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Bultaco Motorrad kaufen

Mit heulenden Zweitaktern aus den Hallen vor den Toren Barcelonas veränderte Bultaco ab 1959 den Motorsport für immer. Kein anderer spanischer Hersteller prägte Trial, Motocross und Geländesport so nachhaltig wie die Marke von Paco Bultó – und das in nur 24 Jahren Produktionszeit.

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Suchergebnisse

Bild 1/50 von Bultaco Alpina 350 (1978)
1 / 50

1978 | Bultaco Alpina 350

Bultaco 350 ALPINA

5.000 €
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Bild 1/4 von Bultaco Sherpa T 350 (1978)
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Bild 1/30 von Bultaco TSS 350 (1969)
1 / 30

1969 | Bultaco TSS 350

Bultaco 360 TSS "Tralla Super Sport"

25.000 €
🇮🇹
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"Bultaco" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Bultaco" machen.

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Bild 1/8 von Bultaco Sherpa T 250 (1971)

1971 | Bultaco Sherpa T 250

1971 Bultaco Sammy Miller Sherpa T 244cc

Preis auf Anfragevor 4 Monaten
🇬🇧
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Bild 1/10 von Bultaco Alpina 350 (1980)

1980 | Bultaco Alpina 350

BULTACO Alpina 350 213

4.200 €vor 11 Monaten
🇮🇹
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Bild 1/34 von Bultaco Pursang 250 MK11 (1982)

1982 | Bultaco Pursang 250 MK11

1982 Bultaco Sherpa 198B 250cc

Preis auf Anfrageletztes Jahr
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Bild 1/39 von Bultaco Sherpa T 250 (1981)

1981 | Bultaco Sherpa T 250

c.1981 Bultaco 250 Pursang 250cc

Preis auf Anfragevor 2 Jahren
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Bild 1/30 von Bultaco Pursang 370 (1980)

1980 | Bultaco Pursang 370

1980 Bultaco Sherpa 350 349cc

Preis auf Anfragevor 2 Jahren
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Bild 1/27 von Bultaco TSS 350 (1969)

1969 | Bultaco TSS 350

-

12.000 €vor 2 Jahren
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Bild 1/10 von Bultaco Métisse (1969)

1969 | Bultaco Métisse

BULTACO Metisse Rickman 250

5.800 €vor 3 Jahren
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Bild 1/10 von Bultaco Sherpa T 350 (1978)

1978 | Bultaco Sherpa T 350

BULTACO Sherpa Trial 350 T 350

2.300 €vor 3 Jahren
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Bild 1/29 von Bultaco Pursang 250 (1968)

1968 | Bultaco Pursang 250

1968 Bultaco Pursang 104 250cc

Preis auf Anfragevor 4 Jahren
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Bild 1/20 von Bultaco Sherpa T 350 (1978)

1978 | Bultaco Sherpa T 350

Bultaco Sherpa T 350

2.700 €vor 4 Jahren
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1978 | Bultaco Sherpa T 350

Mit Zulassungsbescheinigung

2.700 €vor 4 Jahren
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Bultaco beginnt mit einem Streit. Francisco Xavier „Paco" Bultó (1912–1998) war Mitgründer und technischer Direktor von Montesa, dem ersten spanischen Motorradhersteller. Als die Konjunktur in Spanien Ende der 1950er Jahre einbrach, forderte sein Partner Pedro Permanyer den Rückzug aus dem Rennsport. Bultó, der Motor hinter Montesas Rennerfolgen, weigerte sich vehement – und verließ das Unternehmen.

Im Mai 1958 lud ihn ein Kreis ehemaliger Montesa-Rennfahrer zu einem Treffen ein. Das Ergebnis: eine neue Marke sollte entstehen. Unter primitivsten Bedingungen auf einem alten Bauernhof von Bultó nahe Barcelona begannen die Entwicklungsarbeiten. Am 24. März 1959 feierte Bultaco seinen Pressetag und stellte die Tralla 101 vor – einen 125-ccm-Einzylinder-Zweitakter, der in seiner ersten Rennsaison gegen MV Agusta, Ducati und Montesa antrat und sieben der ersten zehn Plätze in der spanischen Straßenmeisterschaft belegte.

Der Name Bultaco setzt sich aus den Silben „BULt" (Bultó) und „pACO" (Paco) zusammen – ein Kunstname, der schnell zum Synonym für spanischen Motorsport wurde. Bereits 1962 schickte Bultaco ein Team zur berüchtigten International Six Days Trial (ISDT) und kehrte mit zwei Goldmedaillen zurück.

