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Triumph Motorrad kaufen

Seit 1902 verbinden Fahrer weltweit den Namen Triumph mit britischer Ingenieurskunst und rebellischem Charakter. Von der Speed Twin über die Bonneville bis zur modernen Speed Triple – jede Ära hat Klassiker hervorgebracht, die heute gesuchte Sammlerstücke sind.

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Risultati della ricerca

Bild 1/17 von Triumph Bonneville T120 (1968)
1 / 17

1968 | Triumph Bonneville T120

Te koop: Triumph Bonneville T120 uit 1968

16.950 €
🇳🇱
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Bild 1/25 von Triumph Tiger 100 (1939)
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1939 | Triumph Tiger 100

Rare Bronze Head version. Matching numbers. Restored.

24.950 €
🇩🇰
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Bild 1/25 von Triumph TR 5 Trophy (1955)
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1955 | Triumph TR 5 Trophy

1955 Triumph Trophy TR5. Matching numbers. Original paint.

9.500 €
🇩🇰
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Bild 1/5 von Triumph T 120 Bonneville (1965)
1 / 5
Umbau

1965 | Triumph T 120 Bonneville

Triumph TR6R T-120 Scrambler "Desert Sled"

13.200 €
🇩🇪
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Bild 1/10 von Triumph TR 7 V Tiger 750 (1973)
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1973 | Triumph TR 7 V Tiger 750

Good-looking British beauty for sale

7.500 €
🇫🇮
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Bild 1/50 von Triumph 6T Thunderbird (1958)
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1958 | Triumph 6T Thunderbird

Triumph THUNDERBIRD 650

11.200 €
🇮🇹
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Bild 1/50 von Triumph Speed Triple (1995)
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1995 | Triumph Speed Triple

Triumph SPEED TRIPLE

6.000 €
🇮🇹
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Bild 1/50 von Triumph T 100 Daytona (1969)
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1969 | Triumph T 100 Daytona

Triumph DAYTONA 500

6.900 €
🇮🇹
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Bild 1/50 von Triumph SD (1929)
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1929 | Triumph SD

Triumph CSD 550 SIDECAR

52.000 €
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Bild 1/12 von Triumph T 160 Trident (1975)
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10.900 €
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"Triumph" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Triumph" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/50 von Triumph T 120 Bonneville II (1970)

1970 | Triumph T 120 Bonneville II

Triumph BONNEVILLE T120 R

20.000 €vor 3 Monaten
🇮🇹
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Bild 1/30 von Triumph Legend TT (2000)

2000 | Triumph Legend TT

-

5.400 €vor 4 Monaten
🇮🇹
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Bild 1/39 von Triumph Daytona T595 (2006)

2006 | Triumph Daytona T595

2006 Triumph 955i Daytona 955cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
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Bild 1/21 von Triumph 3 TA Twenty-one (1957)

1957 | Triumph 3 TA Twenty-one

1957 Triumph 3TA Twenty One 348cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
🇬🇧
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Bild 1/44 von Triumph T 140 V Bonneville (1976)

1976 | Triumph T 140 V Bonneville

1976 Triumph T140V Bonneville 744cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
🇬🇧
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Geschichte & Erbe

Die Wurzeln von Triumph reichen bis 1885 zurück, als der Nürnberger Siegfried Bettmann nach England auswanderte und in Coventry die Triumph Cycle Company gründete. 1902 entstand das erste motorisierte Modell – ein Fahrrad mit belgischem Minerva-Motor, später als No. 1 bezeichnet. Ab 1907 produzierten beide Standorte, Coventry und Nürnberg, Motorräder mit eigenen 450-ccm-Viertakt-Einzylindern. Die englische Produktion wuchs bis Anfang der 1920er-Jahre auf 30.000 Maschinen jährlich.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1913 trennte sich das Nürnberger Werk von der englischen Muttergesellschaft und konzentrierte sich auf Büromaschinen, produzierte aber weiterhin Modelle wie die Triumph Knirps. 1936 verkaufte die englische Firma den Motorradbereich an Jack Sangster, einen Zulieferer-Magnaten, als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. 1951 übernahm BSA die finanziell angeschlagene Marke, doch Triumph blieb eigenständig und erreichte in den 1960er-Jahren ihren Höhepunkt.

