Kennzeichen: AL-58-60
Hersteller: Gallery Aaldering Arnhemsestraat 47 6971AP BRUMMEN, NL 0575564055 http://www.gallery-aaldering.com info@gallery-aaldering.com
Der Name Indy ist keineswegs zufällig gewählt. Maserati gewann 1939 und 1940 das Indianapolis 500 mit dem legendären 8CTF Boyle Special, gefahren von Wilbur Shaw. Das war kein Glückstreffer, sondern ein Statement. Jahre später, als Michael Schumacher im Jahr 2000 in Indianapolis genau diesen Maserati zu einer Ehrenrunde bewegte, sagte sein Lächeln eigentlich alles. Manche Siege verlieren nie ihre Bedeutung. Maserati wusste das. Und so entstand Ende der sechziger Jahre ein Automobil, das diesem Namen neue Substanz verlieh: der Maserati Indy.
1968 präsentierte Maserati in Turin auf dem Stand von Carrozzeria Vignale ein neues viersitziges Coupé. Entworfen von Giovanni Michelotti, basierte es auf der bewährten Maserati-Architektur mit frontmontiertem V8 und Hinterradantrieb. Anfang 1969 folgte in Genf die Serienversion. Die Resonanz war bemerkenswert positiv – nicht nur wegen der Leistung, sondern vor allem, weil der Indy etwas beherrschte, was damals nur wenigen GTs wirklich gelang: vier Erwachsene komfortabel zu transportieren, ohne dabei schwerfällig zu wirken.
Die Linienführung ist typisch für das späte Jahrzehnt der Sechziger: lang, klar und dezent gespannt. Ein fastbackartiges Silhouettenkonzept mit großer Heckklappe, das nicht nur großzügigen Platz für Passagiere, sondern auch für Gepäck bot. Damit war sofort klar, wofür der Indy geschaffen wurde: lange Distanzen, hohe Reisegeschwindigkeiten, völlig ohne Drama. Einfach weiterfahren.
Maserati bot den Indy mit drei V8-Motorisierungen an: 4,1 Liter, 4,7 Liter und schließlich 4,9 Liter. Letztere ist es, die Sie hier vor sich sehen – die Topversion. Mit 320 PS war der Indy seinerzeit ein ernstzunehmender Grand Tourer, insbesondere in Kombination mit dem handgeschalteten Fünfgang-Getriebe von ZF. Dieses konkrete Exemplar ist zudem eines von nur 39 Fahrzeugen, die für den US-Markt mit genau diesem Getriebe ausgeliefert wurden. Ein Detail, das ihn sofort besonders macht.
Das Fahrwerk wurde auf Stabilität und Gelassenheit abgestimmt. Kein nervöses Verhalten, keine unerwarteten Reaktionen – genau das, was man sich bei hohem Reisetempo wünscht. Eine Servolenkung gehörte zur Serienausstattung und macht den Indy überraschend zugänglich. Man spürt deutlich, dass Maserati hier keinen kompromisslosen Sportwagen bauen wollte, sondern einen Wagen, den man durchaus täglich bewegen könnte – wenn man es denn wollte.
Auch die Farbgebung unterstreicht diesen Anspruch: Blu Ischia kombiniert mit Rosso-Senape-Leder. Klassisch, aber keineswegs bieder. Der Innenraum ist großzügig, übersichtlich und logisch aufgebaut. Alles befindet sich dort, wo man es erwartet. Keine Spielereien, kein Übermaß – einfach richtig gemacht. Dieses Exemplar wurde von einem renommierten Spezialisten in den Niederlanden restauriert und wird mit dem vollständigen Maserati-Classiche-Dossier geliefert, inklusive der originalen Internal Factory Order. Der Zustand ist sehr gepflegt, die Erscheinung stimmig und vor allem: Er fährt exakt so, wie er fahren soll – souverän, kraftvoll und mit einer Ruhe, die Vertrauen schafft.
Insgesamt wurden 1.104 Maserati Indy gebaut, davon lediglich 300 Exemplare mit dem 4,9-Liter-Motor – und noch weniger in dieser Konfiguration. Dies ist kein Automobil, das nach Aufmerksamkeit verlangt. Es ist eines, das man versteht, sobald man damit fährt. Ein echter Grand Tourer. Genau so, wie Maserati ihn gedacht hat.