Die entscheidende Wende kam 1965 mit der Sherpa T. Der nordirische Weltklasse-Trialist Sammy Miller war frustriert von den schweren britischen Viertaktern, auf denen er bis dahin fuhr. Gemeinsam mit Bultós Ingenieuren entwickelte er in bemerkenswerter Geschwindigkeit eine völlig neue Trial-Maschine: leicht, schmal, hochbeinig, mit einem präzise dosierbaren Zweitakt-Einzylinder. Die Sherpa T revolutionierte den Trial-Sport so fundamental, dass alle modernen Trial-Motorräder noch heute auf ihren Prinzipien aufbauen.

Sammy Miller gewann auf der Sherpa T das Scottish Six Days Trial 1965, 1967 und 1968. In der European Trials Championship triumphierten Sammy Miller (1968, 1970), Martin Lampkin (1973) und Malcolm Rathmell (1974) auf Bultaco-Maschinen. Dann folgte die Ära der FIM Trial-Weltmeisterschaft: Martin Lampkin (1975, 1977), Yrjö Vesterinen (1976, 1978) und Bernie Schreiber (1979) holten fünf WM-Titel in Folge – jede Saison von 1975 bis 1979 gewann ein Bultaco-Fahrer die Trial-Weltmeisterschaft.

Parallel schrieb der Pursang im Motocross Geschichte, die Alpina dominierte Enduro-Klassiker, der TSS brachte Bultaco-Zweitakter auf internationale Bergkurs- und Rundstreckenrennen. 1983 kollabierte die spanische Motorradindustrie unter dem Druck japanischer Hersteller – Bultaco stellte die Produktion ein. Im Mai 2014 wurde der Name wiederbelebt, diesmal für Elektro-Geländemotorräder (Brinco, Rapitan). Die originalen Bultacos von 1959 bis 1983 sind und bleiben gesuchte Sammlerstücke.

Highlights & Besonderheiten

Bultaco war eine Rennsportmarke, die Straßenmodelle als Nebensache betrachtete. Jedes Modell verfolgte einen klaren Zweck, jede Baureihe entstand aus dem Motorsport heraus.

Die Sherpa T (ab 1965) ist Bultacos bedeutendste Erfindung. Sie erschuf das moderne Trial-Motorrad. Mit einem Gewicht von unter 80 kg, einem Motor, der in jeder Drehzahlsituation exakt kontrollierbar Drehmoment liefert, und einer Geometrie, die für Balance und Wendigkeit optimiert ist, war die Sherpa T ihren Konkurrenten jahrelang haushoch überlegen. Sammy Millers Einfluss auf die Entwicklung ist gut dokumentiert – er brachte das Fahrerwissen, Bultós Ingenieure die technische Umsetzung. Die Sherpa T ist in zahlreichen Varianten von 244 ccm bis 327 ccm erschienen und blieb bis 1981 in Produktion.

Der Pursang (ab 1968) transportierte die Bultaco-Philosophie in den Motocross. Leicht, mit einem knackig ansprechendem Zweitakter, der bei mittleren Drehzahlen seine Kraft entfesselt, dominierte er AMA-Meisterschaften und europäische Geländerennen. Die Varianten MK7 (244 ccm) und die 363-ccm-Version sind heute die meistgesuchten Bultacos unter Vintage-Motocross-Enthusiasten. Ein gut erhaltener Pursang ist bei AHRMA-Rennen oder europäischen Vintage-Veranstaltungen noch immer konkurrenzfähig.

Die Alpina (ab 1971) übertrug die Sherpa-Philosophie auf den Ausdauer-Enduro. Zuverlässigkeit, solide Federung und gut verfügbare Leistung machten sie zum Werkzeug der Wahl für ISDT-Teams. Die 238- und 326-ccm-Varianten teilen zahlreiche Teile mit der Sherpa T – ein erheblicher Vorteil für heutige Restauratoren und Besitzer.

Der TSS (Trial Sport Special) war Bultacos straßenzugelassener Racer. Mit hochdrehenden 125- und 250-ccm-Zweitaktern bestritt der TSS spanische Bergrennen und internationale Veranstaltungen. Das Topmodell, der TSS Model 6 von 1964, erzielte im Januar 2025 auf classic.com den Bultaco-Rekordpreis von 40.700 USD – der seltene Straßenrenn-Bultaco ist auf dem Auktionsmarkt voll anerkannt.

