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Porsche-Diesel Traktor kaufen

Die Porsche-Diesel Traktoren – im Volksmund „Rotnasen" – verbinden Ferdinand Porsches Ingenieursgeist mit der deutschen Wirtschaftswunderzeit. Zwischen 1956 und 1963 entstanden über 125.000 dieser luftgekühlten Schlepper in Friedrichshafen, heute begehrte Sammlerstücke mit echter Porsche-DNA.

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Suchergebnisse

Bild 1/12 von Porsche-Diesel Super L 319 (1961)
1 / 12

1961 | Porsche-Diesel Super L 319

Porsche Diesel 309 Super (1961) – Charakterstark. Selten. Fahrbereit.

32.400 €
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Bild 1/15 von Porsche-Diesel Standard Star 219 (1961)
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1961 | Porsche-Diesel Standard Star 219

1961 Porsche Standard STAR '61

29.950 €
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Bild 1/19 von Porsche-Diesel Master 419 (1961)
1 / 19

1961 | Porsche-Diesel Master 419

PORSCHE Super "Master" 403 F418 // besser als neu // Referenz-Restaurierung

Preis auf Anfrage
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"Porsche-Diesel" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Porsche-Diesel" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/15 von Porsche-Diesel Standard Star 219 (1961)

1961 | Porsche-Diesel Standard Star 219

1961 Porsche Standard STAR '61

29.950 €vor 4 Wochen
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Bild 1/8 von Porsche-Diesel Standard 218 (1957)

1957 | Porsche-Diesel Standard 218

Porsche-Diesel Standard 218 | 1957 | Route 66 Auctions - For sale by auction. Estimate 8500 EUR

Preis auf Anfragevor 2 Monaten
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Bild 1/8 von Porsche-Diesel Super Export 339 (1963)

1963 | Porsche-Diesel Super Export 339

Porsche-Diesel Super 339 | 1963 | Route 66 Auctions - For sale by auction. Estimate 9500 EUR

Preis auf Anfragevor 2 Monaten
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Bild 1/6 von Porsche-Diesel P 111 (1957)

1957 | Porsche-Diesel P 111

Sehr Guter Zustand. Sofort Verfügbar in 51674

12.000 €vor 3 Monaten
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Bild 1/20 von Porsche-Diesel Super N 308 (1960)

1960 | Porsche-Diesel Super N 308

Porsche Diesel Super, 308N, Schnellgang, Garantie

35.000 €vor 4 Monaten
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Bild 1/8 von Porsche-Diesel Master 408 (1958)

1958 | Porsche-Diesel Master 408

Restored

51.890 €vor 6 Monaten
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Bild 1/8 von Porsche-Diesel Super S 308 (1959)

1959 | Porsche-Diesel Super S 308

Superb Porsche

32.899 €vor 6 Monaten
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Bild 1/15 von Porsche-Diesel Standard Star 219 (1961)

1961 | Porsche-Diesel Standard Star 219

1961 Porsche Standard STAR '61

31.950 €vor 7 Monaten
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Bild 1/8 von Porsche-Diesel P 133 (1958)

1958 | Porsche-Diesel P 133

Porsche A133 Diesel tractor | 1958 | Route 66 Auctions - For sale by auction. Estimate 13500 EUR

Preis auf Anfragevor 7 Monaten
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Bild 1/12 von Porsche-Diesel Junior L (1960)

1960 | Porsche-Diesel Junior L

Vollständig restauriert: Mechanik und Karosserie, abholbereit

29.000 €vor 7 Monaten
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Bild 1/50 von Porsche-Diesel Super Export 329 (1962)

1962 | Porsche-Diesel Super Export 329

Porsche Super Export 329 "Zugmachine" Restored by specialist, Equipped with the powerful 35 HP engine, Accompanied with the original German registration documents and "Betriebsanleitung", Beautiful addition to a Porsche man-cave

24.950 €vor 7 Monaten
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte des Porsche-Diesel Traktors beginnt nicht in Friedrichshafen, sondern in den Köpfen von Ferdinand Porsche und Adolf Hitler. Bereits 1934 – parallel zur Entwicklung des Volkswagens – arbeitete Porsche an einem Volksschlepper, einem erschwinglichen Einheitsschlepper für die deutsche Landwirtschaft. Drei Prototypen entstanden, alle noch mit Benzinmotoren. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Pläne, und nach Kriegsende durften nur Unternehmen, die bereits vor dem Krieg Traktoren gebaut hatten, die Produktion wieder aufnehmen – Porsche selbst war damit ausgeschlossen.

