1950 | Alvis TB 14
- Statut:
- Aperçu
- Estimation:
- 90 000 € - 100 000 €
- Se termine à :
- 13/09/2026 19:45:00 UTC+2
Dieser Alvis TB14 Special Sports Tourer von 1950 gehört laut den vorliegenden Unterlagen zu lediglich 29 fertiggestellten Exemplaren; nur neun davon sollen als Linkslenker entstanden sein. Chassis 23584 trägt die Karosserienummer 1068 und eine Karosserie von A.P. Metalcraft in Coventry. Seine Geschichte ist über weite Strecken dokumentiert und umfasst einen nachweislichen Export von Österreich in die Niederlande 1986, spätere Restaurierungsarbeiten sowie mehrere Concours-Auszeichnungen. Nach den historischen Unterlagen könnte es sich sogar um eines der letzten beziehungsweise das einzige noch erhaltene LHD-Exemplar handeln – diese besondere Einordnung ist jedoch nicht abschließend belegt.
Der TB14 entstand als ausgesprochen seltene sportliche Variante im Alvis-Programm der unmittelbaren Nachkriegszeit. Laut historischer Dokumentation war ursprünglich eine deutlich größere Serie vorgesehen, tatsächlich sollen jedoch nur 29 Fahrzeuge fertiggestellt worden sein. Die Karosserien der Serienfahrzeuge entstanden bei A.P. Metalcraft.
Unter der langen Motorhaube arbeitet ein 1.892 cm³ großer Reihenvierzylinder mit 68 PS beziehungsweise 50 kW. Das Konzept kombiniert offene, zweisitzige Sportwagenproportionen mit klassischer britischer Technik. Bereits kurze Zeit später wurde der TB14 vom TB21 abgelöst, womit der TB14 innerhalb der Alvis-Geschichte eine ungewöhnlich kleine und entsprechend selten anzutreffende Modellgruppe blieb.
Chassis 23584 präsentiert sich heute in Rot. Die umfangreiche Bilddokumentation zeigt die charakteristische A.P.-Metalcraft-Karosserie mit geschwungenen Kotflügeln, lang gezogener Motorhaube, tief ausgeschnittenen Türen und freistehenden Scheinwerfern. Das historische britische Kennzeichen LND 570 gehört ebenfalls zur dokumentierten Identität des Fahrzeugs.
Bemerkenswert ist das bewusst konservierende Restaurierungskonzept. Nach den geprüften Unterlagen wurden Karosserie und vorhandene Originalsubstanz nicht unnötig ersetzt. Sichtbare Spuren des Alters wurden vielmehr als Bestandteil der Geschichte erhalten. Damit verfolgt dieser TB14 ausdrücklich nicht das Konzept einer vollständig auf Neuzustand getrimmten Restaurierung.
Das offene Cockpit ist mit beigefarbenem Leder ausgestattet. Hier ist die Dokumentation erfreulich eindeutig: Leder und Teppiche wurden im Zuge der Restaurierung erneuert und entsprechen deshalb nicht mehr dem ursprünglich verbauten Material. Dieser Umstand wird nicht als Originalität ausgegeben, sondern transparent als Teil der Restaurierungsgeschichte behandelt.
Die historische Instrumentierung wurde dagegen nach den Unterlagen überholt und bewahrt. Zusammen mit dem großen Lenkrad und dem schlichten offenen Cockpit vermittelt sie jene funktionale, mechanische Atmosphäre, die einen britischen Sportwagen dieser Epoche auszeichnet.
Der 1.892-cm³-Reihenvierzylinder leistet laut Fahrzeugdaten 68 PS (50 kW). Das Fahrzeug ist links gelenkt und mit einem manuellen Getriebe ausgestattet. Motor, allgemeine Technik und Instrumentierung wurden im Rahmen der konservierenden Restaurierung überholt, wobei laut Dokumentation besonderer Wert auf den Erhalt vorhandener Substanz gelegt wurde.
Die für das Fahrzeug relevanten Identitäts- und Originalitätsmerkmale wurden geprüft. Chassis 23584, Body 1068, die A.P.-Metalcraft-Karosserie sowie die seltene Linkslenker-Ausführung sind verifiziert. Auch der Matching-Numbers- beziehungsweise Matching-Colors-Status wurde im Rahmen der vorliegenden Dokumentation bestätigt. Ein Gutachten liegt vor. Der Alvis ist zugelassen und fahrbereit und besitzt zudem einen FIVA-Eintrag.