Die Metralla (ab 1962) war Bultacos eleganter Beitrag zum Straßensport. Die MK2 mit 196 ccm und die spätere Metralla GTS mit 244 ccm boten für damalige Verhältnisse sportliche Leistung in einem zweckmäßig konzipierten Chassis. Die Metralla ist unter Kennern das kultischste Straßenmodell der Marke – der einzige Bultaco, der sich wirklich für den täglichen Straßenbetrieb eignet.

Das verbindende Element aller klassischen Bultacos: Einzylinder-Zweitaktmotoren – ohne Ausnahme, ohne Experimente mit Viertaktern. Diese Konsequenz verleiht Bultacos eine Charakteristik, die moderne Motorräder nicht imitieren können.

Technische Daten

Alle Bultacos der Ära 1959–1983 verwenden luftgekühlte Einzylinder-Zweitaktmotoren. Die Geländemodelle (Sherpa T, Pursang, Alpina) nutzen Drehschiebersteuerung mit Amal- oder Bing-Vergasern für ein breites, kontrollierbares Drehmomentnband. Die Straßenmodelle (TSS, Metralla) sind auf höhere Drehzahlen ausgelegt. Zweitaktöl wird dem Kraftstoff beigemischt – typischerweise 1:25 bis 1:50 je nach Modell und Einsatzzweck. Die meisten Baureihen nutzen 5-Gang-Getriebe, spätere Sherpa-Varianten auch 6-Gang.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Bultaco-Markt ist weltweit aktiv – mit besonderer Stärke in Großbritannien, Spanien und den USA. In Deutschland erscheinen Exemplare auf Classic Trader, bei deutschen Auktionshäusern und im europäischen Fachhandel. Die Preise sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen, da Bultacos als echte Motorsportgeschichte erkannt werden.

Bultaco Sherpa T

Der Einstieg in die Bultaco-Welt: 3.000–8.000 € für fahrbare Exemplare in gutem Zustand. Restaurierte Maschinen in Showroom-Qualität erzielen 8.000–15.000 €. Auf BaT erzielte eine originale 1971er Sherpa T Model 49 im August 2024 4.650 USD; eine 1983er Sherpa 199B brachte im Juni 2024 4.500 USD. Classic Trader UK listete eine 1978er Sherpa T 350 für £4.382, H&H Classics erzielte für eine 1976er Sherpa 350T £2.932. Die Sherpa T ist die beste Wahl für Einsteiger: gute Ersatzteilversorgung, aktive internationale Szene, H-Zulassung ab 30 Jahren Alter problemlos möglich.

Kauftipps Sherpa T: Vergaser auf Undichtigkeit prüfen (Amal oder Bing); Gummiteile an Kabeldurchführungen und Benzinleitungen begutachten; Rahmennummer mit Papieren abgleichen (viele Sherpas wurden für Renneinsätze modifiziert). Kompressionstest zwingend durchführen. Auf Vollständigkeit der Trial-Anbauteile achten (Luftfilterkasten, Schutzbleche, originale Auspuffanlage erhöhen den Wert erheblich).

Bultaco Pursang

Für Vintage-Motocross-Enthusiasten: 4.000–10.000 € für fahrbare Exemplare. BaT erzielte im August 2024 für einen 1978er Pursang 370 (MK11) 7.000 USD; ein 1974er Pursang MK7 250 wechselte im Januar 2025 für 4.500 USD den Besitzer; ein Projekt-Pursang 250 aus dem gleichen Jahrgang brachte im Januar 2025 3.000 USD. Eine 1978er Alpina 350 wurde auf Classic Trader UK für £4.382 angeboten. Der Pursang ist für aktive Nutzung bei AHRMA-Rennen oder europäischen Vintage-Motocross-Veranstaltungen bestens geeignet.

Schwachstellen Pursang: Teleskopgabel auf Verschleiß prüfen (Gabeldichtungen häufig undicht); Getriebe auf sauberen Gangeingriff testen; Kolben und Kolbenringe auf Verschleißmaß prüfen; Originalität der Vergaser-Jettierung und Auspuffanlage verifizieren.

Bultaco Alpina

Enduro-Klassiker für aktive Fahrer: 3.000–8.000 € für solide Exemplare. BaT erzielte im Februar 2024 für eine 1974er Alpina 350 4.800 USD; ein günstigeres Exemplar einer 1974er Alpina 250 brachte im August 2025 1.600 USD – eine große Bandbreite je nach Zustand. Die Alpina teilt zahlreiche Teile mit der Sherpa T, was die Ersatzteilversorgung erleichtert.

