1938 | Adler 2,5 Liter Sport
1938 Adler 2.5 Liter Sport-Limousine. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 70.000 € - 100.000 €.
1938 Adler 2.5 Liter Sport-Limousine. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 70.000 € - 100.000 €.
1938 Adler 2.5 Liter Sport-Limousine. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 70.000 € - 100.000 €.
1938 Adler 2.5 Liter Sport-Limousine. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 70.000 € - 100.000 €.
Rekonstruktion einer Sport-Limousine von GläserEines der außergewöhnlichsten Automobile seiner ZeitHochwertige Umsetzung eines ambitionierten ProjektesSeit fast 20 Jahren in der Sammlung des Einbringers
Mit dem 2,5 Liter zeigte Adler 1937, wie man sich in Frankfurt die Zukunft des Automobils vorstellte. Der neue Typ 10 sollte den konservativen Diplomat ablösen und unterschied sich von diesem ungefähr so gründlich wie ein Schnellzug von einer Postkutsche. Verantwortlich dafür war Karl Jenschke, der zuvor bei Steyr unter anderem den stromlinienförmigen Typ 50 gezeichnet hatte. Beim Adler dachte er das Thema ein paar Nummern größer.
Die Karosserie verzichtete weitgehend auf die bis dahin üblichen freistehenden Formen, die Scheinwerfer waren in die Kotflügel integriert und das Heck fiel weit nach hinten ab. Weil dieses ausgesprochen moderne Automobil ziemlich genau in jene Zeit fiel, in der Deutschland sein Autobahnnetz massiv ausbaute, war der Spitzname bald gefunden: „Autobahn-Adler“. Offiziell hieß er weiterhin schlicht 2,5 Liter.
Unter dem Blech ging es weniger revolutionär zu. Der wassergekühlte Reihensechszylinder mit 2.494 cm³ arbeitete mit stehenden Ventilen und leistete zunächst 58 PS. Ein Vierganggetriebe mit synchronisierten oberen drei Gängen übertrug die Kraft auf die Hinterräder. Mit rund 125 km/h war die Limousine durchaus flott, aber eben kein Sportwagen. Die viertürigen Karosserien lieferte Ambi-Budd, Cabriolets kamen von Karmann. Bis 1940 entstanden insgesamt 5.295 Exemplare des 2,5 Liter.
1938 legte Adler nach. Für die Sport-Version wurde die Verdichtung von 6,25:1 auf 7,25:1 erhöht und der Sechszylinder mit drei Vergasern bestückt. Nun standen 80 PS bei 4.200 U/min zur Verfügung, genug für rund 150 km/h. Bei einem deutschen Straßenwagen anno dazumal war das eine Ansage. Dazu kamen geänderte Getriebeübersetzungen und vor allem eine Karosserie, die schon im Stand wesentlich eiliger aussah.
Neben Buhne in Berlin beschäftigte man dafür Gläser in Dresden, damals eine der ersten Adressen für elegante Sonderkarosserien. Die zweitürige Sport-Limousine war mit 1,50 Metern deutlich niedriger als die normale Limousine, etwas länger und trug vollständig verkleidete hintere Radausschnitte. Das Ergebnis war weniger Limousine als ein Stromlinien-Coupé, das ohne viel Federlesens dem Fahrtwind davonlief. Dafür wurde es innen naturgemäß etwas enger. Schönheit verlangte eben schon damals Opfer.
Von den bei Gläser aufgebauten Sport-Limousinen entstanden nur äußerst wenige Exemplare; in der Literatur und bei erhaltenen Fahrzeugen begegnet man daneben auch Aufbauten von Buhne. Die vielfach genannte Zahl von lediglich zwei Gläser-Wagen lässt sich anhand der frei zugänglichen Quellen nicht zweifelsfrei absichern. Sicher ist hingegen: Schon die Sport-Limousine an sich war eine ausgesprochene Rarität.
Mit 8.750 Reichsmark war sie außerdem erheblich teurer als die normale Limousine zu 5.750 Reichsmark. Dafür bekam man einen der faszinierendsten deutschen Reisewagen seiner Zeit.
Die Geschichte dieser Sportlimousine beginnt um 2000 mit einer Idee. Ein Museum soll bei einem renommierten Restaurierungsbetrieb in Nordrhein-Westfalen angefragt haben, ob sich denn aus einer Adler 2,5 Liter Limousine eine Sportlimousine rekonstruieren ließe, da diese Gläser-Sonderkarosserien wohl nicht überlebten. Eine reizvolle Idee, ebenso knifflig wie herausfordernd, da ja nur wenige Fotos existieren.
Da der Rahmen beider Fahrzeuge identisch war, begann man mit dem Neuaufbau ab der A-Säule. Türen wurden geändert, das rasante Heck wurde nachempfunden. Wohlgemerkt gab es eine Ausführung von Buhne und eine von Gläser. Die handwerkliche Ausführung scheint höchst wertig, das Gesamtprojekt gelungen.
Technisch unterschieden sich die Sportlimousinen hauptsächlich durch die Dreivergaseranlage. Hier hielt man bei der Restaurierung an der originalen Ausführung der Limousine fest. Entstanden ist ein Einzelstück in dem Bemühen, ein wohl verloren gegangenes Meisterwerk der Karosseriebaukunst vor dem Vergessenwerden zu bewahren.
Als dem Einbringer 2008 der Adler angeboten wurde, ergriff er die einmalige Gelegenheit und griff zu. Gefahren wurde quasi nicht. Die Sportlimousine wurde an ein namhaftes Museum verliehen und im Zuge der eigenen Fuhrparkwartung betreut.
Natürlich ist eine Reproduktion kein Original, will es auch nicht sein. Mit Engagement und handwerklichem Können wurde ein atemberaubendes Automobil geschaffen, eine Huldigung an eine Sensation aus dem Jahr 1938. Diese Fakten muss sich der Interessent vor Augen führen – und ebenso die Tatsache, dass die Umsetzung eines solchen Projektes heute praktisch unbezahlbar wäre.
Chassis: 187 923
Motor / Engine: –
Papiere / Documents: Deutsche historische Zulassung
Schätzwert / Estimate: EUR 70.000 – 100.000
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026

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