1975 | Ferrari 365 GT4 2+2
Ein reisefertiger Klassiker in den Farben von Enzo Ferraris Prototyp
Ein reisefertiger Klassiker in den Farben von Enzo Ferraris Prototyp
Ein reisefertiger Klassiker in den Farben von Enzo Ferraris Prototyp
Ein reisefertiger Klassiker in den Farben von Enzo Ferraris Prototyp
Ferrari 365 GT4 2+2 · Azzurro Hyperion
Paris, Salon de l'Automobile, 1972. Ferrari stellt sich einer Aufgabe, die bis dahin als unlösbar galt: einen Zwölfzylinder von kompromissloser Klasse zu erschaffen, der dennoch vier Personen mit Anstand beherbergt. Die Antwort trägt den Namen 365 GT4 2+2. Ihre Linien stammen von Leonardo Fioravanti, dem Gestalter bei Pininfarina, dem wir auch den Daytona und den 365 BB verdanken.
Es entstanden kaum mehr als 521 Exemplare, lediglich 388 davon mit Linkslenkung. Unter der langen Haube ruht ein 4,4-Liter-V12 mit 340 PS, der den Wagen in 6,4 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde trägt. Niki Lauda wählte ihn als seinen persönlichen Wagen.
Eine Leidenschaft, die drei Jahrzehnte überdauerte
Meine Begegnung mit diesem Automobil begann im Alter von sieben Jahren, auf einer Karte meines Autoquartetts. Mehr als dreißig Jahre später fand ich ihn wieder, nicht im Glanz eines Showrooms, sondern in der Stille einer Scheune in Deutschland, verborgen unter 116 anderen, längst vergessenen Fahrzeugen.
Eine Historie, die sich lückenlos erzählen lässt
Die Geschichte dieses Wagens ist von seinen Anfängen bis heute durchgehend dokumentiert und nachvollziehbar. Ein Matching-Numbers-Fahrzeug ist er bewusst nicht, und gerade darin liegt sein besonderer Reiz. Jede Nummer an diesem Automobil erzählt ihr eigenes Kapitel und fügt sich wie ein Mosaikstein in das Gesamtbild seines Lebens. Zusammen ergeben sie keine sterile Reihe übereinstimmender Ziffern, sondern ein lebendiges, belegbares Zeugnis seines Weges durch die Jahrzehnte. So besitzt dieser Wagen eine Provenienz von seltener Tiefe, die man nicht nur nachlesen, sondern gleichsam entdecken kann.
Die Farbe einer besonderen Provenienz
Der Wagen wurde in seinen ursprünglichen Farbton zurückgeführt: Azzurro Hyperion, ein seltenes, von innen heraus leuchtendes Hellblau-Metallic aus der historischen Palette des Hauses. Dazu blaues Leder, gefasst von feinen weißen Kontrastkedern im gesamten Interieur.
Diese Komposition hat eine bemerkenswerte Herkunft. Sie zierte Chassis 16293, einen der nur drei von Hand gefertigten Prototypen des 365 GT4 2+2. Er wurde 1972 auf dem Brüsseler Automobilsalon gezeigt, diente später Enzo Ferrari selbst als Privatwagen und fand schließlich über RM Sotheby's einen neuen Besitzer. Dieser Wagen trägt dieselben Farben.
Die Kunst des Handschliffs
Wie bei nahezu jeder ernsthaften Restaurierung wurde der alte Lack zunächst maschinell bis auf das blanke Metall entfernt. Mit dem Auftrag des mattschwarzen Füllers jedoch begann ein anderes Kapitel. Von diesem Moment an wurde ausschließlich von Hand gearbeitet, mit einem rund 30 Zentimeter langen, vierkantigen Aluminiumprofil von 4 × 4 Zentimetern. Kein Exzenterschleifer, keine Maschine.
Der Grund liegt im Detail. Maschinen hinterlassen eine feine Welligkeit, die das Auge kaum erfasst, die sich aber in dem Augenblick offenbart, in dem Sonnenlicht über den Lack streicht oder eine Spiegelung auf der Fläche verzerrt. Erst der Handschliff mit einem absolut geraden, starren Richtscheit bringt die Spannung und Linienführung der Karosserie so zur Geltung, wie der Karosseriebaumeister sie einst erdacht hat. Darin liegt der Unterschied zwischen einem Wagen, der restauriert wirkt, und einem, der vollkommen stimmig ist.
Vertrauen, das auf Sorgfalt beruht
Bei Hot Engines folgte die eigentliche, stille Arbeit: das gewissenhafte Abarbeiten der gesamten TÜV-Prüfliste. Bremsen, Elektrik, Gummikomponenten, Riemen, Klimaanlage, also alles, was ein Zwölfzylinder-Gran-Turismo benötigt, um nicht nur zu laufen, sondern wieder mit voller Souveränität gefahren zu werden.
Die vorderen Bremsbeläge wurden erneuert und die Bremsanlage in vollen Funktionsumfang versetzt. Die gesamte Elektrik wurde instand gesetzt. Sämtliche Gummidichtungen an Stoßdämpfern und Achsbauteilen wurden ersetzt, ebenso die Gummielemente in Lüftung, Kühl- und Kraftstoffsystem. Alle Riemen und die Gummilager der doppelten Auspuffendrohre wurden erneuert. Auch die Klimaanlage wurde vollständig instand gesetzt, sodass der Wagen selbst an heißen Sommertagen den Komfort bietet, den man von einem großen Gran Turismo erwartet. Das Leder, das sich ohnehin in bemerkenswert jugendlichem Zustand zeigte, erhielt eine tiefgehende Pflege.
Insgesamt flossen rund 130 Stunden in die Feinabstimmung. Ihr Herzstück war die behutsame Abstimmung aller sechs Weber-Doppelvergaser, jener Moment, in dem aus einem laufenden Motor ein Ferrari wird, dem man sich auf jeder Fahrt anvertrauen kann.

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