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Laverda Motorrad kaufen

Aus den Werkshallen von Breganze rollten Motorräder, die Kompromisse ablehnten – von schmalen Viertaktern der Nachkriegszeit bis zu den brutalen Dreizylindern, die Ende der 70er-Jahre den Superbike-Thron bestiegen.

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Suchergebnisse

Bild 1/6 von Laverda 75 Sport (1953)
1 / 6
CHF 1’989
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Bild 1/6 von Laverda 750 SF (1971)
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CHF 9’855
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Bild 1/49 von Laverda 750 SF (1970)
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1970 | Laverda 750 SF

Schöner restaurierter Zustand

CHF 12’205
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Bild 1/20 von Laverda 125 LB Custom (1988)
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CHF 4’340
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Bild 1/4 von Laverda 1000 3 C I (1977)
1 / 4

1977 | Laverda 1000 3 C I

LAVERDA 3C/CL 1000 1977 - 17.000KM ORIGINALI - ISCRITTA FMI

CHF 12’657
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"Laverda" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Laverda" machen.

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Bild 1/47 von Laverda 125 LB Custom (1988)

1988 | Laverda 125 LB Custom

-

CHF 3’436letzten Monat
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Bild 1/14 von Laverda 750 SF (1976)

1976 | Laverda 750 SF

Gebaut für Tempo, Charakter und lange Landstraßen

Auktionletzten Monat
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Bild 1/30 von Laverda 1000 RGS (1983)

1983 | Laverda 1000 RGS

-

CHF 5’696vor 4 Monaten
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Bild 1/20 von Laverda 125 LB Custom (1988)

1988 | Laverda 125 LB Custom

-

CHF 4’340vor 4 Monaten
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Bild 1/4 von Laverda 1000 SFC (1986)

1986 | Laverda 1000 SFC

1000 SFC

CHF 12’205vor 5 Monaten
🇩🇪
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Bild 1/8 von Laverda 750 GT (1969)

1969 | Laverda 750 GT

Totalmente restaurata nel 2022 documenti da passaggio iscritta moto epoca FMI

CHF 7’685vor 7 Monaten
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Bild 1/21 von Laverda 750 SF 2 (1974)

1974 | Laverda 750 SF 2

1974 Laverda 750 SF2 749cc

Preis auf Anfragevor 7 Monaten
🇬🇧
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Bild 1/50 von Laverda 750 S Sport (2000)

2000 | Laverda 750 S Sport

2000 Laverda 750S 747cc

Preis auf Anfragevor 8 Monaten
🇬🇧
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Bild 1/45 von Laverda 750 SF (1973)

1973 | Laverda 750 SF

-

CHF 8’951vor 8 Monaten
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Händler

Seit 1949 steht der Name Laverda für italienische Motorradtechnik, die sich durch Robustheit und Rennsporterfolge auszeichnet. Was als Ableger eines Landmaschinenherstellers begann, entwickelte sich zu einer Manufaktur für Hochleistungsmaschinen, die in den 1970er-Jahren mit ihren Dreizylindern internationale Anerkennung erlangten. In der Schweiz geniesst die Marke einen besonderen Status, geprägt durch eine engagierte Sammlerszene und die hohen Anforderungen an Technik und Erhaltungszustand.

Geschichte & Erbe

Gründung und erste Jahre (1949–1960)

Francesco Laverda, Enkel des Landmaschinenproduzenten Pietro Laverda, gründete 1949 in Breganze Moto Laverda S.p.A. Die Erfahrungen aus dem Agrarmaschinenbau flossen direkt in die Konstruktion robuster Motorräder ein. Ab 1950 verliess die Laverda 75 das Werk – ein kompaktes 75-cm³-Viertakt-Motorrad, das sich durch preisgünstige Herstellung und Zuverlässigkeit auszeichnete. 1955 folgte die Laverda 100, die bei Rennen wie dem Milano-Taranto durch Fahrer wie Mariani, Fontanili und Castellani vordere Plätze belegte. Diese kleinen Maschinen trugen massgeblich zur Motorisierung Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg bei und legten den Grundstein für den Ruf der Marke als Hersteller unzerstörbarer Triebwerke.

