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MZ Motorrad kaufen

Aus Zschopau in die Welt: MZ-Zweitakter prägten Ostblock-Motorradkultur und eroberten mit der RT 125 globale Lizenzproduktion. Robuste Technik, einfache Wartung, bezahlbare Klassiker mit DDR-Geschichte.

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Search results

Bild 1/11 von MZ ETZ 250 (1985)
1 / 11
Umbau

1985 | MZ ETZ 250

MZ ETZ250 der Volkspolizei der DDR

CHF 5’328
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Bild 1/9 von MZ ETS 150/1 (1971)
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1971 | MZ ETS 150/1

mit neuem TÜV (mangelfrei) – Festpreis

CHF 2’288
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Bild 1/20 von MZ ES 175/1 (1900)
1 / 20
Preis auf Anfrage
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Bild 1/20 von MZ ES 175/1 (1900)
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Bild 1/20 von MZ ETZ 250 (1986)
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1986 | MZ ETZ 250

MZ ETZ 250 VoPo | Volkspolizei - Polizeifahrschule

CHF 6’431
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Bild 1/5 von MZ BK 350 (1959)
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1959 | MZ BK 350

MZ BK 350 NR. 201620

CHF 6’890
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Bild 1/22 von MZ BK 350 (1964)
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1964 | MZ BK 350

MZ BK 350 

CHF 5’972
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Bild 1/23 von MZ Skorpion Sport (1998)
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1998 | MZ Skorpion Sport

MZ Skorpion 660 sport

CHF 5’512
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"MZ" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "MZ" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/20 von MZ ES 150 (1971)

1971 | MZ ES 150

Teil der ostdeutschen Motorradkultur einer ganzen Generation

Auktionvor 4 Monaten
🇦🇹
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Bild 1/11 von MZ ES 250/1-Superelastic (1966)

1966 | MZ ES 250/1-Superelastic

Markanter Zweitaktklassiker aus Zschopau

Auktionvor 4 Monaten
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Bild 1/14 von MZ BK 350 (1955)

1955 | MZ BK 350

MZ BK 350 

CHF 7’350letztes Jahr
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Bild 1/18 von MZ ETS 250 (1971)

1971 | MZ ETS 250

MZ ETS 250 

CHF 8’085letztes Jahr
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Händler

Geschichte & Erbe

Die Geschichte von MZ (Motorrad Zschopau) beginnt 1906 mit dem dänischen Ingenieur Jørgen Skafte Rasmussen, der eine leerstehende Textilfabrik in Zschopau erwarb. Zunächst produzierte er kleine Hilfsmotoren für Fahrräder. 1917 erfand Rasmussen seinen Dampfkraftwagen (DKW – Dampf-Kraft-Wagen), 1920 folgte ein Zweitakt-Motor für Fahrräder namens Das Kleine Wunder – ebenfalls DKW. Über 30.000 Stück verkauften sich binnen drei Jahren.

1922 begann die Motorradproduktion, 1927 der Rennsport-Einstieg. 1928 übernahm DKW die Audi-Fabrik in Zwickau, 1929 wurde DKW zum größten Motorradhersteller der Welt mit 60.000 produzierten Maschinen aus Zschopau. 1932 entstand die Auto Union mit den Marken DKW, Wanderer, Audi und Horch – ein Verbund, der bis zur Zerschlagung nach dem Zweiten Weltkrieg bestand.

Ab 1939 baute DKW Motorräder für die Wehrmacht. Nach Kriegsende 1945 demontierte die sowjetische Besatzung das Werk Zschopau als Reparation, die Produktion kam zum Erliegen. 1946 wurde die Fabrik verstaatlicht und als Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) reorganisiert – ein kommunistisch kontrolliertes Produktionskollektiv.

1950 nahm man die Arbeit an der RT 125 wieder auf, einem Modell, das bereits 1939 entwickelt worden war. Als Teil der Kriegsreparationen fiel das RT 125-Patent an die Alliierten und wurde patentfrei – die meistkopierte Motorradvkonstruktion der Geschichte. Harley-Davidson baute sie als Hummer, BSA als Bantam, MMZ in der Sowjetunion als M-1A Moskva, Yamaha als YA-1. Über 50 Hersteller weltweit lizenzierten das Design.

