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Ardie Motorrad kaufen
Aus einer Nürnberger Werkstatt entstammend, baute Ardie von 1919 bis 1958 Motorräder, die in Rennen triumphierten und die Straßen der Weimarer Republik prägten. Wer heute eine Ardie kauft, erwirbt ein Stück seltener Vorkriegs- oder Nachkriegsgeschichte – aus einer der eigenwilligsten deutschen Motorradschmieden.
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Fahrzeug inserieren"Ardie" Inserats-Referenzen von Classic Trader
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1932 | Ardie ZL 30
Ardie Silberfuchs ZL 20
1953 | Ardie B 252
Ardie B 252
1936 | Ardie RZ 200
Arbinet
1928 | Ardie TM 500
Ardie TM 500
1929 | Ardie TM 500
Ardie TM 500
1932 | Ardie ZL 30
Ardie Silberfuchs ZL 20
1951 | Ardie B 125
HU NEU, Fahrbereit, Alle Papiere vorhanden
1930 | Ardie ZL 30
ARDIE ZL 30 SILBERFUCHS Rahmen aus Aluminium, JAP Motor
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Geschichte von Ardie beginnt 1919 in Nürnberg – mitten im industriellen Herzen Bayerns, wo sich bereits Triumph und Premier einen Namen gemacht hatten. Arno Dietrich, der Firmengründer, hatte sein Handwerk bei beiden Häusern gelernt, bevor er sich mit der Gründung der „Ardie-Werke AG" selbstständig machte. Der Name ist schlicht: Ar-die, aus den ersten Silben von Arno Dietrich zusammengesetzt.
Die ersten Maschinen waren schlichte Einzylinder-Zweitakter mit 288 bzw. 304 cm³ – mit runden, roten Tanks, die dem Volksmund die Bezeichnung „Minimax" einbrachten, nach dem damals bekannten Feuerlöscher. Technisch solide, preislich erschwinglich, wurde die Ardie schnell zur „ältesten Spezialfabrik für Motorräder" Nürnbergs – ein Titel, mit dem das Unternehmen selbst warb.
Der frühe Tod des Firmengründers überschattete die Aufbruchsjahre: Am 9. September 1922 verunglückte Arno Dietrich bei einer Testfahrt auf der Rothenburger Straße in Nürnberg tödlich. Das Unternehmen übernahm Dr. Leo Bendit, ein Nürnberger Rechtsanwalt, der die Firma in eine GmbH umwandelte und sie mit unternehmerischem Geschick durch die wilden Zwanziger führte.
Ab 1925 vollzog Ardie einen entscheidenden technischen Schwenk: Statt auf eigene Motoren zu setzen, griff man auf Aggregate der britischen Firma J.A.P. (J.A. Prestwich) aus London zurück. Die Bandbreite war beeindruckend – von 250 bis 1000 cm³, darunter side-valve und ohv-Eintakter sowie mächtige V2-Zylinder. Diese Entscheidung katapultierte Ardie in die erste Liga der deutschen Motorradhersteller und brachte der Ardie 500 den Ruf der meistverkauften Halblitermaschine in Deutschland ein.
Die Rennstrecke war für Ardie in den späten Zwanzigern ein zweites Zuhause. Die Brüder Hans, Konrad und Georg Thumshirn sowie Eugen Bussinger feierten mit JAP-befeuerten Ardie-Maschinen Siege bei der Österreich-TT (1926, 1927) und der Ungarn-TT (1927). Auf Geländerennen war das Feldbergrennen ein bevorzugtes Terrain.
Zum zehnjährigen Jubiläum 1929 überarbeitete Ardie das populäre TM 500-Modell grundlegend. Gleichzeitig entstanden Exoten wie ein V-Twin mit 995 cm³ und satten 47 PS – für damalige Verhältnisse ein absoluter Grenzwert. Die Modellpalette der frühen Dreißiger war geprägt von Duraluminium-Rahmen – ein technisches Alleinstellungsmerkmal, das den Modellen „Silberfuchs", „Silberpfeil" und „Silberadler" ihre charakteristische Leichtigkeit und die klangvollen Spitznamen verlieh.