Die Lösung: Lizenzvergabe. Ab 1949 fertigte die Allgaier Werkzeugbau GmbH in Uhingen Traktoren nach Porsche-Konstruktionsplänen, vermarktet als „Allgaier-System Porsche". Der erste Auftritt des Allgaier AP 17 auf der Deutschen Landwirtschaftsausstellung 1950 in Frankfurt war ein Triumph: Über 15.000 Bestellungen gingen in den ersten drei Tagen ein. Parallel dazu baute Hofherr-Schrantz in Wien Porsche-Schlepper für den österreichischen Markt.

1953 erschienen die ersten grünen Allgaier-Schlepper mit Porsche-Motoren in vier Leistungsstufen (11, 22, 33 und 44 PS). Doch Allgaier geriet Mitte der 1950er Jahre in finanzielle Schwierigkeiten. Der Mannesmann-Konzern erkannte die Chance: 1956 übernahm Mannesmann AG die Motorenlizenzen von Porsche und die Schlepperkonstruktion von Allgaier und gründete die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH in Friedrichshafen. Im ehemaligen Zeppelin-Werk am Bodensee – jenem Gebäude, aus dem einst die Hindenburg aufstieg – entstand auf 16.000 Quadratmetern eine hochmoderne Traktorenfabrik.

Das neue Programm war klar strukturiert: Junior (1 Zylinder, 14 PS), Standard (2 Zylinder, 25 PS), Super (3 Zylinder, 38 PS) und Master (4 Zylinder, 50 PS). Die charakteristische karminrote Lackierung (RAL 3002) mit elfenbeinfarbenen Felgen (RAL 1014/1015) wurde zum Markenzeichen – daher der Spitzname „Rotnase". Bereits 1958 belegte Porsche-Diesel mit 11.000 Neuzulassungen den zweiten Platz in der deutschen Zulassungsstatistik, hinter Deutz.

Der Erfolg war jedoch nicht von Dauer. Ausländische Massenprodukte drängten auf den Markt, der Schlepperboom ebbte ab, und Porsche-Diesel versuchte mit Sonderangeboten und Preissenkungen gegenzusteuern – was die Margen weiter drückte. Im Herbst 1962 verlegte man die Produktion nach Friedrichshafen, doch die Verkaufszahlen sanken weiter. Nach insgesamt rund 125.000 produzierten Schleppern stellte Porsche-Diesel Ende 1963 die Traktorenproduktion ein. Die Fabrik übernahm MTU-Daimler für die Produktion von NATO-Panzermotoren. Die Markenrechte gingen später an Renault.

Ein besonderes Kapitel ist der Allgaier P 312 – der „Kaffeeplantagen-Schlepper". Dieser orangefarbene Spezialschlepper mit Benzinmotor und angebauter Bodenfräse wurde 1954 exklusiv für brasilianische Kaffeeplantagen entwickelt. Nur rund 200 Exemplare entstanden, heute erzielen sie Preise zwischen 75.000 und 125.000 Euro.

Was macht den Porsche-Diesel besonders

Der Porsche-Diesel Traktor ist weit mehr als ein Sammlerstück mit klingendem Namen. Er verkörpert eine Ingenieursphilosophie, die der Sportwagenwelt von Porsche erstaunlich ähnlich ist: Überengineering als Prinzip, Zuverlässigkeit als Versprechen.

Das technische Herzstück ist die ölhydraulische Kupplung zwischen Motor und Getriebe – ein Voith-Hydraulikkoppler, der kupplungsloses Schalten ermöglicht. Ferdinand Porsche war überzeugt, dass Bauern keine Kupplung bedienen konnten; das Ergebnis war ein Antriebsstrang, der Getriebe und Kupplung schonte und die Lebensdauer erheblich verlängerte. Noch heute gilt diese Konstruktion als einer der Hauptgründe für die außergewöhnliche Langlebigkeit der Schlepper.

Ebenso bemerkenswert: Die modular aufgebauten Motoren. Alle Zylinder und Zylinderköpfe sind einzeln demontierbar – eine Wartungsarbeit, die ein einzelner Mechaniker ohne Hebezeug durchführen kann. Die Einzylinder-, Zweizylinder-, Dreizylinder- und Vierzylinderversionen teilen sich identische Bauteile, was die Ersatzteilversorgung vereinfacht.

Die luftgekühlten Dieselmotoren (Bosch-Einspritzpumpe, OHV-Ventiltrieb) sind für ihre Robustheit bekannt. Kein Kühlwasser, keine Wasserpumpe, kein Kühler – weniger Bauteile bedeuten weniger Ausfälle. Auf Höfen in Deutschland und Österreich liefen viele Exemplare über 30 Jahre im Dauerbetrieb, bevor sie in Sammlerhände wechselten.

