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Lord Heskeths Traum vom britischen Superbike: Der V1000 mit handgefertigtem 992-ccm-V-Twin ist eines der seltensten und exzentrischsten Motorräder der Insel. Nur rund 150 Exemplare des Originals entstanden.
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1982 | Hesketh V 1000
1982 Hesketh V1000 992cc
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Geschichte von Hesketh Motorcycles ist untrennbar mit Alexander Fermor-Hesketh, 3. Baron Hesketh verbunden – einem exzentrischen britischen Aristokraten, der in den 1970er Jahren als Privatier in die Formel 1 einstieg und James Hunt dessen Debüt ermöglichte. Lord Hesketh war bekannt für seine Extravaganz: Champagner floss unabhängig vom Rennergebnis, und das Team residierte vorzugsweise in Fünf-Sterne-Hotels.
Nach dem Rückzug aus der F1 richtete Lord Hesketh seine Energie auf ein neues Projekt: ein Motorrad, das die britische Motorradindustrie retten sollte. Seit dem Niedergang von BSA, Triumph und Norton in den 1970ern hatte Großbritannien keinen nennenswerten Motorradhersteller mehr. Hesketh wollte mit einem handgefertigten Luxus-Motorrad diese Lücke füllen – nichts Geringeres als das Rolls-Royce unter den Motorrädern.
1977 begannen Gespräche mit dem Motorenspezialisten Weslake über die Entwicklung eines neuen V-Twin-Motors. 1981 wurde Hesketh Motorcycles PLC gegründet und eine Fabrik in Daventry, Northamptonshire, eingerichtet. Die Produktion des V1000 begann im selben Jahr.
Das Konzept war ambitioniert: Ein luftgekühlter 90°-V-Twin mit 992 ccm, vier Ventilen pro Zylinder und obenliegender Nockenwelle – handgefertigt in kleiner Serie. Das Design stammte von John Mockett, der später den Triumph Rocket III entwarf. Der V1000 sollte ein Luxus-Sportmotorrad sein: schwer, kraftvoll, exklusiv.
Die Realität sah komplizierter aus. Der V1000 kam mit 86 PS und einem Trockengewicht von 244 kg auf den Markt – untermotorisiert für sein Gewicht und teuer dazu. Die Verarbeitungsqualität schwankte, frühe Exemplare litten unter elektrischen Problemen (Lucas-Elektrik), Getriebeschwierigkeiten und Überhitzung des hinteren Zylinders. Die Presse war gespalten: Fachmagazine lobten den Charakter des Motors, kritisierten aber Zuverlässigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis.
Nur 149 V1000 wurden produziert, bevor Hesketh Motorcycles im August 1982 abgewickelt wurde – ein kommerzielles Desaster, wenn auch ein stilvolles.
Lord Hesketh erwarb die meisten liquidierten Vermögenswerte und gründete 1983 Hesleydon Ltd, um eine überarbeitete Version herzustellen: den Hesketh Vampire, eine voll verkleidete Tourenvariante. Der Vampire ging jedoch vorzeitig in Produktion, während noch Entwicklungsarbeit nötig war. Getriebeproblemne wie Fehlneutralen und eine Verkleidung, die den Lenkeinschlag einschränkte, verhinderten den Verkaufserfolg.
Mick Broom, Heskeths Cheftechniker und Testfahrer, gründete 1982 Broom Development Engineering und übernahm die Weiterentwicklung des V1000. Broom verbesserte Motor, Fahrwerk und Zuverlässigkeit kontinuierlich und produzierte jährlich etwa ein Dutzend Maschinen. Insgesamt baute Broom über 300 Hesketh-Motorräder, darunter etwa 50 Vampire-Tourer. Die neueren Modelle erhielten Ölkühler, digitale Motorsteuerung, moderne Bremsen und Federung.
2010 übernahm Unternehmer Paul Sleeman die Marke und kündigte eine neue limitierte Produktionsserie an. 2011 wurde Mick Broom bei einem Werkstattbrand schwer verletzt – ein Schicksalsschlag für den Mann, der Hesketh am Leben gehalten hatte.
Highlights & Besonderheiten
Heskeths Philosophie war von Anfang an Kompromisslosigkeit im Luxus-Segment: ein handgefertigtes britisches Motorrad, das in einer Liga mit den besten der Welt spielen sollte.
