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Puch Motorrad kaufen
Seit 1903 rollen Motorräder aus Graz – vom robusten Zweitakt-Split-Single bis zum kultigen Maxi-Moped. Österreichische Ingenieurskunst, die Generationen überdauert.
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1955 | Puch 175 SV
Puch 175 SV in einem sehr gut erhaltenen Originalzustand

1975 | Puch 125 MC/GS
Puch 125 REGOLARITA'
"Puch" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Puch" machen.
1956 | Puch 125 SVS
Gehobene Ausführung der 125er-Baureihe
1950 | Puch 125 T
Charaktervolles 125-ccm-Modell aus Grazer Produktion
1953 | Puch 150 TL
Authentisches Modell der österreichischen Motorradgeschichte
1953 | Puch 175 SV
Sportlich ausgelegtes Leichtmotorrad der frühen 50er-Jahre
1939 | Puch 200
Kompaktes Modell aus der Grazer Produktion der Vorkriegszeit
1936 | Puch 250 S 4
Meilenstein der Vorkriegstechnik, gebaut für Straße und Rennen
1955 | Puch 250 SG
Bedeutendes Modell der österreichischen Motorradära
1955 | Puch 250 SGS
Schwing-Gabel-Sport-Klassiker mit Doppelkolben-Technik
1931 | Puch 250 T
Traditionsreiches Sammlerstück aus der Zwischenkriegszeit
1950 | Puch 250 TF
Bedeutendes Modell der österreichischen Motorradgeschichte
1953 | Puch 250 TF
Technisches Meisterstück der 50er, berühmt für ihre innovative Doppelkolben-Konstruktion
1939 | Puch GS 350
Sportliches Großhubraum-Motorrad der späten 30er-Jahre
1971 | Puch M 125
Motorrad der österreichischen 70er-Jahre-Generation
Geschichte & Erbe
1889 gründete Johann Puch in Graz eine kleine Werkstatt, die zunächst Fahrräder produzierte. 1903 verließ das erste Puch-Motorrad die Fertigung – ein robustes Einzylindermodell, das vor allem für militärische Zwecke konzipiert war. Bereits 1912 produzierte das Werk rund 300 Motorräder jährlich, die sich durch hohe Verarbeitungsqualität einen Namen machten.
1928 fusionierte Puch mit der Austro-Daimler AG, zwei Jahre später folgte die Verbindung mit Steyr zur Steyr-Daimler-Puch AG. Unter dieser Firmenbezeichnung entstand 1931 die Puch 500 – ein kraftvolles Gespann mit Zweizylindermotor (496 ccm, 14 PS). Bis 1938 wurden 4.529 Einheiten gebaut, die vor allem bei Militär und Behörden zum Einsatz kamen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich Puch auf leichte Zweitakt-Motorräder und Mopeds. 1953 startete die Produktion der Puch 125 SV mit dem charakteristischen Split-Single-Motor – ein Zweitakt-Doppelkolbenmotor, der durch asymmetrische Steuerzeiten eine bessere Zylinderfüllung und längeren Arbeitstakt ermöglichte. Bis 1967 entstanden 23.014 Exemplare. Die 125 SV erreichte mit 6,5 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 82 km/h und wurde zum Inbegriff österreichischer Motorradtechnik.
Ab den 1960er-Jahren erweiterte Puch das Programm um praktische Kleinmotorräder. Die Puch M 125, gebaut von 1966 bis 1971, verkaufte sich über 10.000 Mal. Mit 12 PS und durchdachten Details wie einer Ladekontrollleuchte, die nur bei funktionierendem Bremslicht erlosch, setzte sie auf Alltagstauglichkeit.
Das meistverkaufte Puch-Modell war jedoch das Maxi-Moped (ab 1970) – ein 50-ccm-Zweitakter mit Pedalen, der Millionen junger Europäer mobilisierte. In den 1970er- und 1980er-Jahren exportierte Puch seine Mopeds weltweit, darunter auch in die USA, wo sie unter dem Label Sears Allstate verkauft wurden.
Die Motorradproduktion endete in den 1990er-Jahren mit der schrittweisen Stilllegung und dem Verkauf von Unternehmensbereichen. Heute erinnert das Johann-Puch-Museum in Graz an die Historie der Marke, deren grün-weiße Embleme einst das Stadtbild prägten.
