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Eunos Oldtimer kaufen
Eunos war Mazdas exklusiver Ableger für fahrspaßorientierte Fahrzeuge – 1989 in Japan gegründet, 1996 wieder aufgelöst. Wer heute einen Eunos Roadster, Cosmo oder Presso sucht, kauft ein Stück japanischer Automobilgeschichte mit echtem Seltenheitswert.
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1993 | Eunos Cosmo SX 20B
3 Scheiben Wankel; 53500km; RHD
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Ende der 1980er-Jahre befand sich Mazda in einer Phase ambitionierter Expansion. Inspiriert vom Erfolg japanischer Premiummarken wie Lexus (Toyota), Infiniti (Nissan) und Acura (Honda) beschloss Mazda, den heimischen Markt mit einem eigenen Markensystem zu erschließen. 1989 entstanden drei neue Submarken: Autozam für Kleinstwagen, ɛ̃fini für exklusive Luxusfahrzeuge und Eunos – positioniert als die sportlich-gehobene Linie für Fahrer, die Fahrspaß und Stil gleichermaßen schätzten.
Der Name Eunos leitet sich aus dem Altgriechischen ab: „eu" bedeutet „gut", „nos" steht als Abkürzung für das englische „numbers" – zusammen also sinngemäß „eine Vielzahl guter Dinge". Dieser Anspruch spiegelte sich im Modellprogramm wider: Eunos bot vom kompakten Roadster bis zum technologisch aufwendigen Cosmo-Flaggschiff eine Bandbreite, die in der damaligen Automobilwelt ihresgleichen suchte.
Das Händlernetz startete 1989 in Japan, und von 1991 bis 1996 wurden über Eunos-Standorte auch Citroën-Modelle (AX, BX, ZX, Saxo) vertrieben – ein ungewöhnliches Experiment, das die Offenheit der Marke für internationale Kooperationen zeigte. In Australien war Eunos von 1992 bis 1996 als eigenständige Premiummarke aktiv, bevor die Modelle in das reguläre Mazda-Sortiment integriert wurden.
Das Ende kam 1996, als die wirtschaftlichen Folgen des geplatzten japanischen Immobilienbooms Mazda zwangen, das aufwendige Mehrmarkensystem aufzugeben. Die Eunos-Händler wurden in das ɛ̃fini-Netz integriert. Zurück blieben einige der interessantesten japanischen Fahrzeuge der frühen 1990er-Jahre – heute begehrte Sammlerstücke.
Die wichtigsten Modelle der Marke: der Eunos Roadster (1989–1997, bekannt als Mazda MX-5 / Miata), der Eunos Cosmo (1990–1995, Flaggschiff mit Dreirotor-Triebwerk), der Eunos Presso (1991–1998, Kompakt-Coupé, baugleich mit Mazda MX-3), der Eunos 500 (1992–1996, Mittelklasse-Limousine) sowie der Eunos Cargo (leichter Transporter für das Händlernetz).
Highlights & Besonderheiten
Was Eunos von anderen Marken seiner Zeit unterschied, war die konsequente Ausrichtung auf Fahrerlebnis und technische Innovation – kombiniert mit einer Ästhetik, die westliche Designsprachen mit japanischer Präzision verband.
Eunos Roadster (NA): Der Roadster ist das bekannteste Modell der Marke und gilt als Wiedergeburt des britischen Leichtbau-Roadsters. Mit einem Leergewicht von nur rund 940–980 kg, einem ausgewogenen 50:50-Gewichtsverteilung und dem charakteristischen Powerplant Frame (PPF) – einer starren Verbindung zwischen Getriebe und Differenzial – bot er ein direktes, kommunikatives Fahrgefühl, das zeitgenössische Sportwagen mit doppeltem Gewicht nicht erreichten. Die Klappscheinwerfer, das handgesteuerte Softtop und das schnörkellose Cockpit machten ihn zum Inbegriff des puristischen Roadsters.
