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Brough Superior Motorrad kaufen

Zwischen 1919 und 1940 verließen in Nottingham handgefertigte Motorräder die Werkstatt, die als „Rolls-Royce der Motorräder" Geschichte schrieben. Jede Maschine wurde nach individuellen Kundenwünschen gebaut – sogar die Lenker wurden persönlich angepasst.

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"Brough-Superior" Inserats-Referenzen von Classic Trader

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Bild 1/39 von Brough-Superior SS 100 (1939)

1939 | Brough-Superior SS 100

1938 Brough Superior SS100 990cc

Preis auf Anfragevor 2 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/28 von Brough-Superior SS 100 (1936)

1936 | Brough-Superior SS 100

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/34 von Brough-Superior 680 (1933)

1933 | Brough-Superior 680

Alpine Black

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/41 von Brough-Superior SS 100 (2020)

2020 | Brough-Superior SS 100

2020 Brough Superior SS100 Mk1 997cc

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/35 von Brough-Superior 680 (1933)

1933 | Brough-Superior 680

1933 Brough Superior 680 OHV 680cc

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/22 von Brough-Superior SS 100 (1938)

1938 | Brough-Superior SS 100

1938 BROUGH SUPERIOR SS100 – ‘BODMIN BROUGH’

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/29 von Brough-Superior 680 (1933)

1933 | Brough-Superior 680

155.204 €vor 4 Jahren
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Bild 1/37 von Brough-Superior SS 80 (1939)

1939 | Brough-Superior SS 80

1939 Brough Superior SS80 with Alpine 'Petrol Tube' Sidecar

Preis auf Anfragevor 4 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/28 von Brough-Superior SS 100 (2018)

2018 | Brough-Superior SS 100

2018 Brough Superior SS100

Preis auf Anfragevor 5 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/16 von Brough-Superior SS 80 (1936)

1936 | Brough-Superior SS 80

Brough Superior SS80

Preis auf Anfragevor 5 Jahren
🇬🇧
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Bild 1/9 von Brough-Superior 5-15 (1932)

1932 | Brough-Superior 5-15

UK road registered, with UK V5C logbook

57.499 €vor 7 Jahren
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Bild 1/7 von Brough-Superior SS 80 (1939)

1939 | Brough-Superior SS 80

Auction Donington Park: 22.02.2017 Estimate: £ 75000 - 80000

86.256 €vor 9 Jahren
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Geschichte & Erbe

George Brough gründete 1919 in Nottingham sein Unternehmen Brough Superior – der Name war Programm und zugleich Provokation: Seine Motorräder sollten allen anderen überlegen sein, auch denen seines Vaters William E. Brough, der bereits seit 1902 Motorräder baute. George hatte als Konstrukteur und Rennfahrer Erfahrung gesammelt und wollte nun das ultimative Luxusmotorrad für anspruchsvolle Käufer schaffen.

Nach ersten Prototypen und Einzelanfertigungen begann ab 1921/22 die Serienproduktion in kleinen Stückzahlen. Die Fertigung war extrem aufwendig und penibel – jede Maschine wurde nach individuellen Kundenwünschen zusammengestellt. H. D. Teague verlieh der Marke 1923 in der Zeitschrift The Motor Cycle den Beinamen „Rolls-Royce der Motorräder", den George Brough umgehend als Werbeslogan übernahm.

Das erste Serienmodell war die SS80 (Super Sports), ab 1922 regelmäßig gebaut. Die Zahl 80 stand für die garantierte Höchstgeschwindigkeit von mindestens 80 Meilen pro Stunde (129 km/h) – jede Maschine wurde vor Auslieferung getestet. Ab 1924 folgte die SS100, die berühmteste aller Brough-Maschinen, mit garantierten 100 mph (161 km/h). Beide Modelle wurden bis 1940 produziert und nutzten zunächst leistungsgesteigerte Ein-Liter-Motoren von J.A. Prestwich (JAP), später ab 1936 Matchless-V-Twins.

