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Eicher Oldtimer-Traktor kaufen

Von 1936 bis in die 1990er-Jahre baute Eicher in Forstern bei München über 150.000 Traktoren – berühmt für den weltweit ersten luftgekühlten Dieselmotor und die kultige Raubtierserie. Heute sind Leopard, Tiger, Königstiger und Wotan gesuchte Sammlerstücke mit unverwechselbarem Klang.

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Bild 1/27 von Eicher EM 600 "Mammut" II (1962)

1962 | Eicher EM 600 "Mammut" II

1962 Eicher Mammut 2

Preis auf Anfragevor 3 Jahren
GB flag
Händler
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Bild 1/8 von Eicher 3014 Wotan II A (1974)

1974 | Eicher 3014 Wotan II A

Eicher Wotan II

2.100 €vor 3 Jahren
DE flag
Privat
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/6 von Eicher 3014 Wotan II A (1976)

1976 | Eicher 3014 Wotan II A

9.250 €vor 4 Jahren
AT flag
Privat

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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Eicher beginnt nicht in einer Fabrikhalle, sondern in einer kleinen Werkstatt im oberbayerischen Forstern. 1901 gründete Josef Eicher sen. einen Reparaturbetrieb für Landmaschinen, der gleichzeitig als Opel-Automobilvertretung diente. Seine Söhne Josef und Albert Eicher – beide noch keine 30 Jahre alt – erkannten früh, dass die Mechanisierung der Landwirtschaft die Zukunft bestimmen würde. 1935 begannen sie mit dem Bau eines eigenen Traktors, zunächst als Mähauto auf Basis eines umgebauten Opel-Pkw.

1936 entstand der erste Vierradschlepper mit einem 20-PS-Deutz-Dieselmotor in Blockbauweise. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Prometheus-Getriebe und eine Kardanwelle zur Hinterachse. Bereits 1937 stellte Eicher auf der DLG-Ausstellung in München aus und exportierte wenig später erste Traktoren nach Österreich. Bis 1941 fertigten die Brüder rund 1.000 Schlepper, bevor die Kriegswirtschaft die Produktion einschränkte – zeitweise wurden Holzgasschlepper mit dem Deutz GF2M115 gebaut.

Nach dem Kriegsende gelang Eicher der entscheidende Durchbruch: Ein ehemaliger Techniker aus der BMW-Turbinen-Triebwerksabteilung wurde nach Forstern geholt und entwickelte den Motor ED1 – einen luftgekühlten Einzylinder-Diesel mit 1.425 cm³ Hubraum. 1948 kam der Eicher ED 16/I auf den Markt: der weltweit erste Traktor mit luftgekühltem Dieselmotor in Serienfertigung. Was die Branche zunächst als riskant einstufte, wurde zum vollen Erfolg. Die Luftkühlung bot entscheidende Vorteile: kein Einfrieren im Winter, weniger Gewicht, geringerer Wartungsaufwand und eine klare, übersichtliche Motorarchitektur. Wenig später folgten auch Deutz, Porsche-Diesel und andere Hersteller dem Vorbild.

In den 1950er-Jahren expandierte Eicher rasant. 1951 kaufte das Unternehmen die Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH (Famag) in Dingolfing auf, wo fortan Landmaschinen produziert wurden. 1953 verließ der 20.000ste Eicher-Traktor das Werk. Die Modellpalette wuchs beständig: Vom kleinen EKL 15 über den mittleren ED 22 bis zum großen L 60 mit 60 PS deckte Eicher alle Leistungsklassen ab. 1957 konnte Eicher sämtliche Fremdmotoren aus dem Programm nehmen und durch eigene Aggregate ersetzen.

1958 begann die berühmte Raubtierserie, die das Bild der Marke bis heute prägt. Mit Leopard, Panther, Tiger und Königstiger etablierte sich Eicher als einer der Großen der Branche und arbeitete sich auf Platz 5 der deutschen Zulassungsstatistik vor. Die 1960er-Jahre markierten den Höhepunkt: 1965 fertigte Eicher über 9.000 Traktoren in einem einzigen Jahr.