Eunos Cosmo (JC): Das Flaggschiff der Marke war ein technologisches Meisterwerk. Als einziges Serienfahrzeug der Welt mit einem Dreirotor-Triebwerk (20B-REW, 1.962 ccm, 280 PS, elektronisch begrenzt) setzte der Cosmo Maßstäbe. Dazu kamen das weltweit erste serienmäßige GPS-Navigationssystem (1990!), ein Farbdisplay im Armaturenbrett, sequenzielle Doppelturbolader und eine vollautomatische Klimaanlage. Der Cosmo war Mazdas teuerster Pkw aller Zeiten – der Neupreis 1990 lag umgerechnet bei rund 40.000–44.000 US-Dollar.
Eunos Presso: Das kompakte Coupé mit Wankel-ähnlicher Leichtigkeit – tatsächlich aber mit Vierzylinder- oder V6-Benzinmotoren – war das erschwinglichere Einstiegsmodell der Marke. In anderen Märkten als Mazda MX-3 oder Autozam AZ-3 verkauft, blieb der Presso in Japan ein Eunos-exklusives Modell.
Technische Daten
Marktübersicht und Kauftipps
Preisrahmen und Marktsituation
Der Eunos-Markt in Deutschland und Europa ist überschaubar, aber lebendig. Das mit Abstand häufigste Modell ist der Eunos Roadster (NA), der als JDM-Import (Japan Domestic Market) über Grauimporteure oder direkt aus Japan nach Europa gelangt. Rechtslenker-Fahrzeuge (RHD) sind in Deutschland zulassungsfähig, erfordern aber eine Einzelabnahme beim TÜV sowie ggf. Anpassungen an Beleuchtung und Tacho.
Eunos Roadster NA – Preisrahmen (2024–2026):
- Projektfahrzeuge mit Rost oder hohem Kilometerstand: ab ca. 3.000–5.000 €
- Gepflegte Alltagsfahrzeuge (NA6CE, 1.6L): 8.000–15.000 €
- Saubere NA8C (1.8L) mit Serviceheft: 12.000–20.000 €
- Sondermodelle (V-Special, S-Special, RS Limited) in gutem Zustand: 18.000–30.000 €
- Ausnahmeexemplare mit sehr geringem Kilometerstand (unter 30.000 km): 30.000 € und mehr
Britische Auktionshäuser wie Manor Park Classics und Hampson Auctions versteigerten 2024 Eunos Roadster zwischen £2.500 und £3.910 – das entspricht dem unteren bis mittleren Marktsegment für Alltagsfahrzeuge. Besondere Exemplare erzielen deutlich mehr.
Eunos Cosmo: Aufgrund der extremen Seltenheit in Europa sind Preise schwer zu verallgemeinern. In Japan werden gut erhaltene 20B-Cosmo für umgerechnet 15.000–35.000 € gehandelt; Ausnahmeexemplare mit sehr geringem Kilometerstand können deutlich darüber liegen. Der Cosmo ist ein echter Exot – wer eines findet, sollte die Echtheit des Dreirotor-Triebwerks und den Zustand der Elektronik sorgfältig prüfen lassen.
Kauftipps: Eunos Roadster NA
Rost ist das zentrale Thema. Der NA-Roadster rostet an charakteristischen Stellen, die bei jeder Besichtigung geprüft werden müssen:
- Schweller (Sills/Rocker Panels): Die häufigste und teuerste Roststelle. Oft von außen kaschiert, innen aber bereits durchgerostet. Unbedingt von unten inspizieren.
- Hintere Radläufe: Klassische Korrosionsstelle, besonders an der Naht zwischen Radlauf und Karosserie.
- Bodenbleche (Floor Pans): Verstopfte Ablauflöcher führen zu stehendem Wasser und Rost von innen.
- Vordere Hilfsrahmen-Aufnahmen: Strukturell kritisch – Rost hier kann die Fahrsicherheit gefährden.
- Kofferraumboden und Reserveradmulde: Häufig übersehen, aber oft betroffen.
Mechanische Schwachstellen:
- Kurbelwellenscheibe (1.6L, Baujahre 1989–1991): Der Gummidämpfer der Kurbelwellenscheibe kann versagen und den Zahnriemen zerstören – ein Interferenzmotor, d.h. Motorschaden droht. Unbedingt Zustand und Austauschhistorie prüfen.