Der V1000 ist das definierende Modell. Der von Weslake entwickelte 992-ccm-V-Twin (Bohrung 95 mm, Hub 70 mm) ist ein Meisterstück handwerklicher Motorbaukunst: einteilige gegossene Kurbelwelle, Aluminiummantel über Eisenzylindern, Leichtmetall-Zylinderköpfe mit vier Ventilen. Die halbtrockene Schmierung, Fünf-Gang-Getriebe und Ketten-Endantrieb mit koaxialem Ritzel (Kettenspannung bleibt konstant unabhängig von der Schwingenbewegung) zeigen durchdachtes Engineering.
Die Felgen sind weder geschmiedet noch gegossen, sondern aus zwei Aluminiumblech-Pressungen genietet – ein ungewöhnlicher und aufwendiger Fertigungsprozess. Die Rahmengabelbrücken sind aus Vollmaterial gefräst (Luftfahrt-Spezifikation). Brembo-Bremsen (Doppelscheibe 310 mm vorn, 270 mm hinten) und Marzocchi-Federung hinten unterstreichen den Anspruch.
Der Hesketh Vampire (ab 1983) war der Versuch, den V1000 durch eine Vollverkleidung zum Grand Tourer umzubauen. Die Verkleidung bot guten Windschutz, schränkte aber den Lenkeinschlag ein und machte das ohnehin schwere Motorrad noch unhandlicher. Der Vampire wurde als „schwer und hoch" beschrieben – kein Kompliment für ein Tourenmotorrad.
Jedes Hesketh-Motorrad ist ein Unikat: Handgefertigt in Kleinserie, mit Toleranzen, die Massenproduktion nicht erreicht (im Guten wie im Schlechten). Die Varianz zwischen einzelnen Exemplaren ist erheblich – Motor-Charakter, Finishing-Qualität und Ausstattung unterscheiden sich von Maschine zu Maschine.
Technische Daten
Spätere Broom-Modelle (EN10, Vulcan) erhielten: Ölkühler für den hinteren Zylinder, digitale Motorsteuerung, größere Motoren, Radialreifen, moderne Bremsen und überarbeitetes Fahrwerk.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Hesketh-Markt ist extrem nischig: Geringe Stückzahlen, hohe Varianz zwischen Exemplaren, und eine kleine, aber hingebungsvolle Sammler-Community.
V1000 (Original, 1981–1982)
Nur 149 Exemplare des Originals. Preise variieren stark je nach Zustand, Laufleistung und Dokumentation. Bei Bonhams wurde ein V1000 mit einem Besitzer und 4.197 Meilen für £6.325 versteigert. Bei Iconic Motorbike Auctions erzielte ein 1982er V1000 nach der Auktion $15.000 (ca. 14.000 €). Allgemein bewegen sich V1000-Preise zwischen 8.000 und 20.000 € für fahrfähige Exemplare, museale Zustände können 25.000 € und mehr erreichen.
Worauf achten: Zustand des Weslake-Motors (Ölverbrauch prüfen, Kompressionswerte messen), elektrische Anlage (Lucas-Elektrik ist berüchtigt – Kabelbaum, Laderegler, Zündung auf Funktion testen), Getriebegesundheit (Fehlneutralen deuten auf verschlissene Schaltgabeln), Überhitzung des hinteren Zylinders (Ölkühler nachrüstbar?). Rahmenzustand und Schweißnähte prüfen – frühe Exemplare hatten Qualitätsschwankungen.
Vampire
Etwa 50 Exemplare durch Broom gebaut. Preise: 10.000–18.000 € je nach Baujahr und Zustand. Die Verkleidung ist anfällig (Risse, Passform-Probleme). Mechanisch identisch mit V1000, aber schwerer.
Broom-Modelle (EN10, Vulcan)
Die besten Heskeths in Sachen Zuverlässigkeit und Fahrbarkeit. Brooms Verbesserungen (Ölkühler, digitale Zündung, modernere Bremsen) machen diese Modelle zur empfehlenswertesten Option für Fahrer. Preise: 12.000–25.000 €, je nach Spezifikation. Verfügbarkeit ist extrem eingeschränkt.