Zwischen 1926 und 1936 ergänzte die SS680 OHV das Programm, eine etwas kleinere Maschine. Später kam die 11.50 hinzu. Auch die Seitenwagen von Brough Superior erlangten Kultstatus – sie waren im selben exklusiven Design gefertigt und wiesen technische Besonderheiten wie einen eigenen Tank auf. Für kurze Zeit wurden sogar Automobile produziert, allerdings in verschwindend geringer Stückzahl.

1940 endete die Produktion nach etwas über 3.000 gebauten Motorrädern – der Zweite Weltkrieg besiegelte das Ende der Marke. Eine Wiederauferstehung erfolgte erst 2013, als ein französisches Unternehmen die Rechte erwarb und in Toulouse moderne Interpretationen der klassischen Modelle produziert.

Highlights & Besonderheiten

Was macht Brough Superior so besonders? Es war die Kombination aus individueller Fertigung, besten verfügbaren Komponenten und kompromissloser Qualitätskontrolle. George Brough montierte keine eigenen Motoren, sondern wählte die leistungsstärksten Aggregate von Zulieferern wie JAP und Matchless aus und optimierte sie weiter. Getriebe stammten von Sturmey-Archer, Gabeln von Webb oder Brampton.

Jede SS100 wurde vor Auslieferung auf mindestens 100 mph getestet – George Brough fuhr persönlich viele Testfahrten. Die Maschinen waren vollständig individualisierbar: Kunden konnten Motorvarianten, Rahmentypen, Federungen, Bremsen und sogar die Form der Lenker nach persönlichen Vorlieben wählen. Trotz dieser Individualität garantierte Brough eine außergewöhnliche Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit.

Technische Innovationen von George Brough prägten die gesamte Motorradindustrie: Er entwickelte den ersten Seitenständer, den ersten abfahrbaren Hauptständer, Doppelscheinwerfer, Sturzbügel sowie balancierte und miteinander verbundene Schalldämpfer. Seine Maschinen waren nicht nur schnell, sondern auch komfortabel und alltagstauglich – ein seltenes Merkmal für Hochleistungsmotorräder der 1920er und 1930er Jahre.

Die SS100 wurde zur Ikone: T. E. Lawrence (Lawrence von Arabien) besaß acht Brough-Maschinen und verunglückte 1935 tödlich auf seiner siebten SS100. Auch andere Prominente der britischen Oberschicht fuhren Brough – der hohe Preis von bis zu £170 (entspricht heute etwa £12.000) machte die Marke zum Statussymbol.

Im Rennsport feierte Brough Erfolge bei Sprintrennen und Geschwindigkeitsrekorden. Eric Fernihough erreichte 1937 auf einer speziellen Brough 273 km/h auf der fliegenden Meile – ein sensationeller Rekord für die Zwischenkriegszeit. Besondere Rennmaschinen wie die Golden Dream, die Pendine und die Straight Four Combination (mit Automotor) wurden zum Teil in Einzelanfertigung gebaut.

Technische Daten

Die technischen Daten variieren je nach Modell und Baujahr, da Brough Superior individuelle Kundenwünsche erfüllte. Hier eine Übersicht der wichtigsten Serienmodelle:

Besondere Merkmale: Castle-Gabeln (frühe Modelle), Webb-Gabeln mit Dämpfung (ab 1925), doppelte Innenschwingendämpfung, Trommelbremsen (teilweise in Doppelausführung), individuell geformte Lenker, optionale Seitenwagen mit eigenem Tank.

Marktübersicht und Kauftipps

Brough Superior gehört zu den teuersten und begehrtesten Oldtimer-Motorrädern weltweit. Die extrem geringe Produktionszahl von insgesamt nur etwa 3.000 Maschinen über 21 Jahre macht jedes erhaltene Exemplar zu einer Rarität. Preise variieren stark nach Modell, Baujahr, Originalität und Provenienz.

