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Yamaha Motorrad kaufen
Seit 1955 baut Yamaha Motorräder, die Rennsport und Alltagstauglichkeit vereinen. Vom ersten Zweitakter YA-1 über die kultige XT 500 bis zur kompromisslosen YZF-R1 – drei Stimmgabeln stehen für japanische Ingenieurskunst mit Rennstrecken-DNA.
Risultati della ricerca

1989 | Yamaha XT 600 Z Ténéré
Yamaha XT 600 Z TENERE'

1982 | Yamaha YZ 125
YZ 125 !!!

1985 | Yamaha TT 600
Yamaha TT 600

1980 | Yamaha XT 500
Yamaha XT 500

1990 | Yamaha FZR 1000
ISCRITTA ASI CON C.R.S. – SUPERPREZZO – SUPERCONDIZIONI

1998 | Yamaha YZF 1000 R1
Yamaha YAMAHA YZF-R1

1990 | Yamaha RD 350 LC
Yamaha 350 RD

1986 | Yamaha FZ 750
Yamaha FZ 750

1974 | Yamaha TR 3
Yamaha TR3 350 SEGONI SPECIAL GP

1975 | Yamaha 175 GP Special
Yamaha 175 GP "TELAIO CECOTTINO"

1989 | Yamaha XTZ 750 Super Ténéré
Yamaha SUPER TENERE' 750

1982 | Yamaha XS 650
XS 650 Starrahmen/Heck

1998 | Yamaha YZF 1000 R1
Yamaha YZF R1

1993 | Yamaha XTZ 750 Super Ténéré
Yamaha XTZ 750 SUPER TENERE'