- Zahnriemen: Wechselintervall 100.000 km, aber bei älteren Fahrzeugen zeitbasiert alle 5–6 Jahre empfohlen. Nachweis verlangen.
- Hydraulikleitungen: Gummileitungen für Kupplung und Bremse verhärten mit dem Alter – schwammiges Pedalgefühl ist ein Warnsignal.
- Softtop: Auf Risse, Undichtigkeiten und Delaminierung des Heckfensters achten. Ersatz kostet 300–800 €.
- Klimaanlage (falls vorhanden): Oft nicht mehr funktionsfähig; Instandsetzung kann teuer werden.
Dokumentation: Japanische Fahrzeuge kommen oft mit lückenlosem Serviceheft aus Japan. Das ist ein erheblicher Wertvorteil. Achten Sie auf den Shakken (japanische Hauptuntersuchung) und den Importnachweis. Für die deutsche Zulassung wird ein Einzelgutachten (§21 StVZO) benötigt, sofern kein EU-Typgenehmigung vorliegt.
Sondermodelle: Der japanische Markt kannte zahlreiche limitierte Editionen – V-Special (Lederausstattung, Nardi-Lenkrad), S-Special (Sportpaket), RS Limited (Bilstein-Fahrwerk, Torsen-Sperrdifferenzial), J-Limited (Sunburst Yellow). Diese Modelle sind schwerer zu finden und erzielen Aufpreise von 20–50 % gegenüber Standardfahrzeugen.
Fahrerlebnis
Wer zum ersten Mal in einen Eunos Roadster steigt, versteht sofort, warum dieses Auto eine weltweite Fangemeinde hat. Das Cockpit umschließt den Fahrer wie ein Handschuh – die Sitze sind tief, das Lenkrad liegt nah, der Schalthebel fällt fast von selbst in die Hand. Alles ist auf den Fahrer ausgerichtet, nichts ist überflüssig.
Beim Anfahren fällt zunächst die Leichtigkeit auf. Knapp unter einer Tonne Leergewicht bedeutet, dass selbst die 120 PS des 1.6-Liters ausreichen, um das Auto lebendig wirken zu lassen. Der B6ZE-Motor dreht willig bis 7.000 U/min, begleitet von einem charakteristischen, hellen Vierzylinder-Klang, der durch das offene Verdeck noch intensiver wirkt. Der Powerplant Frame – die starre Verbindung zwischen Getriebe und Hinterachsdifferenzial – sorgt dafür, dass jede Lastwechselreaktion direkt und vorhersehbar ist. Kein Spiel, kein Rauschen, nur Kommunikation.
In Kurven zeigt der Roadster sein wahres Talent. Die Doppelquerlenker-Aufhängung an allen vier Rädern, die präzise Zahnstangenlenkung und die ausgewogene Gewichtsverteilung ergeben ein Fahrzeug, das auf Wunsch übersteuert, aber nie erschreckt. Es ist ein Auto, das Fehler verzeiht und gleichzeitig belohnt, wenn man es richtig macht.
Der Eunos Cosmo ist eine völlig andere Erfahrung. Das 20B-Dreirotor-Triebwerk produziert einen Klang, der sich von keinem Kolbenmotor der Welt imitieren lässt – ein tiefes, seidiges Brummen, das bei höheren Drehzahlen in ein mechanisches Crescendo übergeht. Die sequenziellen Turbolader setzen erst bei mittleren Drehzahlen ein, dann aber mit Nachdruck. In einem Fahrzeug, das 1990 mit GPS und Farbdisplay ausgestattet war, fühlt man sich gleichzeitig in der Vergangenheit und der Zukunft.
Design & Karosserie
Der Eunos Roadster wurde von Tom Matano (Mazda Design America) und Shunji Tanaka entworfen. Das Designkonzept folgte dem japanischen Prinzip „Jinba Ittai" – die Einheit von Reiter und Pferd, übertragen auf Fahrer und Fahrzeug. Jede Linie des Roadsters dient diesem Ziel: Die kurze Motorhaube, die weit hinten platzierten Räder, die fließenden Übergänge zwischen Kotflügeln und Türen. Die Klappscheinwerfer – ein Tribut an die britischen Roadster der 1960er-Jahre – gaben dem Fahrzeug ein charakteristisches Gesicht, das heute sofort erkennbar ist.
