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Italjet Motorrad kaufen
Leopoldo Tartarini gründete Italjet 1957 in Bologna. Von Trial-Maschinen bis zum futuristischen Dragster – eine Marke für Experimentierfreudige. 2002 Konkurs, 2006 Neustart.
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1994 | Italjet Velocifero 50
Italjet VELOCIFERO 50

1974 | Italjet 350 Casual
Italjet Casual 350

1970 | Italjet Trial 50
Italjet Trial P4
"Italjet" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Italjet" machen.
1982 | Italjet 48
1982 Italjet M5C 49cc
1982 | Italjet Pack 2
ITALJET Pack 50 PACK -2 PORTATILE DA VIAGGIO
1999 | Italjet Dragster 125
ITALJET MOTO Dragster 125 LC Dragster
1970 | Italjet Trial 50
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1970 | Italjet Trial 50
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1970 | Italjet Trial 50
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1969 | Italjet Mustang SS 50
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1973 | Italjet Teen-Ager
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1967 | Italjet Piranha 50
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1969 | Italjet 48
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1967 | Italjet Piranha 50
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Geschichte & Erbe
Italjet entstand 1957 aus der Leidenschaft eines Rennfahrersohns: Leopoldo „Poldino" Tartarini (geb. 1932) wuchs in Bologna als Sohn des Motorradhändlers und Rennfahrers Egisto Tartarini auf. Mit vier Jahren saß er im selbstgebauten Mini-Seitenwagen, mit 20 fuhr er selbst Rennen (Trials, Enduros). Nach dem Tod seines Vaters bei einem Rennunfall kehrte Leopoldo aus dem Architekturstudium in Florenz zurück nach Bologna – zurück zu den Motorrädern.
1957 gründete er Italemmezeta – ein Unternehmen, das MZ-Motoren aus der DDR in eigene Rahmen einbaute (daher „Ital-MZ"). Die Rahmen waren innovativ, die Motoren bewährt. 1959 begann Italemmezeta mit Eigenkonstruktionen. 1961 wurde die Firma in Italjet Moto umbenannt, Sitz blieb San Lazzaro di Savena bei Bologna.
In den 1960er Jahren baute Italjet Kleinkrafträder und Minibikes. Modelle wie der Go-Go 50 (1966) und der Mini-Bambino (1968, ein Minibike für Kinder) zeigten Tartarinis Erfindungsgeist. 1969 kam der Kit-Kat 50 – das erste faltbare Moped der Welt. Zusammengeklappt passte es in einen Kofferraum.
Die 1970er brachten hubraumstärkere Modelle: Griffon, Roadmaster, Trial-Maschinen wie die Piuma und Italjet 350 T. Außerdem kleine Wettbewerbs-Enduros wie Pit Jet und Fast Boy. Motoren kamen von Sachs, Minarelli, Ducati und später Bultaco (spanische Partnerschaft ab 1980).
Ab den frühen 1980ern sank die Motorrad-Nachfrage. Italjet stieg aus der Motorradproduktion aus und konzentrierte sich ab 1990 auf Roller. 1998 kam der Dragster – ein futuristischer Roller mit Gitterrahmen, Nabenlenkungs-Vorderradführung (RAAD-System) und Designsprache, die an Science-Fiction erinnerte. Der Dragster wurde zum Kultobjekt, aber die hohen Produktionskosten (+ Bau eines neuen Werks 1999) führten 2002 zum Konkurs.
2006 übernahm Blue Energy (Bologna) die Marke. Leopoldo Tartarinis Sohn Massimo Tartarini führte die Firma weiter. 2018 erschien der Dragster Reboot – entwickelt mit MotoGP-Pilot Andrea Dovizioso, als 125er und 200er. Heute ist Italjet wieder aktiv, aber eine Nischenmarke.