1952 debütierte die erste echte Nachkriegs-Neukonstruktion: die BK 350 mit Zweizylinder-Zweitakt. 1956 erfolgte die Umbenennung in VEB Motorradwerk Zschopau – MZ war geboren. Die Marke MZ etablierte sich als führender Motorradhersteller des Ostblocks, belieferte die Sowjetunion, Polen, Ungarn und exportierte weltweit.

1970 verließ das millionste Motorrad das Werk: eine MZ ETS 250 Trophy Sport. 1982 folgte das zweimillionste: eine MZ ETZ 250. Die Produktionszahlen demonstrierten MZs Bedeutung für die DDR-Volkswirtschaft – Devisen durch Export, Mobilität für die Bevölkerung, Prestigeobjekt für Rennsport-Erfolge.

Nach der Wende 1990 erfolgte die Privatisierung. Die Verkaufszahlen brachen ein – westliche Konkurrenz war technisch überlegen, günstiger, moderner. 1993 meldete MZ Insolvenz an. Es folgten mehrere Rettungsversuche, darunter eine Übernahme durch die ehemaligen Grand-Prix-Stars Ralph Waldmann und Martin Wimmer. Neue Modelle wie die MZ Skorpion (mit Yamaha-Motor) sollten Anschluss finden, blieben aber kommerziell erfolglos. Am 17. Mai 2013 wurde MZ endgültig insolvent und stellte den Betrieb ein.

Highlights & Besonderheiten

MZ steht für robuste Zweitakt-Technik, die für Alltagsnutzung konzipiert war – nicht für Höchstleistung, sondern für Zuverlässigkeit unter schwierigen Bedingungen. Die DDR-Wirtschaft forderte langlebige, reparaturfreundliche Maschinen mit einfacher Wartung. MZ erfüllte diese Anforderungen mit konsequenter Konstruktion.

Die RT 125 (1950–1965) ist die Mutter aller Nachkriegs-Kleinkrafträder. Der 123-ccm-Einzylinder-Zweitakter mit 4,7 PS bot einfachste Technik: Dreiganggetriebe, Trommelbremsen, Teleskopgabel. Gewicht nur 75 kg, Spitze 80 km/h, Verbrauch 3 Liter pro 100 km. Die RT 125 war wartungsfreundlich – Zündkerze wechseln, Vergaser einstellen, Getriebe ölen – mehr Technik gab es nicht. Die patentfreie Konstruktion ermöglichte weltweite Lizenzproduktion, Millionen RT 125 und ihre Derivate prägen bis heute Oldtimer-Szene.

Die BK 350 (1952–1958) war MZs erste Nachkriegs-Eigenentwicklung: Ein 346-ccm-Zweizylinder-Zweitakter mit 17 PS, Vierganggetriebe, Schwingengabel hinten. Die BK 350 bot für damalige Verhältnisse moderne Technik und wurde zum Exportschlager in Osteuropa. Etwa 18.000 Exemplare entstanden – heute seltene Sammlerst ücke.

Die ES-Serie (ab 1956) wurde zum Rückgrat der MZ-Produktion. Die ES 150, ES 175 und ES 250 boten zuverlässige Einzylinder-Zweitakter mit zunehmender Leistung: Die ES 250 mit 17 PS aus 243 ccm galt als robuster Allrounder. Die ES 250/1 "Superelastic" (1962–1965) führte die Drehschieber-Steuerung ein – höhere Leistung (21 PS), bessere Laufkultur. Die ES-Modelle prägten die DDR-Motorradlandschaft, dienten als Privat- und Betriebsfahrzeuge, wurden millionenfach produziert.

