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Motobécane Motorrad kaufen
Von 1923 bis 1984 baute Motobécane Motorräder und Mopeds in Frankreich – darunter die Mobylette, die 14 Millionen Mal verkauft wurde. Heute sind die Maschinen selten, aber erschwinglich.
Zoekresultaten

1900 | Motobécane MB1
Motobecane MB 1
"Motobécane" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Motobécane" machen.
1966 | Motobécane Vélosolex Modell 3800
Ein Stück europäischer Zweiradkultur der Nachkriegszeit
1924 | Motobécane 175 Mirimin
Motobecane MB1
1926 | Motobécane Moped
MOTOBECANE Motocomfort MC2
1932 | Motobécane 125
c.1952 Motobecane D45S 125cc
1925 | Motobécane 175 Mirimin
Motobecane MB1
1980 | Motobécane Moby
Motobecane TM 4
1979 | Motobécane Mobylette N150
Motobecane Mobylette N150
1954 | Motobécane Mobylette 125
Beautiful Rare 4-Stroke French Scooter Designed by Géo Ham
1971 | Motobécane Moped
Motobecane M 11
1977 | Motobécane Moby
Motobecane M1 Moby
1968 | Motobécane MB1
Minimoby,Neu aufgebaut, von Rost befreit, grundiert, lackiert, Tank versiegelt
1958 | Motobécane Mobylette AV33
Mobecane MOBYLETTE AV33 de Luxe
1974 | Motobécane Mobylette AV50
1974 Mobylette 50cc
1966 | Motobécane Vélosolex Modell 3800
Unico propietario 268 km
Geschichte & Erbe
Motobécane entstand 1923 als Les Ateliers de la Motobécane in Pantin bei Paris, gegründet von Charles Benoît, Abel Bardin und dem Finanzier Jules Benezech. Der Name ist ein Wortspiel: „Moto" (französisch für Motorrad) und „Bécane" (französischer Slang für Fahrrad). Ihr erstes Motorrad war ein 175-cm³-Zweitakter – einfach, robust, erschwinglich.
In den 1930er Jahren wuchs Motobécane zu Frankreichs größtem Motorradhersteller. 1933 kam der erste Viertakter mit 250 cm³, gefolgt von 500er- und 750er-Reihenvierzylinder-Modellen mit Kardanantrieb. Die Firma gewann das berühmte Bol d'Or-Langstreckenrennen und etablierte sich im Rennsport. Neben Motobécane führte das Unternehmen die Marke Motoconfort – technisch identisch, aber für andere Vertriebskanäle.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Motobécane auf Leichtkrafträder. 1946 erschien der Poney, ein 63-cm³-Velomoteur. 1949 folgte die Mobylette – ein 49-cm³-Mofa mit Riemen-Ketten-Antrieb und schwenkendem Motor. Die Mobylette wurde zum französischen Volksgefährt: Über 14 Millionen Exemplare wurden bis 1997 gebaut, mit Spitzenproduktion in den 1970er Jahren (750.000 Stück/Jahr). Der Name „Mobylette" wurde in Frankreich zum Synonym für Moped – vergleichbar mit „Tempo" für Taschentuch.
Ab den 1960er Jahren produzierte Motobécane auch Fahrräder und stieg in die Rennradproduktion ein. 1970er: Hochphase der Moped-Ära. Motobécane beschäftigte bis zu 2.000 Mitarbeiter.
In den 1950er–60er Jahren experimentierte Motobécane mit Automobilen: 1958 ein Strandwagen-Prototyp, 1960 ein geschlossenes Leichtfahrzeug – beide gingen nie in Serie. Motoren von Motobécane wurden aber in Microcar-Herstellern verbaut (z. B. Arola).
1981 ging Motobécane in Konkurs – Opfer der japanischen Konkurrenz und sinkender Moped-Nachfrage. 1984 übernahm Yamaha die Reste und führte die Marke als MBK Industrie weiter (hauptsächlich Roller für den französischen Markt). Der Name Motobécane verschwand, die Mobylette lief noch bis 1997.
