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Horex Motorrad kaufen
Horex baute von 1923 bis 1956 Motorräder in Bad Homburg – und prägte mit langhubigen Einzylindern den deutschen Nachkriegsmotorradmarkt wie kaum eine andere Marke. Die Regina war 1952 das meistverkaufte Motorrad ihrer Klasse.
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1954 | Horex Regina 400
Regina 400 mit Steib Beiwagen - Restauriert
"Horex" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Horex" machen.
1954 | Horex Regina 400
Vertreter der klassischen Horex-Generation
1958 | Horex Resident 350
Teil der klassischen Horex-Motorradära
1953 | Horex Regina 250
Neu aufgebaute Horex 250 Regina
1955 | Horex Imperator
Imperator400
1954 | Horex Regina 250
1956 | Horex Resident 250
Horex Resident 250 Oldtimer originaler sehr schöner Zustand top
1953 | Horex Regina 350
1959 | Horex Resident 350
1953 | Horex Regina 250
Eine der letzten Reginas/ Erbstück
1956 | Horex Imperator
Horex Imperador 400
1955 | Horex Regina 4
Regina
Geschichte & Erbe
Fritz Kleemann war gerade 22 Jahre alt, als er 1923 in Bad Homburg vor der Höhe die Horex-Fahrzeugbau AG gründete. Der Name war ein Kürzel: „Ho" für Homburg, „rex" für das Warenzeichen der elterlichen Rex-Konservenglas-Gesellschaft. Von Anfang an stand Horex für solide Technik und sportliche Ambition – Kleemann begann sofort mit dem Bau von Rennmaschinen.
1925 fusionierte Horex mit der Columbus Motorenbau AG aus Oberursel, die ebenfalls dem Kleemann-Clan gehörte. Der Zusammenschluss brachte Synergien: Horex verfügte nun über eigene Motorenentwicklung und konnte eine breite Modellpalette von 198 bis 600 Kubikzentimeter aufbauen. Chefkonstrukteur Hermann Reeb, der ab 1927 die Entwicklungsabteilung leitete, setzte auf langhubige Motoren – ein technisches Merkmal, das zum Markenzeichen werden sollte.
In den 1930er Jahren erlebte Horex seine erste Blütezeit. 1935 gewann die Marke die deutsche Gespannmeisterschaft mit einem aufgeladenen Zweizylinder. Das Werk baute neben Einzylindern auch parallele Zweizylinder mit bis zu 800 Kubikzentimeter und experimentierte mit Vierventilköpfen – damals eine technologische Rarität im deutschen Motorradbau. 1936 erschien die SB 35, ein 350er Einzylinder-OHV-Blockmotor mit charakteristisch langem Hub (Bohrung 69 mm, Hub 91,5 mm), der als Einbaumotor auch an die Victoria-Werke geliefert wurde. Aus genau diesem Motor sollte nach Kriegsende die erfolgreichste Horex aller Zeiten entstehen.
Der Zweite Weltkrieg stoppte die Produktion in Bad Homburg. Das Werk überstand die Bombardierungen weitgehend unversehrt – ein seltenes Glück unter deutschen Industriebetrieben. Bereits 1948 nahm Horex die Motorradfertigung wieder auf, zunächst mit der überarbeiteten SB 35. Die Nachfrage nach zuverlässigen Motorrädern war enorm: Deutschland brauchte erschwingliche Mobilität, und Horex lieferte sie.
1950 erschien die Regina – ein Name, der in der deutschen Motorradgeschichte bis heute einen Klang hat. Konstrukteur Reeb hatte die SB 35 konsequent weiterentwickelt: Der 342-cm³-Motor bekam einen Leichtmetallzylinderkopf, modernisierte Ventilsteuerung und ein überarbeitetes Fahrwerk. 1952 war die Regina 350 das meistverkaufte Motorrad ihrer Klasse in Deutschland – ein Bestseller, der zeigt, wie präzise Horex den Zeitgeist getroffen hatte.
Die späten 1950er Jahre brachten Probleme: Absatzzahlen brachen ein, als Kleinwagen wie der VW Käfer erschwinglicher wurden. 1956 musste Horex die Motorradproduktion einstellen. 1960 übernahm Daimler-Benz das Werk und schloss es. Restbestände des Imperator wurden noch Jahre danach in den USA als Zündapp Citation 500 verkauft.
