1979 | BMW M 535i
1979 BMW 5 3,5i Motorsport-Ausführung. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 75.000 € - 95.000 €. Ohne Mindestpreis!
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Extrem seltener Fünfer in Motorsport-AusführungLeistungsstärkste Version mit 3,5-Liter-Motor und 218 PSIn Handarbeit in der Motorsport-Abteilung umgebautUmfangreich und lückenlos dokumentierte HistorieIn herausragender Qualität restauriertNur vier Besitzer bis heuteVon BMW zertifiziert
Im Mai 1972 gründete BMW die das Tochterunternehmen »BMW Motorsport GmbH«. Der Name war Programm. 35 Mitarbeiter wurden unter der Leitung von Jochen Neerpasch und Martin Braungart angestellt. Ihre Aufgabe war zunächst eindeutig: BMW sollte im Motorsport professioneller als Werksmannschaft auftreten. Mit Leuten wie Paul Rosche und Alexander von Falkenhausen war reichlich technisches Wissen vorhanden, und mit dem 3.0 CSL zeigte die junge Truppe ziemlich schnell, was sie unter ihrem Firmennamen verstand.
Zur selben Zeit erschien eine neue BMW-Limousine. Der E12 löste 1972 die Neue Klasse ab und war der erste BMW, der offiziell als „5er“ bezeichnet wurde. Paul Bracqs sachliche, elegante Karosserie gab BMW eine Formensprache, die noch Jahrzehnte später nachwirken sollte: lange Motorhaube, kurze Heckpartie, Fahrerorientierung und vorne jene Doppelscheinwerfer, die bald beinahe ebenso sehr zu BMW gehörten wie die Niere. Sportlich war der Fünfer durchaus und genau darin erkannte die Motorsport GmbH offenbar Potenzial.
Ab 1974 wurden einzelne E12 auf expliziten Kundenwunsch direkt aus der laufenden Produktion abgezweigt und zur Motorsport GmbH gebracht. Als Basis dienten zunächst 525 und 528, später auch der 528i. Heraus kamen M3.0, M3.0i und M3.3i, ab 1979 auch ein M3.5i. Sie alle wurden auf Bestellung und weitgehend in Handarbeit umgebaut. Erst 1980 folgte mit dem M535i die finale Variante in kleiner Serie.
Wer davon noch nie gehört hat, befindet sich in guter Gesellschaft. Dabei sind sie gerade in historischer Retrospektive von essentieller Bedeutung – für die Marke und ihr Image. Denn hier probierte die Motorsport GmbH bereits Mitte der 1970er-Jahre genau jenes Rezept aus, das BMW Jahrzehnte lang perfektionieren sollte: Man nehme eine vernünftige viertürige Limousine und verpflanze ihr die Technik eines deutlich schnelleren Autos.
Als Spender für die Motoren dienten erst die E3-Limousinen, später die großen Coupés der ersten 6er Modellreihe. Die Motorsportabteilung paarte diese zumeist Fünfgang-Sportgetriebe und kürzer übersetzten Hinterachsen mit Sperrdifferenzial. BMW gibt für die Motorsport-Ausführungen 180 PS bis 218 PS und bis 222 km/h Höchstgeschwindigkeit an.
Von außen blieb er erstaunlich zurückhaltend. Große Leichtmetallräder, ein tieferes Windleitblech und der Doppelauspuff waren für Kenner Hinweise, aber eben keine Leuchtreklame. Wer an der Ampel neben einem solchen Fünfer stand, musste schon genauer hinsehen. Wer aber wollte, der bekam auch eine Kriegsbemalung in Form von Rallye-Streifen und Spoiler an Front und Heck. Die waren spätestens seit dem 2002 turbo der letzte Schrei. Innen wurde die Sache eindeutiger. Schalensitze – wahlweise von Scheel oder Recaro – und Motorsport-Lenkrad ließen wenig Zweifel, dass dieser E12 nicht ernstere Ambitionen hatte.
Das Entscheidende war jedoch das Gesamtkonzept. BMW baute nicht einfach einen stärkeren Motor ein. Die Autos erhielten passende Komponenten für Antrieb und Fahrwerk und wurden individuell aufgebaut. Damit waren 5er Motorsport keine gewöhnlichen Serien-Fünfer. Sie kamen direkt aus dem innersten Kreis von BMW. Der Aufpreis für den Umbau war beträchtlich. Dementsprechend kleine blieb die Produktion. Aufzeichnungen über die genaue Stückzahl an 3,5-Liter-Motorsport-Fünfern, die nur von 1979 bis 1980 gebaut worden, liegen nicht vor. Es können nur wenige Handvoll gewesen sein. Beim 3,3-Liter waren es in sechs Jahren laut BMW keine 900 Stück.
