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Fendt Oldtimer-Traktor kaufen
Vom Allgäuer Kleinschlepper zum deutschen Marktführer: Fendt steht für robuste Technik, das kultige Dieselross und den einzigartigen Geräteträger – Fahrzeuge, die Generationen von Landwirten geprägt haben und heute begehrte Sammlerstücke sind.
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1957 | Fendt Dieselross F 17 L
1957 | Fendt Dieselross F 17 L

1957 | Fendt Farmer 2
Trattore Fendt - Dieselross Farmer 2 - NO RESERVE - 1957

1965 | Fendt Favorit 4
Fendt - Favorit 4 Allrad Rundhauber 1/1 - 1965

1962 | Fendt Fix 2 L
Fendt - Fix 2 FL120 - 1962

1965 | Fendt Favorit 2

1955 | Fendt Dieselross F 12 GH
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Geschichte von Fendt beginnt 1928 in Marktoberdorf im Allgäu, als der 17-jährige Hermann Fendt in der elterlichen Werkstatt einen motorisierten Grasmäher konstruierte. Sein Vater Johann Georg Fendt erkannte das Potenzial und gemeinsam entwickelten sie aus dem Benzinmäher einen Kleinschlepper mit Dieselmotor. 1930 wurde der erste Fendt-Dieselkleinschlepper mit 6 PS an den Landwirt Peter Guggemoos aus Burk bei Seeg ausgeliefert – ein Kunde nannte sein Fahrzeug schlicht „Dieselross", und damit war eine Marke geboren.
Das Fendt Dieselross wurde zur Grundlage eines bemerkenswerten Aufstiegs. In den 1930er-Jahren entstanden in Handarbeit die ersten Serien, darunter der F 18 (16 PS, ab 1937) und der F 22 (22 PS, ab 1938). Der F 22 war mit seiner rahmenlosen Bauweise und wassergekühltem Zweizylinder-Motor technisch fortschrittlich für seine Zeit. 1937 wurde die Firma Xaver Fendt & Co. ins Handelsregister eingetragen, und 1938 verließ der 1.000ste Dieselross die Werkshallen. Bis Ende der 1930er-Jahre produzierte Fendt rund 1.000 Schlepper pro Jahr.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Produktion: Dieselöl war rationiert, und Fendt musste auf den Generatorschlepper G 25 mit Holzgasantrieb umstellen. Nach Kriegsende nahm das Unternehmen unter Xaver Fendt und seinen Brüdern Hermann und Paul rasch wieder Fahrt auf. 1950 wurde der 10.000ste Fendt Dieselross fertiggestellt, und das Unternehmen belegte Platz vier in der deutschen Zulassungsstatistik. Die Nachkriegsmodelle – F 15 mit MWM-Motor, F 12 HL mit Luftkühlung (ab 1953) – bedienten den wachsenden Bedarf der deutschen Landwirtschaft.
1953 stellte Fendt seinen ersten Geräteträger vor, den F 12 GT – ein Konzept, das Fendt über Jahrzehnte prägen sollte. Der Geräteträger konnte Anbaugeräte vorne, hinten und im Zwischenachsraum aufnehmen und war damit universeller als jeder herkömmliche Schlepper. 1959 erhielt der Fendt-Geräteträger von der DLG die höchste Auszeichnung.
Das Jahr 1958 markierte eine Zäsur: Mit der neuen „ff-Reihe" – Fix, Farmer und Favorit – verabschiedete sich Fendt vom Dieselross-Namen. Der Favorit 1 (40 PS) war richtungsweisend mit seinem Vielgang-Feinstufengetriebe, der Farmer bediente die mittlere Leistungsklasse ab 25 PS, und der Fix war der kompakte Kleinschlepper. 1961 verließ der 100.000ste Fendt – ein Farmer 2 – die Werkshallen.
In den 1960er- und 1970er-Jahren folgte eine kontinuierliche Modellpflege: Die Farmer 100-Serie (ab 1972) mit Leistungen von 40 bis 86 PS wurde ein großer Erfolg und war teilweise bis 1987 im Programm. Die Farmer 200-Serie mit luftgekühlten Deutz-Motoren und die Farmer 300-Serie mit 52 bis 115 PS ergänzten das Angebot. Technische Meilensteine waren die Turbomatik (ölhydraulische Kupplung, erstmals im Farmer 3S 1966) und die 40-km/h-Zulassung der 300er-Farmer.