Die Speed Twin (T100) von 1937, entworfen von Edward Turner, revolutionierte den Markt mit ihrem 500-ccm-Parallel-Twin und setzte Maßstäbe für Jahrzehnte. 1956 brach Johnny Allen auf einer Triumph den Geschwindigkeitsrekord in Bonneville, Utah – 214 mph (344 km/h). Daraus entstand 1959 die Bonneville T120, die schnell zur Ikone wurde. 1969 folgten unter BSA die Trident 750 und T150 Trident mit Dreizylindern, die im Rennsport dominierten.

Die turbulenten 1970er- und 1980er-Jahre überlebte Triumph knapp: 1973 Fusion mit Norton, nahezu stillstehende Produktion in den 1980ern, zwischenzeitliche Geschäftsaufgabe. 1990 kaufte der Bauunternehmer John Bloor die Rechte und präsentierte auf der Kölner Motorradmesse Neuauflagen der Trident, Trophy und Daytona. 1994 folgte die Speed Triple, die Triumph auch in den USA Erfolg bescherte. Heute ist Triumph Motorcycles Ltd. der größte britische Motorradhersteller in Privatbesitz.

Highlights & Besonderheiten

Triumph steht für britische Ingenieurskunst mit rebellischem Charakter. Die Marke hat Motorradgeschichte geschrieben – von der ersten serienmäßigen Parallel-Twin (Speed Twin 1937) über die Bonneville, die durch "The Wild One" mit Marlon Brando Kultstatus erlangte, bis zur modernen Hinckley-Ära ab 1990.

Die Bonneville T120 (1959–1974) definierte den Café-Racer-Stil und wurde zur Plattform für ungezählte TT-Siege und Scrambles. Ihre 650-ccm-Twin-Konfiguration mit 46 PS und Doppelvergasern war das Benchmark für Leistung und Zuverlässigkeit. Die 6T Thunderbird (1949–1966) brachte 650 ccm und setzte Standards für Tourer. Die T100 Daytona bot sportliche Auslegung mit höherer Verdichtung.

In den 1970ern etablierte die T160 Trident mit 750-ccm-Dreizylinder und 58 PS neue Maßstäbe im Roadster-Segment – trotz späterer Produktion als die BSA/Triumph Trident von 1969 gilt sie als eigenständiger Klassiker. Die TR7V Tiger 750 kombinierte Twin-Technik mit Enduro-Ambitionen.

Die moderne Ära startete 1990 mit vollständig neu entwickelten Drei- und Vierzylindern. Die Speed Triple (ab 1994) definierte das Streetfighter-Genre mit nacktem 885-ccm- (später 1050-ccm-) Dreizylinder, minimalem Design und Unterrohr-Auspuffen. Seit 2001 lebt die Bonneville als T100 und T120 (900 bzw. 1200 ccm) mit moderner Technik im Retro-Gewand weiter.

Konstruktionsdetails: Triumph setzte früh auf Viertakt-Parallel-Twins mit 270°-Kurbelwelle (charakteristischer Sound), Trockensumpfschmierung, separate Getriebe und robuste Gusseisenblöcke. Die Dreizylinder der Hinckley-Ära nutzen DOHC, Flüssigkühlung und elektronische Einspritzung – eine Seltenheit in der Retro-Klasse.

Technische Daten

Klassische Modelle (Meriden-Ära 1959–1983)

Hinckley-Ära ab 1990 (Auswahl Klassiker)

Marktübersicht und Kauftipps

Preisspannen nach Modell und Zustand (2024–2025)

Klassische Meriden-Ära:

  • Bonneville T120 (1959–1974): Restauriert €12.000–€22.000, Concours €25.000–€40.000. Frühe Unit-Construction-Modelle (ab 1963) sind gefragt. Präsentable Fahrer ab €8.000.
  • 6T Thunderbird: €8.000–€15.000 für solide Beispiele, Top-Zustand bis €20.000. Weniger gesucht als Bonneville, daher besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • T160 Trident: €9.000–€18.000. Selten und technisch anspruchsvoll – Dreizylinder-Instandsetzung kostet mehr als Twins.
  • T100 Daytona: €10.000–€20.000. Sport-Variante zieht Café-Racer-Bauer an, Originalität erhöht Wert erheblich.