1991 | Yamaha V-Max 1200
Yamaha V MAX 1200
Geschichte & Erbe
Die Yamaha Motor Co., Ltd. wurde am 1. Juli 1955 in Hamamatsu als Ableger der Nippon Gakki Co., Ltd. gegründet – einem Musikinstrumentenhersteller, der seit 1887 Klaviere und Orgeln baute. Genichi Kawakami, vierter Präsident von Nippon Gakki, suchte 1953 nach einer Verwendung für brachliegende Fräsmaschinen aus der Kriegsproduktion von Flugzeugpropellern. Seine Worte: „Ich möchte Motorradmotoren im Versuch herstellen." Innerhalb von zwei Jahren entstand die YA-1, ein 125-ccm-Zweitakter, der sich am deutschen DKW RT 125 orientierte, aber mit eigenem Rahmen, kastanienroter Lackierung und deutlich höherer Verarbeitungsqualität überzeugte. Die YA-1 – im Volksmund „Rote Libelle" (Akatombo) genannt – gewann bereits 1955 das 3. Fuji-Aufstiegsrennen und belegte die ersten drei Plätze beim Asama-Hochland-Rennen. Bei einem damaligen Einstiegsgehalt von 10.000 Yen kostete die YA-1 stolze 138.000 Yen – dennoch wurden in drei Jahren 11.000 Exemplare verkauft.
Die 1960er Jahre brachten den internationalen Durchbruch. Yamaha spezialisierte sich, anders als Honda, früh auf Zweitakt-Motoren und teilte diese Strategie mit Suzuki und Kawasaki. Kleine und mittlere Kubaturen mit Zylindern aus Gusseisen eroberten ab Ende der 1960er den europäischen Markt. 1961 debütierte Yamaha in der Motorrad-Weltmeisterschaft, 1964 gewann Phil Read den ersten WM-Titel in der 250-ccm-Klasse. In den 1970er Jahren dominierte Yamaha die Zweitakt-Klassen mit Fahrern wie Jarno Saarinen, Giacomo Agostini und Kenny Roberts, der 1978, 1979 und 1980 drei aufeinanderfolgende 500-ccm-Weltmeistertitel holte.
1976 markierte einen Wendepunkt: Die XT 500 definierte die Enduro-Klasse neu. Ein luftgekühlter Einzylinder-Viertakter mit 500 ccm und Kickstarter – robust, simpel und für jedes Gelände tauglich. Die XT 500 gewann 1979 und 1980 die Rallye Paris-Dakar und wurde zum Inbegriff des Abenteuermotorrads. Parallel entstand die XS 650, ein 654-ccm-Paralleltwin, der britische Tugenden mit japanischer Zuverlässigkeit verband und die Custom-Szene prägte. 1980 folgte die RD 250 LC mit wassergekühltem Zweitakter und begründete eine Ära kultiger Hochleistungs-Zweitakter.
Die 1980er brachten den Viertakt-Supersport-Durchbruch. Die FZ 750 (1985) führte als erstes Serienmotorrad die Fünfventil-Technik ein – drei Einlass- und zwei Auslassventile pro Zylinder. 1987 folgte die FZR 1000 mit dem gleichen Konzept und dem EXUP-Auspuffventil. 1998 debütierte die YZF-R1 und revolutionierte die Supersport-Klasse: 150 PS bei nur 177 kg Trockengewicht setzten neue Maßstäbe.
Abseits der Sportwelt sorgte 1985 die V-Max 1200 für Furore: Ein 1.198-ccm-V4-Motor mit dem V-Boost-System lieferte 145 PS in einem Muscle-Bike-Rahmen. Die V-Max wurde zum Drag-Racing-Favoriten und zum Symbol für ungezähmte Leistung.
2005 feierte Yamaha das 50-jährige Jubiläum. Bis heute hat das Unternehmen über 60 Millionen Motorräder produziert und zählt neben Honda, Suzuki und Kawasaki zu den „Big Four" der japanischen Motorradindustrie.
Highlights & Besonderheiten
Yamahas Erfolg basiert auf drei Säulen: Rennsport-Transfer, Zweitakt-Expertise und Vielseitigkeit. Kein anderer japanischer Hersteller bedient so viele Segmente auf so hohem Niveau – vom Einzylinder-Enduro über den Paralleltwin-Cruiser bis zum Supersport-Vierzylinder.
Die XT 500 (1976–1989) gilt als Urmutter aller modernen Enduros. Ihr luftgekühlter 499-ccm-Einzylinder mit SOHC und zwei Ventilen liefert 27–32 PS (je nach Modelljahr). Die Kombination aus Kickstart, mechanischer Einfachheit und unverwüstlicher Zuverlässigkeit machte sie zum Liebling von Weltreisenden und Geländefahrern. Der Nachfolger SR 500 (1978–1999) übernahm den Motor für die Straße und wurde zum meistverkauften Big Single seiner Ära.
