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Moto Guzzi Motorrad kaufen

Seit über einem Jahrhundert verlassen Motorräder das Werk in Mandello del Lario – jedes trägt die Handschrift einer Marke, die sich Trends widersetzt. Der markante Quermotor und italienisches Temperament prägen jeden Kilometer.

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Bild 1/13 von Moto Guzzi Guzzino 65 (1946)
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1946 | Moto Guzzi Guzzino 65

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

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Bild 1/14 von Moto Guzzi Airone Turismo (1979)
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1979 | Moto Guzzi Airone Turismo

Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand

4.250 € - 5.800 €

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Bild 1/12 von Moto Guzzi Nuovo Falcone (1976)
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Bild 1/18 von Moto Guzzi Normale 500 (1921)
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1921 | Moto Guzzi Normale 500

ONE OF THE FIRST MOTO GUZZI EVEN BUILT !!!!

60.000 €
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Bild 1/12 von Moto Guzzi California III (1991)
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Bild 1/44 von Moto Guzzi California II (1983)
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1983 | Moto Guzzi California II

Moto Guzzi CALIFORNIA II

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Bild 1/42 von Moto Guzzi Motoleggera 65 (1954)
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1954 | Moto Guzzi Motoleggera 65

Moto Guzzi 65 SUPERLEGGERA

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Bild 1/50 von Moto Guzzi Motoleggera 65 (1951)
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1951 | Moto Guzzi Motoleggera 65

Moto Guzzi 65 SUPERLEGGERA

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Bild 1/13 von Moto Guzzi Guzzino 65 (1949)
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1949 | Moto Guzzi Guzzino 65

Moto Guzzi “Guzzino” Motoleggera 65 Tipo A – 1949

4.000 €
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Moto Guzzi beginnt 1921 in Mandello del Lario am Comer See, wo Carlo Guzzi und Giorgio Parodi nach dem Ersten Weltkrieg ihren Traum verwirklichten. Der dritte im Bunde, Pilot Giovanni Ravelli, war 1919 bei einem Testflug verunglückt – ihm zu Ehren trägt die Marke bis heute den Adler im Logo. Die erste Normale mit 500-ccm-Einzylinder ging 1921 in Produktion. Bereits 1924 gewann Moto Guzzi die Europameisterschaft in der 500er-Klasse.

In den 1930er Jahren avancierte Moto Guzzi zum größten italienischen Motorradhersteller. Die G.T. Norge von 1928 bewies mit ihrer neuartigen Hinterradfederung Zuverlässigkeit bis zum Polarkreis. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die Marke den Rennsport: Zwischen 1935 und 1957 holte Moto Guzzi 14 Weltmeistertitel und über 3.300 Rennsiege – ein Rekord, der bis heute Bestand hat.

Die Guzzino (1946) und Cardellino machten Mobilität erschwinglich, während die Falcone 500 (1950-1967) als Polizeimaschine Kultstatus erlangte. 1967 markierte der V7 mit seinem quer eingebauten 90-Grad-V2-Motor einen Wendepunkt. Diese Architektur – mit längs liegender Kurbelwelle – wurde zur DNA aller künftigen Großmodelle.

Die 1970er brachten Sportikonen wie die V7 Sport (1971) mit 750 ccm und die 850 Le Mans (1976), benannt nach dem 24-Stunden-Rennen. Nach wirtschaftlichen Turbulenzen übernahm De Tomaso 1973 die Marke, 2000 folgte Aprilia (heute Piaggio-Gruppe). Seither erlebt Moto Guzzi eine Renaissance mit Modellen wie der V7 III und V85 TT, die Tradition mit moderner Technik verbinden.

Highlights & Besonderheiten

Was Moto Guzzi unverwechselbar macht, ist der 90-Grad-V-Twin mit Längsanordnung. Anders als bei den meisten V2-Motoren liegt die Kurbelwelle in Fahrtrichtung, die Zylinder ragen seitlich heraus – perfekt für Ventilspielkontrolle am Straßenrand. Der Kardan-Antrieb vermeidet Kettenwartung, sorgt aber für den charakteristischen Guzzi-Nicken beim Gasgeben.