Besonders begehrt sind die Weinberg- und Obstgartenvarianten (Suffix „S" oder „V") mit schmalem Spurmaß, die zwischen den Rebzeilen arbeiten konnten. Diese Sonderausführungen sind heute deutlich seltener und erzielen entsprechende Aufpreise.

Kulturell hat der Porsche-Diesel eine Sonderstellung: Er ist der einzige Traktor, der bei der Rennsport Reunion in Laguna Seca ein eigenes Rennen ausgetragen hat – mit Porsche-Werksfahrern am Steuer. Patrick Long gewann 2018 auf einem Standard Star, Earl Bamber kämpfte sich durch das Feld. Kein anderer Traktor kann das von sich behaupten.

Technische Daten

Motorkenndaten Standard 218 (Referenzmotor): Bohrung × Hub 95 × 116 mm, Verdichtung 19:1, Einspritzdruck 150 atü, max. Drehmoment 91,2 Nm bei 1.800 U/min. Alle Motoren: Bosch-Einspritzpumpe, Nass-Ölwanne, Ölbadluftfilter.

Marktübersicht und Kauftipps

Preise nach Modell und Zustand (2024–2026)

Der Markt für Porsche-Diesel Traktoren hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten fundamental verändert. Was einst als günstiger Einstieg in die Porsche-Welt galt, ist heute ein ernstzunehmender Sammlermarkt mit stabilen bis steigenden Preisen.

Junior (1 Zylinder):

  • Restaurierungsobjekt / Scheunenfund: 3.500–7.000 €
  • Fahrbereit, gepflegt: 7.000–12.000 €
  • Vollrestauriert, Topzustand: 12.000–18.000 €
  • Weinberg-Variante (S/V): Aufschlag 30–50 %
  • Auktionsrekord: 58.800 USD (RM Sotheby's 2023, Junior 108 S Vineyard)

Standard (2 Zylinder):

  • Restaurierungsobjekt: 5.000–9.000 €
  • Fahrbereit: 9.000–15.000 €
  • Vollrestauriert: 15.000–25.000 €
  • Bonhams Goodwood 2022: £17.825 für restaurierten Standard 219

Super (3 Zylinder):

  • Fahrbereit: 12.000–18.000 €
  • Vollrestauriert: 20.000–32.000 €
  • BaT Dezember 2025: 35.000 USD für Super 329 (refurbished, aus Südtirol)
  • RM Sotheby's Amelia 2025: 30.000–40.000 USD Schätzung für Super 308 L

Master (4 Zylinder):

  • Fahrbereit: 18.000–28.000 €
  • Vollrestauriert: 30.000–45.000 €
  • Seltenste Serienmodelle: Master 419 (nur 1.175 Stück)

P 312 (Kaffeeplantagen-Schlepper): 75.000–125.000 € – Ausnahmefall, nur ca. 200 Exemplare

Worauf beim Kauf achten

Motor und Antrieb: Lassen Sie den Schlepper kalt starten – viele Verkäufer lassen den Motor vorher warm laufen, um Startprobleme zu kaschieren. Prüfen Sie die Kompression (Pflicht bei luftgekühlten Dieseln), da eine Motorüberholung 3.500–8.000 € kostet und nur in Spezialwerkstätten sinnvoll durchgeführt werden kann. Achten Sie auf Ölspuren an Motorblock, Einspritzpumpe und Ölwanne. Verschlissene Kurbelwellenlager und defekte Einspritzpumpen sind die häufigsten Kostenfallen.

Hydraulische Kupplung: Die ölhydraulische Kupplung (Voith-Koppler) ist ein Alleinstellungsmerkmal – prüfen Sie, ob sie vorhanden und funktionsfähig ist. Modelle ohne Hydrokupplung (z.B. Junior 108 V) sind günstiger, aber auch weniger komfortabel. Fehlende Hydrokupplung sollte den Preis mindern.

Karosserie und Lack: Der charakteristische Karminrot-Ton (RAL 3002) ist oft nachlackiert – Originalzustand mit Erstlackierung bringt 20–50 % Aufschlag. Prüfen Sie Motorhaube, Kotflügel und Federhaken auf Rost und Unfallschäden. Alle originalen Typenschilder und Embleme sollten vorhanden sein; fehlende Teile deuten auf Reparaturen oder Ersatzteileentnahme hin.