Die Massey-Ferguson-Übernahme 1970 (zunächst 30 %, ab 1973 komplett) veränderte die Produktpolitik grundlegend. Schrittweise wurden Perkins-Motoren und MF-Getriebe integriert, die beloved Tier-Namen wichen vierstelligen Nummern. In den 1980er-Jahren war der 3145 Turbo mit 145 PS aus sechs Zylindern das letzte große Modell – nur 16 Exemplare wurden gebaut. Die europäische Traktorenproduktion endete in den frühen 1990er-Jahren nach über 150.000 gefertigten Einheiten. 2002 schloss das Stammwerk in Forstern endgültig seine Tore.

Der Name Eicher lebt jedoch weiter: Eicher Motors in Indien – heute bekannt als Mutterkonzern von Royal Enfield – ging 1959 aus einer Kooperation der Gebrüder Eicher mit der Goodearth Company hervor und produzierte den ersten indigen in Indien gefertigten Traktor. 2005 verkaufte Eicher Motors das Traktorengeschäft an TAFE, das die Marke Eicher bis heute für Schlepper in Asien und Afrika nutzt.

Highlights

Was Eicher-Traktoren für Sammler so besonders macht, ist eine Kombination aus technischer Eigenständigkeit, charakteristischem Design und einem Klangbild, das kein anderer Hersteller bietet.

Luftgekühlte Dieselmotoren als Markenzeichen: Eicher war der weltweit erste Hersteller, der luftgekühlte Dieselmotoren in Serie baute. Die EDK-Motorenfamilie der Raubtierserie nutzte kürzere Hübe und höhere Drehzahlen als die früheren ED-Typen und holte mehr Leistung aus kompakteren Bauformen. Das Ergebnis: leichtere, wendigere Traktoren mit einem unverwechselbaren, trockenen Klang der luftgekühlten Reihenmotoren, der auf Traktorentreffen sofort erkennbar ist.

Die Raubtierserie: Kein anderer Traktorenhersteller hat seine Modellpalette so konsequent nach Tieren und mythologischen Figuren benannt. Vom Einstiegsmodell Leopard (15 PS, Einzylinder) über Panther (19–22 PS), Tiger (25–35 PS) und Königstiger (35–45 PS) bis zum sechszylindrigen Wotan (80–100 PS) und dem Mammut (55–65 PS) spannte sich eine lückenlose Hierarchie. Die Namen prägten sich ein und schaffen bis heute eine emotionale Bindung, die bei reinen Nummernbezeichnungen nie entstanden wäre.

Farbgebung und Design: Die charakteristische alpenblaue Lackierung mit den feuerroten Felgen ist eines der markantesten Erscheinungsbilder im gesamten Traktorenbau. In Kombination mit der langen Motorhaube und dem schlanken Aufbau der Raubtiermodelle ergibt sich eine Ästhetik, die auf Oldtimer-Treffen sofort ins Auge fällt.

Robustheit und Langlebigkeit: Die Eicher-Motoren gelten als ausgesprochen langlebig. Die Direkteinspritzung ermöglicht Kaltstarts ohne Vorglühen, und die luftgekühlte Bauart eliminiert das Problem eingefrorener Kühlsysteme – ein entscheidender Vorteil im harten landwirtschaftlichen Alltag der Nachkriegszeit. Viele Eicher-Traktoren haben zehntausende Betriebsstunden hinter sich und laufen noch immer.

Tragschlepper-Konzept: Der Panther (EM 295) war der einzige Eicher mit Mittelanbau-Konzept – ein technischer Sonderweg, der ihn für Sammler besonders interessant macht. Das Tragschlepper-Prinzip erlaubte den Anbau von Geräten zwischen den Achsen und war besonders im Gartenbau und Reihenkulturanbau geschätzt.