Der politische Umbruch von 1933 zwang Leo Bendits Familie, das Unternehmen zu verkaufen – ein Akt der erzwungenen Arisierung. Die neuen Eigentümer, die Familie Barthel aus dem Umfeld der Dürkopp-Werke in Bielefeld, übernahmen die Produktion. Devisenbeschränkungen machten den Import britischer JAP-Motoren unmöglich: Ab Mitte der Dreißiger setzte Ardie auf deutsche Aggregate von Bark, Küchen und Sachs, ehe man vollständig auf selbst entwickelte Zweitakter umstieg.
Konstrukteur Norbert Riedel, der später als Erfinder der Imme bekannt wurde, leitete ab April 1938 Konstruktion und Versuch bei Ardie und war maßgeblich an einem 1938 gebauten Prototyp eines quer eingebauten 350er Zweizylinder-Zweitakters beteiligt – mit Kardanantrieb, elektrischem Anlasser und Automatikgetriebe, eine für die Zeit revolutionäre Konstruktion, die jedoch nie in Serie ging.
Der Zweite Weltkrieg reduzierte die Produktion drastisch: 1942 blieben nur noch ein Stationärmotor und das VF 125 übrig. Nach 1945 baute Ardie unter dem Einfluss des Dürkopp-Konzerns eine neue Palette mit Einzylinder- und Zweizylinder-Zweitaktern von 122 bis 344 cm³ auf – nach Dr. Noack entwickelte Flachkolben-Triebwerke mit Kreuzstromspülung. 1958 endete die Motorradproduktion; Hydraulikgeräte fertigte das Werk noch bis 1981.
Highlights & Besonderheiten
Ardie ist keine Marke für den Mainstream-Sammler – sie ist etwas für Kenner, die nach Substanz hinter der Seltenheit suchen. Fünf Modelle definieren das Erbe der Marke besonders.
Ardie TM 500 (1925–1934): Das Herzstück der Ardie-Ära. Der JAP-Einzylinder mit 490 cm³ und 9 bis 14 PS (je nach Ausführung) war zuverlässig wie ein Feldgerät – weswegen die Maschine den liebevollen Spitznamen „Bauernmotorrad" erhielt. Die TM 500 war keine Rennmaschine, aber sie lief und lief: robust, wartungsfreundlich, und mit dem charakteristischen Sound eines großvolumigen Britenmotors in deutschem Stahlkorsett.
Ardie SS 31 Silberpfeil (1931–1933): Das Flaggschiff der frühen Dreißiger. Duraluminium-Rahmen, JAP 490 cm³ ohv, 18 PS bei 3900 U/min, 4-Gang-Burman-Getriebe – und eine Optik, die noch heute Aufsehen erregt. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 125 km/h (solo) war der Silberpfeil das schnellste serienmäßige Ardie-Modell. 2008 erzielte ein restauriertes Exemplar bei Bonhams £ 20.700; restaurierte Exemplare bei Händlern werden heute auf bis zu € 49.000 angeboten.
Ardie ZL 30 Silberfuchs (1930–1933): Leichteres Geschwistermodell des Silberpfeils, mit JAP-Motoren in 197 und 298 cm³ (side valve) sowie in 199 und 245 cm³ (ohv). Ebenfalls mit Duraluminium-Rahmen – was diese kleinen Maschinen zu echten Leichtgewichten machte und ihnen eine fahrdynamische Eleganz verlieh, die zeitgenössische Konkurrenten selten erreichten.
Ardie B 252 (1951–1956): Die bekannteste Nachkriegs-Ardie. Ein 246 cm³ Einzylinder-Zweitakter nach Dr.-Noack-Konstruktion, 14,3 PS in der Sportausführung, mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Solide Alltagsmobilität der frühen Bundesrepublik – heute ein gesuchter Einstiegsklassiker mit vergleichsweise noch verfügbaren Ersatzteilen.
Ardie BZ 350 (1955–1958): Die letzte und technisch ambitionierteste Ardie. Ein Zweitakt-Paralleltwin mit 344 cm³, 20 PS bei 5000 U/min und einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Mit Teleskopgabel vorn und Teleskopfederung hinten entsprach sie dem Stand der Zeit. In der Nachkriegszeit erfreute sich die BZ 350 in Sammlerkreisen sofort großer Beliebtheit – und tut es noch heute.