Preisniveaus 2024-2025

  • SS80 (Sidevalve, 1922-1939): €50.000 bis €120.000, je nach Zustand und Motor (JAP oder Matchless). Eine 1939er SS80 Special erzielte 2024 bei Bonhams £52.900, eine restaurierte 1930er SS80 wird für etwa £80.000-100.000 geschätzt.

  • SS100 (JAP-Motor, 1924-1936): €200.000 bis €400.000+. Die Preise sind stark von Provenienz und Zustand abhängig. 2025 erzielte eine 1929er SS100 JTOR bei Bonhams £241.500, eine 1929er SS100 Alpine Grand Sports wurde 2014 für £315.100 verkauft – damals Weltrekord. Eine 1925er SS100 wurde mit £350.000 Schätzung angeboten.

  • SS100 (Matchless-Motor, 1936-1940): €180.000 bis €300.000. Das letzte jemals gebaute SS100-Modell (1940) wurde bei Bonhams für $350.000-400.000 (ca. €325.000-370.000) geschätzt. Eine 1936er SS100 Matchless wurde 2024 mit £220.000-250.000 Schätzung angeboten.

  • SS680 OHV, 11.50 und Sonderbauten: €80.000 bis €250.000, abhängig von Seltenheit und Geschichte. Rennmaschinen und Sondermodelle mit dokumentierter Geschichte (z. B. von George Brough gefahren) können weit über €300.000 erzielen.

Provenienz ist entscheidend: Maschinen mit dokumentierter Verbindung zu George Brough, T. E. Lawrence oder mit Rennhistorie erzielen erhebliche Aufschläge. Eine 1939er SS100, von George Brough beim London-Edinburgh Trial gefahren, erzielte 2014 einen Auktionsrekord.

Worauf beim Kauf achten?

Originalität ist alles: Aufgrund der Seltenheit und des hohen Werts sind viele Brough-Maschinen im Laufe der Jahrzehnte umgebaut, restauriert oder mit Teilen anderer Modelle ergänzt worden. Prüfen Sie:

  • Rahmennummer und Motornummer gegen die Werksunterlagen (Factory Build Records). Die Brough Superior Club führt Archive und kann Authentizität bestätigen.
  • Matching Numbers: Rahmen- und Motornummer sollten idealerweise zusammengehören. Tauschmotor verringert den Wert erheblich.
  • Originale Komponenten: JAP- oder Matchless-Motor je nach Baujahr, originale Sturmey-Archer-Getriebe, Webb- oder Castle-Gabeln, originale Brough-Tanks mit charakteristischem Design.
  • Dokumentation: V5C-Logbuch (UK), Kopien der Werksbücher, frühere Besitzerhistorie, Fotos früherer Zustände.

Zustandsbewertung:

  • Konzertqualität (Concours): Vollständig restauriert nach Originalspezifikation, alle Teile korrekt und authentisch, makelloser Lack, verchromte Teile perfekt. €250.000-400.000+ für SS100.
  • Fahrbereit, gut erhalten: Originalpatina oder fachgerechte Restaurierung, technisch einwandfrei, kleinere Gebrauchsspuren. €150.000-250.000 für SS100.
  • Restaurierungsobjekt: Unvollständig, Motor überholt, Rahmen vorhanden, fehlende Teile. €80.000-150.000 für SS100, je nach Vollständigkeit.