Der Aufstieg zum Grosshubraumhersteller (1968–1973)

Als Massimo Laverda, selbst erfolgreicher Rennfahrer auf Laverda-Maschinen, die Geschäftsführung übernahm, verschob sich der Fokus auf grössere Hubräume. 1968 entstanden die Zweizylinder-Modelle 650 und 750, die mit offenem Rahmen und mittragendem Motor konstruiert wurden. Die Varianten 750 GT, 750 S, 750 SF und 750 GTL wurden bis 1977 gebaut und etablierten Laverda im Segment sportlicher Reisemotorräder. Besonders in der Schweiz, wo Pässefahrten hohe Anforderungen an Bremsen und Drehmoment stellen, fanden diese Maschinen schnell eine treue Anhängerschaft. Parallel entwickelte das Werk in Breganze den 1000-cm³-Dreizylinder mit obenliegenden Nockenwellen, der 1973 in Serie ging. Diese Maschine legte den Grundstein für Laverdas Ruf als Hersteller kompromissloser Hochleistungsmotorräder.

Die Ära der Dreizylinder (1973–1982)

Der Laverda 3C (1973) kombinierte 981 cm³ Hubraum, Doppelnockenwelle und 180°-Kurbelwellenversatz. Mit 85 PS bei 7'250 U/min erreichte die Maschine über 210 km/h. 1976 entstand auf Anregung der britischen Importeure Slater Brothers die Laverda Jota – benannt nach einem spanischen Tanz im Dreiertakt. Durch Hochverdichtungskolben, schärfere Nockenwellen und eine freie Auspuffanlage leistete die Jota 90 PS und beschleunigte auf 225 km/h. Bis zur Einführung der Honda CBX1000 im Jahr 1978 war sie das schnellste Serienmotorrad der Welt. Die Jota wurde bis 1982 produziert, wobei 1982 die Jota 120° mit geändertem Kurbelwellenversatz erschien, um die Laufruhe zu verbessern – ein Schritt, der unter Puristen bis heute kontrovers diskutiert wird. Parallel entstanden Modelle wie der RGS 1000 (Tourer) und die Laverda 1200 (1982–1988) mit vergrössertem Hubraum.

Niedergang und Wiederbelebung (1980er–2000er)

Trotz technischer Erfolge geriet Laverda Mitte der 1980er-Jahre in eine Finanzkrise. Die Produktion war nicht marktgerecht, die Maschinen galten als komplex und wartungsintensiv im Vergleich zur japanischen Konkurrenz. Im März 1987 musste das Unternehmen Konkurs anmelden. 1993 erfolgte die Rückkehr: Das Werk verlegte nach Zane, wo moderne sportliche Motorräder auf Basis der Bauserie 650 (bis 1997) entstanden. Es folgten die Zane-Modelle (Laverda 750 in verschiedenen Versionen), die bis 2002 gebaut wurden. Danach endete die Motorradproduktion endgültig. 2004 wurde Laverda an Aprilia angeschlossen, 2006 übernahm Piaggio den Konzern. Seitdem ruht die Marke, was den Sammlerwert der klassischen Maschinen aus Breganze stetig steigen lässt.

Highlights & Besonderheiten

Der 180°-Dreizylinder

Laverdas 981-cm³-Motor mit 180°-Kurbelwellenversatz erzeugte einen charakteristischen Klang, der zwischen einem Zweizylinder und einem gleichmässig zündenden Dreizylinder lag. Die asymmetrische Zündfolge verursachte markante Vibrationen oberhalb von 5'000 U/min, die der Maschine ihren Ruf als "ungezähmtes Rennpferd" einbrachten. Die 1982 eingeführte 120°-Variante bot laufkultiviertere Eigenschaften, gilt aber unter Sammlern als weniger charaktervoll. In der Schweiz sind vor allem die frühen 180°-Modelle gesucht, da sie das rohe, ungefilterte Erlebnis der 70er-Jahre verkörpern.

