1972 | MG MGB GT
- Status:
- Vorschau
- Schätzwert:
- 28.000 € - 30.000 €
- Endet um:
- 13.09.2026, 19:45:00 MESZ
Dieses MGB Cabriolet von 1972 folgt einem klassischen britischen Rezept: kompakter Roadster, Handschaltung, Hinterradantrieb – und seit 2002 ein nachträglich eingebauter Rover-V8. Der Umbau ist dokumentiert; ausdrücklich handelt es sich nicht um eine werksseitige V8-Ausführung. Zum Fahrzeug gehören britische Originalpapiere sowie zahlreiche Rechnungen über mehr als 13.000 Pfund. Seit rund zehn Jahren beim heutigen Sammler, wurde der ursprünglich rechtsgelenkte MGB nach dem Erwerb bei Croydon Classic geprüft und anschließend für weitere rund 2.000 Pfund auf Linkslenkung umgebaut.
Der MGB steht für eine besonders unmittelbare Form des britischen Sportwagens: kompakte Abmessungen, zwei Sitze, klassischer Hinterradantrieb und eine Mechanik, deren Reiz weniger in technischer Komplexität als in ihrer Direktheit liegt. Das angebotene Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1972 und trägt die FIN GHN52849356.
Bei diesem Exemplar muss klar zwischen ursprünglichem Fahrzeug und späterer technischer Konfiguration unterschieden werden. Die strukturierten Stammdaten enthalten weiterhin Angaben zur ursprünglichen MGB-Spezifikation mit 1.798-cm³-Vierzylinder. Tatsächlich wurde das Cabriolet jedoch nach den geprüften Unterlagen 2002 in Großbritannien auf Rover-V8-Antrieb umgebaut. Da die vorliegenden Daten keine belastbaren Angaben zu Hubraum und Leistung des eingebauten V8 enthalten, werden hierzu bewusst keine Zahlen ergänzt.
Der MGB präsentiert sich in Rot mit schwarzem Interieur. Die Fotografien zeigen die klassische offene Karosserie mit Chromstoßstangen, kompakten Überhängen und den charakteristischen runden Scheinwerfern. Optisch bleibt der Wagen damit nahe am vertrauten Erscheinungsbild eines klassischen MGB Roadsters, während sich unter der Motorhaube eine deutlich veränderte technische Konfiguration verbirgt.
Im Jahr 2018 wurde sogar eine österreichische Einzelgenehmigung vorbereitet. In diesem Zusammenhang erfolgte unter anderem ein Umbau der Scheinwerfer; für diese Arbeiten und die Begutachtung wurden weitere 833,67 Euro investiert. Eine positive TÜV-Begutachtung liegt vor. Der Sammler entschied sich anschließend dennoch gegen eine reguläre österreichische Zulassung.
Das Interieur ist in schwarzem Leder ausgeführt und bildet einen klassischen Kontrast zur roten Karosserie. Die Fotografien vermitteln den für den MGB typischen kompakten, funktionalen Roadster-Charakter: Fahrer und Beifahrer sitzen unmittelbar im Geschehen, ohne die Distanz eines großen Grand Tourers.
Eine für die Historie wesentliche Veränderung betrifft die Lenkung. Das Fahrzeug war ursprünglich ein Rechtslenker. Nach dem Erwerb durch den heutigen Sammler wurde es mit einer Investition von rund 2.000 Pfund auf Linkslenkung umgebaut. Dieser Umbau ist dokumentiert und die heutige LHD-Konfiguration verifiziert.
Der entscheidende Unterschied zu einem regulären MGB dieses Baujahrs liegt im Motorraum. Im Jahr 2002 erhielt das Cabriolet in Großbritannien einen Rover-V8. Es handelt sich damit ausdrücklich um eine V8 Conversion und nicht um ein ursprünglich in dieser Konfiguration ausgeliefertes Fahrzeug.
Gerade diese Trennung ist für die Einordnung wichtig: Matching Numbers sind bei einem nachträglich auf einen anderen Motortyp umgebauten Fahrzeug anders zu bewerten als bei einem vollständig werksoriginal erhaltenen MGB. Die Conversion und die heutige technische Konfiguration sind anhand der geprüften Unterlagen nachvollziehbar dokumentiert.
