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Hercules Motorrad kaufen
Aus Nürnberg stammend, schrieb Hercules über ein Jahrhundert deutsche Zweiradgeschichte – vom einfachen Fahrrad mit Hilfsmotor bis zum ersten Serienmotorrad der Welt mit Wankelmotor. Wer einen echten Vertreter der westdeutschen Leichtkraftrad-Ära sucht, findet bei Hercules robuste Technik, überschaubare Preise und eine lebendige Ersatzteilgemeinschaft.
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Fahrzeug inserieren"Hercules" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Hercules" machen.

1963 | Hercules 221
Leichtmotorrad der frühen 60er-Jahre

1979 | Hercules C3
Herkules C3 Modell 508 S

1969 | Hercules GS 125
-

1967 | Hercules K 80 GS
-

1967 | Hercules Roller 50 S
Oldtimer Motorroller komplett restauriert Hercules 50 NHW-M

1995 | Hercules SR 125
Peugeot Herkules F 121

1983 | Hercules Roller 50 S
Hercules City CV

1976 | Hercules MK 2

1976 | Hercules GS 250
Hercules - DKW 250 Gs 7V Regolarità

1976 | Hercules GS 250
Hercules - DKW 250 Gs 7V Regolarità

1978 | Hercules W 2000
Unrestaurierte Hercules W2000

1971 | Hercules GS 125
-

1973 | Hercules GS 125

1969 | Hercules GS 125
Hercules GS 125

1966 | Hercules Roller 50 S
Hercules 221 T
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Markenentwicklung
Am 5. April 1886 gründete Carl Marschütz in der Nürnberger Bleichstraße eine Velozipedfabrik, die sich schon ein Jahr später in „Nürnberger Velozipedfabrik Hercules" umfirmierte. Das Wachstum war rasant: 1896 fertigten rund 250 Arbeiter bereits 6.500 Fahrräder jährlich, und um die Jahrhundertwende hatte sich Nürnberg zum Zentrum der deutschen Zweiradindustrie entwickelt.
Den ersten Ausflug in den Motorradbau unternahm Hercules 1904 mit einem Prototyp, der einen 4,5-PS-Viertaktmotor der belgischen Marke FN verwendete. Von 1905 bis 1907 liefen die ersten Serienmotorräder vom Band, doch der Absatz blieb gering, und man konzentrierte sich wieder auf Fahrräder. Erst als das Deutsche Reich 1928 die Führerschein- und Steuerpflicht für Motorräder unter 200 cm³ abschaffte, lohnte sich die Motorradproduktion erneut. Ab 1930 lieferte Fichtel & Sachs (F & S) aus Schweinfurt die Antriebseinheiten – eine Partnerschaft, die das gesamte weitere Schicksal von Hercules prägen sollte.
Der Nationalsozialismus zwang Firmengründer Carl Marschütz, als Jude seine Werke aufzugeben und in die USA zu emigrieren. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Nürnberger Anlagen zu 75 Prozent zerstört. 1946 begann der Neustart mit Fahrrädern, 1949 folgten wieder Motorräder – nun als Eigentum der Dresdner Bank. 1956 übernahm der Grundig-Konzern, zwei Jahre später erwarb die Fichtel & Sachs AG das Unternehmen über Strohmänner, weil auch Konkurrenten die Sachs-Motoren verbaut hatten. Diese Eingliederung blieb bis 1962/63 geheim.
Die goldene Ära (1950–1980): Zwischen den 1950er und 1970er Jahren positionierte sich Hercules als einer der führenden Hersteller leichter Motorräder in der Bundesrepublik. Das Modellprogramm reichte von einfachen 50-cm³-Mofas über Kleinkrafträder bis zu leichten Straßenmaschinen mit 100 bis 125 cm³. Das Baukastenprinzip – nur wenige Grundtypen mit Sachs-Motoren aus einer Hand – sicherte Zuverlässigkeit und günstige Preise. Parallel dazu baute Hercules ein beachtliches Geländesport-Programm auf: Mit Werksfahrern wie Helmut „Speedy" Clasen und Arnulf Teuchert erzielte man in den 1960er und 1980er Jahren bei nationalen und internationalen Enduro-Wettbewerben beachtliche Erfolge.
