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Zenos Oldtimer kaufen
Zenos Cars baute zwischen 2015 und 2016 rund 100 Exemplare des E10 – einen der reinsten britischen Leichtbau-Sportwagen seiner Zeit. Wer heute einen Zenos kauft, erwirbt ein seltenes Stück britischer Handwerkskunst mit Rennstrecken-DNA und einer Entstehungsgeschichte, die direkt aus Lotus und Caterham herauswächst.
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2016 | ZENOS E10 S
2016 Zenos E10S
2016 | ZENOS E10 R
Silverstone Classic Live Online Auction 2020; 31st July-1st August
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Entstehung
Die Geschichte von Zenos Cars beginnt mit zwei Namen, die in der britischen Sportwagenwelt bestens bekannt sind: Ansar Ali und Mark Edwards. Beide hatten zuvor bei Lotus Cars gearbeitet, bevor sie gemeinsam zur Caterham Cars-Führungsebene wechselten – Ali als CEO, Edwards in leitender Ingenieursfunktion. Im Mai 2012 gründeten sie in Wymondham, Norfolk, ihr eigenes Unternehmen mit einer klaren Vision: einen zeitgemäßen, leichten Hochleistungssportwagen zu bauen, der erschwinglich in Kauf und Unterhalt ist.
Der Name des Autos, E10, ist kein Zufallsprodukt: Das „E" steht für Edwards' Nachnamen, die „10" für sein zehntes Autoprojekt. Bereits im September 2013 wurde der E10 der Presse vorgestellt, im Januar 2014 feierte er auf der Autosport International in Birmingham seine öffentliche Premiere. Die Reaktionen waren enthusiastisch – hier war ein Auto, das Caterham Seven und Ariel Atom direkt herausforderte, aber mit einem frischen Ansatz in Konstruktion und Preisgestaltung.
Die Serienproduktion startete im Januar 2015 in Norfolk. Zunächst lief der E10 mit einem 2,0-Liter-Ford-Saugmotor mit 200 PS vom Band, kurz darauf folgte der E10 S mit dem turbogeladenen 2,0-Liter-Ford-EcoBoost-Aggregat und 250 PS. Im November 2015 kündigte Zenos das Topmodell E10 R an, das ab Januar 2016 mit dem 2,3-Liter-EcoBoost und 350 PS produziert wurde. Im September 2016 rollte das 100. Fahrzeug – ein E10 R in Soul Red – vom Band. Damit war die Gesamtproduktion bereits nahezu abgeschlossen.
Im Januar 2017 meldete Zenos Cars Insolvenz an, nachdem eine Reihe von Exportaufträgen storniert worden war. Die Insolvenzverwaltung Begbies Traynor übernahm, und im März 2017 erwarb ein Konsortium unter Führung von AC Cars (bekannt als Hersteller der Cobra) die Vermögenswerte. Einige unfertige E10 wurden noch verkauft, dann ruhte das Projekt jahrelang.
Im September 2025 kündigte AC Cars die Wiedergeburt der Marke Zenos an: Der neue E10 Rz mit einem 2,0-Liter-Volvo-Turbovierzylindermotor und 380 PS soll ab dem zweiten Quartal 2026 ausgeliefert werden – zu einem Preis von £ 140.000. Nur 30 Exemplare sind für das erste Produktionsjahr geplant. Die Originalautos von 2015–2016 sind damit nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch Vorläufer einer neuen Ära.
Highlights & Besonderheiten
Was den Zenos E10 von seinen Konkurrenten unterschied, war kein einzelnes Merkmal, sondern die konsequente Umsetzung einer Philosophie: maximale Fahrdynamik bei minimalen Kosten und minimalem Gewicht.
Das Herzstück der Konstruktion ist ein extrudierter Aluminiumrücken (Backbone-Chassis), an dem eine Kohlefaser-Fahrgastzelle aus recyceltem Carbon befestigt ist. Diese Kombination ermöglichte eine Torsionssteifigkeit, die mit deutlich teureren Konstruktionen mithalten konnte – und das zu einem Preis, der den E10 unter £ 25.000 hielt. Die Verwendung von recyceltem Kohlefaser war dabei kein Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung: leicht, günstig, nachhaltig.
Besonders durchdacht war das Reparaturkonzept: Die Karosserie besteht aus 18 einzeln austauschbaren Panels. Wer auf der Rennstrecke einen Ecktreffer kassiert, muss nicht die gesamte Hülle ersetzen. Die Stoßfänger und Ecken sind als Sollbruchstellen konzipiert – ein Ansatz, der direkt aus dem Rennsport stammt und für Trackday-Fahrer erhebliche Kostenvorteile bietet.