Highlights & Besonderheiten
Die Mobylette (1949–1997) ist das wichtigste Modell der Marke. Das Grundkonzept war radikal einfach: 49-cm³-Zweitakt-Motor, der über Riemen und Kette das Hinterrad antrieb. Der Motor war am Rahmen drehbar gelagert – zum Spannen des Riemens schwenkte man den Motor nach hinten. Automatische Fliehkraftkupplung, kein Gangwechsel. Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h. Verbrauch: unter 2 Liter/100 km.
Es gab dutzende Mobylette-Varianten: AV3 (1949, das Original), 40er-Serie (1960er), 50er-Serie (1970er, meistverkaufte Version), AV88 (späte Modelle mit 12V-Elektrik). Die 50V war das häufigste Modell in Deutschland. Typische Merkmale: Pressstahlrahmen, 17-Zoll-Reifen, Gepäckträger, minimale Verkleidung. Farben: meist Schwarz, Grün, Rot.
Das Vélosolex (1946–1988) wurde in Lizenz für den Vergaserhersteller Solex gebaut. Das Konzept: Ein 49-cm³-Motor sitzt über dem Vorderrad und treibt es per Reibrolle an. Gewicht: nur 30 kg. Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h. Verbrauch: 1,5 Liter/100 km. Das Vélosolex wurde zum Kultfahrzeug – einfach, billig, unverwüstlich. Produktion bis heute in Lizenz (China, Ungarn). Modell 3800 (1966–1988) ist die bekannteste Version.
Das MB1 (1923) war Motobécanes erstes Motorrad: 175-cm³-Zweitakt-Einzylinder, einfacher Rohrrahmen, Riemenantrieb. Sehr selten – nur wenige Hundert gebaut. Heute kaum zu finden.
Preisniveau (2024–2025):
- Mobylette 50V: 300–800 € (fahrbereit), 1.000–1.800 € (restauriert)
- Vélosolex 3800: 400–1.000 € (fahrbereit), 1.200–2.500 € (restauriert)
- Seltene Modelle (AV3, MB1): 1.500–4.000 €
Problem: Motobécane-Maschinen wurden als Alltagsfahrzeuge gefahren und oft nicht gepflegt. Viele stehen seit Jahrzehnten in Scheunen – Rost, defekte Vergaser, platte Reifen. Originale Ersatzteile werden knapp. Es gibt keine große Sammlergemeinschaft – Preise sind daher niedrig, aber Restaurierung aufwendig.
Technische Daten
Motor: Alle Mopeds hatten luftgekühlte Zweitakt-Einzylinder mit Gurtner-Vergasern. Gemisch: 32:1 (Benzin:Öl). Zündung: Schwungmagnetzündung (6V bis 1978, 12V danach).
Antrieb: Mobylette: Riemen vom Motor zur Vorgelegewelle, Kette zur Hinterradnabe. Vélosolex: Reibrolle auf Vorderreifen (abnutzungsintensiv).
Fahrwerk: Pressstahlrahmen (Mobylette) oder Stahlrohrrahmen (Vélosolex). Keine Federung an der Gabel (nur Reifen-Federung). Bremsen: Trommelbremsen vorne und hinten, später Scheibenbremse vorne (ab AV88).
Marktübersicht und Kauftipps
Motobécane-Klassiker sind Einsteigerfreundlich: Preise sind niedrig, Technik einfach, keine Hightech-Elektronik. Aber: Schlechter Zustand ist die Regel. Die meisten Mobylettes und Vélosolex wurden als Alltagsfahrzeuge misshandelt – Rost, verschlissene Kolben, defekte Vergaser, platte Reifen. Viele stehen seit den 1980er Jahren in Scheunen.