Highlights & Besonderheiten
Puchs technisches Alleinstellungsmerkmal war der Split-Single-Motor, entwickelt 1923 vom italienischen Ingenieur Giovanni Marcellino. Anders als konventionelle Einzylinder-Zweitakter arbeiteten zwei Kolben hintereinander – der vordere steuerte Einlass und Überström, der hintere den Auslass. Das Ergebnis: bessere Verbrennung, höhere Leistungsausbeute, geringerer Verschleiß. Puch setzte dieses Prinzip konsequent in fast allen Nachkriegsmodellen ein – von der 175 SV (8,5 PS, 95 km/h) bis zur 250 SGS (17 PS, 115 km/h).
Die Puch 250 SGS (1953–1970) wurde in den USA als Sears Allstate 250 oder Twingle vermarktet. Der Name "Twingle" entstand aus der Verschmelzung von "Twin" und "Single" – zwei Kolben, eine Brennkammer. Mit ihrem robusten Fahrwerk und wartungsfreundlichen Aufbau war sie ein beliebtes Touren- und Geländemotorrad.
Weniger bekannt, aber technisch raffiniert: die Puch 250 T und 250 TF (Tourismus/Fernverkehr) der 1950er-Jahre. Diese Modelle waren mit Gepäckträgern, Schutzblechen und optionalen Beiwagen für längere Strecken ausgelegt. Die TF-Variante verfügte über eine Fußschaltung und ein Vierganggetriebe, während die Standard-T-Version mit Handschaltung ausgeliefert wurde.
Im Offroad-Bereich machte sich die Puch 125 MC/GS (Motocross/Gelände-Sport) einen Namen. Mit höherer Bodenfreiheit, robuster Federung und knapp 10 PS war sie in den 1960er-Jahren ein beliebtes Einsteiger-Enduro. Die 250 S 4 (Sport 4-Gang) setzte auf sportliche Straßenleistung mit 18 PS und galt als schnellstes Puch-Straßenmotorrad ihrer Zeit.
Das Maxi-Moped (ab 1970) revolutionierte den Moped-Markt: Einbaumotor, integrierter Tank, stufenlose Fußschaltung und Kickstarter. Mit nur 2 PS und 40 km/h Höchstgeschwindigkeit war es der Einstieg in die Mobilität für eine ganze Generation – auch heute noch sind restaurierte Maxis heiß begehrt.
Technische Daten
Alle Modelle mit Luftkühlung. Split-Single-Motoren mit asymmetrischer Steuerung (Einlass/Überström vorderer Kolben, Auslass hinterer Kolben). Zündung: Magnetzündung (bis 1960er), später elektronische Zündung.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Puch-Markt teilt sich in drei Segmente: Nachkriegs-Split-Singles (125/175/250 SV/SGS), Kleinmotorräder (M 125, R 125) und Mopeds (Maxi, MS/VS-Reihe). Preise variieren stark nach Originalität und Zustand.
Puch 125 SV (1953–1967): Einsteigermodell für Sammler. Gut erhaltene, unrestaurierte Exemplare liegen bei €3.000–5.000. Vollrestaurierte Modelle mit Originalteilen erreichen €6.000–8.000. Teilrestaurierte mit modernen Komponenten (Elektrik, Reifen) bewegen sich bei €4.000–6.000. Kritisch: Motorrevision (Split-Single-Teile selten), Chromteile (oft durchgerostet), originale Sitzbank (häufig neu bezogen).
Puch 250 SGS/Twingle (1953–1970): Begehrtestes Modell. Fahrfertige Maschinen starten bei €5.000, Topzustand mit Originalteilen €8.000–12.000. US-Import-Modelle (Sears Allstate) sind oft günstiger, aber mit US-Spezifikationen (Meilen-Tacho, abweichende Elektrik). Achten Sie auf Split-Single-Motorschäden – Ersatzteile (Kolben, Zylinder) sind rar. Motorrevisionen kosten €1.500–2.500.
Puch 175 SV (1952–1960): Seltener als die 125er, oft als Geländeversion mit Hochauspuff. Preise: €4.500–7.000. Besonders gesucht sind Export-Modelle mit Serienausstattung (Schutzbleche, Gepäckträger).
Puch M 125 (1966–1971): Preiswert und robust. Gute Exemplare ab €2.500, restaurierte ab €4.000. Ersatzteile sind noch verfügbar, Motoren gelten als unverwüstlich. Ideal für Einsteiger.
Puch 500 (1931–1938): Äußerst selten, nur für Vollblut-Sammler. Schätzwert bei Auktionen: €15.000–25.000. Beiwagen-Varianten sind häufiger als Solo-Ausführungen. Motoren benötigen Spezialwissen für Wartung.
