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Solex VéloSolex kaufen

Ein Fahrrad mit Motor – 1946 in Frankreich geboren, erfunden von Maurice Goudard und Marcel Mennesson. Über 7 Millionen VéloSolex rollten bis 1988, doch Sammler entdecken den Charme erst jetzt.

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Zoekresultaten

Bild 1/27 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1967)
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"Solex" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Solex" machen.

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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1967)

1967 | Solex Vélosolex Modell 3800

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700 €vor 7 Tagen
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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Ami (1967)

1967 | Solex Vélosolex Ami

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700 €vor 2 Monaten
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Bild 1/17 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1966)

1966 | Solex Vélosolex Modell 3800

Reduziert auf das Wesentliche und gerade deshalb besonders

Auktionvor 2 Monaten
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Bild 1/20 von Solex Vélosolex Modell 5000 (1971)

1971 | Solex Vélosolex Modell 5000

Französischer Mobilitätsklassiker mit charakteristischem Frontantrieb

Auktionvor 2 Monaten
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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Ami (1967)

1967 | Solex Vélosolex Ami

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850 €vor 4 Monaten
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Bild 1/18 von Solex Vélosolex Ami (1962)

1962 | Solex Vélosolex Ami

1962 Velo Solex S 2200 V1 49cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
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Bild 1/22 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1968)

1968 | Solex Vélosolex Modell 3800

1968 Velo Solex S 3800 49cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
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Bild 1/15 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1966)

1966 | Solex Vélosolex Modell 3800

1966 Solex 3800S '66

500 €vor 2 Jahren
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Bild 1/18 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1970)

1970 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

1.500 €vor 3 Jahren
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Bild 1/17 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1974)

1974 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

1.000 €vor 3 Jahren
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Bild 1/14 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1975)

1975 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

700 €vor 3 Jahren
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Le solex

1986 | Solex Vélosolex Modell 3800

900 €vor 5 Jahren
🇫🇷
Privat

Geschichte & Erbe

Die Geschichte beginnt 1905: Maurice Goudard und Marcel Mennesson gründeten ein Unternehmen für Vergaser. Der Name „Solex" entstand durch einen Wettbewerb unter Freunden – Vorgaben: maximal zwei Silben, fünf Buchstaben, nicht auf „e" endend (sollte nicht zu französisch klingen), nie zuvor verwendet. „Solex" gewann. Jahrzehntelang lieferte Solex Vergaser für Automobile und Motorräder – darunter Peugeot, Citroën, Panhard.

1940, während der deutschen Besatzung Frankreichs, entwickelte Goudard ein motorisiertes Fahrrad: Benzinmangel herrschte, öffentlicher Verkehr war zusammengebrochen, Fahrräder das einzige Fortbewegungsmittel. Die Idee: Ein winziger Motor (45 cm³), der direkt aufs Vorderrad drückt – kein Getriebe, keine Kette, keine Kupplung. Der Prototyp lief 1941; Produktion startete 1946 als VéloSolex Modell 45.

Der VéloSolex war kein Moped im klassischen Sinn – technisch blieb es ein Fahrrad mit Hilfsmotor. Der 45-cm³-Zweitakt saß über dem Vorderrad, eine Andruckrolle übertrug Kraft direkt auf den Reifen. Motor starten? Fahrrad antreten, Hebel umlegen, Andruckrolle drückt auf Reifen, Motor zündet. Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h. Verbrauch: 1,5–2 Liter/100 km. Reichweite: ~200 km (3-Liter-Tank).

1957 kam das Modell 1700 mit verbesserter Zündung und Vergaser. 1964 folgte das Modell 3300, ab 1966 das legendäre Modell 3800: 49 cm³ (statt 45), höhere Leistung (0,8 PS statt 0,4), robusteres Getriebe. Die 3800 wurde zum Verkaufsschlager – über 2,5 Millionen Einheiten bis 1988. Studenten in Paris, Lyon, Marseille fuhren VéloSolex; billig, zuverlässig, reparierbar mit Bordmittel.