Die ETZ-Serie (ab 1981) modernisierte die MZ-Linie. Die ETZ 250 mit 21 PS aus 243 ccm bot elektrischen Anlasser (bei Vorgängern Kickstarter), 12-Volt-Elektrik, verbesserte Bremsanlage. Die ETZ 251 (ab 1990) erhielt elektronische Zündung und modernere Optik. Die ETZ-Modelle waren die letzten erfolgreichen MZ-Zweitakter und werden heute von Enthusiasten wegen Robustheit und Ersatzteilversorgung geschätzt.

Ein technologischer Sonderweg war die RE 125/250 (1960er Jahre): Ein Renn-Drehkolbenmotor mit 125 bzw. 250 ccm, der im Rennsport eingesetzt wurde. Der legendäre MZ-Rennchef Walter Kaaden entwickelte wegweisende Zweitakt-Technologie mit Resonanzauspuff, die später von japanischen Herstellern übernommen wurde. MZ gewann mehrere Grand-Prix-Rennen, holte aber nie einen WM-Titel – oft wegen finanzieller Beschränkungen oder politischer Einflussnahme aus der DDR-Führung.

Die MZ Skorpion (1994–2002) war der Versuch, Anschluss an westliche Standards zu finden. Ein Yamaha-Einzylinder-Motor mit 660 ccm und 48 PS, modernes Stahlrohr-Fahrwerk, zeitgemäßes Design. Die Skorpion war technisch solide, aber zu teuer und zu spät – der Markt war gesättigt. Etwa 13.000 Exemplare entstanden, heute geschätzte Youngtimer.

MZ-Technik ist bewusst einfach: Zweitakt-Motoren mit wenigen Bauteilen, mechanische Zündungen (später elektronisch), einfache Vergaser (BVF), robuste Getriebe. Die Wartung erfordert keine Spezialwerkzeuge – Schraubenschlüssel, Zündkerzenschlüssel, Ölmischung – mehr braucht man nicht. Diese Philosophie macht MZ heute attraktiv für Einsteiger-Sammler.

Technische Daten

Marktübersicht und Kauftipps

Der MZ-Markt ist erschwinglich und anfängerfreundlich. Geringe Anschaffungskosten, hervorragende Ersatzteilversorgung (Ostblock-Szene aktiv), einfache Wartung machen MZ zum idealen Einstiegsklassiker.

RT 125 (1950–1965)

Gut erhaltene Exemplare mit Originalzustand starten bei 2.000–4.000 €, restaurierte Showroom-Condition erreicht 6.000–8.000 €. Entscheidend: Originalität (viele RT 125 wurden modifiziert oder mit BK-Teilen kombiniert), Zustand des Rahmens (Rost an Schweißnähten häufig), Vollständigkeit (Werkzeugtaschen, Seitendeckel oft verloren). Schwachstellen: Rost im Benzintank (innen beschichten!), verschlissene Kupplungen (Ersatzteile gut verfügbar), undichte Simmerringe an Gabel. Ersatzteile über MZ-Veteranen-Club, Ostblech, IWL-Ersatzteile. Die RT 125 ist wartungsfreundlich – idealer Schrauber-Klassiker für Einsteiger.

BK 350 (1952–1958)

Seltenes Sammlerstück: 5.000–12.000 € für fahrbare Exemplare, museale Zustände bis 18.000 €. Nur etwa 18.000 produziert, viele verschrottet oder als Ersatzteilspender genutzt. Schwachstellen: Rost im Rahmen (unter Schwinge prüfen), verschlissene Zweizylinder-Motoren (Kolbenringe, Zylinderlaufbahnen), undichte Vergaser. Ersatzteile rar – nur über Spezialisten wie MZ Union Zschopau oder private Sammler. Nur für Enthusiasten mit Restaurations-Erfahrung geeignet.