Die XS 650 (1968–1985) war Yamahas Antwort auf die britischen Twins von BSA und Triumph. Der 654-ccm-Paralleltwin mit SOHC und 50 PS bot vibrationsärmeren Lauf dank Ausgleichswellen und übertraf die britische Konkurrenz in Zuverlässigkeit. In der Custom-Szene ist die XS 650 heute eine der beliebtesten Plattformen für Café-Racer- und Bobber-Umbauten weltweit.
Die RD-Serie – insbesondere RD 250 LC (1980–1983) und RD 350 LC (1980–1985) – verkörpert die goldene Ära der Hochleistungs-Zweitakter. Wassergekühlte Paralleltwin-Motoren mit 247 bzw. 347 ccm lieferten 35–63 PS. Die „Elsie" (LC = Liquid Cooled) wurde in Großbritannien zum Kultobjekt einer ganzen Generation junger Motorradfahrer. Die RD 350 LC YPVS (ab 1983) mit elektronisch gesteuerter Auslassventilsteuerung erreichte 63 PS und war ihrer Zeit voraus.
Die V-Max 1200 (1985–2007) brach alle Konventionen: Ein wassergekühlter 1.198-ccm-V4 mit vier Mikuni-Vergasern und dem V-Boost-System, das bei Drehzahlen über 6.000 U/min zusätzliche Luft ansaugte. 145 PS in einem puristischen Muscle-Bike-Chassis ohne Verkleidung – die V-Max war pure Beschleunigung auf zwei Rädern.
Die FZR 1000 (1987–1995) brachte Yamahas Fünfventil-Technologie in die Superbike-Klasse: 135 PS aus einem 989-ccm-Reihenvierzylinder mit DOHC und dem EXUP-Auspuffventilsystem. Das Deltabox-Rahmenkonzept aus Aluminium setzte Maßstäbe für Steifigkeit bei geringem Gewicht.
Technische Daten
Marktübersicht und Kauftipps
Der Yamaha-Klassiker-Markt gliedert sich in vier Sammler-Segmente: Einzylinder-Enduros (XT/SR-Linie), Paralleltwin-Klassiker (XS 650), Zweitakt-Sportler (RD-Serie) und Viertakt-Sportler (FZR/V-Max/YZF).
XT 500 (1976–1989)
Die XT 500 gehört zu den wertstabilsten Yamaha-Klassikern. Gepflegte Originalexemplare bewegen sich zwischen 5.000 und 12.000 €, Scheunenfunde ab 2.000 €. Spitzenpreise erzielen ungefahrene oder unrestaurierte Exemplare: Ein originalverpacktes Exemplar von 1988 erzielte im Oktober 2025 bei RM Sotheby's in München sensationelle 84.000 € – geschätzt war es auf 15.000–25.000 €. Bei Bring a Trailer liegen normale Exemplare zwischen 3.000 und 7.000 USD.
Schwachstellen: Der Kickstarter erfordert korrekte Technik (Dekompressionshebel!), sonst droht Rückschlag mit Knöchelverletzungen. Häufige Probleme: undichte Ventilführungen, verschlissene Nockenwelle, rissige Vergasermembran (Mikuni VM32SS), Rost im Stahltank. Die Magnetzündung kann Probleme bereiten. Motorgehäuse-Entlüftung prüfen – häufig verstopft, was zu Ölverlust führt.
Ersatzteile: Gut verfügbar über Spezialisten wie YamBits (UK), Nippon-Classic (DE) und diverse Foren. Rahmen, Schwinge und Motorblock sind nahezu unverwüstlich.
SR 500 (1978–1999)
Der straßenorientierte Bruder der XT 500 kostet 3.000–8.000 € in gutem Zustand. Restaurierte Exemplare mit Originalteilen erreichen bis 10.000 €. Schwachstellen ähnlich der XT: Kickstarter-Rückschlag, Ventilspiel regelmäßig prüfen (alle 5.000 km), Primärkette verschleißt. Bremsen (vorne Scheibe, hinten Trommel) sind nach heutigen Maßstäben schwach – Nachrüstung empfehlenswert. Beliebt als Café-Racer-Basis, dadurch viele verbastelte Exemplare am Markt.
XS 650 (1968–1985)
Der Paralleltwin ist mit 2.000–6.000 € erschwinglich für Einsteiger. Frühe XS1/XS2-Standards (1970–1973) in gutem Originalzustand erzielen Premiumpreise bis 8.000 €, späte Specials (1978–1983) im Cruiser-Stil liegen niedriger bei 1.500–3.000 GBP. Laut dem Hagerty-Marktbericht Oktober 2025 ist die XS 650 ein „erschwinglicher, genussvoller Zeitreise-Motorrad".
Schwachstellen: Elektrik der frühen Modelle (Laderegler, Zündung), Ölverlust am Motor (besonders an Zylinderbodendruckung und Ventildeckel), verschlissene Steuerkette bei hohen Laufleistungen. Viele UK-Exemplare sind US-Reimporte – Vollständigkeit und Korrektheit prüfen. Die Custom-Szene hat viele Bikes zu Hardtail-Choppern umgebaut, was den Wert als Original mindert.
Ersatzteile: Hervorragend verfügbar. XS650Direct (USA), Mike's XS (USA) und diverse europäische Händler bieten ein breites Sortiment. Aktive Foren (xs650.com) bieten Support.