1965 übernahm F & S auch die Zweirad-Union (mit DKW, Express und Victoria), was Hercules in den Verbund eines der größten deutschen Zweiradkonzerne eingliederte. Im Ausland trugen die Fahrzeuge je nach Marktbedarf die Namen DKW, Sachs oder blieben als Hercules auf dem Markt.
Das Ende der Motorradära kam in zwei Schritten: 1987 verkaufte die Fichtel & Sachs AG das Unternehmen an Mannesmann. 1995/96 gingen die Marke „Hercules" und der Fahrradbereich an die niederländische ATAG Cycle Group. 1996 endete die Motorradproduktion in Nürnberg nach fast neun Jahrzehnten. Das letzte wirkliche Motorrad war die K 180 BW für die Bundeswehr, deren Produktion 1992 anlief.
Was Hercules-Klassiker besonders macht
Wer ein Hercules-Motorrad kauft, erwirbt ein Stück authentischer westdeutscher Alltagsgeschichte. Fünf Modellreihen stehen dabei besonders im Fokus der Sammlerszene:
Hercules K 100 / K 101 (ab 1957): Die K 100 gilt als Urahn aller späteren Sachs-Motor-Modelle. Mit ihrem 97-cm³-Zweitaktmotor, einfacher Dreigangschaltung und dem robusten Rückgratrahmen war sie das Arbeitspferd der späten 1950er und frühen 1960er Jahre. Technisch schlicht, mechanisch nahezu unverwüstlich – und heute einer der erschwinglichsten Einsteiger in die Hercules-Sammlerszene.
Hercules GS-Reihe (1960er–1980er Jahre): Die Geländesport-Modelle (GS) sind die begehrtesten Hercules-Sammlerfahrzeuge. Von der frühen K 103 GS (97 cm³, 8,2 PS, ab 1963) bis zu den späten GS 125 und GS 250-Varianten der 1970er Jahre zeigen sie die enge Verbindung zwischen Serienmodell und Rennsport. Die GS-Maschinen zeichnen sich durch verstärkte Telegabeln, grobstollige Bereifung auf Drahtspeichenrädern und eine erhöhte Bodenfreiheit aus. Gut erhaltene Exemplare erzielten zuletzt auf Classic Trader Preise zwischen 3.700 € (GS 125, 1971) und 7.800 € (K 80 GS, 1967).
Hercules K 125 T / K 125 S (1972–1979): Das Spitzenmodell der Straßenbaureihe verfügte über einen 124-cm³-Sachs-Sechsgangmotor mit 17 PS bei 7.500 U/min und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h – für eine 125er der frühen 1970er ein beachtlicher Wert. Ab 1975 erhielt die K 125 S als eine der ersten deutschen 125er eine Vorderrad-Scheibenbremse. Die sportliche Linie und das charakteristische Design machen sie zu einem attraktiven Einsteigermodell für A1-Führerscheininhaber.
Hercules K 125 Military / K 180 Military (1969–1992): Das Bundeswehr-Krad ist wohl das bekannteste Hercules-Modell überhaupt. Über zwei Jahrzehnte belieferte Hercules die Bundeswehr mit robusten Geländemaschinen. Die K 125 BW mit 122-cm³-Sachs-Zweitaktmotor (12,5 PS, 100 km/h) galt als nahezu unzerstörbar – Laufleistungen von 40.000 km ohne Motorrevision waren keine Seltenheit. Die massenhafte Herstellung und der damit verbundene gute Ersatzteilstand machen sie auch heute noch zu einem alltagstauglichen Klassiker. Preise auf dem Gebrauchtmarkt: ab ca. 1.500 € für fahrfertige Exemplare, restauriert um 2.500–3.500 €.
Hercules W 2000 (1974–1979): Das absolute Highlight der Markengeschichte. Die W 2000 war das erste Serienmotorrad der Welt mit Wankelmotor – ein Titel, der bis heute unbestritten gilt. Der von Fichtel & Sachs entwickelte Einscheiben-Kreiskolbenmotor mit 294 cm³ Kammervolumen leistete 27 PS (20 kW) bei 6.000 U/min und trieb die 176 kg schwere Maschine auf bis zu 138 km/h. Wegen des markanten Kühlluftgebläses nannten Enthusiasten sie liebevoll „Staubsauger". Insgesamt entstanden nur knapp 1.800 Exemplare – heute sind in Deutschland noch ca. 120 Maschinen zugelassen. Aktuelle Auktionspreise: €5.152 (Bonhams, Dezember 2024, Modell von 1978) bis $16.500/ca. 15.000 € (Mecum Las Vegas, Januar 2025, Modell von 1977).
