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BMW Motorrad kaufen

Seit 1923 verlassen Boxermotoren das Werk in München – jedes Motorrad trägt die Handschrift einer Marke, die Technik und Fahrvergnügen verbindet. Von der R 32 bis zur G/S: BMW schrieb Motorradgeschichte und prägt die Strassen der Schweiz bis heute.

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Resultados de la búsqueda

Auktion5 Tage, 22:16:27
Bild 1/13 von BMW R 69 S (1963)
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1963 | BMW R 69 S

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Auktion5 Tage, 22:16:27
Bild 1/13 von BMW R 51/2 (1950)
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1950 | BMW R 51/2

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Bild 1/13 von BMW R 25/3 (1954)
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1954 | BMW R 25/3

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Bild 1/11 von BMW R 50/5 (1970)
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1970 | BMW R 50/5

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Bild 1/6 von BMW R 26 (1959)
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1959 | BMW R 26

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Bild 1/50 von BMW R 80 G/S "Paris Dakar" (1986)
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1986 | BMW R 80 G/S "Paris Dakar"

BMW R 80 GS PARIS-DAKAR

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Bild 1/26 von BMW R 80 G/S (1981)
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1981 | BMW R 80 G/S

BMW R80 G/S in Original-Zustand // 24400 km // vollständige Revision

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Bild 1/50 von BMW K1 (1990)
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Bild 1/23 von BMW K 1200 S (2006)
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Bild 1/10 von BMW R 1150 GS (1999)
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Bild 1/32 von BMW R 1150 GS (2000)
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2000 | BMW R 1150 GS

24.000 KM !!! COMPLETLY NEW !!!

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Bild 1/22 von BMW R NineT (2021)
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2021 | BMW R NineT

ONLY 1.685 KM !!! 1OF 2 Units made in 2021 !!!

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Bild 1/50 von BMW R 100 RS (1981)
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Bild 1/50 von BMW R 100 G/S "Paris-Dakar" (1992)
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Bild 1/13 von BMW K 1100 LT (1994)
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von BMW Motorrad ist eine Erzählung von technischer Brillanz, die aus der Notwendigkeit heraus geboren wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg untersagte der Versailler Vertrag Deutschland die Produktion von Flugmotoren. BMW, bis dahin ein reiner Motorenbauer, musste sich neu orientieren. Konstrukteur Max Friz entwickelte 1923 die R 32 – das erste BMW-Motorrad. Es war kein einfacher Nachbau bestehender Konzepte, sondern eine revolutionäre Neukonstruktion. Der quer eingebaute Boxermotor und der Kardanantrieb bildeten eine Einheit, die bis heute das Gesicht der Marke prägt. Die 494 cm³ leisteten damals 8,5 PS, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h reichte. In der Schweiz, wo Zuverlässigkeit und Qualität seit jeher geschätzt werden, fand BMW schnell eine treue Anhängerschaft. Von den 3.090 produzierten R 32 überlebten weltweit nur wenige; Museumsstücke erzielen heute bei internationalen Auktionen Preise weit über 100.000 CHF.

In den 1930er Jahren festigte BMW seinen Ruf als Innovationsführer. Die R 12 und R 17 führten 1935 die weltweit erste hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel ein. Dies war ein Quantensprung für den Fahrkomfort und die Sicherheit, besonders auf den damals oft noch unbefestigten Passstrassen der Alpen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion fast vollständig auf Militärmaschinen wie die schwere R 75 mit Beiwagenantrieb umgestellt. Diese Maschinen waren für ihre Robustheit unter extremsten Bedingungen bekannt.

Die Nachkriegsproduktion begann 1948 unter schwierigen Bedingungen mit der R 24, einem 247 cm³ Einzylindermodell. Es dauerte bis 1951, bis mit der R 51/3 wieder ein bedeutendes Boxermodell mit 494 cm³ und 24 PS erschien. In den 1950er und 60er Jahren wurden BMW-Motorräder zum Inbegriff des soliden Tourenmotorrads. Die R 69 S (1960–1969) setzte mit 594 cm³ und bis zu 42 PS neue Massstäbe in Sachen Laufruhe und Langstreckentauglichkeit. Sie gilt heute als einer der begehrtesten Luftboxer der klassischen Ära und erzielt in der Schweiz, oft mit dem begehrten Veteranenstatus, Preise zwischen 15.000 und 25.000 CHF.