1975 erschien das Modell 5000 mit 49 cm³, modernerem Design (tiefergelegter Tank, überarbeiteter Rahmen), 1,4 PS. Parallel lief die 3800 weiter – das 5000er-Modell blieb teurer, verkaufte sich schlechter. 1982 kam das Modell 4600 (noch leistungsstärker, 1,7 PS), doch steigende Konkurrenz durch Mofas (Peugeot 103, Motobécane Mobylette) und verschärfte Abgasnormen beendeten 1988 die französische Produktion.

Die Rechte gingen nach Ungarn (Produktion bis 2002), später nach China. 2013 startete ein Revival mit elektrischen Modellen – doch die klassischen VéloSolex (3300, 3800, 5000) bleiben die wahren Ikonen.

Produktionszahlen (Schätzungen): über 7 Millionen VéloSolex zwischen 1946 und 2002, davon ~2,5 Millionen Modell 3800.

Highlights & Besonderheiten

Das Andruckrollen-Prinzip unterscheidet VéloSolex von allen anderen Mopeds: Der Motor treibt keine Kette, sondern eine Gummirolle, die direkt auf den Vorderreifen drückt. Vorteile: Einfachheit (keine Kette, kein Getriebe), Leichtgewicht (~30 kg), Wartungsarmut. Nachteile: Reifenverschleiß (Vorderreifen hält 3000–5000 km), Rutschgefahr bei Nässe (Andruckrolle verliert Grip), geringerer Wirkungsgrad (Reibungsverluste).

Der 49-cm³-Zweitakt (Modelle 3800/5000) leistet 0,8–1,4 PS – winzig, aber ausreichend für 30–40 km/h. Der Motor sitzt über dem Vorderrad, hängt am Rahmen. Vergaser: Gurtner-Typ (3800) oder Solex-Eigenbau (frühe Modelle). Zündung: Magnetzündung (wartungsfrei). Öl-Benzin-Gemisch: 2 % (1:50) – viele Fahrer mischten 3 % (1:33) für mehr Schmierung.

Tankinhalt: 3 Liter (Modell 3800), 2,5 Liter (Modell 5000). Verbrauch: 1,5–2 Liter/100 km. Reichweite: 150–200 km. Tank sitzt unter dem Lenker (3800) oder tiefer am Rahmen (5000).

Gewicht: ~30 kg (Modell 3800), ~32 kg (Modell 5000) – leichter als jedes Moped. Ein Erwachsener kann das VéloSolex mühelos tragen (wichtig für Kellerstufen, Bahnhofstreppen).

Pedale: Ja, wie ein Fahrrad. Motor unterstützt, Fahrer kann mittreten (bergauf zwingend). Ohne Pedalunterstützung schafft die Maschine kaum 10 % Steigung. Das VéloSolex ist kein Motorrad, sondern motorisiertes Fahrrad – rechtlich in Deutschland/EU als Kleinkraftrad (bis 50 cm³) einzustufen, erfordert Mofa-Prüfbescheinigung oder Führerschein Klasse AM.

Kultfaktor: In Frankreich Symbol für Nachkriegs-Mobilität, Studentenleben (1960er–80er), sparsames Pendeln. Filmauftritte: „Monsieur Hulot" (Jacques Tati, 1950er), diverse Nouvelle-Vague-Filme. Im deutschsprachigen Raum blieb VéloSolex Randerscheinung – Kreidler, Zündapp dominierten.

Technische Daten

Besonderheiten: Keine Federung (weder vorne noch hinten) – harte Fahrt auf schlechten Straßen. Pedale erforderlich für Anfahrt und Bergfahrten. Andruckrolle verschleißt Vorderreifen in 3000–5000 km. Ölmischung 2–3 % (1:50 bis 1:33).