Worauf achten beim Kauf:
Motor: Kolben/Zylinder verschleißen schnell (Zweitakt). Kompressionstest machen (min. 6 bar). Vergaser oft verstopft (Gurtner-Vergaser sind filigran). Zündkerze prüfen (häufiges Problem: Schwungmagnetzündung schwach).
Rahmen: Pressstahlrahmen rostet stark, besonders an Schweißnähten und am Motorlager. Risse im Rahmen = unfahrbar. Leichte Oberflächenrost OK, durchrostete Stellen KO-Kriterium.
Elektrik: 6V-Systeme (vor 1978) sind anfällig – Lichtmaschine schwach, Kabel brüchig. 12V-Systeme (ab 1978) besser. Licht funktioniert selten.
Antrieb: Riemen verschleißt (alle 5.000 km wechseln). Kette rostet. Reibrolle beim Vélosolex abgenutzt (teuer zu ersetzen).
Reifen: 17-Zoll-Reifen sind Standard, aber alte Reifen porös. Neue Reifen: 40–60 €/Stück.
Restaurierungskosten: Motor-Rebuild (Kolben, Dichtungen, Vergaser): 200–400 €. Rahmen sandstrahlen + lackieren: 300–500 €. Elektrik komplett: 150–250 €. Gesamt: 800–1.500 € für vollrestaurierte Maschine.
Teile-Verfügbarkeit: Ersatzteile aus Frankreich (z. B. Solex-Shop, Motobécane-Clubs). Kolben, Dichtungen, Vergaser-Kits verfügbar. Rahmenteile und Verkleidungen rar – oft muss man schweißen/anpassen. Vélosolex-Teile besser verfügbar (Neuauflagen aus China).
Käuferprofil: Einsteigersammler, Scheunenfund-Enthusiasten, französische Nostalgie-Fans. Keine Hochpreis-Sammlerszene.
Preistendenz: Stabil auf niedrigem Niveau. Kein Preiswachstum – zu wenig Nachfrage. Gut für Käufer.
Fahrverhalten & Leistung
Eine Mobylette fährt sich an wie ein motorisiertes Fahrrad – weil sie genau das ist. Der 49-cm³-Motor leistet 2 PS. Beschleunigung: gemächlich. 40 km/h erreicht man nach 20–30 Sekunden. Bergauf: Mittreten hilft. Die Fliehkraftkupplung regelt automatisch – kein Schalten nötig. Motor läuft laut (Zweitakt-Knattern), riecht nach Zweitakt-Gemisch (Nostalgie!).
Handling: Das Fahrwerk ist primitiv – keine Federung, nur Reifen-Dämpfung. Auf glatten Straßen OK, auf Kopfsteinpflaster anstrengend. Lenkung ist direkt, aber nicht präzise. Bremsen sind schwach (Trommelbremsen) – Bremsweg bei 40 km/h: 10–15 Meter. Gewicht (47 kg) macht das Handling leicht – man schiebt die Mobylette mehr, als man sie fährt.
Sitzposition: Aufrecht, entspannt. Sitzbank ist schmal und hart (nach 30 km schmerzt der Hintern). Windschutz: null. Bei 40 km/h erträglich, darüber wird es zugig.
Das Vélosolex ist noch simpler: 0,8 PS, Reibrollenantrieb. Man tritt das Vorderrad an, hebt den Motor ab, startet per Kickstarter, senkt den Motor auf den Reifen – Reibrolle greift, Motor zieht. Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h. Beschleunigung: träge. Bergauf: Motor aus, treten. Das Vélosolex ist ein Fahrrad mit Hilfsmotor, kein Motorrad.
Handling: Das Gewicht (30 kg) macht das Vélosolex extrem wendig. Bremsen: schwach (nur Hinterrad-Trommelbremse, Vorderrad wird vom Motor gebremst). Sitzposition: wie auf einem Hollandrad. Komfort: hoch (für kurze Strecken).
Fazit: Wer ein Motobécane fährt, fährt es nicht wegen der Leistung. Es ist Zeitreise-Erlebnis – Frankreich der 1950er–70er Jahre, als Mopeds Massenmobilität bedeuteten. Langsam, laut, einfach – aber charmant.