1973 markierte einen Wendepunkt im Design. Der Designer Hans Muth wurde beauftragt, das etwas biedere Image der Marke zu entstauben. Das Ergebnis war die R 90 S, das erste Serienmotorrad mit einer fest installierten Cockpitverkleidung. Mit ihrer markanten Silver-Smoke- oder Daytona-Orange-Lackierung, der Doppelscheibenbremse vorne und 67 PS aus 898 cm³ war sie ein echtes Superbike ihrer Zeit. Sie erreichte 200 km/h und kostete 1973 stolze 9.130 DM – in der Schweiz war sie ein exklusives Statussymbol für sportliche Tourenfahrer.

1976 folgte die R 100 RS, das weltweit erste Serienmotorrad mit einer im Windkanal entwickelten Vollverkleidung. BMW schuf damit die Kategorie der Sport-Tourer. Mit 980 cm³ und 70 PS war sie die Königin der Autobahn und der Pässe. Die RS-Modelle sind bis heute für ihre aerodynamische Effizienz bekannt, die den Fahrer auch bei hohen Geschwindigkeiten und schlechtem Wetter schützt.

In den 1980er Jahren wagte BMW den radikalen Bruch mit der Tradition. Die K 100, auch bekannt als "Flying Brick", erhielt 1983 einen längs eingebauten, wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor mit 987 cm³ und 90 PS. Dieses Modell war eine Antwort auf die japanische Konkurrenz und bot moderne Features wie eine elektronische Einspritzung (Bosch LE-Jetronic). Die K-Baureihe wurde in verschiedenen Versionen angeboten, vom puristischen Naked Bike bis zum luxuriösen Tourer K 100 LT.

Parallel dazu revolutionierte BMW die Welt der Geländemotorräder. Die R 80 G/S (1980–1987) vereinte erstmals die Geländetauglichkeit einer Enduro mit der Strassenperformance eines Boxers. Hubert Auriol und Gaston Rahier gewannen auf modifizierten G/S-Modellen mehrfach die Rallye Paris-Dakar. Die einseitige Monolever-Schwinge wurde zum Markenzeichen und legte den Grundstein für den Erfolg der GS-Reihe, die bis heute die Verkaufsstatistiken in der Schweiz anführt.

1988 präsentierte BMW die K1, ein technisches Meisterwerk mit avantgardistischer Vollverkleidung und 16-Ventil-Motor. Sie war das erste Motorrad, das optional mit einem elektronisch-hydraulischen Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet werden konnte – ein Meilenstein für die Motorradsicherheit, der heute Standard ist.

Highlights & technische Besonderheiten

BMW Motorrad hat im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Innovationen eingeführt, die oft erst Jahre später von anderen Herstellern übernommen wurden. Diese technischen Besonderheiten machen die Faszination der Marke aus und sind entscheidend für den Werterhalt klassischer Modelle.

Fahrwerkstechnologie: BMW war stets bestrebt, die Nachteile des Kardanantriebs und der herkömmlichen Radaufhängungen zu eliminieren.

  • Teleskopgabel (1935): Die R 12 war das erste Motorrad mit hydraulisch gedämpfter Teleskopgabel, was die Radführung revolutionierte.
  • Monolever (1980): Die einseitige Hinterradschwinge an der R 80 G/S vereinfachte den Radwechsel und reduzierte das Gewicht.
  • Paralever (1987): Eingeführt mit der R 100 GS, neutralisiert diese Konstruktion die Aufstellmomente des Kardans beim Beschleunigen und Bremsen.
  • Telelever (1993): Diese Vorderradführung trennt die Aufgaben der Radführung und der Dämpfung. Das Resultat ist ein nahezu vollständiges Unterdrücken des Eintauchens beim Bremsen, was die Stabilität massgeblich erhöht.
  • ESA (Electronic Suspension Adjustment): Spätere Klassiker profitieren von der elektronischen Fahrwerksanpassung, die es erlaubt, die Dämpfung und Federvorspannung per Knopfdruck an die Beladung und den Fahrstil anzupassen.