Technik

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Sammlermodelle der Raubtierserie und der frühen Nachkriegszeit:

Motorenfamilie EDK: Die EDK-Reihe (Eicher Diesel Kurzhuber) bildete das technische Rückgrat der Raubtierserie. Das gemeinsame Konstruktionsprinzip – Bohrung 100 mm, Hub 125 mm – ermöglichte eine konsequente Modularität vom Einzylinder (EDK1, 981 cm³) über Zwei- (EDK2, 1.963 cm³) und Dreizylinder (EDK3, 2.944 cm³) bis zum Sechszylinder (EDK6, 5.890 cm³). Jeder Zylinder verfügte über eigene Kühlrippen und ein Radialgebläse am Schwungrad – eine Bauart, die Eicher über Jahrzehnte beibehielt.

Getriebe: Eicher bezog seine Getriebe überwiegend von ZF (Zahnradfabrik Friedrichshafen) und Hurth. Die ZF-Getriebe der Typen A208 und A210 boten acht Vorwärts- und vier Rückwärtsgänge in drei Gruppen (Acker, Straße, Rückwärts). Ab 1962 war optional ein Schnellläufer-Getriebe erhältlich, das nicht nur einen Schnellgang bot, sondern die Geschwindigkeit in jedem Gang erhöhte – bis zu 28 km/h statt der serienmäßigen 20 km/h.

Allradantrieb: Erste Allradmodelle entstanden bereits 1955 mit dem ED 22 Allrad, der vier gleich große Räder hatte. Das Konzept setzte sich zunächst nicht durch. In der 3000er-Serie (ab 1968) wurden Allradvarianten mit ZF-Portalachsen (Typ 2556) deutlich erfolgreicher, besonders beim Königstiger und Wotan.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Markt für klassische Eicher-Traktoren ist lebendig und wird von einer engagierten Sammlerszene getragen, die sich in Vereinen wie den Eicher-Freunden Schwarzwald, dem Eicher-Museum Forstern und zahlreichen Oldtimer-Traktorvereinen organisiert.

Preisgefüge nach Modell und Zustand:

  • Einstiegsklasse (3.000–6.000 €): Gebrauchte Tiger, Panther und Leopard in fahrbereitem Zustand mit Gebrauchsspuren. Ein Tiger EM 200 aus den 1960ern mit 5.000–8.000 Betriebsstunden liegt typischerweise bei 4.000–5.500 €. Der Panther EM 295 ist ab ca. 5.000 € zu haben.
  • Mittlere Klasse (6.000–15.000 €): Gut erhaltene oder teilrestaurierte Königstiger (EM 300 und 3000er-Serie) bewegen sich zwischen 8.000 und 14.000 €. Ein restaurierter Königstiger EM 300 mit Originalfarbe und Dokumentation kann 13.900 € und mehr erreichen. Auch späte Modelle wie der Tiger 74 (3153) oder Königstiger 74 (3253) liegen in diesem Bereich.
  • Spitzenklasse (15.000–30.000 €+): Vollrestaurierte Wotan-Modelle, seltene Allradvarianten und Vorkriegstraktoren erzielen die höchsten Preise. Ein Wotan II Allrad (3014) in sehr gutem Zustand wird mit 10.000–20.000 € gehandelt, bei Vollrestaurierung auch deutlich darüber. Eicher-Geräteträger wie der Muli oder der G 19 erzielen als seltene Sondermodelle ebenfalls hohe Preise (7.000–20.000 €).
  • ED 16/I und ED 16/II: Als weltweit erster luftgekühlter Dieseltraktor genießt der ED 16 einen besonderen Sammlerstatus. Gut erhaltene Exemplare werden zwischen 9.000 und 11.000 € gehandelt.