Highlights & Besonderheiten
Der Dragster (1998–2002, Reboot ab 2018) ist Italjets bekanntestes Modell. Das Original hatte einen Gitterrahmen aus Stahl (Ducati-Stil), Nabenlenkungs-Vorderachse (RAAD-System, Patent Tartarini 1997) statt Teleskopgabel, und ein Design, das zwischen Sportbike und Transformer pendelte. Versionen: D50LC (50 cm³ Zweitakt), D125LC (125 cm³ Zweitakt), D180LC (180 cm³ Zweitakt). Leistung: 14–28 PS (je nach Modell). Gewicht: 120–130 kg. Höchstgeschwindigkeit: 80–130 km/h.
Das RAAD-System (Ricerca Applicata Avanzata Design) war innovativ: Die Vorderradführung erfolgte über Dreieckslenker, nicht über eine Gabel. Vorteil: konstanter Nachlauf, besseres Kurvenverhalten. Nachteil: komplexe Wartung, teuer in der Produktion. Kritiker sagten, es sei instabil bei hoher Geschwindigkeit.
Preise (2024–2025):
- Dragster 125LC (1998–2002): 1.500–3.500 € (fahrbereit), bis 5.000 € (Topzustand)
- Dragster 180LC (selten): 2.500–4.500 €
- Dragster Reboot 125/200 (ab 2018, neu): 3.499–5.499 €
Die Formula 50 (1990er) war ein sportlicher 50er-Roller mit klassischer Teleskopgabel, aber aggressiver Optik. Weniger radikal als der Dragster, aber leichter zu fahren. Preise: 800–1.800 €.
Der Italjet 350 Trial (1970er) war eine Trial-Maschine mit 350-cm³-Motoren (oft Bultaco oder Sachs). Sehr selten – nur wenige Hundert gebaut. Preise: 2.000–5.000 € (je nach Zustand).
Der Velocifero 50 (1990er) war ein minimalistischer 50er-Roller – Design wie ein Skateboard mit Motor. Kultstatus in der Tuning-Szene. Preise: 600–1.500 €.
Problem: Italjet-Modelle wurden in kleinen Stückzahlen gebaut. Ersatzteile sind knapp. Viele Dragster wurden in Tuning-Projekten verheizt – originale, unmodifizierte Exemplare sind rar.
Technische Daten
Antrieb: Dragster (Original): Zweitakter mit Vergaser (Mikuni, Dellorto). Dragster Reboot: Viertakter mit Einspritzung. Alle Modelle: Automatik (CVT-Getriebe).
Fahrwerk: Dragster (Original): Gitterrahmen, RAAD-Vorderachse, konventionelle Schwinge hinten. Reboot: ISS-Vorderachse (weiterentwickeltes RAAD-System), Trellis-Rahmen. Formula/Velocifero: Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel.
Bremsen: Dragster: Scheibenbremsen vorne (meist 220 mm), Trommelbremse hinten. Reboot: Scheibenbremsen vorne und hinten, ABS (nur 200er).
Marktübersicht und Kauftipps
Italjet-Klassiker sind Nischenprodukte für Sammler und Individualisten. Die Marke hatte nie Massenproduktion – Stückzahlen waren gering, Preise daher variabel. Der Dragster ist das begehrteste Modell, aber schwer zu finden in Originalzustand.
Worauf achten beim Kauf:
Originalität: Viele Dragster wurden getuned (Auspuff, Vergaser, Zylinder). Originale Teile sind wertvoller. Fragen Sie nach Original-Auspuff, -Vergaser, -Luftfilter. Tuning-Umbau mindert Wert.
Vorderachse (RAAD/ISS): Komplexes System. Prüfen Sie Lager, Kugelgelenke, Spurstangen. Verschleiß hier ist teuer (Ersatzteile knapp). Spiel in der Lenkung = Warnsignal.
Motor: Zweitakter (Dragster Original): Kompression prüfen (min. 8 bar bei 125er). Kolben/Zylinder verschleißen schnell. Viertakter (Reboot): robuster, aber junge Gebrauchtmaschinen – Langzeiterfahrungen fehlen.