1985 erreichte Fendt Platz eins in der deutschen Zulassungsstatistik – eine Position, die das Unternehmen bis 1999 hielt. 1995 präsentierte Fendt auf der Agritechnica den Favorit 926 Vario mit stufenlosem Getriebe – eine Revolution, die die gesamte Branche veränderte. 1997 übernahm der US-Konzern AGCO das Familienunternehmen als High-Tech-Qualitätsmarke. Die Geräteträger-Produktion endete 2004 mit dem F 395 GT – ein Ende einer einzigartigen Ära.
Highlights & Besonderheiten
Was Fendt-Oldtimer von anderen Sammlertraktoren unterscheidet, ist die Kombination aus technischer Innovation, Allgäuer Handwerksqualität und einer treuen Fangemeinde. Vier Baureihen stehen im Mittelpunkt des Sammlermarkts:
Das Dieselross (1930–1958) ist die Urform der Marke. Die frühen Modelle F 9, F 12, F 15, F 18 und F 22 sind echte Raritäten – von manchen Modellen wurden nur wenige Hundert Exemplare gebaut. Besonders begehrt sind vollständig restaurierte Exemplare mit originalen MWM-Motoren. Das Dieselross steht für die Motorisierung der deutschen Nachkriegslandwirtschaft und hat einen hohen emotionalen Wert.
Der Fendt Geräteträger (GT) ist das kultigste Sammlerstück der Marke. Das Konzept – Anbaugeräte an drei Positionen, Mittelmotor, Allradlenkung bei manchen Modellen – war seiner Zeit weit voraus. Modelle wie der GT 220, GT 231, GT 275 und GT 380 sind heute gesuchte Raritäten. Da die Produktion 2004 endete und nie in großen Stückzahlen lief, sind gut erhaltene GTs entsprechend selten und teuer.
Die Farmer-Reihe (1958–2002) ist die Volksseele unter den Fendt-Oldtimern. Vom frühen Farmer 2 mit runder Motorhaube bis zum Farmer 309 der 300er-Serie – diese Schlepper wurden in großen Stückzahlen gebaut und sind heute noch vielfach im Einsatz. Die Turbomatik machte den Farmer zum Komfortschlepper seiner Klasse.
Der Favorit war stets die Spitze des Programms. Der Favorit 1 (1958) mit 40 PS und Feinstufengetriebe, die Favorit 600-Serie der 1970er-Jahre und die Favorit 500C-Serie der 1990er-Jahre mit bis zu 150 PS sind begehrte Sammlerstücke. Der Favorit 824 Turboshift (1997) erzielte 2025 bei einer Cheffins-Auktion in England rund 64.700 € – ein Beleg für die internationale Wertschätzung.
Technische Daten
Marktübersicht und Kauftipps
Der Fendt-Oldtimermarkt ist zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen die frühen Dieselross-Modelle als echte Museumsraritäten, auf der anderen die Geräteträger und Farmer-Modelle als aktive Sammlerstücke, die oft noch genutzt werden.
Preisrahmen nach Modell und Zustand (2024–2026)
Dieselross (F 9 bis F 40, 1930–1958):
- Restaurierungsprojekt: 1.500–4.000 €
- Fahrbereit, unrestauriert: 4.000–10.000 €
- Vollrestauriert, Ausstellungsqualität: 15.000–25.000 € (Raritäten wie F 9 oder F 12 auch darüber)
- Auf Classic Trader wurden zuletzt ein Dieselross F 17 L (Bj. 1957) für 3.900 € und ein Dieselross F 12 GH (Bj. 1955) für 21.850 € gehandelt.
Fendt Geräteträger (GT 220 bis GT 395, 1953–2004):
- Einfacher Zustand, reparaturbedürftig: 5.000–10.000 €
- Guter Betriebszustand: 12.000–25.000 €
- Seltene Modelle (GT 380, GT 395) oder Allrad-Kommunalversionen: 25.000–45.000 €
- Ein GT 275 GTS (Bj. 1977, 8.518 Betriebsstunden) erzielte 2026 bei einer Zoll-Auktion 17.250 €.
- Gut erhaltene GT 380 werden im Forum für 40.000–45.000 € aufgerufen.
Farmer-Reihe (1958–2002):
- Frühe Farmer 2/3S (1960er–1970er): 5.000–12.000 €
- Farmer 100-Serie (1972–1987): 7.000–18.000 €
- Farmer 200/300-Serie (1974–2002): 15.000–50.000 € je nach Modell und Zustand
- Ein Farmer 307 (Bj. 1998, 9.500 Std.) wird aktuell für 42.000–47.000 € gehandelt.