Worauf Käufer achten sollten:

  • Originalität: Der Wert eines Eicher-Traktors hängt maßgeblich von der Originalität ab. Originale Lackierung in Alpenblau (RAL-Ton) mit feuerroten Felgen erzielt höhere Preise als umlackierte Exemplare. Das Typenschild mit der technischen Bezeichnung (z. B. EM 200, 3009, 3014) ist entscheidend für die korrekte Identifikation – der Handelsname allein (z. B. „Tiger") reicht nicht aus, da er über mehrere Generationen und Motorgenerationen verwendet wurde.
  • Motorenzustand: Bei den luftgekühlten EDK-Motoren sind die Kühlrippen auf Vollständigkeit und Sauberkeit zu prüfen. Verstopfte oder beschädigte Rippen führen zu Überhitzung. Das Schwungrad-Gebläse muss frei laufen. Ein Kaltstart-Test ist aufschlussreich: Ein gesunder Eicher-Direkteinspritzer startet ohne Vorglühen und ohne Starthilfe. Blauer Rauch deutet auf verschlissene Kolbenringe hin, schwarzer Rauch auf Einspritzprobleme.
  • Getriebe und Kupplung: Die ZF-Getriebe gelten als robust, sollten aber in allen Gängen sauber schalten. Bei den Stiftschaltgetrieben (A208, A210) ist auf Verschleiß der Schaltstifte zu achten. Die Duplokup-Doppelpedal-Kupplung der 3000er-Serie ist ein aufwendiges System – eine Erneuerung kann teuer werden.
  • Trommelbremsen: Alle Raubtiermodelle verwenden hintere Trommelbremsen. Diese sind grundsätzlich langlebig, aber die Bremsbacken und Trommeln sollten auf Riefen und Verschleiß geprüft werden.
  • Rost und Karosserie: Eicher-Traktoren sind überwiegend aus Gusseisen und Stahlblech gefertigt. Kritische Stellen sind die Kotflügel, der Tank (innen auf Rost prüfen – verrosteter Tank führt zu Einspritzpumpen- und Düsenproblemen) sowie die Motorhaube bei den 3000er-Modellen. Bei Allradmodellen die Portalachsen auf Dichtheit prüfen.
  • Dokumentation: Originale Papiere, Wartungshefte und Kaufbelege steigern den Wert erheblich. Das Eicher-Museum in Forstern (geleitet von Egon Eicher, einem Nachfahren der Gründerfamilie) kann bei der Identifikation und Datierung helfen.
  • Reifen: Neue Traktorreifen können den Wert des Schleppers übersteigen. Auf Risse, Trockenfäule und Profiltiefe achten. Felgen auf Rost prüfen, besonders wenn die Reifen mit Calciumchlorid-Füllung betrieben wurden.

Ersatzteilversorgung: Die Versorgung mit Ersatzteilen für Eicher-Traktoren ist in Deutschland und Österreich gut. Spezialisierte Händler wie Gschlecht Landtechnik in Mühldorf, Lars Hentschel Landtechnikhandel und diverse Oldtimer-Traktor-Foren bieten Originalteile und Nachfertigungen an. Für die EDK-Motorenfamilie sind Kolben, Zylinderlaufbuchsen, Einspritzdüsen und Dichtungssätze verfügbar. ZF-Getriebeteile sind ebenfalls gut erhältlich, da diese Getriebe auch in Deutz-, Fendt- und Schlüter-Traktoren verbaut wurden. Schwieriger wird es bei seltenen Sondermodellen und bei den späten Perkins-Motor-Modellen der 74er-Serie.

Fahrerlebnis

Wer sich auf den Sitz eines Eicher-Traktors setzt, erlebt Landwirtschaft, wie sie vor der Ära der elektronischen Steuerungen war. Der Startvorgang ist elementar: Kein Vorglühen, kein elektrischer Anlasserzwang – bei den frühen Modellen wird per Kurbel angeworfen, bei den späteren Raubtieren per Schlüssel. Der luftgekühlte Diesel meldet sich mit einem harten, trockenen Schlag, der sich über den gesamten Rahmen überträgt.