Technische Daten der wichtigsten Modelle
Hinweis zur W 2000: Die erste Generation verlangte Kraftstoff-Öl-Gemisch (Innenschmierung). Die verbesserte zweite Generation ab 1977 besitzt eine Getrenntschmierung mit separatem Öltank – ein wesentliches Qualitätsmerkmal beim Kauf.
Marktübersicht und Kauftipps
Preisniveaus nach Modell und Zustand
Der Hercules-Markt gliedert sich klar in zwei Segmente: die W 2000 als Spitzensammler und die breite Masse der Alltagsklassiker.
Hercules W 2000: Das Preisniveau hat sich in den letzten Jahren deutlich nach oben bewegt. Aktuelle Referenzpreise (2024/2025):
- Fahrfähige, nicht restaurierte Exemplare: 5.000–8.000 €
- Gut erhaltene Originalzustand, zweite Generation: 8.000–12.000 €
- Konzourszustand, dokumentierte Laufleistung: 12.000–16.000 € (Mecum-Auktion Januar 2025: $16.500)
- Defekte oder unvollständige Maschinen: 2.000–4.000 €, aber nur für Spezialisten – der Wankelmotor erfordert spezielles Werkzeug und Kenntnisse.
Hercules GS-Geländemodelle:
- GS 50 / GS 100: 1.500–3.500 € je nach Zustand
- GS 125 (1970er): 3.500–6.000 € (Classic Trader: 3.700–3.900 €)
- K 80 GS / frühe GS-Modelle (1960er): 4.000–8.000 € (Classic Trader: 7.800 €)
- GS 250: 3.500–5.500 €
Hercules K 125 Military BW:
- Fahrfertig, nicht TÜV-geprüft: 1.000–1.800 €
- TÜV-geprüft, guter Allgemeinzustand: 2.000–3.000 €
- Vollständig restauriert, mit Original-BW-Zubehör: bis 4.000 €
Hercules K 125 T / K 125 S Straßenmodelle:
- Fahrfertig: 1.500–3.000 €
- Restauriert, guter Zustand: 3.000–5.000 €
Hercules K 100 / frühe Straßenmodelle:
- Guter Fahrzustand: 800–2.000 €
- Topzustand: bis 3.500 €
Kaufberatung: Worauf achten?
Hercules W 2000 – besondere Schwachstellen:
- Wankelmotor: Nur ein Spezialist mit W 2000-Erfahrung sollte den Motor beurteilen. Der Interessengemeinschaft Hercules Wankel 2000 (gegründet 1987) gehören erfahrene Besitzer an, die Kontakte zu Kaufinteressenten vermitteln.
- Tank: Innenrost ist extrem häufig. Eine professionelle Innensanierung ist auch bei scheinbar intakten Tanks empfehlenswert.
- Telegabel: Auf Undichtigkeiten und Rostnarben in den Standrohren prüfen.
- Tacho und Tachoantrieb: Auf Originalzustand achten – Ersatzteile sind kaum verfügbar.
- Originalzustand: Vor dem Kauf unbedingt ein nachweislich originales Exemplar besichtigen, da viele Maschinen verändert wurden. Weltweit sind noch ca. 500–600 Exemplare erhalten – ca. ein Drittel der Gesamtproduktion von knapp 1.800.
- Generation: Erste Generation (1974–1976, Gemischschmierung) ist wartungsintensiver. Zweite Generation (1977–1979, Getrenntschmierung) deutlich zuverlässiger.
Hercules K 125 BW – typische Schwachstellen:
- Radlagersitze: Ab ca. 40.000 km schlagen Radlagersitze aus – Fachmann mit Fühlerlehren prüfen.
- Rahmen: Bei Ex-Bundeswehr-Exemplaren auf Verformungen achten; auf gerade Fahreigenschaften testen.
- Kickstarter-Dichtung: Häufiges Kleinkraftrad-Problem; einfach zu beheben.
- Tank: Innenrost nach langer Standzeit.
- Elektrik: Original-Elektrik ist störungsanfällig; auf saubere Verkabelung achten.
- Laufleistung: Motoren mit über 30.000 km sind grundsätzlich noch zuverlässig; bei über 40.000 km weitere Nachfrage angebracht.
Ersatzteile: Die K 125 BW ist ersatzteilmäßig gut versorgt – spezialisierte Händler wie Motorrad-Klassiker-Ersatzteile (Wendisch Evern) führen ein umfassendes Sortiment. Für die W 2000 ist die Ersatzteillage deutlich enger; die Interessengemeinschaft W 2000 ist hier die wichtigste Anlaufstelle.