Die V7 Sport (1971-1974) gilt als erstes italienisches Superbike: 750 ccm, 52 PS, 200 km/h. Ihr Café-Racer-Design mit grünen Tanklackierungen inspiriert bis heute. Die 850 Le Mans setzte Maßstäbe mit integriertem Bremssystem (Vorläufer des ABS), drei Brembo-Scheiben und markanter Frontverkleidung. Nur 6.245 Exemplare der ersten Serie (Mk I, 1976-1978) entstanden – heute erzielen Bestzustände über €15.000.

Die California-Baureihe (ab 1972) definierte den italienischen Cruiser: entspannte Sitzposition, Vollverkleidung, polizeitauglich. Das Modell lieferte jahrzehntelang an US-Polizeidienststellen. Die Falcone bleibt der Inbegriff robuster Einzylinder-Technik: 500 ccm, Viertakt-OHV, über 44.000 Einheiten bis 1967.

Jüngere Klassiker wie die Daytona 1000 (1992-1997) mit High-Cam-Motor und Sportfahrwerk oder die MGS-01 Corsa (2005) zeigen Guzzis Rennsport-DNA. Charakteristisch bleibt der sonore V2-Sound, der mechanische Ventilklappern und die exponierten Zylinder – Technik zum Anfassen.

Technische Daten

Die wichtigsten Moto Guzzi Modelle im Überblick:

Legende: OHV = obenliegende Ventile über Stoßstangen, DOHC = doppelte obenliegende Nockenwellen

Alle V2-Modelle ab 1967 nutzen Trockensumpfschmierung, Zweischeiben-Trockenkupplung und Kardanantrieb. Das Kipphebelventilspiel lässt sich ohne Spezialwerkzeug einstellen – eine Seltenheit bei Motorrädern dieser Leistungsklasse.

Marktübersicht und Kauftipps

Preissegmente nach Modell und Zustand (Stand 2024-2025):

  • Falcone / Airone (1950er-1960er): Einstieg restauriert ab €8.000, Bestzustände bis €18.000. Selten auf dem Markt – Wertsteigerung 15-20% in fünf Jahren.

  • V7 Special / Ambassador (1967-1975): Gebrauchsfähig ab €5.000, top-restauriert €10.000-€15.000. Basis-V7-Modelle weniger gesucht als Sport-Varianten.

  • V7 Sport (1971-1974): Fahrbereit ab €12.000, Concours-Zustand €25.000-€35.000. 2023 erzielte ein Exemplar bei Bonhams £32.000, Ende 2023 knackte ein US-Verkauf die $95.700-Marke (Weltrekord). Tendenz steigend, besonders grüne "Telaio Rosso"-Fahrgestelle.

  • 850 Le Mans Mk I (1976-1978): Projekt ab €6.000, sehr guter Zustand €12.000-€18.000. Mark II/III günstiger (€4.000-€10.000), aber weniger wertstabil.

  • California-Reihe (1972-heute): Frühe California II/III €4.000-€9.000. Polizei-Umbauten mit Dokumentation erzielen Aufschläge. Jüngere Modelle (1990er-2000er) oft unter €5.000.

  • Kleinmodelle (Guzzino, Cardellino, Dingo): Restauriert €3.500-€7.000. Sammlerszene wächst, besonders für Komplett-Sammlungen italienischer Nachkriegs-Leichtkrafträder.

Käuferprofile:

  • Einsteiger: V7 III (2012+) oder Nevada 750 bieten moderne Zuverlässigkeit mit klassischer Optik. Ersatzteile verfügbar, Elektronik handhabbar.

  • Puristen: Falcone oder frühe V7 – mechanisch simpel, aber Ersatzteile selten. Ideal für Schrauber mit Geduld.