Das Fahrwerk mit doppelten Querlenkern an allen vier Rädern und eingebauten Pushrod-Bilstein-Dämpfern vorne schützt die Federelemente vor Kollisionsschäden und ermöglicht eine sehr niedrige Schwellerhöhe – der Ein- und Ausstieg ist deutlich einfacher als bei einem Caterham Seven. Die Lenkung ist direkt und ohne Servounterstützung, was intensive Rückmeldung garantiert.
Der E10 R brachte zudem OZ-Leichtbauräder mit, die je 1,5 kg leichter als die Standardräder waren, sowie ventilierte Scheibenbremsen mit Vierkolben-Bremssätteln. Das Gesamtgewicht des E10 R lag bei nur 725 kg – bei 350 PS ergibt das eine Leistungsgewicht von unter 2,1 kg/PS.
Technische Daten
Karosserie: 0-türiger Speedster / Roadster, Mittelmotor, Hinterradantrieb
Länge × Breite × Höhe: 3.800 × 1.870 × 1.130 mm
Spurweite vorne/hinten: 1.560 / 1.600 mm
Reifen: Avon ZZR 195/50 R16 (vorne), 225/45 R17 (hinten)
Bremsen: Innenbelüftete Scheiben, 285 mm, vorne und hinten (E10 R: Vierkolben-Sättel)
Marktübersicht und Kauftipps
Der Zenos-Markt ist extrem klein und überschaubar: Weltweit wurden nur rund 100 Fahrzeuge gebaut, davon der Großteil in Großbritannien zugelassen. Auf dem deutschen Markt sind Zenos-Fahrzeuge eine absolute Rarität – die meisten Exemplare befinden sich in britischen Händen oder wurden in die USA exportiert.
Aktuelle Preise (2021–2024, Auktionsergebnisse):
- E10 (Basismodell, 200 PS): £ 14.600–18.500 (ca. € 17.000–22.000)
- E10 S (250 PS): £ 15.300–21.700 (ca. € 18.000–26.000)
- E10 R (350 PS): £ 21.100–24.200 (ca. € 25.000–29.000)
Bemerkenswert: Ein nahezu neuwertiger E10 R mit nur 99 Meilen erzielte im November 2024 bei Iconic Auctioneers am NEC Birmingham £ 24.188 – deutlich unter dem ursprünglichen Neupreis von £ 39.995. Auf Cars & Bids wurden 2024 US-importierte Exemplare für $ 33.850–34.000 verkauft.
Kauftipps und Inspektionspunkte:
Elektronik und Wasserdichtigkeit: Dies ist der kritischste Punkt beim Zenos-Kauf. Die Elektronik ist nicht vollständig wasserdicht – ein bekanntes Problem, das in der Eigentümer-Community ausführlich diskutiert wird. Schalter, Taster und insbesondere der Startknopf (offen im Cockpit montiert) sind anfällig für Feuchtigkeit. Vor dem Kauf unbedingt alle elektrischen Funktionen prüfen und nach Korrosionsspuren an Steckverbindungen suchen.
Bremsen: Die originalen Bremsen des E10 und E10 S galten als unzureichend für intensiven Streckeneinsatz – zu wenig Wärmekapazität, zu schwergängiges Pedal ohne Servo. Viele Fahrzeuge wurden nachgerüstet, insbesondere durch 24-7 Motorsport in Norfolk, die ein bewährtes Upgrade-Kit anbieten. Beim Kauf fragen, ob die Bremsen modifiziert wurden, und den Zustand der Bremsscheiben und -beläge sorgfältig prüfen.
Kohlefaser-Tub: Die Fahrgastzelle aus recyceltem Carbon ist in fünf Einzelteile aufgeteilt und kann bei Beschädigungen partiell ersetzt werden. Auf Risse, Delaminierungen oder Reparaturspuren achten – besonders an den Ecken und Schwellern. Jede Beschädigung sollte von einem Spezialisten bewertet werden.
Aluminium-Backbone: Das zentrale Rückgrat aus Aluminium ist robust, kann aber bei schweren Unfällen verbiegen. Auf Geradlinigkeit und Symmetrie achten; ein verzogenes Chassis ist ein K.O.-Kriterium.
Antriebsstrang: Der Ford EcoBoost-Motor ist grundsätzlich zuverlässig und weit verbreitet – Ersatzteile sind problemlos erhältlich. Beim E10 S und E10 R auf Turbolader-Zustand, Ladeluftkühler und Kühlsystem achten. Ölwechselintervalle und Servicehistorie sind bei diesen Hochleistungsaggregaten besonders wichtig.