Papiere: Bei Ex-BW-Maschinen ohne Fahrzeugbrief ist eine Einzelabnahme beim TÜV erforderlich. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vereinfacht die Wiederzulassung erheblich.
Fahrverhalten und Fahrerlebnis
Wer auf einer Hercules-Maschine aus den 1960er oder 1970er Jahren aufsitzt, erlebt Motorradfahren in seiner reinsten Grundform. Kein elektronisches Stabilitätsprogramm, kein Traktionskontrollsystem – nur Mensch, Maschine und Straße.
Die K 125 T knattert mit dem charakteristischen Zweitaktsound einer an, der im heutigen Stadtbild vollständig verschwunden ist. Das Sechsganggetriebe arbeitet präzise und erfordert etwas Eingewöhnung mit dem Ziehkeilschaltmechanismus. Ab ca. 7.000 U/min kommt der Motor in seinen Drehzahlbereich und entfaltet seine 17 PS mit erstaunlichem Nachdruck – für 1972 war das eine sportliche Leistung. Die Gesamtbalance des Motorrads ist neutral, die Ceriani-Teleskopgabel spricht feinfühlig an. Die Trommelbremsen erfordern vorausschauendes Fahren: Vorne muss man kräftig zugreifen, hinten tendiert das Rad bei zu forscher Betätigung zum Blockieren.
Die K 125 BW fährt sich souverän und entspannt. Ihr breiterer Lenker und die aufrechte Sitzposition vermitteln ein sicheres Gefühl auf Waldwegen und leichtem Gelände. Der Sachs-Motor läuft gleichmäßig und ist kaum aus der Ruhe zu bringen – er ist für Zuverlässigkeit und nicht für Temperament gebaut. Das Getriebe schaltet mit kurzen, direkten Bewegungen; die Kupplung ist leichtgängig. Für Einsteiger und Wiedereinsteiger ein hervorragendes Motorrad.
Die W 2000 ist eine völlig andere Kategorie. Der Wankelmotor dreht ohne jede Vibration hoch – ein Erlebnis, das man mit keinem Kolbenmotorrad vergleichen kann. Die Kraftentfaltung ist linear und gleichmäßig, das Motorgeräusch leise und seidig. Dafür fehlt das typische Zweitakt-Engagement; die 27 PS fühlen sich gemächlicher an als es die Zahlen versprechen. Das Gewicht von 176 kg macht sich beim Rangieren bemerkbar, im Fahrbetrieb wirkt die Maschine jedoch ausgewogen. Die Hitzeentwicklung des Wankelmotors ist erheblich – lange Standphasen im Stadtverkehr sind zu vermeiden. Fazit: kein Sportgerät, aber eine faszinierende Technologigeschichte auf Rädern.
Die GS-Geländemodelle sind lebhaft und handlich. Mit ihren leichten Gewichten unter 110 kg und hoher Bodenfreiheit fühlen sie sich auf Schotterwegen und im Gelände heimisch an. Der kurze Radstand und der breite Lenker erlauben präzise Kurswechsel; das Fahrwerk ist zwar simpel, aber für seinen Einsatzzweck gut abgestimmt.
Design und Zubehör
Das Design der Hercules-Motorräder spiegelt die westdeutsche Nachkriegsrationalität wider. Kein Überfluss, kein Styling um des Stylings willen – Form folgt Funktion. Die Linien sind gradlinig, die Verarbeitungsqualität solide, die Lackierungen konservativ in Schwarz, Rot oder Grün.
Die K-Reihe der frühen 1970er Jahre (K 125 T, K 125 S) ist die zeitlos schönste Linie aus dem Hause Hercules. Der schmale Tank, die klaren Kotflügelkonturen und das dezente Typenschild am Seitendeckel wirken auch heute noch elegant. Die K 125 S erhielt ab 1975 als optisches Highlight eine Vorderrad-Scheibenbremse, die aus der Zeit gefallen wirkt – im besten Sinne.
Die GS-Modelle tragen die charakteristisch schmale, lange Sitzbank und die hochgelegten Auspuffanlagen der Geländesport-Ära. Grobstollige Bereifung und Drahtspeichenräder unterstreichen den Charakter. Viele Exemplare wurden für den Wettbewerbseinsatz umlackiert oder verändert – Originalfarben gemäß Hersteller-Lackcode sind bei der Restaurierung ein wichtiges Authentizitätskriterium.