Bultaco TSS

Das wertvollste Sammlerstück unter den Bultacos: 8.000–30.000 € je nach Baujahr, Zustand und Rennsportprovenienz. Classic Trader UK listet einen 1969er TSS 350 für £21.908 (ca. 26.000 €). Das Spitzenexemplar auf classic.com war ein 1964er TSS Model 6, der im Januar 2025 atemberaubende 40.700 USD erzielte – der dokumentierte Rekordwert auf dem Bultaco-Markt. H&H Classics versteigerte einen 1967er TSS 250 Type 41 mit nachweislicher Rennhistorie von Barry Sheene für £18.400 (ca. 22.000 €). Für Projektmaschinen ohne dokumentierte Rennteilnahme beginnen die Preise bei rund 5.000 €.

Bultaco Metralla

Straßensportler für Kenner: 3.000–8.000 € für gute Exemplare, MK2 mit originaler Vollverkleidung etwas mehr. Eine 1968er Metralla MK2 erzielte im Januar 2026 auf eBay 5.000 USD. Die Metralla ist der einzige Bultaco, der sich komfortabel für deutschen Straßenbetrieb mit H-Kennzeichen nutzen lässt.

Allgemeine Kaufempfehlungen

Ersatzteile: Die Versorgung ist besser als viele erwarten. InMotion Trials (UK, inmotiontrials.com) listet über 1.300 Bultaco-SKUs für Geländemodelle. Speed & Sport (USA, speedandsport.com) führt Bultaco-Motocross-Teile mit Modellidentifikations-Chart. Bultaco Club UK (bultacoclub.co.uk) bietet Mitgliedschaft, Modelldatierung, Altersnachweis-Zertifikate und aktive Kleinanzeigen.

Dokumente: Originale spanische Fahrzeugpapiere erhöhen den Wert und erleichtern die H-Zulassung in Deutschland (ab 30 Jahre). Viele Bultacos kommen ohne Papiere aus dem Rennbetrieb – dann ist eine individuelle TÜV-Abnahme nötig.

Zustandsprüfung: Vor dem Kauf unbedingt Kompressionstest durchführen, Vergaser auf Dichtigkeit prüfen, Benzintank innen auf Rost inspizieren, Rahmennummern-Übereinstimmung mit Papieren verifizieren.

Fahrverhalten & Performance

Bultaco fahren bedeutet Motorradfahren in seiner reinsten Form – kein Elektronik-Assistenzsystem, keine Fahrhilfen, nur Fahrer, Zweitakter und Untergrund.

Die Sherpa T fährt sich auf einem Trial-Parcours wie ein verlängerter Arm des Fahrers: präzise, reaktionsschnell, mit einem Motor, der bei Knopfdruck Drehmoment aus dem Keller liefert. Das Gewicht von unter 80 kg lässt die Maschine auf Hindernissen balancieren und in Kurven kippen wie kein schweres Motorrad es je könnte. Der charakteristische Zweitakt-Klang – kurz und scharf beim Gasgeben, abrupt beim Schließen – ist Teil des Erlebnisses. Die Trial-Sherpa fordert Präzision und Geduld, belohnt beides mit einem Fahrgefühl, das kein modernes Motorrad reproduzieren kann.

Der Pursang bietet eine völlig andere Erfahrung: In Motocross-Rennen beschleunigt er brutal, die Federung schluckt Sprünge, der Motor entfesselt seinen Kraftgipfel bei mittleren Drehzahlen mit einer Direktheit, die begeistert und fordert zugleich. Das Handling ist für seinen Einsatzzweck präzise; Fahrfehler bei Renntempo werden vom Chassis sofort spürbar quittiert.

Die Alpina verbindet Trial-Agilität mit Enduro-Ausdauer: etwas gedämpfteres Kraftband als der Pursang, komfortablere Federungsabstimmung für lange Geländeeinsätze, zuverlässige Motorcharakteristik. Viele ISDT-Teams vertrauten jahrelang auf die Alpina – ein Beweis für ihre Alltagstauglichkeit im harten Einsatz.