Die Markenrechte gingen an Friedel Münch, den Erbauer der legendären Münch Mammut. Münch bot die Horex 1400 TI in Einzelfertigung an – ein kurioses Kapitel der Nachgeschichte. 2010 versuchte eine neu gegründete Horex GmbH einen Neustart mit der VR6, einem aufsehenserregenden 6-Zylinder-V-Motor. Trotz begeisterter Aufnahme auf Messen endete auch dieses Projekt 2014 in der Insolvenz. 2023 erschien schließlich die Regina EVO als Hommage an den Klassiker – ein Zeichen, wie stark der Name Horex bis heute verankert ist.
Highlights & besondere Modelle
Horex Regina (1950–1956) ist das Herzstück des Horex-Erbes. In drei Hubraumvarianten gebaut – 248 cm³ (12,5 kW), 342 cm³ (14,3 kW) und 399 cm³ (16,2 kW) – deckte die Regina ein breites Käuferspektrum ab. Die 350er war der Bestseller: praxistauglich, zuverlässig, mit dem charakteristischen langhubigen Motor. Die Regina 400 mit 22 PS ist heute die gesuchte Variante unter Sammlern, da sie das spürbar spritzigere Fahrerlebnis bietet. Besonders begehrt: die seltene Regina Geländesport, eine Offroad-Variante mit Hochauslassauspuff, die in Geländeläufen eingesetzt wurde und heute Preise zwischen 10.000 und 15.000 Dollar erzielt.
Horex Imperator 400 (1955–1957) ist die technisch anspruchsvollste Horex: ein 400-cm³-Paralleltwin mit oben liegender Nockenwelle (OHC) – das einzige in Serie gebaute Zweizylinder-Motorrad von Horex der Nachkriegszeit. Mit 26 PS bei 6.790 U/min und einem charakteristischen Doppelauslasssystem war der Imperator seiner Zeit voraus. Das spezielle Motorenkonzept – eine Nockenwelle zwischen den Zylindern – wurde von Horex patentiert. Der Imperator ist der seltenste und begehrteste Horex-Klassiker.
Horex Resident 350 (1955–1960) war der direkte Nachfolger der Regina und technisch ausgereifter. Mit 18 kW (24 PS) bot die 350er Resident mehr Leistung bei modernerem Design. Die Überarbeitung in Technik und Optik machte sie zum letzten Höhepunkt der Bad Homburger Motorradgeschichte vor dem Produktionsstopp.
Horex SB 35 (1936–1948) ist der Urahn der Regina-Familie. Wer ein Stück früherer Horex-Geschichte besitzen möchte, sucht diese Vorkriegsmaschine – allerdings sind Exemplare äußerst selten und fast ausschließlich in Museen zu finden.
Technische Daten
Technisches Merkmal aller Regina-Modelle: Die außergewöhnlich langen Hübe (bei der 350er: Bohrung 69 mm, Hub 91,5 mm) ergaben ein Hubverhältnis weit jenseits des damaligen Industriestandards. Diese Auslegung begünstigte ein hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen – ideal für Alltagseinsatz und Gespannbetrieb.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Horex-Markt ist überschaubar: Auf Classic Trader und bei deutschen Oldtimerbörsen finden sich im Jahresschnitt 5 bis 15 Angebote gleichzeitig. Horex-Motorräder sind Nischensammler-Stücke – kein Massenklassiker wie BMW R-Modelle oder NSU, aber mit einem treuen und spezialisierten Liebhaberkreis.
Preisorientierung (2024/2025):
- Regina 400 (guter Zustand): €4.500–€7.000 – Classic Trader Auktion 2025: Schätzrahmen €4.500–€6.900 für ein restauriertes Museumsexemplar
- Regina 350 (Geländesport): $10.000–$15.000 (US-Markt), je nach Zustand und Seltenheit
- Resident 350 (guter Zustand): €5.800–€7.000 – Classic Trader Auktion 2025: Schätzrahmen €5.800–€7.000
- Regina 350 (Restaurierungsprojekt): ab €2.000 für beschädigte, nicht fahrbereite Exemplare
- Regina 350 (vollrestauriert, Sammlerzustand): bis €19.800 (gewerbliche Händlerpreise)
- Imperator 400: sehr selten, keine aktuell verfügbaren Angebote auf Classic Trader – Preis auf Anfrage, schätzungsweise €8.000–€15.000+
Kaufprofil Horex-Sammler: Überwiegend deutsche Liebhaber der Nachkriegsmobilität, häufig Gespannfahrer (die Regina war sehr begehrt für Seitenwagenbetrieb – Anschlusspunkte waren serienmäßig vorgesehen). Horex-Veteranen schätzen die technische Solidität der langhubigen Motoren und die enge Verbindung zur deutschen Industriegeschichte.