Puch Maxi (ab 1970): Kultstatus im Moped-Segment. Originalzustand mit Papieren ab €800, restaurierte ab €1.500, Luxusvarianten (Maxi S mit Kickstarter) bis €2.500. Ersatzteile sind dank aktiver Community gut verfügbar. Achten Sie auf Originalrahmen-Nummern (oft gestohlen/getauscht).
Kaufberatung nach Modell:
- 125/175 SV: Prüfen Sie Split-Single-Motor auf Kompressionsverlust (beide Kolben separat testen). Originale Auspuffanlagen sind selten – Nachbauten mindern Wert um 10–15%.
- 250 SGS: US-Import-Modelle haben oft 12-Volt-Elektrik statt 6 Volt – bei Originalität-Anspruch Ausschlusskriterium. Prüfen Sie Fahrgestellnummer gegen US-Datenbanken.
- Maxi-Mopeds: Vorsicht bei getunten Motoren (höhere Kolben, Sport-Auspuff) – oft undeklariert verkauft. Originalzustand ist wertvoller.
Teileversorgung: Österreichische Spezialisten (Puch-Museum Graz, spezialisierte Händler) bieten Neuteile und NOS (New Old Stock). Split-Single-Motorkomponenten sind knapp – Kolben und Zylinder kosten €400–800 pro Satz. Maxi-Teile sind günstig und überall erhältlich.
Fahrverhalten & Leistung
Wer eine Puch 125 SV startet, erlebt österreichische Nachkriegs-Ingenieurskunst: Der Kickstarter benötigt Gefühl – einmal durchtreten, Dekompressor ziehen, dann mit Schwung durchtreten. Der Split-Single-Motor erwacht mit einem kernigen, leicht ungleichmäßigen Zweitakt-Sound. Anders als herkömmliche Zweitakter klingt er tiefer, voller – die beiden Kolben arbeiten versetzt, was dem Auspuff einen charakteristischen Rhythmus verleiht.
Im Stadtverkehr zeigt die 125 SV ihre Stärken: Bei 50 km/h läuft sie entspannt, die Viergangschaltung erlaubt geschmeidige Übergänge. Die Sitzposition ist aufrecht, die breiten Lenkergriffe geben Kontrolle. Die Federung schluckt Kopfsteinpflaster, bleibt aber hart genug für kurvige Landstraßen. Bei 70 km/h beginnt der Motor zu vibrieren – 80 km/h sind das komfortable Maximum.
Die 250 SGS spielt in einer anderen Liga: 17 PS aus 248 ccm bedeuten für 1950er-Verhältnisse sportliche Leistung. Der Split-Single läuft geschmeidiger als bei der 125er, die Leistungsentfaltung ist linear. Auf der Autobahn hält sie 100 km/h durch, bei 110 km/h wird es laut. Die Bremsen (Trommelbremsen vorn und hinten) erfordern Vorausschau – moderne Scheibenbremsen sind Umbauten zu bevorzugen, falls Originalität keine Rolle spielt.
Die Puch M 125 überrascht mit Agilität: Nur 92 kg Leergewicht, 12 PS – das reicht für flotte Überholvorgänge im Stadtverkehr. Die Schaltung rastet präzise, die Kupplung ist leichtgängig. Wer Komfort sucht, wird enttäuscht – die Federung ist straff, die Sitzbank schmal. Aber für Kurzstrecken und Pendelverkehr ist die M 125 ein verlässlicher Partner.
Das Maxi-Moped fährt sich wie ein Fahrrad mit Motor: Bei 25 km/h schaltet man auf zweiten Gang, bei 35 km/h ist die Endübersetzung erreicht. Die Pedale sind funktional – Starthilfe bei kaltem Motor, Heimfahrt bei Benzinmangel. Der 2-PS-Motor ist laut, aber unkaputtbar. Das Fahrwerk ist simpel, aber robust – Bordsteinkanten sind kein Problem.
Gelände-Modelle wie die 125 MC/GS bieten mehr Bodenfreiheit und längere Federwege. Der Lenker ist breiter, die Fußrasten höher montiert. Im Wald spielt sie ihre Stärken aus: wendig, leicht, gutmütig. Moderne Enduros sind ihr überlegen – aber der Charme liegt im mechanischen Purismus.
Design & Besonderheiten
Puch-Motorräder sind funktional-robust gestaltet – keine italienische Eleganz, sondern österreichische Ingenieurskunst. Das grün-weiße Emblem zierte ab 1903 alle Modelle, manchmal ergänzt durch den Schriftzug "Steyr-Daimler-Puch AG". In den 1930er-Jahren trugen in Passau (Bayern) gefertigte Modelle den Zusatz "Austro-Daimler-Puch AG Passau".