Motorenkonzepte: Der Boxermotor ist das Herzstück von BMW. Die Anordnung der Zylinder im 180-Grad-Winkel sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und eine hervorragende Kühlung durch den Fahrtwind. Die Kurbelwelle liegt längs zur Fahrtrichtung, was einen direkten Kraftfluss zum Kardanantrieb ermöglicht. Die K-Serie brachte den "Flying Brick" – einen liegend eingebauten Vierzylinder. Diese Konstruktion ermöglichte einen sehr niedrigen Schwerpunkt trotz der Baulänge des Motors. Die Zuverlässigkeit dieser Motoren ist legendär; Laufleistungen von über 200.000 Kilometern sind bei guter Pflege keine Seltenheit.

Sicherheit: BMW war der erste Hersteller, der ABS für Motorräder in Serie anbot (1988 in der K1 und K 100). Das System war damals noch gross und schwer, rettete aber unzähligen Fahrern das Leben. Auch in Sachen Schutzkleidung und Ergonomie setzte BMW Massstäbe, die besonders von Langstreckenfahrern geschätzt werden.

Design: Vom funktionalen Industriedesign der Vorkriegszeit bis zu den aerodynamischen Skulpturen von Hans Muth hat BMW eine klare Formensprache entwickelt. Eine BMW erkennt man sofort – sei es an den herausstehenden Zylindern des Boxers oder an der markanten Linienführung der Verkleidungen. Das Design folgt bei BMW stets der Funktion, ohne dabei die Ästhetik zu vernachlässigen.

Technische Daten

Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten ausgewählter BMW-Klassiker, die auf dem Schweizer Markt besonders gefragt sind.

Antriebstechnik: Alle klassischen Boxermotoren verfügen über einen wartungsarmen Kardanantrieb. Die K-Baureihe nutzt ebenfalls Kardan, kombiniert mit einem längs eingebauten Reihenmotor. Die Getriebe entwickelten sich von frühen 3-Gang-Boxen zu den präzisen 5-Gang-Getrieben der 1970er und 80er Jahre.

Fahrwerk: Die Entwicklung reicht vom Starrrahmen über den Geradweg-Federbeinrahmen bis hin zu den modernen Schwingenkonstruktionen. In der Schweiz ist der Zustand der Federung besonders wichtig, da die Belastung auf Passstrassen hoch ist.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Markt für klassische BMW-Motorräder in der Schweiz ist stabil und von einer hohen Qualität der angebotenen Fahrzeuge geprägt. Schweizer Maschinen zeichnen sich oft durch eine lückenlose Servicehistorie und einen überdurchschnittlich guten Pflegezustand aus. Zudem sorgt die strenge Motorfahrzeugkontrolle (MFK) dafür, dass technische Mängel meist zeitnah behoben werden.

Preisentwicklung und Marktlage (2024-2025): Die Preise für Top-Modelle sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Besonders Fahrzeuge mit dem Veteranenstatus sind begehrt, da sie nur alle sechs Jahre zur MFK müssen und Versicherungsvorteile bieten.