Hinckley-Ära (modern classics):

  • Speed Triple 900 (1994–1996): €3.500–€6.500. Frühe Streetfighter sind Einstiegsklassiker, aber Ersatzteile (Auspuffanlagen) werden rar.
  • Speed Triple 1050 (2005–2010): €4.500–€8.000. Solide Wertstabilität, hohe Laufleistungen (40.000+ km) üblich. Ab 2008 mit verbessertem Fahrwerk.
  • Bonneville T100 865 (2001–2015): €4.000–€8.000. Vergasermodelle (bis 2006) günstiger, aber anfälliger. EFI-Modelle (ab 2008) zuverlässiger.
  • Bonneville T120 1200 (2016+): €8.000–€14.000 für Gebrauchte. Wertverlust verlangsamt sich ab 2020er-Modellen.

Käuferprofile:

  • Café-Racer-Umbauer: Suchen T100/T120 als Basis – achten auf niedrige Laufleistung, Rahmen-/Motorschäden sind kritisch.
  • Langstreckenfahrer: 6T Thunderbird oder Speed Triple 1050 – Komfort und Zuverlässigkeit wichtiger als Originalität.
  • Sammler: Frühe T120 (1959–1962) mit separatem Getriebe, matching numbers, Originalfarben – zahlen Aufpreise von 50–100 %.
  • Einsteiger: Hinckley-Bonneville 865 (2008–2015, EFI) bietet modernes Fahrerlebnis im Retro-Look für unter €6.000.

Markenweite Kaufkriterien:

  • Ersatzteilversorgung: Meriden-Klassiker haben exzellente Aftermarket-Unterstützung (Triumph spares, British customs). Hinckley-Teile über offizielle Händler verfügbar, aber teurer.
  • Typische Schwachstellen: Ölverlust an Kurbelwellendichtungen (Meriden), Zündspulenausfall (frühe Hinckley), Kupplungsrutschen bei hoher Laufleistung (Speed Triple 1050).
  • Rahmennummern: Ab 1950 stimmen Motor- und Rahmennummern überein. "Matching numbers" sind bei Sammlern Pflicht – prüfen Sie Prägestempel auf Gleichmäßigkeit (Fälschungen haben oft ungleichmäßige Tiefe).
  • Vergaser vs. EFI: Vergasermodelle (Meriden-Ära, frühe T100) brauchen regelmäßige Abstimmung. EFI-Modelle (ab 2008 Bonneville, alle Speed Triple 1050) wartungsärmer, aber Diagnosegeräte erforderlich.
  • Rostanfälligkeit: Britisches Klima + Stahlrahmen = Korrosionsprobleme. Inspizieren Sie Schwinge, Rahmenrohre (innen!), Auspuffkrümmer, Speichen. Pulverbeschichtung kostet €600–€1.200.
  • Motorrevision: Meriden-Twin-Überholung €2.500–€4.500 (Zylinder, Lager, Dichtungen). Dreizylinder-Trident €4.000–€7.000. Hinckley-Twins €2.000–€3.500.

Markttipps:

  • Bonneville-Preise stiegen 2022–2024 um 15–20 % (Retro-Boom). Erwarten Sie Stabilisierung 2025–2026.
  • Speed Triple 1050 gilt als "future classic" – frühe Modelle (2005–2007) unterschätzt, Werte könnten steigen.
  • Vermeiden Sie "bitsa" (bits and pieces) – Franken-Bikes aus verschiedenen Jahrgängen haben kaum Wiederverkaufswert.
  • TT-Spezifikationsmodelle (T100R, TR7RV) erzielen 20–30 % Aufschlag über Standard-Varianten.

Fahrverhalten & Fahrerlebnis

Triumph-Motorräder trennen in zwei Welten: die klassischen Meriden-Twins und -Triples mit mechanischem Charakter und die modernen Hinckley-Modelle mit elektronischer Raffinesse.

