1976 | Maserati Bora 4900

1976 Maserati Bora 4900. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 90.000 € - 120.000 €.

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Beschreibung

1976 Maserati Bora 4900. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 90.000 € - 120.000 €.


Einer von nur ganz wenigen europäischen Bora 4900Die leistungsstärkste Version mit ungefilterten 330 PSAtemberaubend schöne wie seltene FarbkombinationEiner der raffiniertesten Sportwagen seiner ZeitMatching Numbers


Als Maserati 1971 auf dem Genfer Salon den Bora präsentierte, war der Mittelmotor keine Sensation mehr. Lamborghini hatte mit dem Miura längst gezeigt, wo der Motor in einem wirklich aufregenden Sportwagen zu sitzen hatte. De Tomaso hatte nachgelegt, Ferrari mit dem Dino eine Skulptur von einem Sportwagen geschaffen. Nur Maserati hielt es bislang lieber klassisch: langer Bug, großer Motor vorne, zwei Menschen dahinter. Gran Turismo eben. Eine bewährte Ordnung der Dinge. Mit dem Bora wurde sie gründlich durcheinandergebracht.


Für die Form holte man Giorgetto Giugiaro, der gerade mit Italdesign sein eigenes Studio aus der Taufe hob. Er zeichnete keine Skulptur wie den Miura, sondern einen Keil: flach, klar und erstaunlich schnörkellos. Viel Glas, Klappscheinwerfer und ein Dach aus gebürstetem Edelstahl sorgten für den nötigen Auftritt. Hinten gewährte eine große Scheibe ziemlich unverhohlen Einblick auf das, worum es eigentlich ging. Der Bora war unverkennbar ein Kind der Siebziger. Nur eines im Maßanzug.


Hinter den Sitzen saß schließlich kein kleiner Junge. Maseratis aus dem Rennsport stammender V8 hatte zunächst 4,7 Liter Hubraum und rund 310 PS. Für die Kundschaft in Übersee gab es sogar 4,9 Liter, aber etwas weniger Leistung aufgrund der dort strengeren Abgasnormen. Ab 1976 gab es den Bora 4900 auch in Europa, hier allerdings ohne Leistungsbeschnitt und dafür mit vollen 330 Pferdestärken. Vier Weber-Doppelvergaser kümmerten sich um die Verpflegung, ein ZF-Fünfganggetriebe darum, dass die Kraft an der richtigen Stelle ankam. Wenn alle acht Zylinder zur Arbeit erschienen, waren mehr als 280 km/h möglich. Damit brauchte sich der Bora vor der versammelten Exotik jener Jahre nicht zu verstecken.


Nur wollte Maserati keinen Rennwagen bauen, der Bora blieb ganz Gran Turismo. Es gab bequeme, chaise-longe-artige Sitze, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Gepäckraum und sogar eine brauchbare Geräuschdämmung. Zwischen Motor und Passagieren sorgte eine doppelte Scheibe dafür, dass der V8 akustisch nicht permanent für Ohrensausen sorgte. Das soll nicht heißen, dass die Geräuschkulisse nicht Gänsehaut garantierte. Man konnte mit dem Bora sehr schnell sehr weit fahren, ohne anschließend einen Orthopäden oder Ohrenarzt bemühen zu müssen. Das war damals keineswegs selbstverständlich.


Für die technische Extravaganz sorgte ausgerechnet Citroën. Die Franzosen waren seit 1968 bei Maserati am Ruder und brachten ihre Hochdruckhydraulik mit nach Modena. Sie kümmerte sich unter anderem um die Bremsen und die Verstellung der Pedalerie. Statt den Sitz endlos vor- und zurückzuschieben, ließ sich gleich der Pedalblock passend machen. Andere Supersportwagen verlangten, dass sich der Fahrer nach dem Auto richtete. Beim Bora durfte er sitzen bleiben.


Auch sonst war der erste Mittelmotor-Maserati alles andere als ein hastig zusammengebautes Experiment. Einzelradaufhängung rundum, innenliegende Scheibenbremsen hinten und eine ausgewogene Gewichtsverteilung zeigten, dass man in Modena durchaus wusste, was man tat. Nicht umsonst hatte man jahrzehntelang Rennwagen gebaut. Jetzt trug das Ergebnis eben Teppichboden.