  • R 32 (1923–1926): Diese Modelle sind auf dem freien Markt in der Schweiz praktisch nicht zu finden. Wenn ein Exemplar auftaucht, bewegt sich der Preis im Bereich von 100.000 bis 150.000 CHF. Solche Käufe finden meist über spezialisierte Auktionshäuser oder unter Sammlern statt.
  • R 51/3 und R 69 S (1951–1969): Die R 69 S ist der "Heilige Gral" der Nachkriegs-Boxer. Ein schönes Exemplar mit Veteraneneintrag kostet in der Schweiz aktuell zwischen 18.000 und 25.000 CHF. Achten Sie auf die Übereinstimmung von Rahmen- und Motornummer (Matching Numbers). Die Earles-Gabel sollte spielfrei arbeiten, und der Motor sollte keine blauen Rauchwolken ausstossen, was auf verschlissene Kolbenringe hindeuten könnte.
  • R 90 S (1973–1976): Ein absoluter Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen darf. In der Schweiz liegen gute Exemplare zwischen 12.000 und 22.000 CHF. Besonders wertvoll sind Maschinen im Originallack (Silver Smoke oder Daytona Orange). Prüfen Sie die Cockpitverkleidung auf Risse an den Haltepunkten und die Funktion der Dell'Orto-Vergaser mit Beschleunigerpumpe.
  • R 100 RS (1976–1984): Diese Modelle bieten viel Motorrad für das Geld. Preise bewegen sich zwischen 7.000 und 14.000 CHF. Da die Vollverkleidung viel verdeckt, ist eine genaue Inspektion des Rahmens und der Motorperipherie unerlässlich. Achten Sie auf Undichtigkeiten an den Stossstangenschutzrohren – ein klassisches Boxer-Problem.
  • R 80 G/S (1980–1987): Die Nachfrage nach der Ur-GS ist ungebrochen hoch. In der Schweiz werden für gepflegte Exemplare 10.000 bis 18.000 CHF aufgerufen. Die Paris-Dakar-Sondermodelle mit dem grossen 32-Liter-Stahltank können sogar die 25.000-CHF-Marke knacken. Prüfen Sie den Heckrahmen auf Risse und das Getriebe auf saubere Schaltvorgänge.
  • K 100 (1983–1995): Der Einstieg in die BMW-Welt ist hier am günstigsten. Standardmodelle sind ab ca. 2.000 CHF zu finden. Aufwendige Umbauten zum Café Racer oder Scrambler können jedoch bis zu 10.000 CHF kosten. Bei der K-Serie ist die Kraftstoffpumpe im Tank eine Schwachstelle; wenn sie laut summt, steht ein Austausch bevor.

Spezifische Kauftipps für die Schweiz:

  1. Veteranenstatus: Achten Sie beim Kauf auf den Eintrag "Code 180" im Fahrzeugausweis. Dies bestätigt den Veteranenstatus. Das Fahrzeug muss dafür weitgehend original und in technisch einwandfreiem Zustand sein.
  2. Servicehistorie: In der Schweiz wird viel Wert auf Dokumentation gelegt. Ein lückenloses Serviceheft von einem BMW-Fachbetrieb steigert den Wert erheblich.
  3. Korrosion: Obwohl Schweizer Motorräder meist Garagenfahrzeuge sind, kann Streusalz von frühen Frühjahrsfahrten den Aluminiumteilen zugesetzt haben. Prüfen Sie die Felgen und den Motorblock auf Ausblühungen.
  4. Zubehör: Originale Koffer (Krauser oder BMW) und das Bordwerkzeug sollten idealerweise vorhanden sein. Fehlende Originalteile können bei der Veteranenprüfung zum Problem werden.

Restaurierung und Ersatzteile: Die Ersatzteilversorgung für BMW-Motorräder ist im Vergleich zu anderen Marken hervorragend. BMW Group Classic bietet viele Teile direkt an. In der Schweiz gibt es spezialisierte Betriebe, die sich auf die Überholung von Boxermotoren und Getrieben konzentriert haben. Eine komplette Motorrevision kann je nach Aufwand zwischen 3.000 und 6.000 CHF kosten.

Fahrverhalten & Performance

Eine BMW zu fahren, ist ein Erlebnis, das sich deutlich von anderen Motorrädern unterscheidet. Das liegt vor allem an der einzigartigen Motorencharakteristik und den konstruktiven Besonderheiten.

