1962 | Austin A 40 Farina Countryman
- Status:
- Noch unter Mindestpreis
- Schätzwert:
- 12.000 € - 16.000 €
- Endet um:
- 13.09.2026, 14:03:00 MESZ
Dieser Austin A40 Farina Countryman von 1962 besitzt eine ungewöhnlich geschlossene Geschichte: Erstbesitz, dokumentierte 30.437 Kilometer sowie Originalrechnung und Betriebsanleitung begleiten den Wagen. Hinzu kommt ein bemerkenswertes Ersatzteilpaket aus einem zweiten, seinerzeit vom Erstbesitzer erworbenen A40, darunter Motor, Getriebe, Türen, Kotflügel und Chromteile. Heute arbeitet im Fahrzeug ein stärkerer 1.098-cm³-Motor mit 50 PS; der ursprüngliche Motor samt Getriebe ist jedoch erhalten und wird mitgegeben. Die Karosserie wurde einmal aus optischen Gründen neu lackiert.
Der Austin A40 Farina war ein bemerkenswert moderner Kleinwagen seiner Zeit. Sein Entwurf wird in den vorliegenden Unterlagen Pininfarina zugeschrieben und unterscheidet sich mit seiner klaren, sachlichen Linienführung deutlich von vielen rundlicher gezeichneten britischen Kleinwagen der vorangegangenen Jahre.
Besonders interessant ist die hier angebotene Countryman-Ausführung. Ihre geteilte Heckklappe und die umklappbare Rücksitzlehne schufen eine variable Ladefläche und verbanden die Abmessungen eines kompakten Personenwagens mit einem für die damalige Zeit ungewöhnlich flexiblen Innenraumkonzept. Laut den vorliegenden Fahrzeugangaben wurden 14.744 Countryman mit dem ursprünglichen 948-cm³-Motor ausgeliefert.
Auch eine sportliche Seite gehört zur Modellgeschichte: Die Fahrzeugunterlagen verweisen auf frühe Wettbewerbseinsätze des A40, unter anderem bei der Rallye Monte Carlo. Diese Verbindung aus praktischer Grundidee und einfacher, leichter Technik trägt wesentlich zum heutigen Reiz des Modells bei.
Der links gelenkte Countryman präsentiert sich in Horizontblau. Auf den vorhandenen Fotografien zeigt sich die charakteristische kompakte Farina-Karosserie mit großflächiger Verglasung, schmalen Chromstoßstangen und der für den Countryman entscheidenden Heckpartie mit geteilter Klappe. Der Wagen vermittelt dabei einen angenehm zeitgenössischen und unaufgeregten Eindruck.
Die Lackhistorie ist transparent dokumentiert. Nach den geprüften Angaben befand sich noch der Erstlack am Fahrzeug, als der heutige Eigentümer den Austin aus rein optischen Gründen einmal vollständig lackieren ließ. Er wird daher ausdrücklich nicht als Fahrzeug im Originallack angeboten. Zusätzlich wurden Teilbereiche vorsorglich mittels Eisstrahlen behandelt.
Der Innenraum ist blau-grau kombiniert und entspricht damit der verifizierten Farbkombination dieses Fahrzeugs. Die Fotografien zeigen das für den A40 typische schlichte Cockpit mit überschaubarer Instrumentierung und einer Gestaltung, bei der Funktionalität im Vordergrund steht.
Entscheidend für den Countryman ist die Variabilität hinter den Vordersitzen. Die umklappbare Rücksitzlehne vergrößert die nutzbare Ladefläche und ergänzt die geteilte Heckklappe zu einem Konzept, das Anfang der 1960er-Jahre ausgesprochen fortschrittlich wirkte.
Der Austin befindet sich heute technisch nicht mehr vollständig in seiner ursprünglichen Motorkonfiguration. Statt des im Typenschein angegebenen 948-cm³-Aggregats ist ein 1.098 cm³ großer Vierzylinder mit 50 PS beziehungsweise 37 kW eingebaut. Das Fahrzeug besitzt ein manuelles Getriebe.