Reifenzustand: Die Avon ZZR-Reifen sind auf Trockenperformance optimiert, bieten aber bei Nässe nur mäßigen Grip. Auf Alter und Profiltiefe achten – alte Reifen können trotz geringer Laufleistung verhärtet sein.
Dokumentation: Bei einem so seltenen Fahrzeug ist lückenlose Dokumentation Gold wert. Kaufvertrag, Zulassungsbescheinigung, Servicehistorie und idealerweise Korrespondenz mit Zenos Cars oder dem Händler sollten vorhanden sein. Viele Fahrzeuge haben sehr geringe Laufleistungen – Kilometerstandsverifizierung über MOT-Historie (UK) ist empfehlenswert.
Ersatzteile: Da Zenos nicht mehr existiert (bis auf die neue Rz-Variante), sind Originalteile begrenzt verfügbar. Die gute Nachricht: Viele Komponenten stammen von Ford (Motor, Getriebe) und sind problemlos beschaffbar. Karosserieteile und Carbon-Komponenten sind schwieriger zu finden – die Eigentümer-Community und spezialisierte Händler in Norfolk sind die beste Anlaufstelle.
Import nach Deutschland: Britische Fahrzeuge benötigen für die deutsche Zulassung eine Einzelabnahme durch den TÜV oder DEKRA. Bei einem so exotischen Fahrzeug sollte man einen erfahrenen Importspezialisten hinzuziehen. Die Linkslenker-Problematik entfällt, da der Zenos kein Lenkrad im klassischen Sinne hat – aber Lichtanlage und Reflektoren müssen den deutschen Vorschriften entsprechen.
Fahrerlebnis
Wer in einen Zenos E10 steigt, betritt eine andere Welt. Die Sitzposition ist tief und eng, der Körper liegt fast auf Asphalt-Niveau. Das Cockpit aus Carbon umschließt den Fahrer wie eine zweite Haut – kein Überrollbügel, keine Türen, keine Ablenkung. Nur Mensch, Maschine und Straße.
Der Startknopf drückt, der EcoBoost erwacht mit einem metallischen Fauchen. Im E10 S und E10 R ist der Turbolader sofort präsent – kein langes Warten auf Drehzahl, sondern ein breites Drehmomentband, das den leichten Wagen mit Nachdruck nach vorne schiebt. 250 PS in 725 kg bedeuten: 0–100 km/h in 4,0 Sekunden. Mit dem E10 R und 350 PS sind es 3,0 Sekunden – Zahlen, die selbst Supersportwagen alt aussehen lassen.
Die Lenkung ohne Servounterstützung ist das Herzstück des Fahrerlebnisses. Jede Unebenheit, jede Grip-Veränderung, jede Gewichtsverlagerung wird direkt in die Hände übertragen. Es ist eine Kommunikation, die moderne Autos mit ihren elektronischen Helfern längst verlernt haben. Der Zenos spricht mit dem Fahrer – und erwartet, dass dieser zuhört.
Das Fahrwerk mit Doppelquerlenkern und Pushrod-Dämpfern vorne ist straff genug, um auf der Rennstrecke präzise zu sein, aber nicht so hart, dass Landstraßen zur Tortur werden. Die Avon ZZR-Reifen brauchen einige Runden, um auf Temperatur zu kommen – dann aber bieten sie auf trockener Fahrbahn außergewöhnlichen Grip. In der Nässe ist Vorsicht geboten: Die Reifen sind für Trockenperformance optimiert, und die fehlende Elektronik (kein ABS, keine Traktionskontrolle) verlangt volle Aufmerksamkeit.
Das optionale Windschutzscheiben-System ist ein Segen für Langstreckenfahrten: Mit der vollen Scheibe ist das Cockpit überraschend ruhig, selbst bei Autobahngeschwindigkeit. Für Trackdays lässt sie sich in etwa 45 Minuten gegen den Aeroscreen tauschen. Ohne jede Scheibe ist der Zenos ein Erlebnis für alle Sinne – Wind, Motorklang, Reifengeräusche, alles ungefiltert.
Der E10 R ist das kompromissloseste Modell: 350 PS, 725 kg, keine Elektronik-Krücken. Wer ihn auf einer Rennstrecke bewegt, versteht, warum Zenos-Fahrer von ihren Autos schwärmen. Es ist kein Auto für jeden – aber für die Richtigen ist es das perfekte Auto.
Design & Konstruktion
Das Design des Zenos E10 folgt einem Prinzip, das in der britischen Sportwagentradition tief verwurzelt ist: Form follows function. Die Karosserie wurde erst nach Abschluss der Ingenieurskonstruktion entworfen – nicht umgekehrt. Das Ergebnis ist ein Auto, das ehrlich ist bis auf die Knochen.
