1954 | Mercedes-Benz 220 Coupe
1954 Mercedes-Benz 220 Coupé. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 45.000 € - 65.000 €. Ohne Mindestpreis!
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Eines von nur 85 gebauten Coupés der BaureiheBereits ausgestattet mit dem stärkeren MotorIn den 1990ern umfassend restauriertMit zeitgenössischem KoffersetMatching Numbers
Als Mercedes-Benz 1951 den 220 präsentierte, war der Krieg gerade einmal sechs Jahre vorbei. Entsprechend vertraut wirkte seine Karosserie: freistehende Kotflügel, hohe Kühlermaske, Trittbretter – formal war der W 187 noch ganz Kind der Vorkriegszeit. Unter dem Blech hatte sich jedoch Entscheidendes getan. Mit dem neuen 2,2-Liter-Sechszylinder M 180 hielt ein Motor Einzug, dessen Grundkonstruktion Mercedes noch über Jahrzehnte begleiten sollte.
Neben der Limousine bot Stuttgart zunächst die Cabriolets A und B an. Ein Coupé suchte man vergeblich im Modellprogramm. Das erschien erst im Dezember 1953 auf „wiederholtes Drängen einzelner prominenter Persönlichkeiten“, wie Mercedes in einem Rundschreiben kundtat. Wer dabei an eine Limousine sans zwei Türen dachte, lag gründlich daneben. Das Coupé basierte auf dem eleganten Cabriolet A und übernahm dessen flache, lang gestreckte und fließende Linien. Das 220 Coupé ähnelte mit seiner Dachlinie frappant den Coupés der großen 300er Baureihe. Das verlieh ihm eine Aura des Unerreichbaren, nicht ganz so prestigereich, aber mindestens ebenso wirkungsvoll.
Blickt man auf die Stückzahlen, fragt man sich unweigerlich, wer da so wiederholt gedrängt hatte. Gerade einmal 85 Bestellungen gingen in Untertürkheim ein. Mit dieser homöopathischen Produktionszahl ist das 220 Coupé das seltenste Serienmodell der Untertürkheimer Nachkriegsgeschichte. Mercedes fertigte die Wagen weitgehend in Handarbeit für eine Kundschaft, die nach Jahren des Mangels wieder zeigen konnte und wollte, dass es auch anders ging. Entsprechend luxuriös fiel die Ausstattung aus: Leder, reichlich Holz und jene gediegene Verarbeitung, mit der Stuttgart langsam wieder an alte Ansprüche anknüpfte. Auch darin stand es dem 300 um nichts nach.
Technisch profitierten die späten Exemplare von der Weiterentwicklung des 220. Der Reihensechszylinder verband Laufruhe mit damals durchaus respektablen Fahrleistungen. Ab April 1954 stieg die Leistung für Coupé und Cabriolet von 80 auf 85 PS. Damit waren 150 km/h in Reichweite, machten aus dem Coupé fast schon einen Sportwagen, der es gar nicht sein wollte. Die sportliche Note unterstrich auch die gewölbte Frontscheibe, die mit Coupé und Cabriolet Einzug hielt.
Schon 1955 war Schluss. Mit dem Ponton hatte Mercedes den Schritt in die automobile Neuzeit vollzogen. Der W 187 wirkte plötzlich wie ein Gruß aus der Vergangenheit. Auf ein Coupé musste die Kundschaft auch beim Nachfolger warten, wenn auch nur ein Jahr.
Dieses Coupé wurde im Sommer 1954 an die Firma Agam, den Mercedes-Benz-Generalimporteur in Holland, ausgeliefert. Ursprünglich war es in zweifärbigem Grau und gehalten und mit grünem Leder ausgeschlagen. Rechnungen und Fotos aus den 1990er Jahren zeugen von einer umfassenden Restaurierung. Im Jänner 2002 kaufte es ein Dortmunder Maschinenfabrikant für seine Sammlung. Eine Gesprächsnotiz mit der Verkäuferin aus Nürnberg ist in einem dicken Aktenordner genauso archiviert wie das seinerzeitige Inserat.
Fast 35 Jahre nach der Restaurierung zeigen sich sowohl die schwarz lackierte Karosserie als auch das cognacfarbene Lederinterieur gut erhalten. Im Kofferraum findet sich sogar ein originales, zweiteiliges Kofferset. Die letzten Jahre kaum noch bewegt, wird es den einen oder anderen Handgriff brauchen, um das Coupé wieder flott zu bekommen. Dank Großserientechnik sollten sich die Mühen in Grenzen halten, und ein derart schönes wie seltenes Automobil ist es allemal wert!
Chassis: 187.023 4500375
Motor / Engine: 187.920 4500351
Papiere / Documents: Deutscher Fahrzeugbrief (2002) Deutscher Fahrzeugbrief (1992)
Schätzwert / Estimate: € 45.000 – 65.000 Ohne Limit / Without Reserve
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026

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