Allgemeine Kaufempfehlungen
Ersatzteile: Kritisch. Weslake existiert nicht mehr, viele Motorteile sind Einzelanfertigung. Broom Development Engineering war jahrzehntelang die einzige Quelle – aktueller Status nach dem Brand von 2011 und der Übernahme durch Sleeman unklar. Britische Spezialisten und das Hesketh Owners Club-Netzwerk sind unverzichtbar.
Für wen: Hesketh ist nichts für Einsteiger und nichts für Menschen, die ein zuverlässiges Alltagsmotorrad suchen. Hesketh ist für Liebhaber britischer Motorradgeschichte, die eine Werkstatt besitzen (oder Zugang zu einer haben), eine Vorliebe für Exzentrik mitbringen und den langen Atem für Ersatzteilsuche aufbringen.
Fahrverhalten & Performance
Der Hesketh V1000 fährt sich anders als alles, was man von einem britischen Motorrad der 1980er erwartet – und doch genau so, wie man es sich vorstellt.
Der Weslake-V-Twin entwickelt seine 86 PS mit einem breiten, samtigen Drehmomentband. Der Motor zieht ab 2.500 U/min kräftig durch und erreicht seine Spitzenleistung bei bescheidenen 6.500 U/min – kein Drehzahl-Monster, sondern ein gemütlicher Kraftspender. Das Klangbild ist tief, bassig und unverwechselbar britisch: ein dumpfes V-Twin-Grollen, das bei jedem Gasöffnen an Autorität gewinnt. Der Motor vibriert spürbar, aber nicht unangenehm – die Vibrationen gehören zum Charakter wie das Ticken einer mechanischen Uhr.
Die 244 kg Trockengewicht sind auf gerader Strecke kein Problem: Der lange Radstand (1.510 mm) sorgt für autobahntaugliche Stabilität, der tiefe Schwerpunkt gibt Sicherheit. In Kurven wird das Gewicht spürbar – der V1000 lenkt schwerfällig ein und verlangt körperlichen Einsatz. Schnelle Richtungswechsel sind nicht seine Stärke. Dafür liegt er in langen Kurvenradien stabil und vorhersagbar.
Die Brembo-Bremsen bieten für die Ära gute Verzögerung, verlangen aber kräftiges Zupacken. Die Marzocchi-Federung ist straff abgestimmt und überträgt Fahrbahnunebenheiten ungefiltert – Komfort ist nicht die oberste Priorität.
Das Fünf-Gang-Getriebe (besonders bei frühen Modellen) neigt zu Fehlneutralen und erfordert präzise, aber bestimmte Schaltvorgänge. Broom-verbesserte Modelle haben dieses Problem weitgehend gelöst.
Der V1000 ist kein Sportmotorrad und kein schneller Tourer – er ist ein Gentleman's Express: gemächlich kraftvoll, mit Haltung und Charakter. Wer schnell fahren will, kauft Japanisch. Wer stilvoll und mit mechanischer Seele unterwegs sein will, fährt Hesketh.
Das Motor Cycle News brachte es auf den Punkt: Wer den V1000 als einen Vincent der 1980er sieht, sollte verstehen, dass es sich um ein „handgebautes, relativ beschauliches, klassisches britisches Motorrad" handelt.
Der Vampire verändert das Fahrerlebnis spürbar. Die Vollverkleidung reduziert den Winddruck bei Autobahngeschwindigkeit erheblich und schafft einen ruhigeren Arbeitsplatz für Langstrecken. Gleichzeitig addiert sie rund 16 kg zum Trockengewicht und verschiebt den Schwerpunkt nach oben. In engen Kehren wird der Vampire nervöser als der nackte V1000 – der eingeschränkte Lenkeinschlag zwingt zu weiten Radien. Für Tourer, die vorrangig Autobahn und Landstraße fahren, ist der Vampire die bessere Wahl. Wer Kurvenspaß sucht, greift zum offenen V1000.