Die unterschiedlichen Farben der Karosseriepanels sind kein Designfehler, sondern ein bewusstes Statement: Sie zeigen die Trennlinien der 18 austauschbaren Panels und machen deutlich, wo ein beschädigtes Teil endet und das nächste beginnt. Diese Transparenz ist typisch für den Zenos-Ansatz – keine Verkleidung, keine Täuschung.
Das zentrale Aluminium-Backbone ist sichtbar und strukturell dominant. Es gibt dem Auto seine charakteristische Silhouette: niedrig, breit, mit einem langen Überhang am Heck, der den mittig platzierten Motor beherbergt. Die Fahrgastzelle aus Carbon sitzt wie ein Cockpit auf diesem Rückgrat – funktional, aber auch ästhetisch eigenständig.
Die Gründer Ansar Ali und Mark Edwards hatten bei Lotus und Caterham gelernt, dass das beste Sportwagen-Design das ist, das nichts Überflüssiges enthält. Der Zenos hat keine Türen (weil Türen teuer und schwer sind), keinen Kofferraum (weil Kofferräume Gewicht bedeuten) und keine Verkleidungen, die nur der Optik dienen. Was bleibt, ist ein Auto in seiner reinsten Form.
Die Zielgruppe war klar definiert: Trackday-Enthusiasten und Sportwagen-Puristen, die das Fahrerlebnis über Komfort stellen. Für diese Käufer war der Zenos eine Offenbarung – ein Auto, das die Essenz des Fahrens destilliert und in eine erschwingliche, handgefertigte Form bringt.
Motorsport & Kulturelle Bedeutung
Zenos Cars hatte keine Zeit, eine eigene Motorsportgeschichte zu schreiben – dafür war die Unternehmensgeschichte zu kurz. Aber die DNA des E10 ist durch und durch motorsportlich: Die Gründer kamen aus Unternehmen, die den Motorsport geprägt haben, und das Auto selbst wurde von Anfang an als Rennstreckengerät konzipiert.
Auf britischen Trackdays war der E10 R ein gefürchteter Gegner. Mit seinem Leistungsgewicht von unter 2,1 kg/PS konnte er deutlich teurere Fahrzeuge auf der Rennstrecke demütigen – ein Umstand, der in der britischen Motorsport-Community für Aufsehen sorgte. Mehrere Eigentümer berichten von Rundenzeiten, die mit Porsche GT3 und Lotus Exige mithalten konnten.
Die Verbindung zu AC Cars gibt der Marke eine interessante historische Dimension: AC ist einer der ältesten britischen Automobilhersteller, bekannt für die Cobra und die Ace. Die Übernahme von Zenos durch AC verbindet zwei Kapitel britischer Sportwagen-Geschichte.
Der geplante E10 Rz mit Volvo-Motor und 380 PS zu £ 140.000 zeigt, dass die Marke in eine neue Richtung geht – weg vom erschwinglichen Trackday-Auto, hin zu einem exklusiven Sammlerfahrzeug. Die Originalautos von 2015–2016 werden dadurch noch wertvoller: Sie sind die authentischen, erschwinglichen Vertreter einer Philosophie, die in der neuen Version nur noch für wenige erschwinglich ist.
Fazit
Der Zenos E10 ist ein Auto für Puristen. Rund 100 Exemplare, gebaut in Norfolk zwischen 2015 und 2016, von zwei Männern mit einer klaren Vision: das reinste Fahrerlebnis zu einem fairen Preis. Das Ergebnis war ein Sportwagen, der Caterham, Ariel und Lotus auf der Rennstrecke herausforderte – und in vielen Fällen schlug.
Wer heute einen Zenos kauft, erwirbt ein seltenes Stück britischer Automobilgeschichte. Die Preise sind mit £ 15.000–24.000 (ca. € 18.000–29.000) für das, was geboten wird, außergewöhnlich fair. Aber: Die Seltenheit der Fahrzeuge, die begrenzte Ersatzteilversorgung und die bekannten Schwachstellen (Elektronik, Bremsen) erfordern sorgfältige Prüfung und idealerweise Kontakt zur Eigentümer-Community.
Für den richtigen Käufer – jemanden, der Trackdays liebt, Kompromisse scheut und ein Auto will, das wirklich kommuniziert – ist der Zenos E10 eine der aufregendsten Möglichkeiten auf dem Markt. Finden Sie Ihr Exemplar auf Classic Trader und entdecken Sie, was britischer Leichtbau-Purismus bedeutet.