RD 250/350 LC (1980–1985)
Die kultigsten Zweitakter der 1980er. RD 250 LC: 3.000–7.000 €, die RD 350 LC YPVS: 5.000–10.000 €. Spitzenpreise für unrestaurierte Originalexemplare mit geringer Laufleistung. Bei Bonhams Stafford erzielte eine RD 250 LC im April 2025 rund 8.400 USD. Restaurierte RD 350 LC F2 YPVS aus den späten 1980ern liegen bei 5.000–7.000 GBP bei britischen Auktionshäusern.
Schwachstellen: Zweitakt-spezifisch: Kolbenklemmer bei zu magerem Gemisch, Kurbelwellenlager verschleißen bei hoher Laufleistung, Zylinderbeschichtung abgenutzt (Nikasil), Wasserkreislauf undicht (Kühler, Schläuche). YPVS-Servomotor bei den späteren Modellen prüfen. Auspuffanlagen durchgerostet – Originale schwer zu finden und teuer.
Ersatzteile: Mittelmäßig – Motorteile (Kolben, Lager) verfügbar, aber Karosserieteile und Originalverkleidungen werden rar. Aktive Szene über rdlccrazy.proboards.com.
V-Max 1200 (1985–2007)
Der Power-Cruiser ist aktuell unterbewertet: 3.000–6.000 € für Standard-Exemplare mit höherer Laufleistung, gepflegte Low-Mileage-Exemplare 5.000–8.000 €. Seltene Carbon-Editions oder Exemplare mit unter 5.000 km können über 10.000 € erzielen. Bei Bring a Trailer erzielte eine 2000er V-Max 3.850 USD (September 2025). AutoScout24 listet Exemplare zwischen 3.000 und 5.000 €.
Schwachstellen: Vier Mikuni-Vergaser erfordern regelmäßige Synchronisation, V-Boost-System kann defekt sein (Unterdruckschläuche und Servomotor prüfen), hoher Reifenverschleiß am Hinterrad, Kardan-Antrieb verschleißt. Die abnehmbare Unterrahmenkonstruktion erleichtert Wartung, kann aber bei nachlässiger Montage klappern. Kraftstoffverbrauch hoch (8–12 l/100 km).
Ersatzteile: Gut verfügbar. Aktive Community über vmaxforum.net.
FZR 1000 (1987–1995)
Die „Fizzer" ist ein Schnäppchen: 3.000–8.000 € für fahrbare Exemplare. Restaurierte EXUP-Modelle ab 1989 erreichen 8.000–10.000 €. Bei Iconic Motorbike Auctions erzielte eine 1988er FZR 1000 rund 8.700 USD, eine 1989er 8.350 USD.
Schwachstellen: EXUP-Ventilservomotor und Kabel prüfen (häufigste Fehlerquelle), Vergasersynchronisation (vier Mikuni), Kupplungskorb-Dämpfer verschlissen, Rahmenrisse an den Motorhalterungen bei Rennmaschinen. Fünfventil-Köpfe erfordern regelmäßige Ventilspieleinstellung.
Allgemeine Kaufempfehlungen
Einsteiger: XS 650 oder SR 500 – robust, günstig, aktive Community. Sammler: XT 500 (original), RD 350 LC YPVS – Wertsteigerung wahrscheinlich. Fahrer: V-Max 1200, FZR 1000 – Leistung zum Schnäppchenpreis. Customizer: XS 650, SR 500 – die beliebtesten Umbau-Plattformen weltweit.
Bei jedem Yamaha-Kauf gilt: Rahmennummer und Motornummer auf Übereinstimmung prüfen, Service-Historie verlangen, Originalität der Lackierung und Anbauteile begutachten. Yamaha-Klassiker profitieren von einer hervorragenden Ersatzteilversorgung und einer der aktivsten Oldtimer-Szenen überhaupt.
Fahrverhalten & Performance
Jeder Yamaha-Klassiker bietet ein eigenständiges Fahrerlebnis – geprägt vom jeweiligen Motorkonzept und der Epoche.
Die XT 500 ist pures Abenteuer. Der große Einzylinder erwacht nach korrektem Kickstart (Dekompressionshebel, oberer Totpunkt, kräftiger Tritt) mit einem tiefen, markanten Schlag zum Leben. Das Drehmoment setzt früh ein – bereits bei 3.000 U/min schiebt der Motor kraftvoll an. Bei 5.900 U/min erreicht er seine Nennleistung von 27 PS. Die aufrechte Sitzposition, das hohe Gewicht auf dem Hinterrad und der große Federweg machen die XT zur souveränen Geländemaschine. Auf der Straße vibriert der Einzylinder spürbar oberhalb von 5.000 U/min, das Handling ist gutmütig, die Trommelbremsen fordern vorausschauendes Fahren. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein entschleunigtes, ehrliches Motorradfahren.