  • Sportfahrer: 850 Le Mans oder V11 Sport kombinieren Leistung mit Charakter. Fahrwerksupdates empfehlenswert.

  • Cruiser-Fans: California-Modelle – komfortabel, aber schwer. Prüfen: Kardanöl, Kupplungslamellen, Elektrik.

Worauf beim Kauf achten:

  • Motor: Ventilspiel dokumentiert? Ölverlust an Zylinderfuß (typisch bei älteren Modellen). Kaltstart schwergängig = Vergaser-Überholung nötig.

  • Kardan: Spiel im Hinterradantrieb prüfen (Rad anheben, Spiel > 5 mm = teuer). Kardanölwechsel alle 20.000 km – selten eingehalten.

  • Elektrik: Lichtmaschine vor 1980 schwach dimensioniert. Batterie ständig leer = Regler defekt (ca. €150). Sicherungsbox korrodiert? Komplettcheck sinnvoll.

  • Rahmen: Rostanfälligkeit bei 1960er-1980er Modellen an Lenkkopf und Schwingenlagerung. Originalfarbe wertsteigernd – Umlackierungen dokumentieren lassen.

  • Dokumente: Matching Numbers (Motornummer = Rahmennummer im Brief) erhöhen Wert um 20-30%. Werkstattbuch, Original-Rechnung, FMI-Zertifikat (ital. Veteranenclub) sind Gold wert.

Teileversorgung: Für Modelle ab 1970 gut über Harper's Moto Guzzi (USA), Teo Lamers (NL) oder Gutscher (DE). Vor-1970-Teile erfordern Spezialisten wie Moto-Keller oder Nachfertigung. Neumodelle (V7/V85 ab 2010) über Piaggio-Händler – Verfügbarkeit exzellent.

Marktrends: V7 Sport und Le Mans Mk I zeigen stärkste Wertsteigerung (10-15% p.a.). Modelle mit Rennhistorie oder Polizei-Provenienz erzielen Premiumpreise. Unrestaurierte Scheunenfunde mit Originallack zunehmend gesucht – Patina übertrifft oft Neuaufbau.

Fahrverhalten & Fahrgefühl

Ein Moto Guzzi zu fahren bedeutet, Motorrad-Geschichte physisch zu erleben. Der Quermotor dreht in der Kurve merklich mit – rechts einlenken drückt das Motorrad auf, links hebt es leicht an. Anfänger irritiert das Guzzi-Nicken, Kenner lieben dieses mechanische Feedback. Es erinnert daran, dass hier keine sterile Technik am Werk ist, sondern italienische Ingenieurskunst mit Seele.

Die V7 Sport (1971) definierte einst, was ein Café Racer sein sollte: knappe Sitzbank, tiefer Lenker, jede Bewegung direkt übersetzt. Bei 5.000 U/min wacht der V2 auf, ab 6.500 U/min kommt der kernige Schub. Der sonore V2-Sound – ein tiefes Grollen mit mechanischem Klappern – ist unverkennbar Guzzi. 200 km/h fühlten sich 1971 nach 300 an; auch heute vermittelt die Maschine Geschwindigkeit ungefiltert.

Die 850 Le Mans spielt in einer anderen Liga: drei Brembo-Scheiben (damals revolutionär), verknüpfte Bremsanlage, 71 PS aus 844 ccm. Auf der Autobahn liegt sie satt, in Serpentinen fordert sie Respekt – das Gewicht von 215 kg will geführt werden. Gas auf, und der Kardan schiebt das Heck nach oben, Gas zu, und es senkt sich. Charakterzug, kein Fehler.

California-Modelle kontrastieren diese Sportlichkeit: aufrechte Sitzposition, tiefe Schwerpunkt, entspannte Gangart. Hier stehen Langstreckentauglichkeit und Souveränität im Fokus. Der V2 läuft bei 3.500 U/min mit sattem Drehmoment, Autobahn-Tempo erreicht man fast im Leerlauf. Kritiker bemängeln Wenigkeit und Gewicht, Fans schätzen genau diese gelassene Grandezza.