ES 250 / ES 250/1 Superelastic (1960er–1970er)

Die ES-Serie ist der beliebteste MZ-Klassiker: 1.500–4.000 € für fahrbare Exemplare, restaurierte Zustände 5.000–7.000 €. Die ES 250/1 Superelastic mit Drehschieber gilt als zuverlässigster Vertreter. Schwachstellen: Rost im Tank und Rahmen (unter Lack prüfen), verschlissene Kolben und Zylinder (Zweitakter-typisch bei hohen Laufleistungen), undichte Kurbelwellensimmerringe (Ölverlust). Ersatzteile hervorragend verfügbar über MZ-Szene, Ostblech, Ersatzteilhandel Ostblitz. Die ES-Serie ist robust und anfängerfreundlich – idealer Alltags-Oldtimer.

ETZ 250 / ETZ 251 (1981–1991)

Die modernsten MZ-Zweitakter: 1.000–3.500 € für fahrbare Exemplare, originale ETZ 251 mit elektronischer Zündung bis 5.000 €. Die ETZ 250 gilt als robusteste MZ überhaupt – elektrischer Anlasser, 12-Volt-Elektrik, verbesserte Bremsanlage. Schwachstellen: Rost im Rahmen (Hohlraumkonservierung oft vernachlässigt), verschlissene Elektrik (Regler/Gleichrichter häufig defekt), undichte Simmerringe. Ersatzteile problemlos verfügbar – große ETZ-Szene in Deutschland, Polen, Tschechien. Die ETZ ist alltagstauglich und günstig im Unterhalt – perfekter Pendler-Oldtimer.

TS 250 (1973–1981)

Geländeorientierte MZ: 1.500–4.000 € für fahrbare Exemplare, restaurierte Enduro-Zustände bis 6.000 €. Die TS 250 bot Geländetauglichkeit mit Hochlenker, Enduro-Bereifung, robustem Fahrwerk. Schwachstellen: Rost im Rahmen (Geländeeinsatz beansprucht Material), verschlissene Federelemente (oft durchgerostet), defekte Zündspule. Ersatzteile gut verfügbar über MZ-Szene. Die TS 250 ist geländetauglich und robust – idealer Vintage-Enduro-Klassiker.

MZ Skorpion Sport (1994–2002)

Moderner Youngtimer: 2.000–5.000 € für gepflegte Exemplare, niedrige Laufleistungen bis 7.000 €. Die Skorpion mit Yamaha-Einzylinder ist technisch solide, aber ersatzteilseitig problematisch (MZ-Insolvenz). Schwachstellen: Rost am Stahlrohrrahmen (Hohlraumkonservierung oft fehlt), Verschleiß am Yamaha-Motor (Ventileinstellung regelmäßig!), defekte Elektrik (Regler, Anlasser). Ersatzteile für Yamaha-Motor verfügbar, MZ-spezifische Teile (Verkleidung, Rahmen) rar. Die Skorpion ist alltagstauglich und modern – aber für Sammler weniger interessant als klassische Zweitakter.

Allgemeine Kaufempfehlungen

Einsteiger: ES 250, ETZ 250 – robust, günstig, verfügbar, einfache Wartung. Sammler: BK 350, RT 125 – historisch relevant, Wertsteigerung bei guter Dokumentation. Fahrer: ETZ 250/251 – alltagstauglich, erschwingliche Wartung, große Szene.

MZ-Markt profitiert von aktiver Ostblock-Szene: MZ-Veteranen-Club, IWL-Freunde, Ostblech-Treffen. Ersatzteile über spezialisierte Händler wie Ostblech (Deutschland), MZ Union Zschopau, Ersatzteilhandel Ostblitz. Prüfen Sie vor Kauf: Rahmennummer-Originalität, Zustand des Zweitakt-Motors (Kompressionstest!), Rostfreiheit von Rahmen und Tank. MZ-Zweitakter benötigen Zweitakt-Ölmischung (1:50 oder 1:33) – keine Einspritzung, manuelles Mischen erforderlich.

Fahrverhalten & Performance

MZ-Motorräder fahren sich ehrlich und direkt. Keine elektronischen Helferlein, keine Komforttechnologie – nur Fahrer, Maschine, Straße.