Die XS 650 überrascht mit Laufkultur. Der Paralleltwin dreht willig bis 8.000 U/min, das Maximum von 50 PS liegt bei 7.000 U/min an. Die Ausgleichswelle dämpft die Twin-Vibrationen spürbar, der Motor klingt kernig ohne die bei britischen Twins oft raue Note. Die Sitzposition ist aufrecht und bequem, das Handling neutral mit leichtgängiger Lenkung. Die Scheibenbremse vorne (ab 1974) bietet solide Verzögerung, das Fahrwerk ist tourentauglich abgestimmt. Die XS 650 ist ein ehrlicher Allrounder, der sowohl auf Landstraße als auch in der Stadt überzeugt.
Die RD 250 LC ist ein Wolf im Schafspelz. Der wassergekühlte Zweitakter springt augenblicklich an, unter 4.000 U/min ist er zahm und handlich. Doch ab 5.500 U/min setzt der charakteristische Zweitakt-Kick ein: Die Leistung explodiert, der Drehzahlmesser schnellt auf 8.000 U/min, die 35 PS fühlen sich in dem 139 kg leichten Chassis wie deutlich mehr an. Die RD 350 LC YPVS potenziert dieses Erlebnis: 63 PS bei 154 kg liefern Fahrleistungen auf 600er-Niveau der 1980er. Das YPVS-System glättet den Zweitakt-typischen Leistungseinbruch im Mittelbereich. Das Fahrwerk ist straff, die Lenkung direkt – eine Maschine für Kurvenräuber. Der Zweitakt-Sound – ein schrillendes, hochfrequentes Kreischen – ist für Enthusiasten Musik, für Nachbarn weniger.
Die V-Max 1200 ist Drag-Strip auf zwei Rädern. Der V4-Motor entwickelt sein enormes Drehmoment (117 Nm) bereits bei 6.000 U/min, ab dieser Drehzahl schaltet das V-Boost-System zu und öffnet Zweitklappen in den Vergasern. Die Beschleunigung ist brachial – die Front hebt bei beherztem Gasgeben aus dem Stand, der Kardanantrieb neigt zum Aufstellmoment in Kurven. Die Sitzposition ist aufrecht, der fehlende Windschutz begrenzt den Langstreckenkomfort. Handling ist nicht die Stärke der V-Max: 262 kg, langer Radstand und eingeschränkte Schräglagenfreiheit fordern Respekt. Die V-Max fährt man geradeaus – und zwar schnell.
Die FZR 1000 vereint Rennstrecken-Performance mit Alltagstauglichkeit. 135 PS liegen bei 10.000 U/min an, das EXUP-System optimiert Drehmoment im Mittelbereich. Die Deltabox-Rahmenkonstruktion bietet messerscharfe Lenkpräzision, das Fahrwerk ist sportlich-straff, aber nicht kompromisslos. Die Sitzposition ist sportlich geneigt, aber weniger extrem als bei der späteren R1. Die FZR 1000 ist ein Sporttourer, der auf Landstraße und Rennstrecke gleichermaßen begeistert – und das zu einem Bruchteil des Preises zeitgenössischer Supersportler.
Design & Ästhetik
Yamahas Designphilosophie vereint seit 70 Jahren Funktion mit ästhetischem Anspruch. Das Stimmgabel-Logo – drei verschlungene Stimmgabeln – stammt aus dem Erbe des Musikinstrumenten-Herstellers. Es symbolisiert laut Yamaha die Verbindung von Technologie, Produktion und Vertrieb; heute stehen die drei Gabeln für Kunde, Gesellschaft und Individuum. Das 1898 erstmals verwendete Symbol wurde mehrfach überarbeitet und 1998 in seiner aktuellen Form standardisiert.
Die YA-1 (1955) setzte mit kastanienroter Lackierung und schlankem Design einen Kontrapunkt zur damals vorherrschenden schwarzen Motorrad-Ästhetik. Ihr Spitzname „Rote Libelle" zeugt vom ästhetischen Anspruch schon beim Erstling.
Die XT 500 verkörpert Purismus: hohe Bodenfreiheit, schlanker Tank aus Aluminium, minimale Karosserie, hochgelegter Auspuff. Kein überflüssiges Gramm, keine unnötige Verkleidung – die XT ist Funktion in Reinform. Ihr Design inspiriert bis heute Scrambler- und Retro-Enduros.
Die XS 650 folgt der britischen Tradition: Tropfentank, Chrom-Schutzbleche, aufrechte Ergonomie. Die Standards der frühen 1970er sind die gefragtesten – klassisch, zeitlos, ohne Cruiser-Attitüde der späteren Specials. Die schlichte Eleganz macht die XS 650 zur idealen Basis für Custom-Umbauten.
Die RD 250/350 LC brach mit kantigem Design und der markanten Bikini-Verkleidung mit der runden Formenwelt der 1970er. Besonders die Kenny-Roberts-Speedblock-Lackierung in Gelb-Schwarz wurde zur Designikone.
