1957 | Royal Enfield Clipper 350
- Stato:
- Anteprima
- Stima:
- 5500 € - 7500 €
- Termina a:
- 13/09/2026, 19:45:00 CEST
Diese Royal Enfield Clipper 350 von 1957 wurde bereits im Jahr ihrer Herstellung als Neufahrzeug in Österreich einzelgenehmigt und erstmals zugelassen. Nach den geprüften Angaben blieb sie anschließend über Jahrzehnte im Raum Linz. Ende der 1990er-Jahre wurde die Maschine generalüberholt, danach nur noch wenig bewegt und schließlich 2003 abgemeldet. Ihr klassischer britischer Einzylinder verfügt über rund 350 cm³ Hubraum und leistet bestätigte 15 PS bei 5.500 U/min; Matching Numbers und Matching Colors sind verifiziert.
Die Royal Enfield Clipper stammt aus einer Epoche, in der ein Motorrad dieser Klasse nicht als nostalgisches Freizeitgerät gedacht war, sondern als ernsthaftes Verkehrsmittel. Entsprechend robust wirkt die Konstruktion: großer Tank, massive Schutzbleche, große Räder und ein stabil dimensioniertes Fahrwerk ergeben eine Maschine, deren Charakter eher vom ausdauernden Reisen als von maximaler Geschwindigkeit geprägt ist.
Die angebotene Clipper besitzt den größeren Einzylindermotor der Baureihe. Nach den geprüften Fahrzeugunterlagen beträgt die Leistung 15 PS bei 5.500 U/min; die Einbringerbeschreibung nennt 70 mm Bohrung und 90 mm Hub. Die abweichende Leistungsangabe von 20 PS im allgemeinen Modelldatensatz wird für dieses konkrete Motorrad ausdrücklich nicht zugrunde gelegt.
Laut Einbringer waren Clipper-Varianten mit 350 cm³ gegenüber den verbreiteteren 250-cm³-Versionen selten und wurden unter anderem für Märkte mit besonderen Zollbestimmungen angeboten. Da hierzu keine weiterführende historische Dokumentation vorliegt, wird diese Einordnung als Angabe des Einbringers wiedergegeben.
Die Royal Enfield präsentiert sich in Grün mit schwarzen und verchromten beziehungsweise polierten Komponenten. Die Fotografien zeigen die klassische Silhouette einer britischen Tourenmaschine der 1950er-Jahre: ein großer, tropfenförmiger Tank, weit heruntergezogene Schutzbleche, Speichenräder und eine aufrechte Sitzposition bestimmen das Erscheinungsbild.
Matching Colors sind nach Prüfung bestätigt. Die Maschine wurde Ende der 1990er-Jahre generalüberholt und präsentiert sich entsprechend nicht als unberührtes Originalfahrzeug. Sichtbar ist zudem, dass eines der beiden Tankembleme fehlt. Laut Einbringer ist entsprechender Ersatz in Großbritannien grundsätzlich noch erhältlich.
Typisch britisch wird es am Fahrerplatz. Im Bereich des Scheinwerfers befinden sich Instrumente von Smiths; geschaltet wird rechts, während die Fußbremse links angeordnet ist. Der erhöhte und vergleichsweise breite Lenker ermöglicht eine aufrechte, entspannte Sitzposition.
Diese Auslegung passt zum ursprünglichen Charakter der Maschine. Der Einbringer beschreibt die Clipper weniger als sportliches Motorrad denn als Tourer für Nebenstraßen und längere Distanzen – ein Konzept, das angesichts der damaligen Straßenverhältnisse mit häufig unbefestigten oder gepflasterten Abschnitten durchaus nachvollziehbar erscheint.
Herzstück ist der luftgekühlte Einzylinder-Viertaktmotor in OHV-Bauweise mit rund 350 cm³ Hubraum. Die bestätigte Leistung beträgt 15 PS bei 5.500 U/min. Gestartet wird per Kickstarter, die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Schaltgetriebe.