Worauf achten beim Kauf?
- Motor: Die longhub-Konstruktion ist robust, aber nach 60+ Jahren Betrieb verschleißen Ventilführungen und Stößel. Lassen Sie eine Komprimierungsmessung durchführen (Sollwert >8 bar). Klappernde Ventile deuten auf verschlissene Einstellungen hin.
- Elektrik: Ursprünglich Magnetzündung – viele Exemplare wurden nachträglich auf Batteriezündung umgestellt. Prüfen Sie, ob Originalteile vorhanden sind (höherer Sammlerwert) oder eine saubere Umrüstung vorliegt.
- Rahmen und Gabelbrücke: Auf Risse prüfen, besonders an den Schweißnähten. Typische Schwachstelle der frühen 1950er Baujahre.
- Karrosserie: Die Blechteile (Tank, Kotflügel) sind schwer zu beschaffen. Auf originalgetreue Lacke und unverbeulte Originalblechteile achten.
- Ersatzteile: Der Horex-Markt lebt von Gleichgesinnten. Der aktive Horex-Forum (horexforum.de) und Spezialisten wie die Horex-Regina.de-Community sind erste Anlaufstellen. Original-Ersatzteile existieren, sind aber teuer; gute Reproduktionen sind verfügbar.
- Dokumentation: Für den deutschen Oldtimerstatus (H-Kennzeichen) wird ein Fahrzeugbrief gebraucht. Ohne Papiere ist eine Zulassung aufwändig – kalkulieren Sie Zeit und Kosten ein.
Tipp: Das Motorbär-Museum in Baden-Württemberg hat jahrelang Horex-Motorräder gesammelt und verkauft regelmäßig Exemplare aus dem Bestand – oft als Restaurierungsprojekte, aber mit Originalteilen und bekannter Provenienz.
Fahrverhalten
Eine Horex Regina zu fahren bedeutet, in die Mechanik der frühen Bundesrepublik einzutauchen. Der Einzylinder-OHV-Motor macht keine hektischen Anstalten – er dreht gemächlich hoch, wie ein Motor aus einer Zeit, als man noch Ausdauer über Tempo stellte. Wer bei 4.500 U/min in den fünften Gang schalten würde, merkt: einen fünften Gang gibt es nicht. Vier Gänge, Handkupplung, Fußschaltung – das ist Motorradfahren aus dem Lehrbuch.
Die Federung der frühen Regina-Generationen mit Starrgabel vorne mag für moderne Fahrer zunächst ungewohnt wirken, aber auf glatten Landstraßen entfaltet die Maschine eine ruhige, geradezu majestätische Linie. Die niedrige Sitzhöhe von 76 cm macht die Regina auch für kleinere Fahrer zugänglich. Das Gewicht von rund 150 kg ist für das Fahrzeugkonzept überraschend handlich.
Der Imperator 400 mit seinem Zweizylinder-OHC-Motor ist ein anderes Kapitel. Wer je das Privileg hatte, einen zu fahren, beschreibt das Geräusch als tiefer, fülliger – ein paralleler Zweizylinder aus 1955, der in eine Welt gehört, in der Motorräder noch Charakterköpfe waren. Mit 26 PS ist er für die Epoche bemerkenswert leistungsstark und dreht bereitwillig bis 6.800 U/min.
Der Resident 350 ist die verfeinerte Version der Regina: etwas ruhiger, besser gedämmt, mit verbesserter Bremswirkung durch modifizierte Trommelbremsen. Für Langstreckenfahrten auf Tagestouren – exakt das, wofür er entwickelt wurde.
Design
Horex-Motorräder folgen dem funktionalen Ästhetizismus der deutschen Nachkriegszeit: kein Chrom um des Chroms willen, keine Spielerei. Die Linien sind klar, der tropfenförmige Tank hat eine zeitlose Eleganz, die Kotflügel wirken ausgewogen. Die Regina ist kein Schauobjekt – sie ist ein Arbeitstier mit Würde.