Häufige Schwachstellen:

  • Ersatzteilversorgung: Extrem schwierig und teuer. Viele Teile müssen nachgefertigt werden. Spezialisierte Werkstätten wie Brough Superior Club-Mitglieder und wenige britische Spezialisten sind unerlässlich.
  • Motoren: JAP- und Matchless-V-Twins sind robust, aber nach 80-100 Jahren oft überholt. Überprüfen Sie Kompression, Ölverbrauch und Lagerzustand. Originalmotor ist entscheidend für Werterhalt.
  • Getriebe: Sturmey-Archer-Getriebe sind langlebig, aber Ersatzteile rar. Schwergängigkeit oder Geräusche deuten auf Verschleiß hin.
  • Rahmen: Prüfen Sie auf Risse, insbesondere an Schweißnähten und Lagerpunkten. Frühe Modelle mit Castle-Gabeln sind anfällig für Verschleiß an den Lagern.
  • Bremsen: Trommelbremsen sind nach heutigem Standard schwach. Modernisierungen (z. B. doppelte Vorderradbremse) wurden oft vorgenommen – reduziert Originalität, erhöht aber Sicherheit.

Käuferprofile:

  • Sammler mit Fokus auf britische Motorradgeschichte: Brough Superior ist das Nonplusultra britischer Vorkriegsmotorräder.
  • Investoren: Stabile Wertentwicklung über Jahrzehnte, Spitzenmodelle gelten als Wertanlage.
  • Enthusiasten mit Hang zu Exklusivität: Wer eine Brough besitzt, gehört zu einem sehr kleinen Kreis.

Empfehlung: Lassen Sie jede Brough-Maschine vor dem Kauf von einem anerkannten Spezialisten begutachten. Die Investition in ein Expertengutachten lohnt sich bei Kaufpreisen ab €50.000 aufwärts. Mitgliedschaft im Brough Superior Club (www.broughsuperiorclub.com) ist für Käufer und Besitzer sehr empfehlenswert – Zugang zu Archiven, Fachwissen und Ersatzteilquellen.

Fahrverhalten & Erlebnis

Eine Brough Superior zu fahren, ist ein Schritt zurück in die Zeit, als Motorräder noch echte Handwerkskunst waren. Der V-Twin-Motor mit 50-Grad-Zylinderwinkel entwickelt bereits bei niedrigen Drehzahlen kraftvollen Schub – sanft und linear, ohne die Hektik moderner Hochleistungsmotoren. Der mechanische Lärm von Ventilen, Getriebe und Primärantrieb ist ständiger Begleiter – Musik für Liebhaber mechanischer Symphonien.

Die Fahrposition ist aufrecht und komfortabel, typisch für Tourenmaschinen der Zwischenkriegszeit. Die individuell geformten Lenker liegen perfekt in der Hand, die breite Sitzbank bietet Langstreckenkomfort. Trotz des Gewichts von 180-195 kg liegt die Brough erstaunlich leicht und agil in der Hand – Ergebnis der durchdachten Geometrie und des tiefen Schwerpunkts.

Die SS100 entfaltet ihre wahre Natur auf offener Landstraße: Bei Tempo 120-130 km/h läuft der Motor glatt und vibrationsarm, die Webb-Federgabel schluckt Unebenheiten überraschend gut. Wind und Wetter treffen den Fahrer ungefiltert – kein Windschild, keine moderne Verkleidung. Bei höheren Geschwindigkeiten wird das Erlebnis intensiv: Der Fahrtwind drückt, der Motor dröhnt, jede Bodenwelle wird spürbar.

Die Handschaltung erfordert Übung und Gefühl – das Sturmey-Archer-Getriebe will mit präzisen, kraftvollen Bewegungen bedient werden. Kupplung ist schwergängig, aber direkt. Moderne Synchronisierung gibt es nicht – jeder Gangwechsel ist bewusste Handlung. Die Trommelbremsen erfordern Vorausschau und kräftigen Handdruck – nach heutigen Maßstäben bescheiden, für die 1920er Jahre jedoch State-of-the-Art.

Die SS80 ist etwas zahmer, aber nicht weniger charaktervoll. Der Sidevalve-Motor läuft sanfter und leiser als die OHV-Varianten, entwickelt aber genug Drehmoment, um auch mit Seitenwagen souverän zu cruisen. Für entspannte Ausfahrten und Veteranentreffen ist sie ideal – weniger fordernd, aber ebenso stilvoll.