Technische Daten
Rahmen: Duraluminium (Silberpfeil, Silberfuchs 1931–1933), ansonsten Stahlrohrrahmen
Federung vorn: Ardie-Parallelogramm-/Druidgabel (Vorkrieg), Teleskopgabel (Nachkrieg)
Federung hinten: starr (Vorkrieg), Hinterradfederung ab B 251 (1951), Teleskop ab BZ 350
Marktübersicht und Kauftipps
Ardie-Motorräder zählen zu den seltensten deutschen Vorkriegs- und Nachkriegsklassikern überhaupt. Das Unternehmen produzierte in fast 40 Jahren nur in überschaubaren Stückzahlen – und der Zweite Weltkrieg hat einen erheblichen Teil des Bestands unwiederbringlich vernichtet. Wer heute eine Ardie kaufen möchte, muss Geduld mitbringen und ein geschultes Auge haben.
Preisrahmen nach Modell und Zustand (2024–2026)
Vorkriegsmodelle (TM 500, Silberpfeil, Silberfuchs, Jubiläumsmodell):
- Restaurierungsprojekte: € 2.000 – € 5.000 (Car & Classic-Auktion 2026: TM 500 ab € 2.000 Startgebot, Zuschlag bei € 4.500)
- Teilrestauriert oder fahrbereit: € 8.000 – € 18.000 (italienischer Händler 2025: restaurierte TM 500 für € 17.000)
- Vollrestauriert, dokumentiert: € 20.000 – € 50.000+ (Bonhams 2008: SS 31 Silberpfeil für £ 20.700; Händlerangebote bis ca. € 49.000)
Nachkriegsmodelle (B 252, B 251, BZ 350):
- Restaurierungsprojekte: € 800 – € 2.500
- Fahrbereit, original: € 3.000 – € 7.000 (Classic Trader: B 252 für ca. € 6.800)
- Vollrestauriert: € 6.000 – € 12.000
Käuferprofil
Vorkriegs-Ardies sprechen erfahrene Sammler an, die bereits Erfahrung mit alter Technik (Magnetzündung, Handgashahn, offene Primärkette) haben. Eine JAP-bestückte TM 500 oder ein Silberpfeil ist kein Einsteigermotorrad – weder technisch noch finanziell.
Nachkriegs-Ardies (B 252, BZ 350) bieten einen zugänglicheren Einstieg: Zweitaktmotoren nach Noack-Konstruktion sind prinzipiell wartungsfreundlicher, Ersatzteile teils noch über Spezialisten oder aus dem Bestand schwedischer Monark-Maschinen erhältlich (Ardie lieferte Motoren auch an Monark).
Worauf beim Kauf achten
Rahmennummern und Motornummern: Bei restaurierten Vorkriegsmaschinen unbedingt prüfen, ob Rahmen- und Motornummer übereinstimmen. Viele erhaltene Ardies wurden aus Teilen verschiedener Maschinen zusammengestellt – das mindert den Sammlerwert erheblich, muss aber nicht zwangsläufig ein Problem für den Fahrbetrieb sein.
Duraluminium-Rahmen (Silberpfeil/Silberfuchs): Der Duralumin-Rahmen der frühen Dreißiger ist das wertvollste und gleichzeitig heikelste Element. Risse oder Schweißstellen an Knotenpunkten sind ein ernstes Warnsignal – Aluminium der damaligen Zeit ist schwer zu schweißen und verlangt einen Spezialisten. Ein unberührter, originaler Dural-Rahmen treibt den Preis stark in die Höhe.
JAP-Motoren: Ersatzteile für JAP-Aggregate sind grundsätzlich vorhanden – J.A.P.-Motoren wurden von zahlreichen britischen und europäischen Herstellern verbaut und werden von spezialisierten Händlern in England noch immer versorgt. Ventile, Kolben und Lagersätze sind beschaffbar; gusseiserne Zylinderköpfe mit Rissen sind dagegen ein teures Problem.
Bark- und Küchen-Motoren (1933–1938): Seltenere Motoren, für die die Ersatzteilversorgung deutlich schwieriger ist. Bei Maschinen aus dieser Periode sollte der Motor möglichst komplett und laufend sein, bevor man kauft.