Marktübersicht und Kauftipps

VéloSolex-Preise 2024/2025 (Westeuropa):

  • Projektbasis, Teileträger, Rost, Motor fehlt/blockiert: €200–€500
  • Fahrbereit, gealtert, Rost an Rahmen/Tank, Motor läuft, keine Zulassung: €600–€1.200
  • Guter Zustand, wenig Rost, Motor überholt, Lack akzeptabel, fahrbereit: €1.500–€2.500
  • Restauriert, neuer Lack, Motor überholt, originale Teile, dokumentiert: €2.500–€4.000
  • Concours-Zustand, Vollrestaurierung, seltene Variante (frühe 3300, 5000 Erstjahr): €4.000–€6.000

Auktionsergebnisse (Bring a Trailer, UK-Auktionshäuser, 2024/2025):

  • 1968 VéloSolex 3800: $3.500 (April 2024, USA, fahrbereit, dokumentierte Historie)
  • 1971 VéloSolex 5000: £750 (Mai 2022, UK, Originalzustand, Originalrechnung vorhanden)
  • 1970 VéloSolex 3800: $45–$450 (verschiedene Auktionen, stark schwankend nach Zustand)

Frankreich: Angebote zahlreich, Preise 20–30 % niedriger als in Deutschland/UK. Fahrbare 3800er ab €800 häufig. Restaurierte Exemplare ab €2.000.

Deutschland/Österreich/Schweiz: Selten; Import aus Frankreich üblich (Transport ~€200–€400).

Kaufberatung

Rahmen: Rost ist Hauptproblem – dünnwandige Stahlrohre rosten durch, besonders: Steuerkopf (Schwitzwasser), Tretlager-Bereich (Spritzwasser), Hinterradrohre (Schlamm). Durchrostung = Gefahr; Schweißarbeiten nötig (€100–€300). Originale Rahmen selten; Nachbauten aus Frankreich verfügbar (ab €400).

Motor: Kolben und Zylinder verschleißen bei falscher Ölmischung. Kompressionsprüfung (Sollwert: ~6–7 bar). Motor lässt sich leicht ausbauen (vier Schrauben) – Revision machbar für Laien. Ersatzteile: Kolben €30–€50, Zylinder €50–€80, Kurbelwelle €80–€150. Zündung: Magnetzündung (wartungsfrei), aber Spule kann durchbrennen (Ersatz €50–€100). Vergaser (Gurtner): Verstopft nach Standzeit – Reinigung zwingend. Ersatz-Vergaser €40–€80.

Andruckrolle: Gummi verschleißt, wird hart, verliert Grip. Neue Rolle: €30–€60. Prüfen: Risse, Härte (Daumenprobe – sollte leicht eindrückbar sein). Vorderreifen: Andruckrolle frisst Profil – Verschleiß nach 3000–5000 km. Spezielle Solex-Reifen (600A, 650B) verfügbar bei französischen Händlern (€30–€50 pro Reifen).

Tank: Rost innen häufig – alter Sprit hinterlässt Schlamm. Tank ausbauen, spülen, entrosten (chemisch oder mechanisch). Neuanfertigung möglich (€150–€250). Tankhahn: Verstopft oft; Ersatz €20–€40.

Pedale/Tretlager: Lager verschleißen – Spiel prüfen. Ersatzlager Standard-Fahrradteile (€10–€20). Pedale oft verbogen oder abgebrochen; Ersatz über Fahrradhändler.

Bremsen: Felgenbremsen (Gummiklötze drücken auf Felge) – schwach bei Nässe. Bremsbeläge Standard (€5–€10 pro Satz). Felgen oft verzogen oder verrostet; Ersatz €30–€60 pro Rad.

Teileversorgung: Frankreich ist Hauptquelle – Shops wie Solex-Story, Solexine, Motobécane Parts liefern alles: Motoren, Rahmenteile, Tanks, Reifen. Deutschland: Solex-Shop.de bietet Teilesortiment. Kosten: Dichtungssatz €20–€40, Motor komplett überholt €200–€400, Rahmen komplett €400–€600. Versand: 1–2 Wochen innerhalb EU.