Das Boxer-Gefühl: Wenn Sie einen klassischen Boxer starten, spüren Sie sofort das charakteristische Schütteln. Durch die längs liegende Kurbelwelle entsteht beim Gasgeben im Stand ein leichtes Kippmoment nach rechts. Während der Fahrt sorgt dieses Kreiselmoment für eine beeindruckende Stabilität. Der Boxer hat einen niedrigen Schwerpunkt, was das Motorrad trotz seines oft stattlichen Gewichts erstaunlich handlich macht. Auf den kurvenreichen Strassen der Schweizer Pässe wie dem Klausenpass oder der Tremola spielt der Boxer seine Trümpfe aus: sattes Drehmoment aus dem Keller und eine gelassene Kraftentfaltung.

Die K-Serie Performance: Die Vierzylinder der K-Serie fühlen sich völlig anders an. Sie laufen vibrationsarm und drehen willig hoch. Die Leistungsentfaltung ist linearer als beim Boxer. Eine K 100 liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Strasse. Dank der elektronischen Einspritzung ist das Ansprechverhalten auch in grossen Höhen, etwa auf dem Umbrailpass, stets optimal – ein grosser Vorteil gegenüber den vergaserbestückten Boxern, die in der dünnen Höhenluft oft zu fett laufen.

Fahrwerk und Bremsen: Klassische BMWs vor der Telelever-Ära (also vor 1993) haben das typische Eintauchverhalten beim Bremsen. Die R 69 S mit ihrer Earles-Gabel ist hier eine Ausnahme: Sie taucht beim Bremsen vorne nicht ein, sondern hebt sich sogar leicht an, was anfangs gewöhnungsbedürftig ist, aber viel Komfort bietet. Die Bremsleistung der frühen Modelle mit Trommelbremsen erfordert vorausschauendes Fahren. Ab der R 90 S mit Doppelscheibenbremse wurde die Verzögerung deutlich zeitgemässer. Dennoch sollte man bei Passabfahrten die Motorbremse des grossvolumigen Boxers intensiv nutzen, um die Bremsanlage nicht zu überhitzen.

Langstreckentauglichkeit: Hier liegt die wahre Stärke von BMW. Die Sitzposition ist meist aufrecht und ergonomisch durchdacht. Die Verkleidungen der RS- und RT-Modelle bieten einen Windschutz, der auch nach Stunden im Sattel nicht ermüdet. Der Kardanantrieb macht Schluss mit dem lästigen Kettenschmieren auf Reisen. Es ist kein Zufall, dass man auf den grossen europäischen Reiserouten überproportional viele BMWs antrifft.

Design & Accessoires

Das Design einer BMW ist immer auch ein Statement für Ingenieurskunst. In der Schweiz, einem Land mit einer hohen Dichte an Design-Liebhabern und Architekten, wird diese klare Linie besonders geschätzt.

Die Ära Hans Muth: Man kann die Bedeutung von Hans Muth für BMW nicht hoch genug einschätzen. Er machte aus dem "Gummikuh"-Image eine sportliche Marke. Die R 90 S mit ihrer fliessenden Linienführung und der ersten Cockpitverkleidung war eine Revolution. Die Lackierung wurde von Hand aufgetragen, was jedes Fahrzeug zu einem Unikat macht. Die R 100 RS perfektionierte diesen Ansatz. Die Vollverkleidung war nicht nur funktional, sondern wirkte wie aus einem Guss. Diese Maschinen sind heute gesuchte Sammlerstücke, gerade weil sie den Zeitgeist der 1970er Jahre so perfekt verkörpern.

Funktionalität im Detail: BMW-Design zeigt sich oft im Kleinen. Die Anordnung der Instrumente, die Haptik der Schalter (auch wenn die Blinkerschalter der 80er Jahre oft kritisiert wurden) und die Integration der Koffersysteme sind beispielhaft. Die Koffer der Marke Krauser, die oft an BMWs zu finden sind, wurden so gestaltet, dass sie die Aerodynamik so wenig wie möglich stören.