Bonneville T120 (1959–1974): Der 650er-Twin vibriert bei Standgas sanft, wacht ab 3.000 U/min auf und zieht gleichmäßig bis 6.500 U/min. Das Getriebe klackt präzise, die Trommelbremen erfordern Voraussicht. Die aufrechte Sitzposition und schmalen Lenker bieten Kontrolle auf Landstraßen, doch Autobahnen offenbaren Grenzen – über 140 km/h wird es laut und unruhig. Der charakteristische 270°-Twin-Sound – ein unregelmäßiges "Bop-bop-bop" – ist unverwechselbar. Fahrwerksgeometrie erlaubt flotte Kurven, aber moderne Reifen sind essentiell (Originalgummis waren grenzwertig).

6T Thunderbird: Entspannter als die Bonneville – langsamere Lenkung, mehr Gewicht, niedrigere Übersetzung. Ideal für entspannte Überlandtouren, weniger für Sportfahrer. Motor läuft kultivierter (34 PS reichen für 140 km/h Reise), vibriert aber ab 5.500 U/min spürbar.

T160 Trident: Der 750er-Dreizylinder klingt wie ein leiser Jaguar E-Type – seidig, hochdrehend, elektrisierend ab 4.000 U/min. 58 PS fühlen sich an wie 70, weil Drehmomentabgabe linear ist. Schwerer als Twins (233 kg), aber stabil in Schnellkurven. Elektrischer Starter war 1975 Luxus. Vibrationen minimal bis 7.000 U/min. Nachteil: Gewicht bei langsamen Manövern.

Speed Triple 900 (1994–1996): Aggressiv, roh, kompromisslos. 97 PS aus 885 ccm explodierten in den 1990ern – heute fühlt sich das moderat an, aber die Gasannahme ist immer noch direkt. Unterrohr-Auspuffe donnern laut, Sitzposition aggressive (breit, tief, kurz). Kurvenfresser auf Landstraßen, anstrengend auf Langstrecken. Dreizylinder-Klang ist hochtourig und eindringlich.

Speed Triple 1050 (2005–2015): 130 PS, Radial-Brembo, USD-Gabel – hier treffen britischer Charakter und moderne Supersport-Technik aufeinander. Motor dreht bis 9.500 U/min, aber das fette Drehmoment kommt schon ab 3.000 U/min. Traktionskontrolle (ab 2011) macht sie alltagstauglich. Lenkt präziser als die 900, aber Gewicht (214 kg nass) ist spürbar in Kehren. Dreizylinder-Sound mit 1.050 ccm ist sonorer als 885-ccm-Schrei.

Bonneville T100/T120 Hinckley (865/1200 ccm): Moderne Interpretation des Klassikers. Flüssigkühlung eliminiert Hitzeprobleme, Ride-by-Wire macht Gasannahme samtweich, ABS gibt Sicherheit. Die T120 (1200) fühlt sich drehfreudiger an als 865er – 80 PS reichen für 170 km/h, aber das Erlebnis ist entspanntes Cruisen, nicht Rasen. Vibrationen bei 4.500 U/min (Resonanzfrequenz), darüber glatt. Speichenräder und Doppelstoßdämpfer sehen klassisch aus, funktionieren aber modern. Perfekt für Pendler, die Stil wollen ohne Kompromisse.

Vergleich über Modelle: Meriden-Bonnevilles erfordern aktives Fahren – Bremsen planen, Vibrationen managen, Schaltung zeitlich abstimmen. Hinckley-Modelle vergeben Fehler, aber opfern Seele. Speed Triples (alle Generationen) sind Adrenalinjunkies – laut, schnell, unbequem. Trident 750/T160 sind Gentlemen-Racer – schnell, aber zivilisiert.

Design & Philosophie

Triumph-Design folgt seit 1937 einem Credo: Funktion formt Ästhetik, Britishness bleibt unverkennbar. Edward Turner, Chefdesigner der Meriden-Ära, prägte die Linie: parallele Motorlinien, tropfenförmige Tanks, minimalistische Verkleidungen. Seine Speed Twin setzte Standards – der Motor als skulpturales Zentrum, nicht versteckt hinter Blech.