Die W 2000 hat ein polarisierendes Erscheinungsbild. Das groß dimensionierte Kühlluftgebläse vor dem Motor dominiert optisch und verleiht der Maschine ihr charakteristisches, buchstäblich „staubsaugerartiges" Erscheinungsbild. Das Cockpit mit rundem Drehzahlmesser und Tacho ist klar und übersichtlich, allerdings erinnerte es Zeitgenossen an Kleinkrafträder der eigenen Marke – was Hercules in der Premiumposition schadete.
Zubehör und Ausrüstung: Original-Zubehör von Hercules ist auf Börsen und in Spezialauktionen zunehmend gefragt. Besonders gesucht: Originalkoffer für die K 125 BW (militärisches Zubehör), Original-Gepäckträger, Windschilde der K-Reihe sowie Werkzeugkasteninserts. Die Interessengemeinschaft Hercules pflegt ein Netzwerk von Ersatzteilanbietern und dokumentiert Originalfarben und -ausstattungen.
Geländesport und Militär-Erbe
Zwei Bereiche prägen das kulturelle Erbe von Hercules besonders stark:
Geländesport: Hercules engagierte sich ab den 1930er Jahren im Geländesport und baute ab den 1960er Jahren ein offizielles Werksteam auf. Mit Werksfahrer Helmut „Speedy" Clasen – bekannt als „Gelände-Legende Nordamerikas" – und später Arnulf Teuchert errang Hercules zahlreiche Klassen- und Gesamtsiege bei nationalen wie internationalen Wettbewerben. Teuchert allein holte mit der Hercules GS 80 in den Jahren 1981–1983 50 Klassensiege bei 120 Veranstaltungen. Das GS-Erbe macht Geländemodelle von Hercules zu gesuchten Sammlerstücken für Enduro- und Trial-Enthusiasten.
Bundeswehr-Erbe: Über mehr als zwanzig Jahre (1969–1992) war die K 125 Military das Standard-Krad der Bundeswehr. Tausende von Exemplaren durchliefen den Dienst, wurden ausgemustert und gelangten in private Hände. Die militärische Herkunft ist für viele Sammler ein eigener Reiz: original olivgrüne Lackierung, BW-Stempel und militärisches Zubehör sind beim Kauf ein Wertsteigerungsmerkmal. Auch die 2001 als letztes Modell für den Zivilmarkt neu aufgelegte Heercules-Linie hat ihren Ursprung in dieser Tradition robuster, einfacher Technik.
Elektro-Pionierarbeit: Wenig bekannt ist, dass Hercules bereits 1974 mit der E 1 (Accu Bike) eines der ersten Serienmofas mit Elektroantrieb weltweit auf den Markt brachte – mit einem 750-Watt-Bosch-Elektromotor und zwei 12-Volt-Bleiakkus. Reichweite: ca. 35–40 km, Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h. Zwar war der Markterfolg minimal, doch die E 1 dokumentiert, dass Hercules sowohl mit dem Wankel- als auch mit dem Elektromotor technologisch seiner Zeit voraus war.
Fazit
Hercules ist keine Marke für Motorräder-Nostalgiker, die auf Glanz und Glamour aus sind – es ist eine Marke für Kenner, die echte Substanz schätzen. Die Nürnberger schufen über Jahrzehnte zuverlässige, ehrliche Maschinen, die im Alltagsbetrieb und im Motorsport ihre Stärken zeigten. Die wichtigsten Gründe für einen Kauf:
- W 2000: Weltgeschichte in Form eines Motorrads. Weltweit nur noch ca. 500–600 erhaltene Exemplare, steigende Auktionspreise. Für den technisch versierten Sammler, der das Besondere sucht.
- K 125 / GS-Reihe: Robustate Alltagsklassiker mit hervorragender Ersatzteilversorgung, überschaubaren Preisen und lebendiger Gemeinschaft. Für Einsteiger und erfahrene Klassiker-Fans gleichermaßen geeignet.
- K 125 Military BW: Das unverwüstliche Bundeswehr-Krad – alltagstauglich, günstig zu unterhalten, mit einzigartigem militärischen Charme.
- GS-Geländemodelle: Für Enduro-Enthusiasten und Fans der deutschen Zweitakt-Sportgeschichte. Selten, zunehmend gefragt, mit wachsendem Preisniveau.
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