Zweitakt-Nachkriegsmodelle: Auf Vergaser und Kolbenspiel achten. Hinterradfederung der B 251/252 auf Verschleiß prüfen. Original-Lacke (oft schwarz mit roten Zierlinien) sind bei restaurierten Exemplaren selten erhalten – Nachweise der originalen Farbgebung erhöhen den Wert.
Papiere: Deutsche Fahrzeugbriefe (Zulassungsdokumente) sind für viele ältere Ardies vorhanden und wichtig für die Zulassung als Oldtimer. Maschinen mit lückenlosen deutschen Papieren erzielen Aufpreise von 20–40 %.
Markttendenz
Das Angebot an Ardie-Motorrädern ist extrem begrenzt – auf Classic Trader, Car & Classic und Catawiki tauchen selten mehr als ein Handvoll Exemplare gleichzeitig auf. Die Preise für gut dokumentierte Vorkriegsmodelle haben seit 2015 deutlich angezogen; der Bonhams-Zuschlag von 2008 für den Silberpfeil gilt als Benchmark. Nachkriegsmodelle sind günstiger und zugänglicher, aber ebenfalls selten.
Fahrverhalten & Fahrerlebnis
Eine Ardie zu fahren bedeutet, in eine Epoche des Motorsports einzutauchen, in der Fahren noch körperliche Auseinandersetzung war – mit der Maschine, mit der Straße, mit der eigenen Konzentration.
Die TM 500 mit JAP-Motor ist das archetypische Erlebnis: Der große Einzylinder vibriert schon im Leerlauf spürbar durch den Stahlrahmen, der sound ist bassig und kehlig, weit entfernt vom gleichförmigen Summen moderner Motorräder. Das Startprozedere verlangt Ritual: Benzinhahn öffnen, Dekompressor betätigen, Kurbel drehen, dann mit Schwung den Kickstarter treten. Läuft der Motor, setzt die Druidgabel vorn jeden Fahrbahnverstoß ungefiltert ans Handgelenk weiter. Das Dreigang-Burman-Getriebe erfordert Fingerspitzengefühl am Schalthebel; die Bremsen – trommelgebremst rundum – verlangen frühzeitiges Verzögern.
Der Silberpfeil ist eine andere Kategorie: Der ohv-JAP dreht freudiger hoch, 18 PS in einem rund 150 Kilogramm leichten Motorrad bedeuten eine Lebhaftigkeit, die für 1931 bemerkenswert war. Der Duralumin-Rahmen – steifer und leichter als der zeitgenössische Stahlrohrrahmen – vermittelt eine direkte Rückmeldung, die Vorkriegsmotorräder selten bieten. Wer einen Silberpfeil auf Landstraßen bewegt, versteht, warum Ardie-Werkspiloten damit Triumphe feierten.
Die BZ 350 der späten Fünfziger ist ein anderes, zugänglicheres Fahrerlebnis: Der Zweitakt-Paralleltwin dreht leichtfüßig hoch, 20 PS bei 5000 U/min treiben die 161 Kilogramm spürbar voran. Die Teleskopgabel vorn und die Hinterradfederung dämpfen Unebenheiten deutlich besser als die starren Vorkriegsrahmen; die Schaltung ist präziser. Auf kurvenreichen bayerischen Landstraßen macht eine BZ 350 auch heute noch echte Freude – und mit ihrem charakteristischen Zweitaktsound zieht sie auf jedem Oldtimertreffen Blicke auf sich.
Design & Ästhetik
Ardie hatte keine berühmten Stardesigner – aber das Unternehmen hatte einen klaren ästhetischen Anspruch, der sich durch die Jahrzehnte zieht. Die frühen Modelle waren funktional, fast puristisch: runde Tanks in leuchtendem Rot, klare Linien, nichts Überflüssiges. Die Bezeichnung „Minimax" kam nicht von ungefähr – Ardie baute schon früh auf Wiedererkennungswert.