Rahmen: Gitterrahmen auf Risse prüfen (besonders an Schweißnähten). Verzinkte Rahmen (einige Dragster) rosten kaum, unlackierte Stahl-Frames rosten stark.
Elektrik: Italjet hatte Elektrikprobleme (Regler, Kabelbaum). Prüfen Sie Beleuchtung, Zündung, Anlasser.
Restaurierungskosten: Motor-Rebuild (Zweitakt): 500–1.000 €. RAAD-Vorderachse überholen: 300–600 €. Ersatzteile sind das Problem – viele Teile nur über Dragster-Clubs oder Nachbau.
Teile-Verfügbarkeit: Kritisch. Italjet ging 2002 in Konkurs – viele Originalteile nicht mehr lieferbar. Dragster-Community bietet Nachbauten (z. B. über italjet-dragster.co.uk, dragster-forum.de). Motor-Teile (Minarelli-Motoren) über Tuning-Shops beschaffbar. Rahmenteile = Einzelanfertigungen.
Käuferprofil: Design-Liebhaber, Tuning-Enthusiasten, Roller-Sammler. Keine Investment-Käufer – Italjet ist zu nischig.
Preistendenz: Dragster-Preise stabil (2.000–4.000 €). Keine Preissteigerungen, aber auch kein Absturz. Reboot-Modelle verlieren als Neumaschinen an Wert (-20 % im ersten Jahr).
Fahrverhalten & Leistung
Der Dragster 125LC (Original) fährt sich an wie ein Go-Kart auf zwei Rädern: kurzer Radstand (1.310 mm), niedriger Schwerpunkt, aggressives Handling. Der Zweitakt-Motor schreit bis 11.000 U/min, Leistung kommt ab 7.000 U/min. Beschleunigung: 0–50 km/h in 4 Sekunden. Das RAAD-System macht die Lenkung direkt – fast zu direkt. In Kurven liegt der Dragster satt, aber bei hoher Geschwindigkeit (über 100 km/h) wird die Lenkung nervös.
Sitzposition: tief, sportlich. Lenker breit, Fußrasten weit hinten. Windschutz: null. Bremsen (220-mm-Scheibe vorne) sind bissig. Fahrkomfort: niedrig – harte Federung, kleine Räder (120/70–11 vorne, 130/70–12 hinten), jedes Schlagloch spürt man.
Der Dragster 200 Reboot (ab 2018) ist zahmer: Der Viertakt-Motor (17 PS) ist kultivierter, aber weniger emotional. Beschleunigung: langsamer als der Zweitakt-Original. Das ISS-System ist weiterentwickelt – stabiler bei hoher Geschwindigkeit. Handling: präzise, aber nicht so aggressiv wie beim Original. Sitzposition: etwas komfortabler. ABS (nur 200er) macht das Bremsen sicherer.
Die Formula 50 ist ein normaler Sportroller – klassische Gabel, konventionelles Handling. Leichter zu fahren als der Dragster, aber langweiliger. Beschleunigung: moderat (50er sind auf 45 km/h gedrosselt).
Der Italjet 350 Trial ist reine Trial-Maschine: extrem leicht (90 kg), Drehmoment von unten, keine Sitzbank (man steht). Höchstgeschwindigkeit irrelevant – es geht um Balancieren, Hüpfen, Klettern.
Fazit: Der Dragster ist kein Alltagsroller – er ist Statement-Piece. Man fährt ihn nicht für Komfort, sondern für Reaktionen. Das RAAD-System ist Ingenieurskunst, aber Wartung ist aufwendig. Wer einen Dragster kauft, kauft Design und Exklusivität, nicht Praktikabilität.
Design & Zubehör
Italjet-Design war stets experimentell. Der Dragster (Original) war ein Fremdkörper: Gitterrahmen aus Stahl (wie bei Ducati-Rennmaschinen), exponierte RAAD-Vorderachse (Dreieckslenker sichtbar), scharfkantige Verkleidung. Farben: meist Silber, Schwarz, Rot. Das Design stammte von Alessandro und Leopoldo Tartarini (Vater und Sohn). Ziel: Motorrad-Technik in Roller-Format.