1979 wurde der M535i vorgestellt, ab April 1980 wurde er gebaut. Und diesmal stand das M erstmals dort, wo man es heute noch kennt. Der M535i gilt heute als erstes in Serie gefertigtes Automobil der BMW Motorsport GmbH. Die Motorsport-Fünfer waren ihm Modell gestanden, die Fahrleistungen blieben gleich beeindruckend. Unter der Haube arbeitete schließlich weiterhin der 3.453 ccm großer Reihensechszylinder mit 218 PS. Hatte man die früher Motorsport-Fünfer praktisch unter dem Ladentisch verkauft, so wurde der neue M535i intensiv beworben. So entstanden noch 1.410 Exemplare, bis 1981 die neue Baureihe E28 folgte. Und mit ihr ab 1985 der erste M5.
Gerade darin liegt die Bedeutung der Motorsport-Modelle. BMW Motorsport hatte erkannt, dass zwischen normaler Großserienlimousine und Sportwagen noch Platz war. Sehr viel Platz sogar. Man musste ihn lediglich mit einem entsprechend starken Motor füllen.
Dieser Fünfer ist einer von jenen, die bei BMW Motorsport umgebaut wurden. Geboren als profaner 525 mit Schiebedach, ging er laut BMW-Zertifikat (Nr. 1105) noch vor der Auslieferung in die Motorsport-Abteilung zum Umbau in ein 3,5-Liter-Geschoß. Mit 5. Juli 1979 ist die kostenlose Übergabedurchsicht im originalen Servicebuch gestempelt, eine Woche später ging es weiter Richtung BMW-Vertretung in Darmstadt. Am 18. Juli meldete ihn sein erster Besitzer aus Riedstadt an, und am 2. August kam er bereits zur ersten Inspektion bei 980 Kilometern in die BMW-Vertretung von Helmut Melk in Griesheim.
Im originalen Fahrzeugbrief sind sämtliche Umbauten der Motorsport-Abteilung bis ins Detail aufgelistet. Als Modellbezeichnung wird hingegen lediglich »5« angeführt. So unscheinbar das klingen mag, so wenig fremd war seinem ersten Besitzer ein wenig Auffallen. Den Lack in Polaris Silber zierten auffallende Streifen in den Farben der Motorsportabteilung. Außerdem lassen Spoiler an beiden Enden des Fünfers auf den ersten Blick darauf schließen, dass es diese Limousine in sich hat.
Mit den Besitzern Nummer zwei und drei blieb der Motorsport-Fünfer in Riedstadt und Griesheim, bis er im Sommer 1993 stillgelegt wurde. Erst viele Jahre später fand sein aktueller Besitzer den Sportler und erkannte, welch seltenes Stück da vor ihm stand. Der Kauf war die leichtere Übung als die anschließende Restaurierung. Das lag allerdings nicht an einer schlechten Ausgangsbasis, im Gegenteil, die war erstaunlich gut. Vielmehr galt es, den eigenen Anspruch zu befriedigen. Keine leichte Übung, wenn man sich selbst als Perfektionisten versteht.
Betrachtet man den Motorsport-Fünfer heute, so kann man seinem Besitzer nur Respekt zollen. Das Ergebnis überzeugt bis ins kleinste Detail. Nach unzähligen Stunden akribischer Recherche durften ausschließlich Meister ihres Fachs am BMW Hand anlegen. Das Wort Kompromiss wurde für die Dauer dieses Projekts aus dem Wortschatz gestrichen.
Entstanden ist ein einzigartiger BMW, von dem bis heute die wenigsten wissen, dass es ihn überhaupt gab. Selbst auf der Website des Herstellers sucht man ihn vergebens. Schon auf den ersten Metern spürt man, dass die Männer, die ihn einst bauten, wussten, wie man schnelle Autos baut. Die Motorsport-Fünfer waren das Produkt weniger Eingeweihter. Handgebaut, selten, teuer und schnell.
Chassis: 4876878
Motor / Engine: –
Papiere / Documents: Deutsche historische Zulassung Deutscher Fahrzeugbrief (1979) Originales Kundendienstheft (1979) Originale Garantiekarte für BMW-Tauschtriebwerk (1993) BMW Geburtsurkunde (2024)
Schätzwert / Estimate: EUR 75.000 – 95.000 Ohne Limit / Without reserve
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026

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