Die Metralla überrascht Straßenfahrer. Der 244-ccm-Zweitakter dreht willig hoch, das Chassis verhält sich bei Kurvenfahrt neutral, die Handlichkeit ist für eine Straßenmaschine der 1960er-Jahre bemerkenswert. Bei 130 km/h ist die Windbelastung ohne Vollverkleidung das limitierende Element – nicht das Motorrad selbst.

Alle Bultacos erfordern Zweitaktöl-Kraftstoffmischung (kein separates Öl-System). Das Mischungsverhältnis liegt je nach Modell und Einsatz zwischen 1:25 und 1:50; hochwertige Zweitaktöle wie Putoline oder Motul 710 sind empfehlenswert.

Design & Ästhetik

Bultaco-Design folgt dem Grundsatz: Form folgt Funktion. Kein überflüssiges Chrom, keine Showroom-Dekoration – was sichtbar ist, hat seinen Zweck.

Die klassische Farbgebung der Geländemodelle – Weiß mit roten Grafiken auf Tank und Kotflügeln – ist weltweit erkennbar. Die charakteristischen hochgezogenen Einrohr-Auspuffanlagen, schlanken Kühlrippenmuster und schlichten Einzylinder-Silhouetten sind sofort als Bultaco identifizierbar. Der eckige Rahmen mit sichtbaren Schweißnähten kommuniziert Robustheit – keine Verblendung, nur Substanz.

Die Metralla und der TSS zeigen Bultacos elegantere Seite: filigrane Verkleidungseinheiten, windschnittiger Kraftstofftank, Aluminiumfelgen mit Edelstahlspeichen. Der TSS als Rennmaschine besitzt eine skulpturale Nüchternheit, die Kenner sofort anspricht.

Die Geländemodelle Pursang und Alpina sind reine Zweckmotorräder: Federungskomponenten sichtbar und wartungsfreundlich zugänglich, Tank und Sitzbank funktional ausgelegt, jede Schraube erreichbar. Diese Ästhetik macht Bultacos für Selbstschrauber besonders attraktiv: Die Maschinen verbergen nichts.

Rennsport & Motorsport-Erbe

Bultacos Rennsporterbe ist unverhältnismäßig groß für eine so kleine Marke. In nur 24 Produktionsjahren sammelte Bultaco mehr bedeutende Motorsporterfolge als viele Hersteller in einem halben Jahrhundert.

Im Trial holte Bultaco mit der Sherpa T die ersten fünf FIM Trial-Weltmeistertitel (1975–1979): Martin Lampkin (1975, 1977), Yrjö Vesterinen (1976, 1978) und Bernie Schreiber (1979). Zuvor dominierten Bultaco-Piloten die European Trials Championship: Sammy Miller (1968, 1970), Martin Lampkin (1973), Malcolm Rathmell (1974). Fahrer wie Yrjö Vesterinen und Martin Lampkin gelten bis heute als Trial-Größen, deren Karriere untrennbar mit Bultaco verbunden ist.

Im Motocross lieferte der Pursang Podiumsplätze in AMA-Meisterschaften und europäischen Geländerennen. Im ISDT war die Alpina das bevorzugte Werkzeug erfolgreicher Teams (erste Goldmedaillen bereits 1962 mit frühen Bultaco-Modellen).

Im Straßenrennsport hat der TSS unvergessliche Geschichte geschrieben. Eine 1967er TSS 250 Type 41 mit nachweislicher Renneinsatz-Geschichte von Barry Sheene – dem späteren Motorrad-Weltmeister – erzielte bei H&H Classics £18.400 und belegt eindrucksvoll den historischen Stellenwert dieser Rennmaschinen.

Fazit

Bultaco ist mehr als eine historische Marke – es ist ein Stück lebendige Motorsportgeschichte aus Barcelona. Die Sherpa T veränderte den Trial-Sport für immer. Der Pursang schrieb Motocross-Geschichte. Der TSS brachte spanische Zweitakt-Technik auf internationale Rennstrecken. Die Metralla zeigte, dass Stil und Leistung auf zwei Rädern keine Gegensätze sind.

Für Käufer bieten sich klare Einsteigerpunkte: Die Sherpa T und Alpina sind wartungsfreundlich, gut dokumentiert und mit überschaubaren Mitteln in Betrieb zu halten. Der Pursang spricht Vintage-Motocross-Fahrer an. TSS und Metralla sind für Sammler, die historische Bedeutung und Seltenheit suchen. Die Ersatzteilversorgung ist besser als bei vielen anderen Nischenmarken, die Szene aktiv und kenntnisreich.

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