Ausgeliefert wurde Chassis 23584 am 29. September 1950 vom Werk in Coventry an den Alvis-Händler Parkers Ltd. in Manchester. Das erste britische Kennzeichen lautete LND 570. Die anschließende frühe Geschichte lässt sich nicht vollständig rekonstruieren.
Es gibt Hinweise darauf, dass sich der Wagen später längere Zeit im Raum Wien befand. Eine in den Unterlagen erwähnte Kühlerüberholung in Wien im Jahr 1972 ist heute allerdings nicht mehr durch entsprechende Belege nachweisbar und wird daher nicht als gesicherte Tatsache behandelt. Dokumentiert ist hingegen der Export aus Österreich in die Niederlande am 19. Dezember 1986. Der damalige Zustand wird sinngemäß als Scheunenfund beschrieben und ist laut Unterlagen fotografisch festgehalten.
Anschließend wurde der TB14 restauriert und 2002 weiterverkauft. Später gelangte er nach Deutschland. 2010 übernahm ihn ein weiterer Eigentümer und verfolgte bei der erneuten Aufarbeitung einen bewusst konservierenden Ansatz: Leder und Teppiche wurden erneuert, während Karosserie, Motor, Instrumentierung und allgemeine Technik laut Dokumentation überholt wurden, ohne die vorhandene Substanz unnötig auszutauschen.
Der Alvis wurde anschließend nicht nur ausgestellt, sondern auch bewegt. Dokumentiert sind Teilnahmen an historischen Veranstaltungen wie der Nibelungenfahrt und der König-Ludwig-Gedächtnisfahrt. Hinzu kommen mehrere Concours-Erfolge: 2010 der 1. Preis „Sport Cars“ in Schwetzingen, 2011 ein dritter Klassenpreis in Baden-Baden, 2012 der Publikumspreis in Zürich und 2014 ein zweiter Klassenpreis in Ludwigsburg.
Die historische Dokumentation ist für ein Fahrzeug dieser Seltenheit bemerkenswert umfangreich. Vorhanden sind neben den Fahrzeugpapieren unter anderem ein originales Inserat aus The Motor von 1950, historische Alvis-Unterlagen, zeitgenössische und spätere Zeitschriftenartikel sowie Recherchen und Material aus dem Umfeld des Alvis Owners Club und Red Triangle. Die Unterlagen, historischen Fotografien und Concours-Nachweise wurden geprüft.
Auch ein Gutachten ist vorhanden. Der Datensatz nennt einen Kilometerstand von 100.000 km; dieser Wert sollte bei einem Fahrzeug dieses Alters und mit der dokumentierten Restaurierungsgeschichte jedoch stets im historischen Kontext betrachtet werden und steht nicht im Mittelpunkt seiner sammlerischen Einordnung.
Dieser Alvis TB14 ist ein seltenes Fahrzeug, dessen Reiz weit über eine geringe Produktionszahl hinausgeht. Chassis 23584 verbindet eine verifizierte A.P.-Metalcraft-Karosserie und seltene Linkslenker-Ausführung mit einer umfangreichen Dokumentation, FIVA-Eintrag, Gutachten und einer Restaurierungsphilosophie, die vorhandene Substanz bewusst respektiert hat.
Gerade die Transparenz seiner Geschichte überzeugt: erneuertes Leder und neue Teppiche werden ebenso klar benannt wie die erhaltene und überholte historische Substanz. Die dokumentierten Concours-Erfolge und Rallyeteilnahmen zeigen zudem, dass dieser TB14 nicht ausschließlich als statisches Ausstellungsstück verstanden wurde. Ob er tatsächlich das letzte beziehungsweise einzige erhaltene LHD-Exemplar ist, bleibt offen – dass er zu einer ausgesprochen kleinen Gruppe gehört, ist nach den vorliegenden Unterlagen hingegen gut begründet.
Der TB14 ist einer jener britischen Sportwagen, bei denen Seltenheit fast zur Nebensache wird, sobald man davorsteht. Die A.P.-Metalcraft-Karosserie ist eigenwillig, elegant und alles andere als anonym. Noch sympathischer ist, dass bei diesem Wagen nicht versucht wurde, jedes Lebenszeichen wegzupolieren. Er hat Preise gewonnen, Rallyes erlebt und seine Patina behalten dürfen. Für mich ist genau das überzeugender als Perfektion: ein seltener Alvis, der Geschichte nicht nur dokumentiert, sondern sichtbar trägt.

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