Tank und Kraftstoffsystem: Rostkrümel im Tank verstopfen den Kraftstofffilter und verursachen Einspritzprobleme. Öffnen Sie den Tankdeckel und leuchten Sie hinein. Prüfen Sie den Kraftstofffilter auf Verunreinigungen.

Dokumentation: Originale Betriebsanleitungen, Ersatzteillisten und Wartungshistorie erhöhen den Wert erheblich. Für H-Kennzeichen (Oldtimerzulassung) benötigen Sie ein Gutachten nach § 23 StVZO – alle Porsche-Diesel Traktoren erfüllen die 30-Jahre-Regel problemlos. Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen: pauschal 195 €/Jahr; ohne H-Kennzeichen (landwirtschaftliche Zulassung): ca. 90 €/Jahr. Versicherung: 80–120 €/Jahr.

Ersatzteile: Die Versorgungslage ist für einen 60 Jahre alten Schlepper erstaunlich gut. Der Porsche-Diesel-Club Europa (PDCE) hat Granit als Ersatzteillieferanten gewonnen; spezialisierte Händler wie traktorteile-shop.de führen Nachbauteile für Blechteile, Dichtungen, Bremsbeläge und Elektrik. Einspritzdüsen und Einspritzpumpen sind beschaffbar, aber teuer. NOS-Originalteile (New Old Stock) werden unter Sammlern hoch gehandelt.

Tipp: Substanz vor Lack. Ein frisch nachlackierter Schlepper mit undichtem Motor ist teurer im Unterhalt als eine patinierte, technisch gesunde Maschine.

Fahrerlebnis

Wer zum ersten Mal auf einem Porsche-Diesel Platz nimmt, erlebt eine Zeitreise. Der Sitz – ein einfaches Stahlschalengestell mit dünnem Polster – bietet keine Federung im modernen Sinne, aber eine direkte Verbindung zur Maschine darunter. Das Lenkrad liegt groß und schwer in den Händen, die Lenkung ist ohne Servo, aber präzise und rückmeldungsreich.

Der Start ist ein Ritual: Dekompressionsventil öffnen, Anlasser betätigen, Motor dreht langsam hoch, dann das Ventil schließen – und der Einzylinder erwacht mit einem tiefen, rhythmischen Tack-Tack-Tack, das sich durch den ganzen Körper überträgt. Beim Standard und Super wird daraus ein volleres, satteres Grollen, beim Master ein vibrierendes Brummen, das an frühe Industriemotoren erinnert.

Die ölhydraulische Kupplung ist das Herzstück des Fahrerlebnisses. Man schaltet ohne Kupplung – einfach den Gang einlegen, und der Voith-Koppler übernimmt die Kraftübertragung sanft und stufenlos. Das fühlt sich ungewohnt an, aber nach wenigen Minuten versteht man, warum Ferdinand Porsche darauf bestand: Es ist intuitiv, schonend und macht das Fahren auf unebenem Gelände erheblich entspannter.

Die Geräuschkulisse ist unvergleichlich. Kein modernes Fahrzeug produziert diesen Klang: das metallische Klackern der Ventile, das Zischen der Einspritzpumpe, das Rattern des Getriebes bei niedrigen Drehzahlen. Auf einem Porsche-Diesel zu fahren bedeutet, Technik mit allen Sinnen zu erleben – Geruch von warmem Öl und Diesel, Vibration durch Sitz und Lenkrad, der Klang einer Epoche.

Bei Oldtimertreffen und Schleppertreffen ist der Porsche-Diesel stets ein Publikumsmagnet. Die rote Farbe, die charakteristische Haube mit dem Porsche-Schriftzug und das unverwechselbare Motorgeräusch ziehen Besucher an wie kein anderer Traktor. Wer einmal auf einem Porsche-Diesel gefahren ist, versteht, warum diese Maschinen seit Jahrzehnten Sammler begeistern.

Design & Karosserie

Das Design des Porsche-Diesel Traktors ist kein Zufall – es ist das Ergebnis einer bewussten Designphilosophie, die Funktion und Ästhetik vereint. Die charakteristische Haifischnase der Motorhaube, die geschwungenen Kotflügel und die klare Linienführung unterscheiden den Porsche-Diesel deutlich von den kantigen, nüchternen Traktoren der Konkurrenz.

Die Formgebung stammt aus der Porsche KG in Stuttgart, die auch die Konstruktions- und Entwicklungsarbeiten übernahm. Das Ergebnis ist ein Schlepper, der trotz seiner Arbeitsfunktion eine gewisse Eleganz ausstrahlt – ähnlich wie der Porsche 356, der in denselben Jahren entstand. Kein Wunder, dass die Traktoren auf Porsche-Treffen neben 356ern und frühen 911ern stehen, ohne deplatziert zu wirken.