Accessoires und Individualisierung: In der Klassik-Szene ist Originalität Trumpf. Dennoch gab es schon früher beliebtes Zubehör:

  • Einzelsitze: Besonders bei der R 80 G/S beliebt, um den Offroad-Look zu unterstreichen.
  • Zusatzinstrumente: Voltmeter und Zeituhr in der Cockpitverkleidung waren bei den Tourenmodellen fast Standard.
  • Sturzbügel: Schützen die exponierten Zylinderköpfe des Boxers bei einem Umfaller.
  • Tankrucksäcke: Die originalen BMW-Tankrucksäcke mit ihrer stabilen Befestigung sind heute gesuchte Originalteile.

In den letzten Jahren hat sich zudem eine starke Custom-Szene entwickelt. Besonders die K 100 und die R-Modelle der 80er Jahre dienen oft als Basis für Café Racer. In der Schweiz müssen solche Umbauten jedoch strengen Richtlinien entsprechen und vom Strassenverkehrsamt abgenommen werden. Ein "gecleantes" Heck oder ein offener Luftfilter sind ohne entsprechende Gutachten (z.B. von der Fakt oder DTC) nicht zulässig.

Sonstiges

BMW in der Schweizer Armee: Die Schweizer Armee setzte über Jahrzehnte auf BMW-Motorräder. Besonders die Einzylindermodelle wie die R 25 oder später die Boxer wurden für Meldefahrer und die Militärpolizei genutzt. Viele dieser Maschinen gelangten nach ihrer Ausmusterung in private Hände und bilden heute einen soliden Bestand an Klassikern in der Schweiz. Sie sind oft olivgrün lackiert und verfügen über spezielle Halterungen für Packtaschen oder Funkgeräte.

Clubleben und Events: Die Schweiz hat eine sehr aktive BMW-Szene. Der BMW Moto Club Schweiz und zahlreiche regionale Ableger organisieren regelmässig Ausfahrten und Treffen. Ein Highlight für jeden BMW-Fan sind die "BMW Motorrad Days", die zwar meist in Deutschland stattfinden, aber von grossen Schweizer Delegationen besucht werden. Auch lokale Oldtimer-Veranstaltungen wie der "Swiss Classic World" in Luzern zeigen regelmässig herausragende BMW-Exponate.

Rennsport-Erfolge: Neben den Siegen bei der Rallye Paris-Dakar war BMW auch im Strassenrennsport erfolgreich. In den 1950er Jahren dominierten BMW-Gespanne die Weltmeisterschaft. Fahrer wie Max Deubel oder Klaus Enders feierten Seriensiege. Diese sportlichen Gene finden sich in den RS-Modellen wieder und begründen den Ruf der Marke als Hersteller von leistungsfähigen und zuverlässigen Maschinen.

Fazit

BMW Motorrad steht für über 100 Jahre Beständigkeit und Innovation. Wer eine klassische BMW kauft, erwirbt nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Stück Industriegeschichte. In der Schweiz ist die Marke tief verwurzelt, was sich in einem hervorragenden Angebot an gepflegten Fahrzeugen und einer exzellenten Infrastruktur für Wartung und Ersatzteile widerspiegelt.

Ob es die archaische R 32 ist, die elegante R 69 S, die designprägende R 90 S oder die unverwüstliche R 80 G/S – jede BMW hat ihren eigenen Charakter. Für Sammler bieten die frühen Boxer ein hohes Wertsteigerungspotenzial, während die Modelle der 70er und 80er Jahre perfekte Begleiter für ausgedehnte Touren über die Alpenpässe sind.

Achten Sie beim Kauf auf den Veteranenstatus, eine lückenlose Dokumentation und die Abwesenheit von typischen Schwachstellen wie Ölverlust am Kurbelwellensimmerring oder Getriebeproblemen. Eine gut gewartete BMW ist eine Anschaffung fürs Leben. Der Rhythmus des Boxers, die Zuverlässigkeit des Kardans und das Gefühl von Souveränität im Sattel machen die Faszination aus, die seit 1923 ungebrochen ist. Finden Sie jetzt Ihr BMW-Motorrad auf Classic Trader und geniessen Sie die nächste Ausfahrt auf den schönsten Strassen der Schweiz.