßig mit Vollverkleidung und Koffern, die K 100 LT bot Luxus-Tourenausstattung. BMW-Zubehör ist hochwertig, aber teuer – originale Koffer und Verkleidungsteile erzielen auf dem Gebrauchtmarkt gute Preise.

Sonstiges

Rennsport-Kultur: BMW dominierte Ende der 1970er die ISDT (International Six Days Trial). 1979 und 1980 gewannen BMW-Werksfahrer die deutschen und europäischen Enduro-Meisterschaften sowie die ISDT. Diese Siege führten direkt zur Entwicklung der R 80 G/S – BMW erkannte das Potenzial einer straßentauglichen Enduro. Hubert Auriol gewann 1981 und 1983 die Rallye Paris-Dakar auf einer R 80 G/S und bewies, dass Boxer und Kardanantrieb auch in der Wüste funktionieren.

Export & Märkte: BMW-Motorräder wurden weltweit verkauft, mit starken Märkten in den USA, Großbritannien und Australien. Die R 69 S war in den USA beliebt, die K-Baureihe fand besonders in Nordamerika Anklang. Viele Importmodelle haben heute zurück nach Europa gefunden – achten Sie bei US-Importen auf Meilen-Tachometer und Unterschiede in der Ausstattung (Beleuchtung, Blinker).

Popkultur: BMW-Motorräder erschienen in zahlreichen Filmen. Die R 75/5 fuhr Clint Eastwood in „Immer Ärger mit Harry" (1974), die R 80 G/S wurde durch Ewan McGregor und Charley Boorman in „Long Way Round" (2004) berühmt. BMW-Boxers gelten als Maschinen für Individualisten – keine Massenware, sondern charaktervolle Langstreckenpartner.

Fazit

BMW Motorrad steht für über 100 Jahre Ingenieurskunst: Von Max Friz' R 32 (1923) über Hans Muths designprägenden R 90 S und R 100 RS bis zur G/S-Revolution und der K-Baureihe. Der Boxermotor mit Kardanantrieb ist BMWs DNA – langlebig, wartungsarm, charaktervoll.

Sammler finden in der R 32 ein sechsstelliges Museumsstück, in der R 69 S einen begehrten Luftboxer (15.000–20.000 Euro), in der R 90 S und R 100 RS Hans Muths Design-Erbe (10.000–25.000 Euro). Die K 100 ist mit Preisen ab 1.000 Euro einsteigerfreundlich, die R 80 G/S eine Adventure-Ikone mit Dakar-Pedigree.

Achten Sie beim Kauf auf Originalität, Dokumentation und typische Schwachstellen: hintere Kurbelwellen-Hauptdichtung bei Airheads, Kupplungsverzahnung (je nach Baujahr), Heckrahmen-Risse bei G/S-Modellen, Kraftstoffpumpen-Relais bei K-Bikes. Die Teileversorgung ist exzellent, BMW-Motorräder sind schrauberfreundlich – aber Teilekosten summieren sich.

BMW-Motorräder sind keine schnellen Supersportler, sondern Langstrecken-Partner mit Charakter. Wer einmal auf einem Boxer saß, versteht die Faszination: der Rhythmus des Motors, das Kreiselmoment in Schräglage, die Zuverlässigkeit über tausende Kilometer. Finden Sie jetzt Ihr BMW-Motorrad auf Classic Trader.