Charakteristisch: der Verschlussdeckel des 2-Liter-Ölbehälters am Zylinderdeckel, der an der Außenwand des Zylinderkopfdeckels sitzt – ein untrügliches Erkennungszeichen für Kenner. Die Schaltwippe ist ein weiteres Regina-spezifisches Detail, das Einsteiger manchmal überrascht.
Der Imperator unterscheidet sich deutlich: Chromringe am runden Scheinwerfer, Doppelauslasssystem mit verchromten Endtöpfen, der charakteristische Tropfentank in Verbindung mit einem Zweizylinder-Aggregat, das die Maschine optisch breiter und kraftvoller wirken lässt. In der Riege der deutschen Nachkriegs-Zweizylinder nimmt der Imperator eine herausragende Stellung ein – rarer als BMW-Zweiventiler, technisch interessanter als mancher britische Vergleichstyp.
Farblich blieben die meisten Horex-Motorräder in klassischen Tönen: Silber, Schwarz, gelegentlich Rot. Sammlerkonforme Restaurierungen orientieren sich an den Werkskatalogen von 1950 bis 1956.
Rennsport & Geschichte
Horex ist untrennbar mit der frühen deutschen Motorrad-Rennsportgeschichte verbunden. Fritz Kleemann baute von Anfang an Rennmaschinen: Die ersten Horex-Motoren aus den 1920er Jahren traten bei nationalen Läufen an und holten beachtliche Ergebnisse. Der Gewinn der deutschen Gespannmeisterschaft 1935 mit einem aufgeladenen Zweizylinder markierte den vorläufigen Höhepunkt der Rennaktivitäten.
Konstrukteur Richard Küchen, der eng mit Horex zusammenarbeitete, entwickelte für Rennmaschinen das Küchen-Desmodromsystem – eine Zwangssteuerung der Ventile ohne Rückholfedern. Diese Technologie, die später Ducati berühmt machen sollte, wurde von Küchen in den 1920er Jahren entwickelt und auf Horex-Rennmotoren erprobt. Ein oft übersehenes Kapitel der Motorradtechnikgeschichte, das Horex in die erste Reihe der Innovatoren stellt.
Die Victoria-KR 35 nutzte ab 1938 den Horex-SB-35-Motor als Einbauaggregat – ein Hinweis darauf, wie begehrt Horex-Motoren in der deutschen Motorradindustrie waren.
Horex war auch im Geländesport erfolgreich. Die Regina Geländesport – erkennbar am Hochauslassauspuff und der verstärkten Federung – war speziell für Geländeläufe und Langstreckenrennen im Gelände ausgelegt. Diese Variante gewann in den frühen 1950er Jahren mehrere regionale Geländemeisterschaften und begründete den Ruf von Horex als vielseitiger Hersteller jenseits des normalen Straßenverkehrs. Geländesport-Exemplare sind heute die begehrtesten Horex-Raritäten auf dem Sammlermarkt.
Ein weiteres oft übersehenes Detail: Horex-Motoren wurden auch in Kleinflugzeuge und Motorboote der frühen 1950er Jahre eingebaut – ein Beweis für die universelle Qualität der Konstruktion, die über den Motorradmarkt hinaus Anerkennung fand. Diese Vielseitigkeit erklärt, warum das Horex-Werk in Bad Homburg trotz des schwierigen Nachkriegsmarktes bis 1956 produzieren konnte.
Fazit
Horex ist kein Mainstream-Klassiker – und das ist genau der Reiz. Wer eine Regina 350 oder 400 kauft, erwirbt ein Stück handgemachter deutschen Motorradgeschichte, das nicht an jeder Ecke zu finden ist. Die technische Solidität der langhubigen Einzylinder ist legendär: Gut gepflegte Motoren laufen nach Jahrzehnten noch tadellos, wenn die Grundüberholung korrekt durchgeführt wurde.
Die begehrlichsten Sammlerstücke der Marke sind der Imperator 400 (selten, technisch einzigartig als Nachkriegs-OHC-Twin) und die Regina Geländesport-Varianten. Für Einsteiger in den Horex-Kosmos bietet die Regina 350 oder 400 den besten Einstieg: fahrfertige Exemplare sind in Deutschland regelmäßig verfügbar, die Community ist aktiv und hilfsbereit.
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