Die Sitzposition beider Varianten ist aufrecht und entspannt – typisch britischer Grand Tourer. Der breite Lenker liegt gut in den Händen, die Fußrasten sind moderat nach vorn versetzt. Längere Fahrten jenseits von 200 Kilometern werden jedoch durch die straffe Federung und den schmalen Sattel zur Prüfung. Kenner empfehlen einen Sattler-Umbau auf breitere, gepolsterte Sitzbänke – eine der häufigsten Modifikationen bei regelmäßig gefahrenen Heskeths.
Design & Ästhetik
Der V1000 wurde von John Mockett gestaltet – dem Designer, der später den Triumph Rocket III entwarf. Mocketts Handschrift am Hesketh ist unmissverständlich: klassische britische Proportionen mit einem Hauch von Grandeur.
Der Motor dominiert die Silhouette. Der mächtige 90°-V-Twin sitzt tief im Rahmen und definiert das Erscheinungsbild. Die Aluminiumzylinder-Mäntel glänzen poliert, die Zylinderköpfe zeigen offenes Kühlrippenwerk – Motorradtechnik als Schmuckstück. Der Rahmen war wahlweise schwarz lackiert oder vernickelt – die Nickelversion ist heute besonders begehrt.
Die Felgen (aus genieteten Alu-Pressungen, eloxiert in Gold oder Schwarz) sind ein stilistisches Alleinstellungsmerkmal. Die Gabelbrücken aus Vollmaterial-Aluminium vermitteln Solidität und Fertigungsaufwand.
Die Gesamterscheinung ist groß, aufrecht und selbstbewusst – kein Motorrad, das sich versteckt. Die Linienführung erinnert an britische Motorrad-Tradition (Triumph Bonneville, Norton Commando), ohne sie zu kopieren. Der V1000 sieht teuer aus und handgefertigt – beides zutreffend.
Der Vampire mit Vollverkleidung opfert diese offene Eleganz zugunsten von Windschutz und Tourentauglichkeit. Die Verkleidung ist funktional, aber nicht schön – sie verdeckt den Motor und macht den Hesketh optisch beliebig. Kenner bevorzugen die nackte V1000-Variante.
Farbgebungen variieren: Metallic-Rot, British Racing Green, Schwarz und Dunkelblau waren gängig, oft mit goldenen Zierlinien. Die Lackierung ist handwerklich aufwendig und bei gut erhaltenen Exemplaren von bemerkenswerter Tiefe.
Ein besonderes Detail: Der Tankdeckel des V1000 trägt eine handgravierte Seriennummer – jedes Exemplar ist buchstäblich nummeriert. Der Tacho und die Instrumentierung stammen von Smiths – dem traditionellen britischen Zulieferer, der auch Triumph und Norton belieferte. Die runden Uhren mit weißem Zifferblatt und verchromter Einfassung fügen sich nahtlos in das klassische Erscheinungsbild. Die Auspuffanlage (2-in-2, verchromt, mit bauchigen Schalldämpfern) ist akustisch und optisch prägend – der tiefe Bassklang des V-Twins wird durch die großvolumigen Endtöpfe geformt.
Fazit
Hesketh ist eine der exzentrischsten Geschichten der britischen Motorradindustrie: Ein Formel-1-Lord, ein Traum vom nationalen Comeback, ein handgefertigtes Motorrad mit Charakter und Macken – und ein kommerzielles Scheitern, das zur Legende wurde.
Der V1000 ist kein perfektes Motorrad. Er ist schwer, mäßig motorisiert, wartungsintensiv und mit Ersatzteil-Herausforderungen gespickt. Aber er besitzt etwas, das kein japanischer Vierzylinder bieten kann: Seele, Geschichte und kompromisslose Individualität. Jedes der rund 150 Original-Exemplare ist ein Stück britischer Industriegeschichte.
Für Sammler britischer Motorräder ist der Hesketh ein begehrtes Stück – selten genug, um exklusiv zu sein, erschwinglich genug (im Vergleich zu Vincent oder Brough Superior), um realistisch zu bleiben. Die Wertsteigerung bei guter Dokumentation ist wahrscheinlich: Bei steigender Bekanntheit und sinkender Verfügbarkeit dürften Preise anziehen.
Wer Hesketh fährt, wählt britische Exzentrik, aristokratischen Charme und die tiefe Zufriedenheit, ein Motorrad zu besitzen, das fast niemand kennt – und das alle, die es kennen, mit Respekt betrachten.