Das Fahrgefühl ist ehrlich und direkt: Keine Elektronik, keine Fahrerhilfen, keine Kompromisse. Jede Fahrbahnunebenheit, jede Windböe, jede Motorbewegung wird ungefiltert an den Fahrer weitergegeben. Für moderne Maßstäbe anstrengend, für Liebhaber echter Vintage-Motorräder pure Magie. Wer eine Brough fährt, wird Teil der Geschichte – jede Fahrt ist Zeitreise und Privileg zugleich.

Design & Ästhetik

George Brough war nicht nur Ingenieur, sondern auch Ästhet und Marketinggenie. Seine Motorräder sollten nicht nur die schnellsten sein, sondern auch die schönsten. Das Design der Brough Superior ist geprägt von klassischer britischer Eleganz und technischer Detailversessenheit.

Der charakteristische Tank ist lang, schlank und perfekt proportioniert. Die Lackierung war in der Regel zweifarbig – oft Schwarz kombiniert mit Gold, Silber oder Elfenbein. Die Brough-Superior-Schriftzüge waren kunstvoll ausgeführt, teilweise in Gold-Linierung. Viele Kunden ließen individuelle Farbschemata anfertigen – jede Maschine ein Unikat.

Die Rahmengeometrie ist harmonisch und ausgewogen. Der tiefe Schwerpunkt verleiht der Maschine eine geduckte, sportliche Silhouette, ohne die Eleganz einer Tourenmaschine zu opfern. Die verchromten Komponenten – Auspuffrohre, Lenkerstangen, Scheinwerfer, Schutzbleche – wurden auf Hochglanz poliert und glänzen bis heute an gut gepflegten Exemplaren.

Besonders bemerkenswert sind die Doppelscheinwerfer an vielen Modellen – eine Brough-Innovation, die später von anderen Herstellern übernommen wurde. Sie geben der Front ein unverwechselbares Gesicht. Die individuell geformten Lenker – für jeden Kunden angepasst – sind ein weiteres Designmerkmal, das Brough von der Konkurrenz abhob.

Die Webb-Federgabel mit ihren markanten Doppelfedern ist nicht nur funktional, sondern auch visuell ein Hingucker. Die balancierten Auspuffrohre mit ihren verchromten Fishtail-Endrohren sind symmetrisch angeordnet und verleihen der Seitenansicht eine skulpturale Qualität.

George Broughs Zielpublikum waren wohlhabende Gentlemen, die Wert auf Exklusivität, Qualität und Stil legten. Die Brough Superior war kein Arbeitsgerät, sondern Statussymbol und Kunstwerk zugleich. Der Name sollte sofort erkennbar sein – und das ist er bis heute. Eine Brough im Originalzustand oder fachmännisch restauriert ist ein visuelles Erlebnis, das moderne Motorräder selten erreichen.

Rennsport, Rekorde & Kultur

Brough Superior war nicht nur Straßenmaschine, sondern auch Rennmaschine. George Brough nutzte den Motorsport gezielt als Marketinginstrument und fuhr selbst zahlreiche Rennen. Zwischen 1922 und 1937 feierte Brough Erfolge bei Sprintrennen, Hillclimbs und vor allem bei Geschwindigkeitsrekorden.

Der spektakulärste Rekord gelang Eric Fernihough: 1937 erreichte er auf einer speziell gebauten Brough 273 km/h auf der fliegenden Meile. Ein anderer Rekordfahrer war Noel Pope, der 1935 auf einer Brough 243 km/h erreichte. Diese Geschwindigkeiten waren für die 1930er Jahre sensationell und festigten den Ruf der Marke als schnellste Motorräder ihrer Zeit.