Sammlerisch besonders erfreulich ist, dass der ursprüngliche Motor nicht verloren gegangen ist. Originalmotor und Originalgetriebe sind erhalten und werden zusammen mit dem Fahrzeug übergeben. Der Austin wird deshalb im aktuell aufgebauten Zustand nicht als Matching-Numbers-Fahrzeug bezeichnet, bietet einem zukünftigen Besitzer aber eine außergewöhnlich gute Grundlage, seine ursprüngliche technische Konfiguration nachvollziehen beziehungsweise bewahren zu können.
Zuletzt wurde der Wagen im Juli 2026 gestartet und gefahren. Laut Verkäufer zeigte der Motor dabei trotz älteren Kraftstoffs einen sauberen Lauf. Das letzte Service liegt ungefähr drei Jahre zurück. Vor einer erneuten regulären Inbetriebnahme wird deshalb ausdrücklich ein technischer Check einschließlich Ölwechsel empfohlen. Die beim damaligen Service erneuerte Batterie ließ sich wieder laden. Aktuell wird das Fahrzeug als nicht zugelassen und nicht fahrbereit geführt.
Eine der interessantesten Eigenschaften dieses A40 ist seine nachvollziehbare Besitzgeschichte. Nach den geprüften Unterlagen stammt das Fahrzeug aus Erstbesitz. Der Tachostand von 30.437 Kilometern ist ebenfalls dokumentiert und wurde im Rahmen der Vorbereitung bestätigt.
Bemerkenswert ist zudem die Weitsicht des Erstbesitzers. Dieser erwarb frühzeitig einen zweiten A40, zerlegte ihn und lagerte dessen Komponenten als Ersatzteilbestand ein. Dieses Konvolut gehört heute zum angebotenen Fahrzeug und umfasst nach den geprüften Angaben unter anderem Motor und Getriebe sowie Türen, Kotflügel, Chromteile und weitere Originalkomponenten.
Damit begleitet den Wagen nicht nur seine eigene Historie, sondern gewissermaßen auch ein umfangreiches zeitgenössisches Teilelager. Gerade bei einem über sechs Jahrzehnte alten Automobil ist ein derartiger Bestand an modellspezifischen Originalteilen ein ungewöhnlicher und praktisch relevanter Bestandteil des Angebots.
Die Dokumentation wurde geprüft und umfasst unter anderem die Originalrechnung, die Betriebsanleitung und den Typenschein sowie weitere Fahrzeugunterlagen. Die Angaben zu Erstbesitz, Kilometerstand, Motorkonfiguration und Ersatzteilbestand sind dokumentiert.
Ein separates Zustands- oder Wertgutachten liegt nicht vor. Aufgrund der längeren Zeit seit dem letzten Service und des aktuell hinterlegten Status als nicht fahrbereit empfiehlt sich vor regelmäßiger Nutzung eine fachkundige technische Durchsicht.
Dieser Austin A40 Farina Countryman überzeugt weniger durch Perfektion als durch eine ungewöhnliche Kombination aus dokumentierter Geschichte und erhaltener Substanz. Erstbesitz, 30.437 belegte Kilometer, Originalrechnung und Betriebsanleitung wären für sich bereits bemerkenswert. Dass zusätzlich der ursprüngliche Motor samt Getriebe und ein umfangreiches Konvolut weiterer Originalteile vorhanden sind, verleiht dem Angebot eine besondere sammlerische Qualität.
Die einmalige Neulackierung und der aktuell eingebaute 1.098-cm³-Motor werden dabei ebenso transparent benannt wie der ausstehende technische Check. Das Ergebnis ist ein charaktervoller britischer Klassiker, dessen praktische Countryman-Karosserie heute fast ebenso interessant erscheint wie seine ungewöhnlich gut dokumentierte Geschichte.
Der A40 ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass ein Klassiker keine zwölf Zylinder braucht, um interessant zu sein. Pininfarina-Linien, geteilte Heckklappe und ein Erstbesitzer, der gleich einen zweiten Wagen als Ersatzteillager zerlegen ließ – viel britischer Pragmatismus passt kaum in vier Meter Auto. Besonders reizvoll finde ich, dass der stärkere Motor genutzt werden kann, während das ursprüngliche Aggregat erhalten blieb. Ein kleiner Austin mit einer erstaunlich großen Geschichte.

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