Rennstreckenerprobte Technik

Die 750 SFC (Super Freni Competizione) dominierte von 1971 bis 1976 Langstreckenrennen, darunter den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona (Montjuïc) 1972. Von diesem Rennmotorrad entstanden nur 549 Exemplare, davon 100 für den US-Export mit 75-PS-Motor, grösseren Dell'Orto-Vergasern und Dreifach-Brembo-Scheibenbremsen. Die SFC war ein strassenzugelassenes Rennmotorrad mit Tacho und Blinkern – eine echte "Rennmaschine für die Strasse". In der Schweiz ist eine SFC mit Veteraneneintrag das Nonplusultra für jeden Sammler italienischer Klassiker.

Britische DNA im italienischen Körper

Die Jota entstand nicht primär in Italien, sondern in der Werkstatt der britischen Importeure Slater Brothers in Bromyard. Sie entwickelten das Tuning-Konzept, das später von Laverda als Werksmodell übernommen wurde. Diese anglo-italienische Zusammenarbeit erklärt, warum UK-Spezifikationen (andere Auspuffanlage, leicht höhere Leistung) unter Sammlern besonders begehrt sind. Schweizer Käufer sollten jedoch darauf achten, dass diese Importe den hiesigen Lärm- und Abgasvorschriften der damaligen Zeit entsprechen, was bei der MFK (Motorfahrzeugkontrolle) oft zu Hürden führen kann.

Qualität des Aluminiums

Laverda verwendete Aluminium, das mit Hitzezyklen und Alter spröde werden kann. Zylinderkopfmaterial, Kolben und Gehäuseteile zeigen bei älteren Maschinen häufig Ermüdungserscheinungen. Dies ist eine der Hauptursachen für kostspielige Restaurierungen. Schweizer Fachbetriebe haben sich jedoch darauf spezialisiert, diese Bauteile mit modernen Verfahren zu sanieren, was die Langlebigkeit massgeblich erhöht.

Technische Daten

Laverda Jota 1000 (1976–1982)

Laverda 750 SFC (1971–1976)

Marktübersicht und Kauftipps

Preisspannen in der Schweiz (2024–2025)

Der Schweizer Markt für Laverda-Motorräder zeichnet sich durch ein hohes Qualitätsniveau aus. Maschinen mit Veteraneneintrag (Code 180) erzielen regelmässig Aufpreise, da sie nur alle sechs Jahre zur MFK müssen und als technisch geprüft gelten.

  • 750 SFC (1971–1976): CHF 35'000–CHF 120'000. In der Schweiz sind originale SFC extrem selten. Ein perfekt dokumentiertes Exemplar mit Schweizer Erstauslieferung kann bei Liebhabern die 100'000-Franken-Marke durchbrechen. Restaurierte Maschinen liegen meist zwischen CHF 45'000 und CHF 70'000.
  • Jota 1000 (1976–1982): CHF 14'000–CHF 28'000. Gute Exemplare im Zustand 2 kosten in der Schweiz oft um die CHF 20'000. Maschinen mit 180°-Motor sind deutlich teurer als die späteren 120°-Modelle.
  • 750 SF/SF2/SF3 (1970–1976): CHF 9'000–CHF 19'000. Die SF-Modelle sind der Einstieg in die Welt der grossen Laverdas. Ein gepflegtes Modell SF2 mit Scheibenbremsen ist für ca. CHF 12'000 bis CHF 15'000 zu finden.
  • RGS 1000 (1982–1987): CHF 7'500–CHF 15'000. Der Tourer ist in der Schweiz aufgrund seiner Langstreckentauglichkeit beliebt, preislich aber stabil unter der Jota angesiedelt.
  • Zane-Modelle (650/750, 1990er): CHF 4'000–CHF 8'000. Diese modernen Klassiker sind günstig, kämpfen aber oft mit Ersatzteilproblemen und einer weniger stabilen Wertentwicklung.

Käuferprofile in der Schweiz

Der Ästhet und Sammler: Sucht eine 750 SFC oder eine frühe Jota in Orange oder Rot/Gold. Wichtig sind "Matching Numbers" und eine lückenlose Historie, idealerweise mit Schweizer Dokumenten. Budget: CHF 40'000+.

Der Pässefahrer: Sucht eine zuverlässige 750 SF oder eine Jota 120°. Die Maschine muss technisch perfekt sein, um die Belastungen am Gotthard oder Grimsel klaglos wegzustecken. Budget: CHF 15'000–CHF 25'000.