Kleinere Modelle wie Falcone oder V7 Special (700er) bieten ein intimeres Erlebnis: leichter, wendiger, unmittelbarer. Der Einzylinder der Falcone vibriert sympathisch, jede Zündung spürbar. Moderne V7 (ab 2012) verfeinern das Konzept – ABS, Einspritzung, elektronische Zündung – ohne die analoge Anmutung zu verlieren.

Über alle Modelle hinweg: Moto Guzzi verzeiht keine Hektik. Das Getriebe schaltet präzise, aber bedächtig. Die Kupplung packt hart zu. Bremsen fordern bewussten Krafteinsatz. Wer das akzeptiert, wird mit einer Fahrerfahrung belohnt, die satt, ehrlich und befriedigend ist – das Gegenteil moderner Perfektion.

Design & Zubehör

Moto Guzzi Design folgt keiner Modeströmung, sondern ingenieurtechnischer Logik – und genau das macht es zeitlos. Der quer liegende V2 ist nicht versteckt, sondern Skulptur: blank polierte Zylinder ragen heraus, Ventildeckel glänzen, Auspuffkrümmer umarmen den Motor. Form folgt Funktion, Funktion wird zum Statement.

Die V7 Sport (1971) prägte das Café-Racer-Genre: kompakte Frontverkleidung, bauchige Tanklinie, knackige Heckpartie. Designer Lino Tonti schuf ein Gesamtkunstwerk aus Aluminium und Stahl. Die grüne Lackierung (Verde Legnano) mit roten Streifen wurde zur Ikone, die man heute auf Repliken und Tributes wiederfindet.

Die Le Mans zelebrierte brutale Ästhetik: kastenförmige Verkleidung, rot lackierte Rahmen, schwarze Motorblöcke. Jedes Detail schrie "Rennen". Späte Mark-IV-Modelle verloren diese Radikalität zugunsten glatter Linien – Sammler bevorzugen die kantigen Frühmodelle.

California-Modelle zitieren US-Cruiser, bleiben aber italienisch: elegante Linien statt Chrome-Exzesse, funktionale Kofferintegration, werksseitige Polizei-Optik (Windschild, Satteltaschen, Sturzbügel). Die Eldorado (850er-Basis) kombinierte Cruiser-Komfort mit Sportmotor – ein Nischenmodell mit Kultstatus.

Designer Giulio Cesare Carcano (Rennmaschinen der 1950er) und Tonti (V-Modelle ab 1967) definierten Guzzis Formensprache: kantig, muskulös, ehrlich. Kein Bauteil täuscht vor – was man sieht, ist, was arbeitet. Moderne Modelle (V7 III, V9, V85 TT) interpretieren diese Philosophie neu: LED-Technik in Rundscheinwerfer-Optik, digitale Instrumente im Analog-Gehäuse.

Zubehör & Personalisierung:

Die Guzzi-Szene lebt von Individualität. Café-Racer-Umbauten dominieren: Stummellenker, Sitzbank-Umbau, Auspuffanlagen von Lafranconi oder Mistral. Scrambler-Conversions (Hochrohr-Auspuff, Stollenreifen, kleines Windschild) boomen seit den 2010ern.

Klassische Accessoires: Laverda-Instrumente (Drehzahlmesser-Upgrade), Veglia-Tachos (Original-Ersatz), Brembo-Bremssättel (Performance-Tuning). Tank-Embleme, Seitendeckel-Gravuren und Nummernschilder-Halterungen werden oft von Originalen abgegossen – ein Markt für Spezialisten wie Agostini (I) oder Moto-Keller (DE).

Für Langstreckenfahrer: Koffersets von Hepco & Becker, Touratech-Windschilde, USB-Steckdosen (diskret verbaut). Für Puristen: Alles zurück auf Werksstand, originale Farben nach FMI-Farbcode, Patina bewahren statt überlackieren.

