1959 | Mercedes-Benz 300 SL Roadster
1959 Mercedes-Benz 300 SL Roadster · weißgrau · 87.000 km · Manual · No reserve
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## Verkauf per Auktion Dieses Fahrzeug wird als Lot 081 bei der Auktion Sammlung Sonderklasse von Humer Granner & Co verkauft. - Rufpreis: 300.000 EUR - Ohne Limit - Auktion: 7-11-2026 14:00 - Besichtigung: 5-11-2026 bis 7-11-2026 - Ort: Gewerbeparkstraße 17, 4101 Feldkirchen an der Donau - Gebotsoptionen: In person | Online live | Telephone | Written bid ## Fahrzeugdaten - Fahrgestellnummer: 198.042-10-002460 - Kraftstoff: Petrol - Farbe: 158 weißgrau - Laufleistung: 87000 km - Getriebe: Manual - Weitere Bilder und Details: https://hg.auction/lots/1960-mercedes-benz-300-sl-roadster/ ## Zur Baureihe W 198 II Die Lorbeeren vom Doppelsieg beim Rennen aller Rennen, den 24 Stunden von Le Mans, waren noch frisch, da reiste die Mercedes- Werksmannschaft im August 1952 an den Nürburgring. Rechtzeitig zum Heimrennen war auch der letzte der zehn 300-SL-Rennwagen fertig geworden. Der hatte nicht nur einen kürzeren Radstand als die neun davor gebauten, vor allem fehlte ihm das Dach. Auch drei der bislang erfolgreichen Renner waren für das Heimrennen zu offenen Roadstern umgebaut worden. An der Dominanz änderte das wenig, die 300 SL siegten weiter, nach dem Nürburgring auch bei Carrera Panamericana. Mit Ende 1952 schien das Schicksal der 300 SL besiegelt und ihre Geschichte beendet, noch bevor sie so richtig begonnen hatte. Die überlebenden Renner dienten der Entwicklungsabteilung als Versuchskaninchen. Der Roadster mit dem kurzen Radstand musste dran glauben, wurde verschrottet, zwei bekamen ihr Dach mitsamt Flügeltüren zurück, tourten zur Promotion um die Welt. Blieb nur noch ein offener 300 SL. Der bekam 1953 den neuen Einspritzmotor. Die Entscheidung für die Serienproduktion des Coupés war da praktisch schon gefallen, unterzog man diesen Roadster am Großglockner einem Höhen- und Härtetest. Mit Beginn der Serienproduktion des 300 SL schien er schließlich ausgedient zu haben. Als das Coupé zum Erfolg avancierte, wurden schnell Stimmen laut, die eine offene Version begehrten. Einer der*and lautesten war schon das Coupé zu verdanken und wieder klopfte Max Hoffman, der geschäftstriebige, österreichische New Yorker, in Untertürkheim an die Tür. Der Serien-300 SL war noch kein Jahr alt, da wurde die Rennabteilung um Rudolf Uhlenhaut gemeinsam mit Versuchsvorstand Fritz Nallinger mit der Entwicklung einer offenen Version beauftragt. Man besann sich des eingemotteten, letzten verbliebenen offenen Rennwagens, dessen zweites Leben als Prototyp an dieser Stelle begann. Vom Rennwagen blieb freilich nicht viel mehr übrig als das Fahrgestell. Und selbst das wurde ordentlich verstümmelt. Schließlich sollte der Roadster richtige Türen haben, dementsprechend musste der Gitterrohrrahmen angepasst und verstärkt werden. Bis zum Sommer 1955 war auch das Äußere gezeichnet und Anfang November stand der fertige Prototyp vor dem Vorstand. Ganz oben im Lastenheft fand sich eine neue Hinterachse. Die Zweigelenkpendelachse der 300 SL Coupés galt als berüchtigt, ja gefürchtet im Grenzbereich. Der war schmal, und brachen die Wagen aus, waren sie kaum noch einzufangen. Abhilfe schaffte eine neue Eingelenkshinterachse mit tieferem Drehpunkt und horizontaler Ausgleichsfeder über dem Differenzial. Die sorgte für mehr Komfort und einen Straffung des Fahrwerks beim Einfedern. 1956 durfte sich der Prototyp bei ausgiebigen Tests beweisen, meist auf den Pässen der Alpen, fernab der Öffentlichkeit. Trotz höheren Gewichts wusste er mit seinen Fahrleistungen zu überzeugen. Doch war aus dem Sportwagen 300 SL ein offener Tourensportwagen geworden. Für den Zielmarkt USA kam dies gar nicht ungelegen. Dort war es auch, wo ein erstes Foto von ihm erschien, „The Secret SLS“ am Stilfser Joch. Damit war die Entscheidung für die Serienproduktion gefallen und der Prototyp wurde Ende Oktober der Öffentlichkeit gezeigt. Die Serienwagen sollten jedoch wieder 300 SL heißen, SLS blieb zwei offenen Leichtgewichten vorbehalten, quasi als Versuchsballon für die Renntauglichkeit. Der Versuch sollte gelingen, doch blieb es dabei auch. Auf dem Genfer Automobilsalon im März 1957 feierte der neue 300 SL Roadster seine glanzvolle Premiere. Noch im selben Frühjahr löste er das Coupé ab, dessen Produktion auslief. Die Fußstapfen, die es zu füllen galt, waren groß, waren es doch jene einer Legende. Der 300 SL Roadster schrieb die Geschichte des Flügeltürers erfolgreich weiter. Bis Anfang 1963 entstanden 1.858 Roadster, die meisten davon wurden wieder über den großen Teich geschickt. In den sechs Jahren wurde der 300 SL konsequent weitergedacht. Ab 1958 sollte ein Hardtop den Roadster auf Wunsch winterfest machen, 1961 bekam er rundum Scheiben- anstelle von Trommelbremsen, 1962 dann einen Motorblock aus Aluminium. Im März 1963 war dann Schluss mit der Herrlichkeit. Nachfolger gab es keinen, denn der 230 SL vermochte die Lücke nicht zu schließen. Selbst Designchef Bruno Sacco gestand zurückblickend ein, dass der W113 ein Schritt in die falsche, wenn auch erfolgreiche Richtung war. Einen Wagen wie den 300 SL sollte es nie mehr geben.

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