Die 125 SV zeigt klassische 1950er-Jahre-Proportionen: tropfenförmiger Tank, geschwungene Schutzbleche, verchromte Scheinwerferhalterung. Der Tank fasst 12 Liter – ausreichend für 200 km Reichweite. Die Sitzbank ist flach und lang, der Soziussitz ist integriert. Typisch: die verchromten Seitendeckel über dem Split-Single-Motor – sie schützen das Triebwerk und sind ein Erkennungszeichen aller SV-Modelle.
Die 250 SGS wirkt bulliger: breiterer Tank (15 Liter), massiverer Rahmen, doppelte Auspuffanlage (zwei Endrohre für die beiden Kolben). US-Export-Modelle hatten oft lackierte statt verchromter Schutzbleche – eine Kostensparmaßnahme für den Massenmarkt.
Die Puch 500 von 1931 ist ein Stilbruch: Während die Nachkriegsmodelle minimalistisch sind, zeigt die 500 Art-Déco-Einflüsse – geschwungene Linien, aufwändige Chromarbeiten, Beiwagen mit Panorama-Windschutzscheibe. Der Zweizylindermotor liegt quer zur Fahrtrichtung, die Auspuffrohre verlaufen seitlich nach hinten. Ein Prestige-Objekt für gehobene Ansprüche.
Das Maxi-Moped definierte das Design einer Ära: integrierter Tank unter der Sitzbank, Einbaumotor (kein freiliegender Zylinder), Trittbretter statt Fußrasten. Die Sport-Variante Maxi S erhielt einen sportlicheren Tank, einen Kickstarter und eine sportlichere Lackierung.
Designer-Namen sind bei Puch nicht überliefert – die Konstruktion erfolgte werksintern. Die Philosophie: Form folgt Funktion. Keine überflüssigen Zierleisten, keine Prestige-Details. Puch-Motorräder sind Werkzeuge – robust, wartungsfreundlich, langlebig.
Sonstiges
Puch-Motorräder eroberten nicht nur europäische Straßen, sondern auch Rennsport und Export-Märkte. In den 1950er- und 1960er-Jahren nahmen Puch 250 SGS erfolgreich an Langstreckenrennen teil – darunter das legendäre Erzbergrennen in der Steiermark. Die Robustheit der Split-Single-Motoren bewährte sich im harten Renneinsatz.
In den USA wurden Puch-Motorräder über den Versandhändler Sears, Roebuck & Co unter der Marke Allstate verkauft. Man konnte eine Puch per Katalog bestellen – binnen Tagen lieferte ein Lastwagen das Motorrad an die Haustür. Besonders die Twingle 250 (SGS) war beliebt, da sie preiswerter als Harley-Davidson oder Indian war.
In Österreich prägte Puch das Stadtbild: Postboten fuhren Puch Maxis, Polizisten nutzten 250 SGS für Streifenfahrten. Bis heute existiert eine aktive Puch-Community mit Clubs in Österreich, Deutschland und Skandinavien. Das Johann-Puch-Museum in Graz zeigt die vollständige Geschichte der Marke – inklusive des Original-Emblems, das Jahrzehnte lang das Werksdach zierte.
Kurios: In den 1970er-Jahren exportierte Puch Maxis nach Südamerika, wo sie als robuste Landverkehrsmittel geschätzt wurden. In Argentinien sind Puch-Mopeds bis heute im Einsatz – oft über 40 Jahre alt, aber noch immer funktionstüchtig.
Fazit
Puch-Motorräder sind österreichische Ingenieurskunst ohne Schnörkel: robust, technisch ausgereift, wartungsfreundlich. Der Split-Single-Motor bleibt ein technisches Alleinstellungsmerkmal – seine asymmetrische Steuerung sorgte für bessere Leistung bei geringerem Verschleiß. Modelle wie die 125 SV, 250 SGS und M 125 sind heute gesuchte Klassiker für Sammler, die funktionale Technik über italienisches Design stellen.
Für Einsteiger eignet sich die M 125 – Ersatzteile verfügbar, Motor unverwüstlich, Preis moderat. Sammler mit Anspruch greifen zur 250 SGS – das technische Highlight der Marke, allerdings mit höherem Restaurationsaufwand. Wer Kultstatus sucht, wählt das Maxi-Moped – bezahlbar, überall präsent, emotional aufgeladen.
Puch-Motorräder sind keine Rennmaschinen, keine Designikonen – aber sie sind ehrlich. Wer eine Puch fährt, fährt ein Stück österreichischer Industriegeschichte. Und genau das macht ihren Reiz aus.