Der MGB wurde zuletzt 2025 problemlos gestartet und gefahren. Bei einem erneuten Start im Juli 2026 sprang er nach Angaben des Einbringers ebenfalls problemlos an. Vor weiterer Nutzung sollte die Batterie erneuert werden; außerdem werden ein Ölwechsel und eine allgemeine technische Durchsicht empfohlen. Aktuell ist der Wagen nicht regulär zugelassen und im Datensatz als nicht fahrbereit geführt.
Der V8-Umbau erfolgte 2002 in Großbritannien. Dort besitzt das Fahrzeug eine Zulassung als Historic Vehicle. Als der heutige Eigentümer den MGB vor rund zehn Jahren entdeckte, hatte ihn die Idee des V8 im klassischen MG bereits derart überzeugt, dass neben seinen anderen MGB auch ein offenes V8-Fahrzeug in die Sammlung kommen sollte.
Für dieses Exemplar sprach nicht allein der optische Eindruck. Mit dem Fahrzeug wurden zahlreiche Rechnungen über insgesamt mehr als 13.000 Pfund übergeben, die seine vorherige Betreuung dokumentieren. Nach dem Kauf ließ der heutige Eigentümer den Wagen bei Croydon Classic überprüfen und investierte anschließend nochmals rund 2.000 Pfund in den Umbau von Rechts- auf Linkslenkung.
2018 folgte der Versuch, den Wagen für eine österreichische Einzelgenehmigung vorzubereiten. Nach Scheinwerferumbau und positiver TÜV-Begutachtung wurde das Vorhaben letztlich nicht weiterverfolgt. Hintergrund war, dass der Sammler auch andere Fahrzeuge seiner Sammlung trotz vorhandener Einzelgenehmigungen nicht regulär anmeldete, sondern für Bewegungsfahrten entsprechende Probefahrtkennzeichen verwendete.
Zum MGB gehören die britischen Originalfahrzeugpapiere sowie umfangreiche Rechnungen über mehr als 13.000 Pfund. Hinzu kommen die geprüften Unterlagen von Croydon Classic, Belege über den Umbau auf Linkslenkung und die Dokumentation zur positiven TÜV-Begutachtung von 2018.
Die V8 Conversion von 2002 und die britische Historic-Vehicle-Zulassung sind dokumentiert. Eine belastbare Laufleistung ist in den vorliegenden Unterlagen nicht angegeben und wird daher bewusst nicht geschätzt. Ein separates Zustands- oder Wertgutachten liegt ebenfalls nicht vor.
Dieser MGB ist kein Fall für den Sammler, der ausschließlich nach unveränderter Werksoriginalität sucht. Sein Reiz liegt gerade in einer seit 2002 dokumentierten Rover-V8-Conversion, verbunden mit dem späteren Umbau auf Linkslenkung und einer umfangreichen britischen Rechnungs- und Fahrzeughistorie.
Die klassischen Proportionen und der offene Charakter des MGB bleiben erhalten, während der V8 dem Konzept eine vollkommen andere technische Persönlichkeit gibt. Die Originalpapiere, Rechnungen über mehr als 13.000 Pfund, die Unterlagen von Croydon Classic und die positive TÜV-Begutachtung machen die Veränderungen transparent nachvollziehbar. Nach Batterieersatz, Ölwechsel und technischer Durchsicht bietet sich hier ein ungewöhnlicher britischer Roadster an, dessen Geschichte nicht auf Originalität um jeden Preis, sondern auf einer konsequent weiterentwickelten Idee beruht.
Ein MGB braucht keinen V8, um Spaß zu machen. Aber genau deshalb ist die Idee so britisch: Man schaut auf einen kleinen Roadster und fragt nicht, warum dort ein V8 hinein sollte, sondern ob er hineinpasst. Bei diesem Wagen geschah das bereits 2002, später kam noch die Linkslenkung dazu. Puristen werden darüber diskutieren – sollen sie. Mir gefällt, dass hier nichts als Werksoriginalität ausgegeben wird, was keine ist. Es ist eine dokumentierte Conversion mit langer Rechnungsakte, klassischer Optik und einem sehr einfachen Konzept: kleines Auto, großer Motor.

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