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Gutbrod

Seinen ersten Pkw brachte der Motorradfabrikant Wilhelm Gutbrod 1933 auf den Markt. Während des Zweiten Weltkriegs montierte Gutbrod in seinen Werkshallen in Plochingen Tempo-Lieferwagen des Konkurrenten Vidal & Sohn - die Nationalsozialisten erzwangen die Fertigung so genannter Einheitsmodelle.

Gutbrod - Geschichte

Nach der Kapitulation 1945 hielt sich der Betrieb durch Überholung von Reichsbahn-Güterwagen über Wasser. Im April 1947 ließ die französische Militärregierung jedoch kurzerhand die Gutbrod Werke demontieren. Nachdem US-Truppen in das Gebiet um Plochingen als Besatzungsmacht eingezogen waren, überzeugte Wilhelm Gutbrod die Amerikaner, ihm die Genehmigung zur Montage von Kleinlieferwagen zu erteilen.

Mit der Produktionslizenz Nummer 1 begann Gutbrod im Juli 1947 die Montage von Drei- und Vierrad-Transportmodellen der Vorkriegszeit. Material war noch genug vorhanden, um 500 Exemplare zusammenzusetzen.  Im Jahr 1949 erschien der Kleinlieferwagen Atlas in Frontlenkerausführung, der im Zweigwerk Calw (Schwarzwald) gebaut wurde. Im Heck des Atlas befand sich ein luftgekühlter 600-ccm-Zweizylinder-Zweitaktmotor. Mehr Nutzlast bot der Atlas 1000, der im Mai 1951 auf den Markt kam und über hydraulische Bremsen verfügte.

Gutbrod - Klassiker

Parallel zum Nutzfahrzeugprogramm arbeitete die Konstruktionsabteilung des Familienunternehmens Gutbrod auch an seinem Kleinwagenprojekt: dem Gutbrod Superior mit Zweizylinder-600-ccm-Motor (ab 1952 mit mechanischer Einspritzung). Dieses zweisitzige Mobil wurde von Juli 1950 bis April 1954 in 7726 Exemplaren gefertigt. Die Karosserien stammten teilweise von den Westfalia-Werken (Kombi) und von der Karosseriefabrik Weinsberg (Kabrio-Limousine). Angesichts der allmächtigen Volkswagen-Konkurrenz brachten sowohl der Atlas-Lieferwagen als auch der Superior keine Rendite. Im September 1953 war die Firma Gutbrod zahlungsunfähig. Es kam zu einem außergerichtlichen Vergleich.

Notgedrungen verkaufte Gutbrod sein Werk Calw an den Kühlschrankproduzenten Bauknecht, der auch die 1000-köpfige Belegschaft mit übernahm. Eine von der Commerzbank gegründete Vertriebsgesellschaft in Altbach sicherte die Ersatzteilversorgung der rund 7000 Gutbrod-Wagen. Nur das Landmaschinenwerk in Bübigen (Saarland) verblieb noch im Familienbesitz.  Seit geraumer Zeit ist Gutbrod in Europa führender Hersteller und Spezialist für Anlagenpflegegeräte (Rasen- und Hartplastpflege, Kehren und Bodenreinigung, Winterdienst) und stellt erfolgreich Kompakttraktoren für den Wein-, Obst- und Gartenbau her.

Ab Sommer 1993 wurden durch die Gutbrod GmbH in Saarbrücken auch Allrad-Kompakttraktoren produziert. Übrigens: Der kleine 0,8-Tonnen Gutbrod Atlas 800 wurde ab Mai 1951 ausgeliefert. Den Kabrio-Limousinen-Aufbau des Gutbrod Superior lieferte die Karosseriefabrik bei Heilbronn. Westfalia zeichnete für die Karosserie des Superior Kombi verantwortlich. Den Antrieb besorgte auch hier ein 600-ccm-Zweitakter.