Das Klangbild eines Eicher ist einzigartig. Der Einzylinder des Leopard hämmert in einem gleichmäßigen, fast meditativen Takt. Der Zweizylinder des Tiger entwickelt einen sonoren, pulsierenden Sound, der mit steigender Drehzahl an Charakter gewinnt. Und der Sechszylinder des Wotan füllt die Luft mit einem satten, gleichmäßigen Brummen, das Großtraktoren-Fans sofort begeistert. Die Luftkühlung erzeugt dabei ein Geräusch, das wassergekühlte Motoren nie reproduzieren können – das Zischen und Rauschen des Kühlgebläses mischt sich mit dem Dieselklopfen zu einer unverwechselbaren akustischen Signatur.

Das Fahren erfordert Kraft und Aufmerksamkeit. Die Lenkung ist bei den meisten Modellen mechanisch (nur der Wotan und späte 3000er-Modelle haben eine hydrostatische Servolenkung von Danfoss oder ZF). Das Schalten der ZF-Getriebe verlangt ein Gefühl für die Drehzahl – die Gänge sind nicht synchronisiert und erfordern Zwischengas oder zumindest Geduld. Die Trommelbremsen verzögern ordentlich, aber nicht mit der Präzision moderner Scheibenbremsen.

Auf dem Feld zeigen die Eicher-Traktoren ihre eigentliche Stärke. Das hohe Eigengewicht und die lange Bauform sorgen für gute Traktion, die Differenzialsperre hilft auf rutschigem Untergrund. Die Zapfwelle mit 540 U/min treibt Mähwerke, Ladewagen und Kreiselheuer zuverlässig an. Der Kraftheber (bei den Raubtiermodellen zwischen 560 kg beim Leopard und 3.500 kg beim Wotan II) hebt auch schwere Anbaugeräte souverän.

Im Straßenverkehr sind die 20 km/h der Standardausführung gemächlich. Mit dem optionalen Schnellläufer-Getriebe werden 28 km/h möglich – genug für Überlandfahrten zu Oldtimer-Treffen, wo der Eicher mit seiner alpenblauen Lackierung und den roten Felgen regelmäßig zum Blickfang wird.

Design

Das Design der Eicher-Traktoren spiegelt die gestalterischen Strömungen ihrer jeweiligen Epoche wider und ist gleichzeitig von einer klaren funktionalen Logik geprägt.

Vorkriegs- und Nachkriegsmodelle (1936–1957): Die frühen Eicher folgten dem Prinzip der Blockbauweise – Motor, Getriebe und Achsen bildeten eine kompakte, verschraubte Einheit. Die Formen waren kantig und zweckmäßig, die Motorhauben flach und breit. Die Lackierung variierte, bevor sich das alpenblaue Farbschema durchsetzte.

Raubtierserie erste Generation (1958–1967): Mit der EDK-Motorenfamilie kamen schlankere, elegantere Proportionen. Die Motorhaube war lang und schmal, die Scheinwerfer saßen zunächst auf separaten Halterungen am Vorderachsträger. Ab der Modellpflege 1962 wanderten die Lichter in die Haube – ein einfaches, aber wirkungsvolles Designmerkmal, das frühe und späte Exemplare auf den ersten Blick unterscheidbar macht. Die alpenblaue Farbe mit den feuerroten Felgen wurde in dieser Zeit zum verbindlichen Markenzeichen.

3000er-Serie (1968–1977): Die komplette Neugestaltung folgte dem Zeitgeschmack der späten 1960er: eckig, kantig, funktionalistisch. Die Motorhauben wurden wuchtiger und breiter, die Kotflügel kastenförmiger. Der seitlich verlegte Schalthebel verbesserte den Durchstieg, die Einzelrad-Federung der Vorderachse gab den Traktoren eine modernere Silhouette. Das Edscha-Kabinendach und spätere Vollkabinen veränderten die Proportionen zusätzlich.