Die RT 125 (1950–1965) ist ein gemütlicher Kleinwagen auf zwei Rädern: Der 123-ccm-Einzylinder-Zweitakter mit 4,7 PS entwickelt seine bescheidene Kraft bei 5.000 U/min. Die Beschleunigung ist behäbig, die Spitze von 80 km/h erreicht man nur bergab mit Rückenwind. Das Dreiganggetriebe erfordert bewusste Schaltarbeit, die Trommelbremsen benötigen Vorausschau. Die Teleskopgabel ist weich abgestimmt, das Fahrwerk verzeiht Unebenheiten großzügig. Die RT 125 ist kein Sportgerät, sondern ein entspanntes Fortbewegungsmittel – ideal für Landstraßenbummel und Veteranen-Treffen.

Die ES 250/1 Superelastic (1962–1965) bietet mehr Temperament: 21 PS aus 243 ccm, Drehschieber-Steuerung, Vierganggetriebe. Der Einzylinder-Zweitakter entwickelt sein Maximum bei 5.500 U/min mit charakteristischem Zweitakt-Klang und bläulichem Abgasqualm (Ölmischung!). Die Kraftentfaltung ist linear, der Motor zieht willig bis zur Nenndrehzahl. Bei 120 km/h ist Schluss – die Windbelastung wird unangenehm. Das Fahrwerk ist für damalige Verhältnisse modern: Schwingengabel hinten, Teleskopgabel vorne, Trommelbremsen mit ordentlicher Verzögerung. Die ES 250 fährt sich neutral und verzeiht Fahrfehler – ein gutmütiger Allrounder.

Die ETZ 250 (1981–1989) modernisierte das Konzept: 21 PS aus 243 ccm mit elektronischer Zündung (ETZ 251), elektrischer Anlasser, 12-Volt-Elektrik. Der Zweitakter startet zuverlässig per Knopfdruck, zieht willig bis 6.000 U/min. Die Spitze von 125 km/h erreicht man auf der Autobahn – durchaus alltagstauglich. Das Fahrwerk ist straffer abgestimmt als bei ES-Vorgängern, die Bremsanlage (Trommelbremse vorne, Scheibenbremse optional) bietet gute Verzögerung. Die ETZ fährt sich unkompliziert und robust – ein Arbeitstier, das auch Pendeleinsätze erträgt.

Die TS 250 (1973–1981) ist geländeorientiert: Hochlenker, lange Federwege, Enduro-Bereifung. Der 243-ccm-Zweitakter mit 20 PS zieht willig aus niedrigen Drehzahlen, die Geländeübersetzung ermöglicht Kriechen im Gelände. Die Federung schluckt Unebenheiten großzügig, die Sitzposition aufrecht und komfortabel. Auf Asphalt ist die TS 250 nervös bei Geschwindigkeiten über 100 km/h – die Enduro-Bereifung begrenzt Kurventempo. Im Gelände zeigt sie ihre Stärken: gutmütig, robust, unverwüstlich.

Die MZ Skorpion Sport (1994–2002) bricht mit MZ-Tradition: Ein Yamaha-Viertakt-Einzylinder mit 660 ccm und 48 PS, modernes Fahrwerk, Scheibenbremsen. Der Motor entwickelt sein Maximum bei 6.500 U/min, zieht kraftvoll aus niedrigen Drehzahlen. Die Spitze von 170 km/h ist auf Landstraße ausreichend, Autobahnfahrten sind komfortabel. Das Fahrwerk bietet zeitgemäße Lenkpräzision, die Bremsanlage verzögert sicher. Die Skorpion fährt sich modern und unkompliziert – ein Youngtimer ohne Oldtimer-Macken.

MZ-Fahren ist unkompliziert: einfache Technik, direkte Rückmeldung, keine Überraschungen. Die Zweitakter fordern Zweitakt-Ölmischung (manuell), regelmäßige Wartung (Zündkerze, Vergaser), Vorausschaufahren (Bremswege länger als modern). Aber die Belohnung ist ehrliches Fahrgefühl – eine Verbindung zur Maschine, die moderne Motorräder nicht bieten.