Der Schrauber: Kauft Projekte ab CHF 6'000, ist sich aber bewusst, dass eine Motorrevision bei einem Schweizer Spezialisten schnell CHF 10'000 bis CHF 15'000 kosten kann.

Worauf beim Kauf in der Schweiz achten

MFK und Veteranenstatus: Ein aktueller MFK-Bericht ist in der Schweiz essenziell. Achten Sie auf den Veteraneneintrag. Dieser garantiert, dass das Fahrzeug weitgehend im Originalzustand ist und gepflegt wurde. Ohne diesen Eintrag müssen Sie bei einem über 30 Jahre alten Motorrad alle zwei Jahre zur Prüfung.

Motorzustand (kritisch): Die vertikale Abnutzung der Kolbenringnuten ist ein bekanntes Problem. Ventilsitze können sich in den Kopf einarbeiten. Eine Motorrevision ist in der Schweiz aufgrund der hohen Arbeitskosten teuer (Stundensätze CHF 120–180). Rechnen Sie für eine komplette Überholung des Dreizylinders mit CHF 10'000 bis CHF 18'000.

Import aus dem Ausland: Wer eine Laverda aus Deutschland oder Italien importiert, muss 4 % Automobilsteuer und 8,1 % MwSt. (Stand 2024) entrichten. Zudem ist eine Lärm- und Abgasmessung erforderlich, falls kein Schweizer Typenschein vorliegt – dies kann bei offenen Auspuffanlagen (Jota!) zum Problem werden.

Elektrische Anlage: Die alten Bosch- oder ND-Systeme sind oft spröde. Viele Schweizer Besitzer haben auf moderne elektronische Zündungen (z. B. Sachse) umgerüstet, was die Zuverlässigkeit massiv erhöht und den Wert nicht mindert.

Teileverfügbarkeit: In der Schweiz gibt es spezialisierte Betriebe und den Laverda Club Schweiz (LCS), die bei der Teilesuche helfen. Dennoch sind spezifische Teile wie Nockenwellen oder Kurbelwellen für den Dreizylinder teuer und oft nur über internationale Netzwerke zu beziehen.

Fahrverhalten & Charakter

Die Jota 1000: Eine physische Herausforderung

Wer eine Jota in den Schweizer Alpen bewegt, merkt schnell: Das ist Arbeit. Die Kupplung verlangt nach einer starken Hand – im Stop-and-go-Verkehr von Zürich oder Genf eine Qual. Doch sobald die Passstrasse beginnt, zeigt die Jota ihr wahres Gesicht. Unter 4'000 U/min schüttelt sich der Motor, die Vibrationen wandern durch den ganzen Körper. Doch ab 5'000 U/min verwandelt sich das Rütteln in einen Vorwärtsdrang, der von einem markerschütternden Brüllen begleitet wird. Bei 7'000 U/min scheint die Welt um einen herum zu verschwimmen, während der Dreizylinder die Fuhre mit einer Vehemenz nach vorne peitscht, die man einer Maschine dieses Alters kaum zutraut.

Stabilität vor Agilität

Das Fahrwerk der Jota ist auf Stabilität ausgelegt. In engen Kehren wirkt sie schwerfällig, sie will mit Nachdruck in die Kurve gedrückt werden. Doch in schnellen, langgezogenen Kurven liegt sie wie das sprichwörtliche Brett. Die Marzocchi-Gabel und die Brembo-Stopper arbeiten harmonisch zusammen, sofern sie gut gewartet sind. Die Jota ist kein Motorrad für den gemütlichen Sonntagsausflug zum See, sondern eine Maschine, die Geschwindigkeit und weite Radien liebt.

Die 750 SFC: Das Skalpell aus Breganze

Im Vergleich zur wuchtigen Jota wirkt die SFC fast zierlich. Mit 190 kg ist sie deutlich handlicher. Die Sitzposition ist extrem sportlich – tief geduckt hinter der markanten Halbschalenverkleidung. Die SFC verlangt nach einem aktiven Fahrstil. Sie lenkt präzise ein und lässt sich auch in Wechselkurven nicht aus der Ruhe bringen. Der Sound des Zweizylinders ist schärfer, metallischer als der des Dreizylinders. Es ist ein reinrassiges Rennmotorrad, das zufällig eine Strassenzulassung erhalten hat.