Favorit-Reihe (1958–1999):
- Frühe Favorit 1/2 (1958–1963): 8.000–20.000 €
- Favorit 600-Serie (1970er–1980er): 10.000–25.000 €
- Favorit 500C-Serie (1993–1999): 45.000–65.000 €
- Favorit 800-Serie (1994–1999): 48.000–70.000 €
- Ein Favorit 824 Turboshift (Bj. 1997, 15.835 Std.) erzielte 2025 bei Cheffins in England 64.705 €.
Kauftipps und Schwachstellen
Dieselross: Prüfen Sie den Zustand der MWM-Motoren – Ersatzteile sind noch verfügbar, aber teuer. Rost an Kotflügeln, Rahmen und Achsaufnahmen ist typisch. Originale Motorhauben und Scheinwerfer sind schwer zu beschaffen.
Geräteträger: Die bekannte Schwachstelle ist das Getriebe – ältere Modelle (vor Bj. 1981) hatten Synchronisierungsprobleme, für die es Umbausätze gibt. Die Vorderachse neigt zum Ausschlagen. Türrahmen reißen gerne. Der Mittelholm zur Vorderachse sollte auf Risse geprüft werden. Kühlrippen der luftgekühlten Motoren auf Beschädigungen kontrollieren. Heckscheibe fehlt oft. Kommunale GTs in Orange sind seltener und wertvoller als landwirtschaftliche Versionen.
Farmer: Auf Ölverluste am Motor und Hydraulikleckagen achten. Die Turbomatik ist robust, aber bei hohem Verschleiß teuer in der Instandsetzung. Rahmen und Kotflügel rosten typisch. Originalität (Motorhaube, Sitz, Lenkrad) beeinflusst den Wert erheblich.
Favorit 500C/800: Elektronik und Hydraulik der 1990er-Jahre können Probleme bereiten. Auf Kabelbaumzustand und Steuergeräte achten. Betriebsstunden über 15.000 sind bei diesen Modellen normal, aber Getriebe und Achsen sollten auf Spiel geprüft werden.
Dokumentation: Originale Betriebsanleitungen, Wartungsnachweise und – bei älteren Modellen – der Fahrzeugbrief erhöhen den Wert deutlich. Für die TÜV-Abnahme (H-Kennzeichen ab 30 Jahren) ist eine lückenlose Dokumentation hilfreich.
Ersatzteile: Für Farmer und Favorit der 1970er–1990er-Jahre sind viele Teile noch über BayWa, Fendt-Händler und Spezialisten wie firlbeck-online.de erhältlich. Für Dieselross und frühe GTs ist man auf Gebrauchtteile und Gleichteile angewiesen. Der Fendt Classic Club International (gegründet 2021, über 500 Mitglieder aus 17 Ländern) bietet Preisvorteil auf Ersatzteile und ist eine wertvolle Anlaufstelle.
Fahrerlebnis
Wer zum ersten Mal auf einem alten Fendt Farmer sitzt, versteht sofort, warum diese Schlepper eine so treue Fangemeinde haben. Der Dieselmotor erwacht mit einem charakteristischen Nageln zum Leben – kein modernes Summen, sondern ein ehrliches, mechanisches Klopfen, das die Arbeit ankündigt. Die Turbomatik des Farmer 3S oder 105S macht das Anfahren zu einem Erlebnis: sanft, ohne Rucken, mit einer Selbstverständlichkeit, die man von einem Schlepper dieser Ära nicht erwartet.
Der Geräteträger ist ein ganz eigenes Erlebnis. Man sitzt hoch, hat freie Sicht nach vorne und hinten, und das Fahrzeug reagiert auf jeden Lenkimpuls mit einer Direktheit, die moderne Traktoren vermissen lassen. Im Zwischenachsraum hängt das Gerät – ein Mähbalken, eine Spritze, ein Holzhacker – und man spürt, wie das Konzept aufgeht: Mensch, Maschine und Gerät als Einheit.
Das frühe Dieselross ist noch archaischer. Kein Dach, kein Komfort, nur der Wind, der Motorlärm und das Gefühl, auf einem Stück Technikgeschichte zu sitzen. Die Lenkung ist schwer, die Bremsen verlangen Kraft, und die Schaltung erfordert Übung – aber genau das macht den Reiz aus. Wer ein Dieselross auf einem Oldtimertreffen startet, zieht unweigerlich Blicke auf sich.