Besondere Rennmaschinen waren die Pendine (benannt nach dem walisischen Strand Pendine Sands, wo Geschwindigkeitsrekorde gefahren wurden), die Golden Dream (eine Vierzylinder-Showmaschine) und die Straight Four Combination (mit einem Automotor ausgestattet). Diese Einzelstücke wurden teils für Shows, teils für Rekordversuche gebaut und sind heute verschollen oder in Museen.

Die kulturelle Bedeutung von Brough Superior geht weit über die technischen Leistungen hinaus. T. E. Lawrence (Lawrence von Arabien) besaß acht Brough-Maschinen, die er jeweils „George I" bis „George VIII" taufte. Seine siebte SS100, auf der er 1935 tödlich verunglückte, ist heute im Imperial War Museum ausgestellt. Lawrence schrieb in seinen Briefen schwärmerisch über seine Broughs und bezeichnete das Fahren als „das größte Vergnügen, das ich kenne".

Weitere prominente Besitzer waren George Bernard Shaw (der Dramatiker), Bert le Vack (Rennfahrer), Harry Preston (Hotelier und Lebemann) sowie zahlreiche britische Aristokraten und Industrielle. Eine Brough zu besitzen, war in den 1920er und 1930er Jahren Ausweis von Geschmack, Wohlstand und Abenteuerlust.

Die Wiedergeburt der Marke 2013 in Frankreich sorgte für Aufsehen: Die neuen Brough Superior Motorräder (SS100, Pendine, Anniversary, Lawrence) sind moderne Interpretationen mit V-Twin-Motoren, Titanrahmen, Carbon-Verkleidungen und modernster Technik. Sie kosten zwischen €60.000 und €150.000 und richten sich an eine neue Generation von Luxusmotorrad-Enthusiasten. 2025 wurde eine Kooperation mit Richard Mille bekannt gegeben, die ein exklusives Track-Only-Modell für £210.000 hervorbrachte.

Die historischen Brough-Maschinen sind jedoch unersetzlich. Jede überlebende Maschine ist ein rollendes Denkmal britischer Ingenieurskunst und Handwerkskunst. Auf Veteranentreffen, Concours d'Elegance und in Museen wie dem National Motorcycle Museum in Solihull ziehen sie nach wie vor Menschenmassen an.

Fazit

Brough Superior steht wie keine andere Marke für britische Motorradkultur der Zwischenkriegszeit. Die Kombination aus individueller Fertigung, besten verfügbaren Komponenten, garantierter Höchstgeschwindigkeit und elegantem Design machte die Marke zum Inbegriff von Exklusivität und Qualität. Der Beiname „Rolls-Royce der Motorräder" war nicht Marketinggeschwätz, sondern verdiente Anerkennung.

Heute sind Brough-Motorräder Sammlerstücke von höchstem Wert. Die extrem geringe Produktionszahl von nur etwa 3.000 Maschinen über 21 Jahre und die Tatsache, dass viele im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, machen jedes erhaltene Exemplar zur Rarität. Preise im sechsstelligen Bereich sind Standard, Spitzenmodelle mit Provenienz überschreiten leicht die Millionengrenze.

Wer eine Brough Superior kaufen möchte, sollte sich auf intensive Recherche, hohe Kosten und begrenzte Ersatzteilversorgung einstellen. Dafür erhält man ein Stück Motorradgeschichte, das in Eleganz, Leistung und Handwerkskunst bis heute unerreicht ist. Die wichtigsten Modelle für Sammler sind die SS80 (erschwinglicher Einstieg), die SS100 mit JAP-Motor (Ikone schlechthin) und die SS100 mit Matchless-Motor (letzte Evolutionsstufe).

Eine Brough zu fahren ist Privileg und Verantwortung zugleich. Diese Maschinen gehören nicht auf die Rennstrecke, sondern auf Veteranentreffen, Concours d'Elegance und gelegentliche Ausfahrten auf kurvigen Landstraßen. Jede Fahrt ist Zeitreise in eine Epoche, in der Motorräder noch von Hand gebaut wurden und jede Maschine ein individuelles Meisterwerk war.

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