Die Bonneville T120 perfektionierte Turners Vision: zweifarbiger Tank (ursprünglich Tangerine Dream oder Alaskan White mit Pinstripes), freistehende Zylinder mit Kühlrippen, Chrom-Scheinwerfer und Amal-Vergaser als Statement-Teile. Sitzbank dünn und flach – Passagier unerwünscht. Industriedesigner als Schöpfer: Turner war Ingenieur, kein Künstler, daher Pragmatismus statt Extravaganz.

In den 1960ern definierte die Bonneville den Café-Racer-Stil: Stummellenker (clip-ons), Einzelsitz-Heck, Rennscheibe, tiefergelegte Fußrasten. Rockers in London modifizierten ihre T120 zu 120-mph-Geschossen – Triumph tolerierte das und bot später Werks-Sportteile an. Die T100 Daytona war ab Werk eine Semi-Rennmaschine.

Die Trident/T160 brachte 1969/1975 Modernität: Ray Pickrell entwarf die Trident 750 mit Slimline-Profil und geschwungenen Auspuffrohren (drei auf einer Seite – polarisierend). Die T160 korrigierte das mit 2-in-1-Abgasanlage und eckigerer Tanklinie. Ölkrise und japanische Konkurrenz stoppten Design-Evolution.

John Bloor-Ära ab 1990: Designer John Mockett schuf die Hinckley-Linie – vollständig neu, aber mit DNA-Spuren. Die Daytona 900/1200 (1991) hatte Deltabox-ähnliche Rahmen, aber rundere Formen als japanische Bikes. Die Speed Triple (1994) war radikaler Bruch: nackter Streetfighter mit zwei Rundscheinwerfern ("bug eyes"), massiven Auspuffrohren unter Sitzbank, minimaler Verkleidung. Zielgruppe: urbane Rebellen, nicht Sonntags-Cruiser. Designer Rodney Phipp verfeinerte das zu späteren Modellen (2005+ Single-Scheinwerfer).

Die Hinckley-Bonneville (2001) war Drahtseilakt: Retro-Authentizität bei moderner Technik. Designer Ian Parkes replizierte Proportionen der T120 (Tanklinie, Sattelform, Chrom-Details), versteckte aber Flüssigkühlung, EFI und Kat. Speichenräder, Zweistoßdämpfer-Heck, Knieschluss-Pads – jedes Detail referenziert 1960er, funktioniert aber 2020er. Kritiker nannten es "pastiche" – Käufer liebten es. Die T120 (2016) fügte 1.200 ccm und modernere Elektronik hinzu, behielt aber Design-Sprache bei.

Designevolution: Meriden setzte auf zeitlose Reduktion, Hinckley auf moderne Interpretation. Farbschemata bleiben britisch: British Racing Green, Jet Black, Competition Orange, aber nie knallige Japaner-Farben. Chrom und gebürsteter Edelstahl dominieren Oberflächen – Plastik ist Tabu.

Besondere Elemente: Triumph-Logo (seit 1907 ovale "Triumph" in Kursivschrift) blieb nahezu unverändert. Peashooter-Auspuffe (aufwärts gerichtete Endschalldämpfer) der TR6/T120 Desert Sled wurden Kult. Hinckley-Modelle nutzen Unterrohr-Auspuffe (Speed Triple) oder 2-in-2-Anlagen (Bonneville) – beide unverkennbar Triumph.

Einflüsse: Turner inspirierte sich an amerikanischen Harley V-Twins (Parallel-Twin als Antwort), italienische Renner (Brembo-Bremsen bei Speed Triple), aber blieb britisch-eigensinnig. Moderne Triumphs lehnen japanische Perfektion ab zugunsten von Charakter und Exzentrik.

Rennsport & Kultur

TT Isle of Man: Triumphs erstes TT-Podium kam 1907 (Platz 2 und 3), gefolgt von Jack Marshalls Sieg 1908. Bis 1951 folgten sporadische Erfolge, dann gewann Ken Arber 1951 erneut. Die 1970er-Jahre brachten Dominanz in der 750-ccm-Klasse – Tony Jefferies auf Trident holte mehrfach Podien. Die T100R (Daytona-Variante) war Basis für privateer Rennteams.