Sonstiges

Rennsport & Rennkultur:

Moto Guzzis Rennsport-Ära (1921-1957) ist Legende. Omobono Tenni, Stanley Woods und Bill Lomas fuhren auf Guzzi-Maschinen zu Weltmeistertiteln. Die 250 Bialbero (Doppel-OHC-Einzylinder) und 500 V8 (1955-1957, 8-Zylinder, 270 km/h) zeigten technische Kühnheit. Der V8 blieb ein Experiment – zu komplex, zu teuer –, doch seine 78 PS aus 500 ccm setzten Maßstäbe.

Privatfahrer dominierten später mit Le-Mans-Modellen Produktionsrennen. Die Daytona 1000 (1992) gewann die Battle of the Twins in Daytona – daher der Name. Heutige MGS-01 Corsa (nur 150 Stück) kostet neu über €40.000 und ist streng genommen eine Rennmaschine für die Straße.

Exportmärkte & Polizeigeschichte:

USA waren lange Hauptmarkt: California-Modelle hießen so nach dem Absatzmarkt Kalifornien. LAPD (Los Angeles Police Department) setzte ab 1972 Guzzis ein – robuster als Harleys, wendiger in Stadtverkehr. Über 850 Maschinen gingen an US-Polizeidienststellen. Original-Polizeimotorräder mit Dokumentation (Logbuch, Aufkleber, Funk) erzielen heute Sammlerpreise.

Italien selbst nutzte Falcone und V7 für Carabinieri und Polizei. Die Falcone gilt als dienstälteste Polizeimaschine Italiens (bis 1976 im Einsatz). Ihre Zuverlässigkeit machte sie zur Volksmaschine – in Sizilien sieht man noch heute fahrende Exemplare.

Popkultur & Film:

Moto Guzzi fehlt die Hollywood-Präsenz einer Triumph oder Harley, doch Kennerkreise schätzen sie. In Italien gilt Guzzi als Nationalheiligtum – vergleichbar mit Alfa Romeo im Autosegment. Der V7 Sport ziert unzählige Poster, die Le Mans läuft in Retrorennen wie Goodwood Revival oder Moto Giro d'Italia.

Kurioses: Bis 1945 bauten Guzzi-Ingenieure auch Drei-Rad-Transporter (Motocarri), um nach dem Krieg Italiens Wirtschaft zu mobilisieren. Diese Ape-Vorläufer sind heute rare Museumsstücke.

Fazit

Moto Guzzi verkörpert italienischen Motorradbau in Reinform: technisch eigensinnig, optisch kompromisslos, emotional fordernd. Der quer liegende V2 ist keine Designentscheidung, sondern Kult-DNA. Wer Guzzi fährt, nimmt Vibrationen, Nicken und mechanisches Klappern in Kauf – und gewinnt dafür Seele, Charakter und Distinktion.

Für Sammler sind V7 Sport, 850 Le Mans Mk I und Falcone die Königsklasse – wertstabil, geschichtsträchtig, selten. Preise steigen seit Jahren kontinuierlich. Für Einsteiger bieten moderne V7-Modelle (ab 2012) den perfekten Einstieg: klassisches Feeling mit zeitgemäßer Technik. California-Liebhaber finden entspanntes Cruisen ohne Harley-Klischees.

Schwachstellen liegen im Detail: Elektrik altert schlecht, Kardanwartung wird vernachlässigt, Ersatzteile vor 1970 sind Geduldsproben. Doch kein italienisches Motorrad verzeiht Nachlässigkeit – und genau das schätzt die Szene. Moto Guzzi fordert Hingabe, belohnt aber mit Fahrfreude, die keine Elektronik simulieren kann.

Wer ein Motorrad sucht, das man fährt statt nur besitzt, wer Technik erleben statt verwalten will, findet in Mandello del Larios Erbe eine Heimat. Über 40 Angebote auf Classic Trader warten – vom Restaurationsprojekt bis zur Concours-Maschine. Jetzt entdecken und Teil der Guzzi-Familie werden.