1973 kam die Ölkrise. Für einen durstigen italienischen V8-Mittelmotorwagen ungefähr so willkommen wie Schneefall am ersten Badetag im Mai. Gleichzeitig geriet Citroën selbst in Schwierigkeiten und Maserati 1975 beinahe unter die Räder. Alejandro de Tomaso übernahm gemeinsam mit staatlicher Unterstützung das Ruder. Der Bora durfte noch bis 1978 bleiben, doch seine große Zeit war praktisch schon vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte.


564 Exemplare waren bis dahin entstanden, 275 mit dem großen Motor und ganz wenige davon mit vollen 330 PS. Kein Verkaufsschlager, aber ein Statement. Er war Maseratis erster Mittelmotor-Straßenwagen und einer der letzten Sportwagen mit jenem großen V8, der die klassischen Gran Turismo der Marke geprägt hatte.


Genau darin liegt sein Reiz. Der Bora war kein Supersportwagen, der seine Insassen für Geschwindigkeit bestrafte. Er konnte laut, schnell und ziemlich ernst sein, wenn man ihn darum bat. Musste er aber nicht. Er war Supersportwagen und Reisewagen zugleich. Eigentlich ein Widerspruch, aus dem Maserati mit dem Bora ein Auto machte. Ein verdammt gutaussehendes obendrein.


Selten, seltener, am seltensten. Es ist der Superlativ, der diesen Maserati Bora am besten beschreibt. Zum einen ist es einer der ganz wenigen Europäer unter den ohnehin nur 275-mal gebauten Bora 4900 mit dem großen Motor. Damit schöpft er bei der Leistung mit 330 PS aus dem ganz Vollen. Zum anderen findet sich in seiner ledernen Bordmappe noch sein originales »Certificato di Garanzia«, zu Deutsch sein Serviceheft. Das verrät uns nicht nur den ersten Besitzer, Gianni Giacomini aus Varazze, sondern belegt auch die bis heute erst knapp 63.000 gefahrenen Kilometer. Und als wäre das noch nicht genug, so kommt er in der für Boras seltenen Farbe »bianco polo park« daher, die in Kombination mit dem intensiv roten Interieur ein absoluter Blickfang ist.


1996 holte der frühere österreichische Maserati-Konzessionär Bruno de Cillia den Bora nach Österreich und verkaufte ihn an einen Klagenfurter. Aus dessen Verlassenschaft kam der Maserati zu seinem aktuellen Besitzer, der sich anschickte, den Sportwagen aus Modena technisch wieder ganz auf die Höhe zu bringen. So wurden erst vergangenen Winter das gesamte Hydrauliksystem, die Kupplung, die Wasserpumpe, die Bremsen und nicht zuletzt die Klimaanlage bei einem Markenspezialisten erneuert oder instandgesetzt.


So präsentiert sich heute vor uns ein Kunstwerk von einem italienischen Sportwagen, dessen Qualitäten seinem aufregend schlichten Design um nichts nachstehen. Dieses seltene wie wunderschöne Ausnahmeexemplar ist der beste Beweis dafür!


 


Chassis: AM117/49*884*


Motor / Engine: AM107/16/49*884*


Papiere / Documents: Österreichische Einzelgenehmigung (1996) Orgininales Certificato di Garanzia Originale Betriebsanleitung


Schätzwert / Estimate: EUR 90.000 – 120.000


Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg


Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00


Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026


Auktionsangebot und Mitbieten

Zustand & Zulassung

Zugelassen
Fahrbereit
Nicht angegeben

Fahrzeuggutachten

Nicht vorhanden
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Technische Details

Fahrzeugdaten

Marke
Maserati
Modellreihe
Bora
Modell
Bora 4900
Erstzulassung
Nicht angegeben
Baujahr
1976
Tachostand (abgelesen)
Fahrgestellnummer
AM117/49*884*
Motornummer
AM107/16/49*884*
Getriebenummer
Nicht angegeben
Anzahl Besitzer
Nicht angegeben

Technische Details

Karosserieform
Coupé
Leistung (kW/PS)
246/335
Hubraum (cm³)
4930
Zylinder
8
Anzahl Türen
2
Lenkung
Links
Getriebe
Manuell
Gänge
5
Antrieb
Heck
Bremse Front
Scheibe
Bremse Heck
Scheibe
Kraftstoff
Benzin

Fahrzeugkonfiguration

Außenfarbe
Andere
Herstellerfarbe
-
Innenfarbe
Andere
Innenmaterial
Andere

Sonderausstattung

AM117/49*884*
AM107/16/49*884*
Österreichische Einzelgenehmigung (1996) Orgininales Certificato di Garanzia Originale Betriebsanleitung
CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
16. und 17. Oktober 2026
EUR 90.000 – 120.000

Anfahrt

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