Matching Numbers sind nach Prüfung bestätigt. Eine belastbare Gesamtlaufleistung liegt dagegen nicht vor; der im Datensatz hinterlegte Wert von null Kilometern wird ausdrücklich nicht als tatsächliche Laufleistung interpretiert.
Nach der Generalüberholung Ende der 1990er-Jahre wurde die Royal Enfield nur noch wenige Kilometer gefahren. Seit 2003 ist sie abgemeldet. Nach Angaben des Einbringers lässt sich der Motor mit dem Kickstarter sauber durchdrehen und die Elektrik funktioniert soweit, allerdings ist keine Batterie vorhanden. Die Maschine ist derzeit nicht fahrbereit. Vor einer Wiederinbetriebnahme sind nach Einschätzung des Einbringers ein großes Service und der Einbau einer neuen Batterie erforderlich.
Die Historie dieser Clipper ist eng mit Österreich verbunden. Sie wurde 1957 als Neufahrzeug in Österreich einzelgenehmigt und erstmals zum Verkehr zugelassen. Die Einzelgenehmigung und die zugehörigen Fahrzeugpapiere sind vorhanden und geprüft.
Anschließend wurde das Motorrad über lange Zeit im Raum Linz bewegt. Ende der 1990er-Jahre erfolgte eine Generalüberholung. Danach kam die Maschine nur noch wenig zum Einsatz und wurde 2003 abgemeldet. Der nachfolgende Besitzer ließ sie nicht erneut zu, sodass sich an die Renovierung eine mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Standzeit anschloss.
Gerade diese lange Ruhephase macht eine nüchterne technische Einordnung wichtig. Die Maschine wird nicht als unmittelbar einsatzbereites Motorrad angeboten, sondern als historisch interessantes Exemplar, das vor der Rückkehr auf die Straße technische Zuwendung benötigt.
Die österreichische Einzelgenehmigung von 1957 sowie die Fahrzeugpapiere sind vorhanden und geprüft. Auch die Generalüberholung Ende der 1990er-Jahre, die Abmeldung 2003 und die anschließende Standzeit sind nach den bestätigten Angaben nachvollziehbar.
Aktuell fehlt eine Batterie. Vor der Wiederinbetriebnahme ist ein umfassender Service vorgesehen beziehungsweise empfohlen. Ein separates Zustands- oder Wertgutachten liegt nicht vor. Die Auktion erfolgt ohne Mindestpreis; die hinterlegte Schätzung beträgt 5.500 bis 7.500 Euro.
Diese Royal Enfield Clipper 350 besitzt weniger den Charakter einer hochglänzenden Ausstellungsmaschine als den eines klassischen britischen Motorrads mit einer bemerkenswert langen österreichischen Geschichte. Die Erstauslieferung und Einzelgenehmigung von 1957, die jahrzehntelange Verbindung zum Raum Linz sowie Matching Numbers und Matching Colors bilden dabei die wesentlichen Eckpunkte.
Die Generalüberholung Ende der 1990er-Jahre liegt inzwischen selbst mehr als zwei Jahrzehnte zurück, während die Maschine seit 2003 nicht mehr zugelassen war. Entsprechend benötigt sie vor der nächsten Ausfahrt Service und Batterie. Für einen Sammler, der eine charaktervolle 350er mit nachvollziehbarer österreichischer Historie sucht und die notwendige technische Wiederinbetriebnahme nicht scheut, ist gerade diese Mischung aus Historie, klassischer britischer Konstruktion und ehrlichem Handlungsbedarf interessant.
Diese Royal Enfield stammt aus einer Zeit, in der 15 PS nicht erklären mussten, warum sie genügen. Großer Tank, breite Schutzbleche, Smiths-Instrumente, Schaltung rechts – sie wirkt, als wolle sie nicht schnell irgendwo ankommen, sondern zuverlässig sehr weit fahren. Nach über zwanzig Jahren Standzeit braucht sie natürlich Zuwendung; Batterie hinein und heldenhaft Richtung Horizont wäre der falsche Ansatz. Aber nach einem ordentlichen Service stelle ich mir kaum etwas Passenderes vor als eine ruhige Landstraße, wenig Verkehr und überhaupt keinen Grund zur Eile.

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