Die V-Max 1200 ist reines Muskelmotorrad: Falsche Ram-Air-Einlässe, freiliegender V4-Motor, breiter Hinterreifen, minimaler Fender. Das Design inszeniert Kraft und Rohheit – kein Windschild, keine Verkleidung, nur Motor und Rahmen. Die V-Max ist ein Statement gegen Aerodynamik zugunsten visueller Wucht.
Die FZR 1000 brachte die Vollverkleidung mit Doppelscheinwerfern und Deltabox-Rahmenästhetik. Die fließende Linienführung verband Windschutz mit Sportlichkeit – ein Design, das die Superbike-Formensprache der späten 1980er und frühen 1990er definierte.
Yamaha setzte durchweg auf GK Design, das hauseigene Designstudio in Iwata. Yamahas Designchef Takanori Iwai beschreibt die Philosophie als „Jin-Ki Kanno" – die Harmonie zwischen Mensch und Maschine. Dieses Prinzip durchzieht alle Modelle: Die Maschine soll als Verlängerung des Fahrers empfunden werden, nicht als technisches Gerät.
Rennsport & Kultur
Yamahas Rennsport-Engagement begann im Gründungsjahr 1955. Die Teilnahme an japanischen Rennen – der Fuji-Aufstieg, das Asama-Hochlandrennen – war Teil der Unternehmensstrategie: Rennerfolge sollten die Qualität der jungen Marke beweisen. 1961 debütierte Yamaha in der Motorrad-WM, bereits 1963 gewann Fumio Ito die 250-ccm-Klasse beim GP von Belgien.
Die goldene Ära der Zweitakt-Grand-Prix-Renner brachte herausragende Erfolge: Phil Read (250-ccm-Weltmeister 1964, 1965, 1968, 1971), Jarno Saarinen (250-ccm-Weltmeister 1972), Kenny Roberts (500-ccm-Weltmeister 1978, 1979, 1980). Roberts revolutionierte den Fahrstil mit seiner aus dem Dirt-Track importierten Kurventechnik und wurde zur prägenden Figur des modernen Motorradrennsports. Die Verbindung zum Rennsport manifestiert sich in Sondermodellen und Lackierungen – die Kenny-Roberts-Speedblock-Farben zieren noch heute Sonderserien.
In der modernen MotoGP-Ära gewannen Valentino Rossi (2004, 2005, 2008, 2009) und Jorge Lorenzo (2010, 2012, 2015) auf Yamaha YZR-M1 insgesamt sieben Weltmeistertitel. Yamaha hält damit neben Honda die meisten Konstrukteurs- und Fahrertitel in der Königsklasse.
Kulturell prägte Yamaha mehrere Subkulturen: Die XT 500 wurde zum Symbol der Abenteuer- und Fernreisenden-Szene. Bücher, Filme und Blogs dokumentieren Weltreisen auf der XT – Yamahas Einzylinder trug Menschen durch Wüsten, über Pässe und durch Dschungel. Die XS 650 avancierte in den 2000er und 2010er Jahren zur Lieblingsplattform der Custom-Szene – kein anderes japanisches Motorrad wird häufiger zum Café Racer, Bobber oder Tracker umgebaut. Die RD-Serie steht in Großbritannien für die Jugendkultur der 1980er: Das erste schnelle Motorrad einer ganzen Generation, das „Elsie"-Phänomen begleitet von Erinnerungen an Wochenend-Touren und Rennstreckenausflüge.
Die V-Max verkörpert die amerikanisch inspirierte Muscle-Kultur der 1980er – Dragster-Ästhetik auf japanische Art. Der Film- und Popkultur-Einfluss ist groß, die V-Max taucht in zahlreichen Filmen und Serien als Symbol ungezähmter Kraft auf.
Fazit
Yamaha bietet eine der vielfältigsten Klassiker-Paletten unter den japanischen Herstellern. Die XT 500 steht für Abenteuer und Purismus, die XS 650 für Custom-Kultur und britisch anmutende Twin-Eleganz, die RD 250/350 LC für Zweitakt-Rausch und Jugendkultur, die V-Max 1200 für brachiale Kraft und die FZR 1000 für bezahlbare Supersport-Performance.
Für Sammler bieten sich klare Einstiegspunkte: Wer Wertsteigerung sucht, greift zur originalen XT 500 oder RD 350 LC YPVS. Wer fahren will, findet in XS 650 und V-Max gutmütige, charakterstarke Maschinen mit aktiver Community. Wer Sportlichkeit zum Schnäppchenpreis sucht, ist mit der FZR 1000 bestens bedient. Die Ersatzteilversorgung ist markenübergreifend hervorragend, die Yamaha-Klassiker-Szene mit spezialisierten Foren, Händlern und Treffen eine der aktivsten weltweit.
Wer Yamaha fährt, wählt eine Marke, die Rennsport-Erbe, mechanische Zuverlässigkeit und gestalterischen Anspruch vereint – drei Stimmgabeln, die seit 70 Jahren im Einklang schwingen.