Bonneville Salt Flats: Johnny Allen stellte 1956 auf einer stromlinienverkleideten Triumph 214 mph (344 km/h) auf – damaliger Weltrekord. FIM erkannte ihn nicht an (Technikregeln), aber Triumph nutzte den Namen "Bonneville" trotzdem ab 1959. Spätere Rekordversuche (1960er-Jahre) mit T120 erreichten über 230 mph.

Filmkultur: Marlon Brandos 6T Thunderbird in "The Wild One" (1953) machte Triumph zum Symbol für Outlaws und Rebellen. Steve McQueen fuhr T100 in "The Great Escape" (1963) – obwohl Film in Deutschland spielt, nutzte man britische Triumphs statt deutscher BMW. James Dean, Bob Dylan, Che Guevara – alle fuhren Triumph. Die Marke wurde Ikone der Gegenkultur.

Scramblers & Desert Sleds: Triumph T100C und TR6C (Competition-Modelle) dominierten US-Wüstenrennen der 1960er-Jahre. Hochgestellte Auspuffe, Blockstollen-Reifen, verstärkte Rahmen – diese Bikes schlugen Harley und Indian. Bud Ekins (McQueens Stuntdouble) gewann auf Triumph-Desert-Sled bei Baja-Rennen.

Mod-Kultur (UK): 1960er-Mods fuhren italienische Vespas, aber "Rockers" – ihre Rivalen – schworen auf Triumph Bonneville. Brighton-Auseinandersetzungen 1964 zementierten die Verbindung: Lederjacke + T120 = Rocker-Uniform. Diese Subkultur hält bis heute.

Export-Märkte: Triumph dominierte 1950er–1960er den US-Markt vor japanischen Marken. Steve McQueens Triumph-Händler in Los Angeles wurde Pilgerstätte. Deutsche Käufer schätzten Triumph als Alternative zu BMW – britischer Stil statt preußische Ingenieurskunst. Nach 1990 eroberte Bloor besonders UK/Europa zurück; USA folgte mit Speed Triple und Bonneville.

Pop-Kultur heute: Die Hinckley-Bonneville ist Lieblingsmotor der Custom-Szene – von Café Racer bis Scrambler. Werkstätten wie Bunker Custom, Maria Motorcycles oder Fuel Bespoke nutzen T100/T120 als Basis. Triumph unterstützt das mit Programmen wie "Triumph Factory Custom".

Fazit & Zusammenfassung

Triumph verbindet über 120 Jahre britische Motorradgeschichte – von Meriden-Klassikern bis Hinckley-Neuinterpretationen. Bonneville T120, 6T Thunderbird, T160 Trident, Speed Triple und moderne T100/T120 bilden die Pfeiler einer Marke, die Trends widerstand und Charakterköpfe anzieht.

Für Käufer gilt:

  • Bonneville T120 (Meriden) ist DIE Café-Racer-Basis – Werte steigen, aber Instandhaltung erfordert Expertise.
  • 6T Thunderbird bietet günstigeren Einstieg in klassische Parallel-Twins ohne Bonneville-Aufschlag.
  • T160 Trident ist Geheimtipp für Liebhaber seidiger Dreizylinder – selten, aber technisch fordernd.
  • Speed Triple 1050 (2005–2010) wird unterschätzt als "future classic" – moderne Streetfighter-Technik für unter €7.000.
  • Hinckley-Bonneville (865/1200 ccm) ist perfekter Kompromiss: Retro-Look, moderne Zuverlässigkeit, Alltagstauglichkeit.

Die Marke zieht Fahrer an, die Seele über Perfektion stellen – Triumph war nie die schnellste, leichteste oder billigste, aber immer die charaktervollste. Ob Meriden-Klassiker mit Ölflecken und Kickstarter oder Hinckley-Modell mit ABS und Ride-by-Wire: Ein Triumph zu fahren bedeutet, Teil einer Kultur zu sein, die seit über einem Jahrhundert Individualität feiert.

Classic Trader bietet aktuell 8 Angebote – von restaurierten Meriden-Ikonen bis gepflegten Hinckley-Klassikern. Finden Sie Ihr Stück britische Motorradgeschichte.