Design & Zubehör
Das Design von Motobécane war Funktion pur. Die Mobylette hatte einen Pressstahlrahmen (schwarz lackiert), minimale Verkleidung, Gepäckträger, Kettenkasten. Scheinwerfer: rund, klein. Rücklicht: Miniatur-Birne. Farben: meist Schwarz, manchmal Grün, Rot, Blau. Kein Chrom, kein Schmuck – nur Zweck.
Das Logo zeigte ursprünglich zwei Köpfe (symbolisch für Benoît und Bardin), später vereinfacht zu „MB". Auf der Mobylette prangte das Logo auf dem Tankdeckel (der Tank war im Rahmen integriert).
Das Vélosolex war noch minimalistischer: Schwarzer Stahlrohrrahmen, freiliegender Motor über dem Vorderrad, schmale Sitzbank. Keine Verkleidung, kein Windschild – nur Funktion. Das Design wurde zum Kultstatement: Intellektuelle, Studenten, Künstler fuhren Vélosolex – es war das Anti-Statussymbol.
Zubehör: Für Mobylette gab es Gepäcktaschen, Windschilde, Auspuff-Tuning (für mehr Leistung). Heute sind originale Auspuffanlagen selten – viele wurden durch laute Tuning-Auspuffe ersetzt. Für Vélosolex gibt es Neuauflagen von Taschen und Körben (Retro-Stil).
Farbgebung: Original waren Mobylettes meist Schwarz. Spätere Modelle (1970er) kamen in Grün, Rot, Gelb. Vélosolex war fast immer Schwarz. Sonderlackierungen sind selten und wertvoller.
Sonstiges
Kulturelle Bedeutung: Die Mobylette war in Frankreich, was die Schwalbe in der DDR war – Volksmoped. Sie brachte Mobilität für Arbeiter, Schüler, Landbewohner. Der Name „Mobylette" wurde zum Gattungsbegriff (wie „Tempo" oder „Jeep"). In den 1970er Jahren sah man Mobylettes überall – vor Schulen, Fabriken, Bauernhöfen.
Das Vélosolex wurde zum Kult-Objekt für Intellektuelle und Minimalisten. Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und andere Pariser Denker fuhren Vélosolex – es war das Gegenteil von Statussymbol. Noch heute gibt es eine Vélosolex-Szene (Rallyes, Treffen).
Export-Märkte: Mobylettes wurden nach Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweiz exportiert. In Deutschland waren sie bis in die 1970er verbreitet, wurden dann von japanischen Mopeds (Honda, Yamaha) verdrängt. In den USA nie populär (zu langsam für amerikanische Straßen).
Film/Literatur: Das Vélosolex erschien in zahlreichen französischen Filmen (z. B. „Les Vacances de Monsieur Hulot"). Die Mobylette war Kulisse in Coming-of-Age-Filmen der 1970er–80er.
Fazit
Motobécane ist eine Marke für Einsteigersammler und Frankreich-Nostalgiker. Die Mobylette war das französische Volksmoped – 14 Millionen Mal gebaut, heute erschwinglich (300–1.800 €), aber meist in schlechtem Zustand. Das Vélosolex ist Kultfahrzeug und Designstatement – noch produziert in Lizenz, aber Originale aus den 1960er–80ern sind rare Fundstücke.
Wer ein Motobécane sucht, sollte: Scheunenfunde mit Rost-Toleranz betrachten. Restaurierung ist aufwendig (800–1.500 €), aber machbar. Teile aus Frankreich bestellen. Keine Wertsteigerung erwarten – es sind Liebhaberobjekte, keine Investments. Fahrbereitschaft prüfen (Kompression, Vergaser, Elektrik). Mobylette ist Alltagsfahrzeug-Kult, Vélosolex ist Minimalismus-Statement. Beide sind langsam, laut, einfach – aber genau das macht ihren Charme aus.