Der Höhepunkt des Ardie-Designs waren zweifellos die Silbermodelle der frühen Dreißiger. Die Kombination aus Duraluminium-Rahmen (poliert oder gebürstet) und den britischen JAP-Motoren in Nickelglanz schuf eine Ästhetik, die damals wie heute aufsehen erregt. Der „Silberpfeil" (SS 31) war mit seinem schnittigen Tank, dem polierten Dural-Rahmen und dem sportlichen Sattel das Premiumprodukt der Marke – und sieht heute aus wie ein Exponat aus einem Designmuseum. Der gleichzeitig produzierte „Silberfuchs" (ZL 30) transportierte diese Ästhetik in eine kleinere Klasse.
Nach dem Krieg kehrten nüchterne, schwarze Arbeitsmotorräder zurück. Die Nachkriegsmodelle wie B 252 und BZ 350 kleideten sich in schlichtes Schwarz mit roten Zierstreifen – zeittypisch für die frühe Bundesrepublik, wo Motorräder primär Transportmittel und erst in zweiter Linie Statussymbol waren. Die BZ 350 immerhin hatte mit ihrer Doppeltank-Optik und dem klaren Linienfluss einen moderneren Charakter als manch zeitgenössischer Mitbewerber.
Für Sammler gilt: Original-Lackierungen in nachweislich werkseitigem Zustand sind extrem selten und steigern den Wert erheblich. Viele restaurierte Ardies wurden neu lackiert – was optisch oft hervorragend aussieht, aber Authentizität kostet.
Rennsport & kulturelle Bedeutung
Ardie war in den Zwanzigerjahren eine ernstzunehmende Rennsportkraft. Die Brüder Thumshirn – Hans, Konrad und Georg – bildeten zusammen mit Eugen Bussinger und Ernst Islinger ein Werksteam, das auf JAP-befeuerten Ardie-Maschinen internationale Klasse bewies: Österreich-TT 1926 und 1927, Ungarn-TT 1927, zahlreiche Feldbergrennen.
In den Dreißigern dominierten Josef Klein und Franz Islinger auf Ardie Geländeveranstaltungen. Bei der Internationalen Sechstagefahrt 1939 gewannen Amend, Geier sowie Konrad und Hans Thumshirn Goldmedaillen.
Nach dem Krieg feierte die Ardie-Werksmannschaft im Geländesport weitere Erfolge: Karl Augustin, Heinrich Gollwitzer, Gernot Leistner und Lorenz Specht errangen mit der Ardie BD 176 GS Goldmedaillen bei der Internationalen Sechstagefahrt 1954 in England. Auch die späteren Straßenweltmeister Werner Haas und das Gespannpaar Fritz Hillebrand / Manfred Grunwald standen zu Beginn ihrer Karrieren auf Ardie-Geländemaschinen.
Konstrukteur Norbert Riedel, der bei Ardie von 1938 an wirkte, machte sich nach dem Krieg als Erfinder der Imme unsterblich – einem der eigenwilligsten Motorradkonzepte der deutschen Nachkriegszeit. Ein Teil des Ardie-Ingenieursgeists lebte so in anderen Fahrzeugen weiter.
Fazit
Ardie-Motorräder sind keine Massenware – sie sind seltene Dokumente deutscher Motorradgeschichte, die Epochen überspannen: von den handwerklich geprägten Anfängen in der Weimarer Republik über die technisch ehrgeizigen Silbermodelle der frühen Dreißiger bis zu den nüchternen, aber zuverlässigen Nachkriegsmaschinen.
Die fünf wichtigsten Modelle für Sammler sind klar: die TM 500 als das prägendste Vorkriegsmodell, der SS 31 Silberpfeil als absolutem Höhepunkt der Marke, der ZL 30 Silberfuchs für Liebhaber leichter Vorkriegsmaschinen mit Duraluminium-Rahmen, die B 252 als solide Nachkriegs-Ardie mit noch beschaffbaren Teilen, und die BZ 350 als letztes und technisch fortschrittlichstes Kapitel der Markengeschichte.
Das Angebot ist knapp – umso wichtiger ist es, bei einem gefundenen Exemplar sorgfältig zu prüfen: Rahmennummern, Originalzustand des Rahmens (besonders bei Duralumin-Modellen), Vollständigkeit der Papiere und Nachvollziehbarkeit der Restaurierungshistorie entscheiden über den echten Sammlerwert.
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