Restaurierungskosten: Motor-Revision €150–€300, Neulackierung €300–€600, Rahmen-Instandsetzung (Entrostung, Schweißarbeiten) €200–€500. Gesamtrestaurierung: €1.200–€2.500 – wirtschaftlich nur bei sentimentalem Wert oder seltenen Varianten (frühe 3300, 5000).

Zulassung Deutschland/EU: Als Kleinkraftrad (bis 50 cm³, max. 45 km/h). Mofa-Prüfbescheinigung oder Führerschein Klasse AM erforderlich. Versicherungskennzeichen (jährlich ~€40–€80). TÜV/Abnahme: Beleuchtung, Bremsen, Lenkungsspiel prüfen. Viele VéloSolex haben keine EU-Papiere – Einzelabnahme nötig (Kosten: €200–€500).

Fahrverhalten & Erlebnis

VéloSolex fahren ist einzigartig skurril. Anfahrt: Aufsitzen, Pedale treten (wie Fahrrad), Hebel umlegen (Andruckrolle senkt sich auf Vorderreifen), Motor springt an (Zweitakt-Knatter), Beschleunigung setzt ein. 0–30 km/h in ~15 Sekunden – gemächlich. Bergauf (5 % Steigung)? Mittreten zwingend – Motor allein schafft es nicht. 10 % Steigung? Absteigen, schieben.

Die Andruckrolle knattert hörbar – Gummi auf Reifen, Reibungsgeräusch. Bei Nässe rutscht die Rolle durch – Motor heult, Vortrieb fehlt. Lösung: Langsamer fahren, vorsichtig beschleunigen.

Sitzposition: aufrecht, wie Fahrrad. Lenker hoch, Sattel einfach (oft hart). Federung? Keine – jedes Schlagloch spürbar. Reifen (600A oder 650B) dämpfen minimal. Fahrten über Kopfsteinpflaster? Anstrengend.

Bremsen: Felgenbremsen – schwach. Bremsweg aus 30 km/h: ~10 Meter (trocken), ~15 Meter (nass). Vorderradbremse zieht gut; Hinterradbremse oft schwammig (Seilzug verschlissen). Wichtig: Vorsichtig bremsen – bei blockierendem Vorderrad (Andruckrolle dreht mit) Sturzgefahr.

Reichweite: 150–200 km (3-Liter-Tank, Verbrauch 1,5–2 Liter/100 km). Tanken? Benzin abmessen, 2 % Zweitaktöl beimischen (1:50), einfüllen. Tank unter Lenker – Zugang einfach.

Alltagstauglichkeit: Für Kurzstrecken ideal (5–15 km Stadt/Landstraße). Pendeln machbar, wenn Tempo egal ist. Autobahn, Bundesstraße: Unmöglich – zu langsam (max. 35–40 km/h). Stadt: Perfekt – wendig, leicht, parkbar überall (auf Bürgersteig tragen und abstellen).

Kultfaktor: Wer VéloSolex fährt, wird angesprochen – garantiert. „Was ist das?" – häufigste Frage. Das Knatter-Geräusch, die Andruckrolle, das Fahrrad-Moped-Zwitter-Design ziehen Aufmerksamkeit.

Design & Philosophie

VéloSolex-Design folgt radikaler Einfachheit: Ein Fahrradrahmen, ein Motor über dem Vorderrad, ein Tank unter dem Lenker – fertig. Keine Verkleidung, kein Chrom, keine Grafiken. Funktion bestimmt Form.

Modell 3800: Klassisches Design – Motor hängt über Vorderrad, Tank horizontal unter Lenker, gerader Rahmen (Herrenrad-Geometrie). Farbe: meist schwarz (Rahmen), rot oder schwarz (Tank), verchromt (Schutzbleche, Lenker). Schlichtheit als Programm – kein Schnickschnack, nur Notwendiges.

