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Moskwitsch 412 Oldtimer kaufen

Der Moskwitsch 412 steht für klassische sowjetische Ingenieurskunst der späten 1960er- und 1970er-Jahre. Mit seinem robusten Vierzylindermotor, markantem Design und hoher Alltagstauglichkeit ist er ein seltener Anblick auf deutschen Straßen und bietet Technik-Liebhabern und Osteuropa-Fahrzeugfans eine authentische Oldtimer-Erfahrung.

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Bild 1/5 von Moskwitsch 412 (1974)
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1974 | Moskwitsch 412

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Moskwitsch 412 Oldtimer: Preise & Marktwerte

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Geschichte des Moskwitsch 412

Der Moskwitsch 412 wurde ab 1967 im Moskauer Automobilwerk produziert und war eine Weiterentwicklung des Vorgängermodells 408. Ziel war es, ein Fahrzeug anzubieten, das technisch auf die steigenden Anforderungen des Marktes reagieren konnte. Auffallend war der neu entwickelte Reihenvierzylinder mit obenliegender Nockenwelle – ein Novum in der sowjetischen Autoindustrie. Während seiner Bauzeit genoss der 412 besonders im Ostblock hohe Popularität und wurde in zahlreiche Länder exportiert, darunter auch nach Westeuropa. Sein Ruf als zuverlässiges und robustes Alltagsfahrzeug war im sozialistischen Lager legendär, in der DDR firmierte er auch unter dem Namen IZH 412. Das Modell hat die schwierigen sowjetischen Straßenverhältnisse geprägt und gilt heute als Zeitzeuge automobilhistorischer Entwicklung im Osten Europas.

Modellgeschichte des Moskwitsch 412

Vorgänger des Moskwitsch 412 war der 408, den er technikseitig deutlich übertraf. Die Produktionszeit des 412 erstreckte sich von 1967 bis 1976, wobei der 412 der zentralen Modernisierung der Moskwitsch-Palette diente. Nachfolger wurde der Moskwitsch 2140, welcher einige Detailverbesserungen übernahm, im Kern jedoch die robuste Basis des 412 weiterführte. Besondere Varianten gab es je nach Exportland und Werk (AZLK/Moskau und IZH/Ischewsk), wobei die Modelle im Detail abwichen.

Besonderheiten des Moskwitsch 412

Technisch setzte der 412 mit seinem 1,5-Liter-Reihenvierzylinder und obenliegender Nockenwelle neue Maßstäbe im sowjetischen Automobilbau. Die Karosserieform wirkte sachlich und bot ein großzügiges Platzangebot. Der Moskwitsch 412 war robust genug, um auf den Straßen der sowjetischen Union und deren Klimazonen problemlos zu bestehen. Ein weiteres Highlight ist die einfache, aber effektive Technik, die Wartungen auch heute noch erleichtert.

Technische Daten des Moskwitsch 412

Sondermodelle und Sammlervarianten

Von der IZH-Werksproduktion aus Ischewsk gab es abweichende Ausstattungen, teilweise mit anderen Kühlergrills, Stoßfängern und stärkeren Federpaketen, angepasst für den härteren Einsatz in ländlichen Regionen der UdSSR. Für bestimmte Exportmärkte gab es Ausstattungsvarianten mit besserer Innenausstattung, Zwei-Kreis-Bremssystem oder Additionen wie Rückfahrscheinwerfer und Heißluftheizung.

Schwachstellen und typische Probleme beim Moskwitsch 412

Besitzer und Käufer sollten auf Rost an den Radläufen, am Schwellerbereich und an den Wagenheberaufnahmen achten. Die Elektrik ist robust, aber Kontakte können korrodieren. Die Bremsen benötigen wegen der Trommeltechnik regelmäßige Wartung. Motor und Getriebe gelten als standfest, bei starker Beanspruchung leidet die Kupplung. Die Ersatzteillage ist außerhalb der GUS-Länder erschwert, daher empfiehlt sich Teilesuche vor dem Kauf.

Motor, Getriebe, Fahrverhalten und Technik im Alltag

Mit seinem 1,5-Liter-Motor und überschaubarer Leistung ist der Moskwitsch 412 kein Sportler, punktet aber mit robustem Fahrverhalten, vor allem auf schlechten Straßen. Die Federung ist auf Komfort ausgelegt, das Fahrwerk wirkt weich, wodurch Bodenunebenheiten souverän ausgebügelt werden. Das Getriebe verlangt Nachdruck beim Schalten, ist jedoch solide konstruiert. Die Lenkung ist ungemein direkt, aber ungewohnt schwergängig ohne Servounterstützung. Erwähnenswert sind Modelle aus IZH-Produktion (Ischewsk) mit verstärktem Unterboden, die sich durch höhere Belastbarkeit im Alltag abheben. Exportmodelle mit verbesserter Innenausstattung tauchen gelegentlich auf und gelten wegen seltener Ausstattungsdetails als besonders gesucht.

Interieur, Exterieur, Ausstattungen und Design-Details

Das Interieur des 412 zeigt sowjetische Pragmatik: wenig Chrom, funktionale Instrumente und robuste Sitzmaterialien – häufig Kunstleder. Die Armaturentafel fällt sachlich aus und verzichtet auf Zierrat. Im Exterieur dominieren einfache Linien und klare Proportionen. Zu finden sind häufig Lackierungen in Pastellfarben oder typischem UdSSR-Grün. Sonderausstattungen wie Radio, Dachgepäckträger oder Zusatzheizung waren in Exportmärkten teils serienmäßig, selten jedoch in der Heimatversion. Das markante Moskwitsch-Logo unterstreicht den Modellcharakter auch nach über 40 Jahren.

Weitere Besonderheiten und Hinweise

Moskwitsch 412-Modelle tauchen auf deutschen Oldtimer-Veranstaltungen nur selten auf, ziehen dann aber Aufmerksamkeit auf sich. Interessierte sollten sich auf Teilebeschaffung aus Osteuropa einstellen und Geduld beim Zulassungsprozess aufgrund exotischer Fahrzeugunterlagen mitbringen.

Zusammenfassung zum Moskwitsch 412

Der Moskwitsch 412 überzeugt durch langlebige Technik, authentisches Design und einen Prise automobilhistorische Exotik. Sein Auftritt ist in Deutschland selten, macht ihn aber für echte Fans osteuropäischer Fahrzeuge besonders spannend. Wer einen 412 zum Oldtimer-Projekt machen will, braucht Leidenschaft für Technik und ein Faible für sowjetische Autokultur.