Der Eunos Cosmo wurde als Grand Touring Coupé konzipiert – ein 2+2-Sitzer mit fließender Fastback-Silhouette, breiten Schultern und einer Innenraumgestaltung, die Luxus und Technologie verband. Das Armaturenbrett mit seinem Farbdisplay und dem integrierten GPS war für 1990 revolutionär. Die Karosserie maß 4.815 mm in der Länge – deutlich größer als der Roadster – und vermittelte die Würde eines Flaggschiffs.
Der Eunos Presso übernahm die sportliche Ästhetik des Roadsters in ein kompakteres Coupé-Format. Mit dem optionalen 1.8-Liter-V6 (K8-DE, 130–140 PS) bot er eine Leistungsdichte, die für ein Fahrzeug dieser Größe bemerkenswert war. Das dreitürige Fließheck und die breiten Radhäuser gaben ihm einen eigenständigen Charakter.
Motorsport & Kulturelles Erbe
Der Eunos Roadster hat eine bemerkenswerte Motorsportgeschichte, auch wenn er nie als Werkswagen eingesetzt wurde. In Japan etablierte sich die Roadster Party Race-Serie als populäre Einmarkenserie, die bis heute aktiv ist. In Europa und den USA wurde der NA-Roadster zur Basis für Clubrennen, Autocross und Trackdays – seine Zuverlässigkeit, Ersatzteilversorgung und das faire Handling machten ihn zur idealen Plattform für Einsteiger im Motorsport.
Der Cosmo hingegen blieb ein Exot. Jay Leno besitzt eines der wenigen in den USA befindlichen Exemplare – ein Zeugnis für den Kultstatus, den das Fahrzeug unter Kennern genießt. Mazda selbst bewahrt einen Cosmo in seiner Fahrzeugsammlung in Hiroshima.
2020 brachte Mazda in Frankreich die MX-5 Eunos Edition heraus – eine Sonderserie, die explizit an die japanische Roadster-Tradition erinnerte. Die Namensgebung zeigt, dass Eunos auch 25 Jahre nach dem Ende der Marke noch als Qualitätsmerkmal gilt.
Für Ersatzteile gilt: Der Roadster profitiert von der weltweiten MX-5-Gemeinschaft. Karosserieteile, Motorkomponenten und Fahrwerksteile sind über spezialisierte Händler in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien verfügbar. Für den Cosmo ist die Lage schwieriger – Rotormotor-Spezialisten sind rar, aber vorhanden; Elektronikkomponenten können problematisch sein.
Fazit
Eunos war eine Marke, die ihrer Zeit voraus war – und genau deshalb so kurz lebte. Die Modelle, die sie hinterließ, sind heute Sammlerstücke mit echtem Charakter: Der Roadster als reinster Ausdruck des Fahrspaßgedankens, der Cosmo als technologisches Denkmal einer Ära, in der Mazda alles riskierte, der Presso als erschwinglicher Einstieg in die Eunos-Welt.
Für Käufer gilt: Beim Roadster ist Rost das entscheidende Kriterium – ein sauberes Exemplar mit nachgewiesenem Zahnriemenwechsel und intakten Schwellern ist seinen Preis wert. Beim Cosmo zählt vor allem die Funktionsfähigkeit des Dreirotor-Triebwerks und der Elektronik; hier ist ein Spezialist unerlässlich. Beide Modelle profitieren von einer aktiven Gemeinschaft und einer Ersatzteilversorgung, die für JDM-Fahrzeuge dieser Seltenheit bemerkenswert gut ist.
Wer einen Eunos kauft, erwirbt kein gewöhnliches Fahrzeug – sondern ein Stück japanischer Automobilgeschichte, das in Europa selten und in gutem Zustand noch seltener ist. Finden Sie aktuelle Eunos-Angebote auf Classic Trader – jetzt entdecken!