Modell 5000: Modernere Linie – Tank tiefer, Motor kompakter, überarbeitete Schutzbleche. Farben: Blau, Rot, Gelb (Tank), schwarz (Rahmen). Leicht verspielter als 3800, aber immer noch zurückhaltend.

Die Andruckrolle ist sichtbares Designmerkmal – sie definiert VéloSolex optisch. Wer das Prinzip nicht kennt, rätselt: „Was macht der Motor über dem Vorderrad?"

VéloSolex sollte demokratische Mobilität sein – billig (1966: 500 Francs, ~€75 heute), reparierbar (jeder Fahrradmechaniker konnte helfen), sparsam (1,5 Liter/100 km). Design musste nicht schön sein, nur funktional. Französische Nachkriegszeit prägte diese Philosophie: Praktikabilität vor Ästhetik.

Heute wirkt das Design charmant-skurril – Zeitzeuge einer Ära, in der Mobilität Luxus war.

Sonstiges

VéloSolex wurde zum Kultobjekt in Frankreich: Studenten fuhren VéloSolex in den 1960ern/70ern durch Paris – billig, zuverlässig, reparierbar. Clubs organisierten Rallyes (längste Strecke, langsamste Fahrt, schrägste Dekoration). Filmauftritte: Jacques Tati nutzte VéloSolex in mehreren Filmen („Die Ferien des Monsieur Hulot", 1953). Nouvelle-Vague-Regisseure (Godard, Truffaut) zeigten VéloSolex als Symbol französischer Alltagskultur.

Export: VéloSolex exportierte nach Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweiz – aber Erfolg blieb begrenzt. Deutsche fuhren Kreidler Florett, Zündapp Combinette. Schweizer importierten VéloSolex als „Velo-Solex" (Eigenmarke), Produktion teilweise in Neuenburg.

Rekorde: 1956 fuhr ein VéloSolex 1000 km in 24 Stunden (Durchschnitt 41 km/h) – Beweis für Zuverlässigkeit. 1960er: Langstreckenfahrten Paris–Marseille (800 km) mit VéloSolex dokumentiert.

Clubszene: Solex Club de France (gegründet 1980er) organisiert Treffen – 500+ VéloSolex erscheinen. In Deutschland existiert Solex-Freunde Deutschland e. V. (klein, ~50 Mitglieder). Schweiz: Velo-Solex Club Schweiz. Jahrestreffen in Frankreich (meist Normandie oder Bretagne) ziehen internationale Teilnehmer.

2013er-Revival: Elektrisches VéloSolex (e-Solex) mit Retro-Design – Flop. Zu teuer (€2.500–€3.500), zu schwer (50 kg), zu wenig Reichweite (40 km). Klassische VéloSolex blieben beliebter.

Fazit

VéloSolex ist kein Motorrad, kein Moped, kein Fahrrad – es ist VéloSolex: eine eigene Kategorie. Wer Geschwindigkeit sucht, greift zu Kreidler oder Puch Maxi. Wer Einfachheit, Charme, Skurrilität schätzt, findet hier goldrichtig.

Preise moderat: €600–€2.500 für fahrbare Exemplare, €2.500–€4.000 für Restaurierungen. Teileversorgung gut – französische Händler liefern alles. Wartung einfach – Motor in 10 Minuten ausbaubar, Reparaturen machbar für Laien.

Modell 3800 ist Klassiker – am häufigsten, Teile am besten verfügbar. Modell 5000 seltener, optisch moderner. Modell 3300 Rarität für Sammler.

VéloSolex fährt langsam (max. 35 km/h), braucht Mittreten bergauf, verschleißt Vorderreifen schnell – aber das ist egal. Wer VéloSolex fährt, genießt Entschleunigung, nostalgisches Knatter-Geräusch, fragende Blicke.

Ein rollendes Stück französischer Nachkriegsgeschichte – demokratisch, praktisch, unkaputtbar. Wer eine VéloSolex besitzt, besitzt Zeitdokument und Sympathieträger zugleich.