Design & Ästhetik

MZ-Design folgt DDR-Funktionalismus: pragmatisch, robust, ohne Verschwendung. Massimo Tamburini entwarf keine MZ – hier gestalteten Ingenieure, keine Designer.

Die RT 125 (1950–1965) zeigt Nachkriegs-Ästhetik: schlanker tropfenförmiger Tank, schmale Seitendeckel, minimale Chromapplikation. Die Farbgebung (Schwarz, Grün, Grau) ist dezent, die Lackqualität einfach. Die RT 125 ist funktional schön – keine verspielten Details, nur nötige Elemente.

Die BK 350 (1952–1958) bietet mehr Substanz: breiterer Tank, großzügige Seitendeckel, Chromelemente an Schutzblechen und Auspuff. Die Zweizylinder-Silhouette prägt das Erscheinungsbild. Die BK 350 ist ein rollendes Statement DDR-Ingenieurskunst – robust, ehrlich, zweckmäßig.

Die ES-Serie (1960er–1970er) perfektionierte die MZ-Formensprache: schlanke Linie, klare Proportionen, minimale Dekorgrafiken. Die ES 250 mit ihrem Einzylinder und den charakteristischen Kühlrippen ist sofort erkennbar. Die Farbgebung (Blau, Grün, Rot) war lebendiger als bei Vorgängern, die Chromapplikation zurückhaltend. Die ES-Serie ist zeitlos schön – ein Designklassiker ohne Designabsicht.

Die ETZ-Serie (1981–1991) modernisierte die Optik: eckigere Formen, größere Seitendeckel, moderne Lackierung (Rot, Blau, Schwarz). Die ETZ 251 bot verbesserte Grafik und breitere Sitzbank. Die ETZ ist weniger zeitlos als die ES-Serie – 1980er-Ästhetik mit Kunststoffteilen und eckigen Linien. Trotzdem: ehrliches Design ohne Protz.

Die TS 250 (1973–1981) ist Enduro-Ästhetik: Hochlenker, schlanker Tank, schmale Seitendeckel, Enduro-Schutzbleche. Die TS folgt Geländemotorrad-Konventionen, meidet Verschwendung. Die Farbgebung (Gelb, Rot, Grün) ist auffälliger als bei Straßenmodellen.

Die MZ Skorpion (1994–2002) brach mit MZ-Tradition: modernes Stahlrohr-Fahrwerk, zeitgenössische Verkleidung, westliche Designsprache. Die Skorpion ähnelt zeitgenössischen Naked Bikes (Suzuki SV 650, Yamaha XJ 600), meidet DDR-Nostalgie. Das Design ist unspektakulär, aber solide.

MZ meidet Protz: kleine Logos, dezente Farbgebung, keine Fake-Lufteinlässe. Die Schönheit liegt in der Ehrlichkeit – sichtbare Schweißnähte, exponierte Technik, funktionale Proportionen. MZ-Design ist Arbeiterklasse-Ästhetik – kein italienischer Chic, aber Respekt gebietende Robustheit.

Fazit

MZ vereint DDR-Geschichte mit robuster Zweitakt-Technik. Von der RT 125 über die ES-Serie bis zur ETZ 250 zeigt die Marke konsequente Weiterentwicklung ohne Brüche. Die BK 350 bleibt historisches Kuriosum, die Skorpion moderner Nachwendeversuch.

Für Sammler bieten sich drei Einstiegspunkte: Historiker wählen RT 125 oder BK 350, Fahrer setzen auf ES 250 oder ETZ 250, Geländefahrer auf TS 250. Die Ersatzteilversorgung ist hervorragend, die Szene aktiv und hilfsbereit. MZ-Klassiker bieten unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis – robuste Technik, einfache Wartung, bezahlbare Anschaffung.

Wer MZ fährt, wählt Ehrlichkeit, Robustheit und DDR-Erbe. Die Marke meidet Protz zugunsten Funktion – eine Philosophie, die in jedem Modell spürbar ist. MZ ist kein Statussymbol, sondern Arbeitsmittel – und genau darin liegt der Charme.