Die Farbgebung war von Anfang an ein Marketinginstrument. Das leuchtende Karminrot (RAL 3002) mit elfenbeinfarbenen Felgen (RAL 1014 oder 1015) war unverwechselbar und machte die Schlepper auf dem Feld sofort erkennbar. Der Spitzname „Rotnase" entstand nicht zufällig – er beschreibt die Haube, die wie eine rote Nase aus dem Feld herausragt.

Besondere Designmerkmale sind die einzeln abnehmbaren Zylinderkopfhauben, die dem Motor ein fast skulpturales Aussehen verleihen, sowie die sauber integrierten Scheinwerfer und Blinker bei späteren Modellen. Die Weinberg-Varianten mit schmalem Spurmaß haben eine besondere Eleganz: schlanker, fast zierlich, aber mit derselben Kraft unter der Haube.

Die Allgaier-Vorgänger (1950–1955) waren noch in Orange lackiert und hatten eine etwas rauere, industriellere Anmutung. Mit dem Übergang zu Porsche-Diesel 1956 wurde das Design verfeinert, die Farbe gewechselt und die Markenidentität geschärft. Dieser Übergang ist auch für Sammler relevant: Frühe Allgaier-System-Porsche-Modelle mit dem „A" im Typenkürzel sind seltener und für Puristen besonders interessant.

Motorsport & Kultur

Der Porsche-Diesel Traktor hat eine Motorsportgeschichte, die kaum jemand erwartet. Bei der Rennsport Reunion 7 in Laguna Seca 2018 veranstaltete Porsche erstmals ein offizielles Traktorrennen – mit Le-Mans-Start, Porsche-Werksfahrern und echtem Wettbewerb. Patrick Long gewann auf einem Standard Star, Earl Bamber kämpfte sich durch das Feld. Das Rennen wurde zum Publikumsliebling der Veranstaltung und zeigte, dass die Rotnasen auch auf der Rennstrecke eine gute Figur machen.

In Nordamerika hat sich eine aktive Sammlerszene entwickelt. Die North American Porsche-Diesel Registry dokumentiert alle bekannten Exemplare auf dem Kontinent – von den rund 1.000 Traktoren, die zwischen 1957 und 1962 über die American Porsche-Diesel Corporation in Easton, Pennsylvania, importiert wurden. Restaurierte Exemplare tauchen regelmäßig bei Porsche Club of America-Veranstaltungen auf und haben sogar eigene Rennklassen bei der Rennsport Reunion.

In Japan baute Iseki Porsche-Diesel Traktoren unter Lizenz – eine weitere Kuriosität in der Geschichte dieser Maschinen. Japanische Iseki-Porsche sind heute Nischenobjekte für Spezialisten.

Der P 312 Kaffeeplantagen-Schlepper ist das exotischste Kapitel: Nur 200 Exemplare, orangefarben, mit Benzinmotor und angebauter Bodenfräse, ausschließlich für brasilianische Kaffeeplantagen gebaut. Heute sind bekannte Exemplare in Museen und Privatsammlungen, und Preise von über 100.000 Euro sind keine Seltenheit.

Fazit

Der Porsche-Diesel Traktor ist ein einzigartiges Sammlerstück: Er verbindet den Mythos einer der bekanntesten Automobilmarken der Welt mit der Geschichte der deutschen Landwirtschaft und dem Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Über 125.000 Exemplare in nur sieben Jahren – das war kein Zufall, sondern das Ergebnis überlegener Technik, cleveren Marketings und einer Ingenieursphilosophie, die Zuverlässigkeit über alles stellte.

Für Sammler bietet der Markt heute eine klare Hierarchie: Der Junior ist der erschwingliche Einstieg (ab ca. 7.000 € fahrbereit), der Standard das meistverkaufte und häufigste Modell, der Super der Liebling der Kenner wegen seines ausgewogenen Dreizylinderklangs, und der Master das seltene Flaggschiff für den anspruchsvollen Sammler. Alle Modelle haben sich in den letzten Jahren als wertstabile Investition erwiesen.

Wer einen Porsche-Diesel kauft, erwirbt kein gewöhnliches Fahrzeug – er erwirbt ein Stück Technikgeschichte, das auf Oldtimertreffen Bewunderung erntet, auf Schleppertreffen Preise gewinnt und in der Scheune oder im Wohnzimmer als Skulptur funktioniert. Die Rotnasen aus Friedrichshafen sind längst mehr als Traktoren: Sie sind Kulturgut auf Rädern.

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