74er-Serie und Phase III (1973–1990): Die letzten Eicher-Modelle mit Perkins-Motoren und MF-Getrieben übernahmen zunehmend Massey-Ferguson-Designelemente. Die eigenständige Formensprache der Raubtierära trat in den Hintergrund. Die 4000er-Serie (1978–1982) und die 3000er Phase III folgten dem internationalen Trend zu kantigen, großflächigen Verkleidungen.

Besondere Designelemente: Das Eicher-Emblem auf der Motorhaube – ein stilisiertes „E" im Kreis – ist bei Sammlern begehrt und wird als Reproduktion gehandelt. Der Eicher-Gesundheitssitz war eine ergonomische Besonderheit der 3000er-Serie. Die charakteristischen Rundscheinwerfer und der schmale Kühlergrill der Raubtiermodelle sind die am häufigsten fotografierten Details auf Traktorentreffen.

Eicher in Indien und die Verbindung zu Royal Enfield

Die Geschichte von Eicher in Indien ist eine der faszinierendsten Kapitel der internationalen Traktorenindustrie. 1959 gründeten die Gebrüder Eicher gemeinsam mit der Goodearth Company aus Neu-Delhi die Eicher Tractor Corporation of India und errichteten ein Werk in Faridabad bei Delhi. 1960 rollte der erste in Indien gefertigte Traktor vom Band – ein Meilenstein für die indische Landwirtschaft.

Bis 1965 war das Unternehmen vollständig in indischer Hand. Während die deutsche Muttergesellschaft 1973 von Massey Ferguson übernommen wurde, entwickelte sich Eicher India eigenständig weiter. Unter der Führung von Vikram Lal expandierte das Unternehmen in den 1980er-Jahren in den Nutzfahrzeugbau (Kooperation mit Mitsubishi für den Canter-Leichtlastwagen) und übernahm 1994 Royal Enfield, den britischen Motorradhersteller.

Heute ist Eicher Motors einer der profitabelsten Automobilkonzerne Indiens, und Royal Enfield ist die weltweit größte Motorradmarke im Segment über 250 cm³. Das Traktorengeschäft wurde 2005 an TAFE verkauft, das weiterhin Eicher-Traktoren für den asiatischen und afrikanischen Markt fertigt.

Das Eicher-Museum in Forstern, betrieben von Egon Eicher, bewahrt das Erbe der Gründerfamilie. Es beherbergt eine umfassende Sammlung von Traktoren, Landmaschinen, Prospekten und Dokumenten und ist für Sammler eine unverzichtbare Anlaufstelle.

Fazit

Eicher-Traktoren sind mehr als landwirtschaftliche Arbeitsgeräte – sie sind Zeugnisse bayerischer Ingenieurskunst und einer Markenkultur, die weit über die Landwirtschaft hinausreicht. Der ED 16/I steht als Pionier der Luftkühlungstechnik am Anfang einer Entwicklung, die im sechszylindrigen Wotan II mit 100 PS ihren Höhepunkt fand. Die Raubtierserie – Leopard, Panther, Tiger, Königstiger, Mammut und Wotan – zählt zu den beliebtesten Sammlertraktoren im deutschsprachigen Raum.

Für Einsteiger in die Eicher-Sammlerszene bieten Tiger und Panther der ersten Generation (EM 200, EM 295) den besten Einstieg: Verbreitet, gut dokumentiert und mit überschaubaren Unterhaltskosten. Wer das Besondere sucht, findet im Wotan II Allrad, im seltenen Leopard oder in den Vorkriegsmodellen echte Raritäten. Die alpenblaue Lackierung, die feuerroten Felgen und der unverwechselbare Klang der luftgekühlten Motoren machen jeden Eicher zu einem Charaktertraktor, der auf Treffen und Ausfahrten sofort Sympathien gewinnt.