Der Dragster Reboot (ab 2018) radikalisierte das Design noch: kantigere Linien, LED-Scheinwerfer, Carbon-Optik. Designer war Massimo Tartarini (mit Input von MotoGP-Pilot Andrea Dovizioso). Farben: Weiß/Rot, Schwarz/Gold, Gresini-Edition (MotoGP-Design).
Die Formula 50 hatte klassisches Sportroller-Design: Vollverkleidung, große Scheinwerfer, aggressive Grafiken. Farben: meist Blau, Rot, Weiß.
Der Velocifero 50 war minimalistisch: nackter Rahmen, keine Verkleidung, kleine Sitzbank. Design-Philosophie: Form follows Function. Farben: meist Silber oder Schwarz.
Zubehör: Für den Dragster gibt es eine große Tuning-Szene – Auspuffanlagen (Akrapovič, Giannelli, Yasuni), Vergaser-Kits (Polini, Malossi), Zylinder-Tuning (70–100 cm³). Original-Optik ist aber werterhaltender. Für Reboot-Modelle sind Akrapovič-Auspuffe und Carbon-Teile verfügbar.
Farbgebung: Klassische Dragster-Farben sind Silber/Rot, Schwarz/Grün (wie Kawasaki), Weiß/Blau. Sonderlackierungen (z. B. Gulf-Design, Moto-GP-Replicas) sind bei Sammlern begehrt.
Sonstiges
Rennsport-Kultur: Italjet war nie in Grand-Prix-Rennen aktiv, aber in Drag-Racing und Stunt-Shows. Getunete Dragster (mit 125er-Zweitakt bis 40 PS) wurden in illegalen Straßenrennen und Drag-Contests gefahren. YouTube ist voll von Dragster-Stunt-Videos (Wheelies, Burnouts).
Export-Märkte: Italjet war in Italien, UK und Deutschland vertreten. In den USA nie offiziell verkauft (zu langsam für Highway). In UK war der Dragster Kult unter 16-Jährigen (125er als erstes Bike).
Popkultur: Der Dragster erschien in Videospielen (z. B. Gran Turismo, als Bonus-Fahrzeug) und in Tuning-Magazinen (MaxiTuner, ScooterPower). In Italien war der Dragster Symbol für Roller-Tuning-Szene.
Massimo Tartarini und Dovizioso: Der Reboot des Dragsters (2018) war eine Zusammenarbeit zwischen Massimo Tartarini (Sohn von Leopoldo) und Andrea Dovizioso (MotoGP-Pilot aus Bologna). Dovizioso testete Prototypen und gab Input zu Handling und Design. Die Gresini Edition (benannt nach dem verstorbenen MotoGP-Team-Manager Fausto Gresini) ist eine Hommage an Bolognas Rennsport-Erbe.
Fazit
Italjet ist eine Marke für Individualisten und Design-Liebhaber. Der Dragster (1998–2002) war ein technisches Experiment – Gitterrahmen, RAAD-Vorderachse, Zweitakt-Power. Heute Kultobjekt für 2.000–4.000 €, aber Ersatzteile knapp und Wartung aufwendig. Der Dragster Reboot (ab 2018) ist zahmer, aber immer noch auffällig – für 3.500–5.500 € als Neumaschine.
Wer einen Italjet sucht, sollte: Originalität prüfen (viele Dragster sind getuned). RAAD-Vorderachse auf Verschleiß checken (teuer zu reparieren). Ersatzteil-Verfügbarkeit akzeptieren (schwierig). Community-Kontakte knüpfen (Dragster-Foren, Clubs). Keine Wertsteigerung erwarten – Italjet ist zu nischig. Aber: Wer einen Dragster fährt, fährt ein Unikat. Design, Technik, Exklusivität – das ist Italjet.