Der Favorit 612 LS oder 614 LS der 1980er-Jahre bietet dagegen überraschenden Komfort: eine gefederte Kabine, ein Feinstufengetriebe, das stufenloses Fahren simuliert, und eine Hydraulik, die präzise auf Befehle reagiert. Diese Schlepper fühlen sich an wie der Übergang zwischen Oldtimer und moderner Landtechnik – und genau das macht sie für Sammler interessant, die nicht nur ausstellen, sondern auch fahren wollen.
Design & Karosserie
Fendt-Traktoren sind keine Designobjekte im klassischen Sinne – sie wurden für die Arbeit gebaut, nicht für die Schauseite. Und doch haben sie eine unverwechselbare Ästhetik entwickelt, die heute als kultig gilt.
Das Dieselross der 1930er- und 1940er-Jahre ist puristisch: ein langer Motorblock, schmale Kotflügel, ein offener Fahrersitz. Die charakteristische grüne Farbe – das Fendt-Grün – wurde zum Markenzeichen. Die frühen Modelle haben eine handwerkliche Qualität, die man an jedem Niet und jeder Schweißnaht ablesen kann.
Die ff-Reihe von 1958 brachte einen Stilwandel: Die runde Motorhaube mit integrierten Scheinwerfern gab den Schleppern ein freundlicheres, moderneres Gesicht. Farmer und Favorit der frühen 1960er-Jahre haben diese charakteristische Form, die heute als „Rundhauber" bekannt ist und von Sammlern besonders geschätzt wird.
Ab 1968 folgte die eckige Motorhaube – klarer, sachlicher, dem Zeitgeist der späten 1960er-Jahre entsprechend. Die Farmer 100-Serie und die Favorit 600-Serie dieser Ära haben ein robustes, funktionales Design, das bis heute nicht altert.
Der Geräteträger ist designtechnisch ein Sonderfall: Der Mittelmotor, die symmetrische Bauweise und die Möglichkeit, Geräte an drei Positionen anzubauen, ergaben eine Form, die es so nirgendwo sonst gab. Die späten GTs der 1990er-Jahre mit ihrer kantigen Kabine und dem charakteristischen Fendt-Grün sind heute Designklassiker der Landtechnik.
Motorsport & Kultur
Fendt war nie ein Motorsportunternehmen – aber die Marke hat eine kulturelle Bedeutung, die weit über die Landwirtschaft hinausgeht. Der Slogan „Wer Fendt fährt, führt" aus den 1960er-Jahren ist bis heute im kollektiven Gedächtnis verankert und wurde zum geflügelten Wort in der deutschen Landwirtschaft.
Der Fendt Classic Club International, 2021 auf Initiative der AGCO/Fendt-Geschäftsführung gegründet, zählt bereits über 500 Mitglieder aus 17 Ländern – darunter Frankreich, Norwegen, die USA und Kanada. Das zeigt: Fendt-Oldtimer sind kein rein deutsches Phänomen. Im Juli 2023 versammelten sich in Marktoberdorf exakt 100 Dieselrösser aus den 1930er bis 1950er Jahren – über 3.000 Besucher kamen, um das Spektakel zu erleben.
Auf Oldtimertreffen und Schleppertreffen in Bayern und dem gesamten deutschsprachigen Raum sind Fendt-Oldtimer regelmäßig vertreten. Die Agritechnica in Hannover und das Karpfhamer Fest mit Rottalschau sind wichtige Treffpunkte der Szene. Das geplante Fendt Museum in Marktoberdorf wird die Geschichte der Marke dauerhaft erlebbar machen.
Fazit
Fendt-Oldtimer sind keine gewöhnlichen Sammlertraktoren. Sie stehen für eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten der deutschen Industrie – vom Allgäuer Familienbetrieb zum Marktführer, der die Landwirtschaft technisch revolutioniert hat.
Wer ein Dieselross sucht, kauft ein Stück Technikgeschichte aus der Frühzeit der Motorisierung – selten, wertvoll und mit hohem Restaurierungsaufwand. Wer einen Geräteträger möchte, findet ein einzigartiges Konzept, das bis heute keine echte Nachfolge gefunden hat – und entsprechend gefragt ist. Die Farmer-Reihe bietet den besten Einstieg: robuste Technik, gute Ersatzteilverfügbarkeit und ein breites Preisspektrum von 5.000 bis 50.000 €. Der Favorit schließlich steht für die Spitze der deutschen Landtechnik seiner Zeit – mit Preisen, die das widerspiegeln.
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