Die 750 SF: Der souveräne Allrounder

Die SF-Modelle bieten das "Laverda-Gefühl" in einer zugänglicheren Form. Der Motor ist kräftig, aber weniger aggressiv abgestimmt als bei der SFC. Die aufrechtere Sitzposition macht sie zum idealen Begleiter für lange Touren durch die Schweiz. Sie bietet genug Charakter, um nicht langweilig zu sein, aber genug Komfort, um auch nach 300 Kilometern noch entspannt abzusteigen.

Design & Philosophie

Form follows Function

Laverda-Motorräder sind ein Paradebeispiel für funktionales Design. Nichts ist versteckt, nichts ist nur zur Zierde da. Der massive Rahmen, die grossen Kühlrippen des Motors, die offen liegenden Vergaser – alles atmet den Geist der Mechanik. In einer Zeit, in der moderne Motorräder oft hinter Kunststoffverkleidungen verschwinden, wirkt eine klassische Laverda wie ein Monument aus Stahl und Aluminium.

Das legendäre Orange

Keine Farbe ist so eng mit einer Marke verknüpft wie das Laverda-Orange der SFC. Ursprünglich war es ein GelCoat-Verfahren für die Glasfaserteile, das diesen speziellen, leuchtenden Ton erzeugte. Heute ist es das Erkennungsmerkmal schlechthin. Eine Jota in Rot mit goldenen Linien oder eine SF in klassischem Silber strahlt eine zeitlose Eleganz aus, die sich wohltuend vom bunten Plastik-Look der 80er-Jahre abhebt.

Zielgruppe: Individualisten mit Benzin im Blut

Laverda-Fahrer in der Schweiz sind meist Individualisten. Sie schätzen die Exklusivität und den rauen Charme einer Marke, die nie den Massenmarkt bediente. Es sind Menschen, die mechanische Präzision über elektronische Helferlein stellen und die bereit sind, für das Erlebnis "Laverda" auch körperlichen Einsatz zu zeigen.

Rennsport & Erfolge

Königin der Langstrecke

Der Ruhm von Laverda zementierte sich auf den Rennstrecken Europas. Die 750 SFC wurde gezielt für Langstreckenrennen entwickelt. Der Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona 1972 ist legendär. Laverda gewann nicht durch die höchste Endgeschwindigkeit, sondern durch die schiere Unzerstörbarkeit der Technik. Während die Konkurrenz oft mit Motorschäden ausschied, spulten die Maschinen aus Breganze ihre Runden ab wie Uhrwerke.

Die Jota und der Geschwindigkeitsrausch

Obwohl die Jota nie grosse Werkseinsätze im Rennsport feierte, war ihr Erfolg auf der Strasse ihr grösster Triumph. Als "schnellstes Serienmotorrad der Welt" sicherte sie sich einen Platz in den Geschichtsbüchern. In der Schweiz, wo Geschwindigkeit auf öffentlichen Strassen streng reglementiert ist, geniesst dieser Ruf dennoch einen hohen Stellenwert – es ist das Wissen um die theoretische Überlegenheit, das den Reiz ausmacht.

Fazit

Eine Laverda zu besitzen, ist in der Schweiz ein Statement. Es ist die Entscheidung für ein Motorrad, das keine Fehler verzeiht, aber jeden Kilometer mit Charakter belohnt. Die 750 SFC bleibt das ultimative Sammlerstück, eine Wertanlage mit eingebautem Gänsehaut-Faktor (CHF 45'000–120'000). Die Jota 1000 ist das Superbike für jene, die das Extreme suchen und bereit sind, in den Erhalt dieser Legende zu investieren (CHF 18'000–28'000).

Für Einsteiger oder Geniesser ist die 750 SF die beste Wahl. Sie bietet den Einstieg in die Welt von Breganze zu einem fairen Preis (CHF 10'000–18'000) und ist dennoch eine vollwertige Laverda mit all ihren Stärken und Schwächen. Wer eine Laverda in der Schweiz kauft, sollte auf den Veteranenstatus achten und ein Budget für spezialisierte Wartung einplanen. Am Ende zählt jedoch nicht die Rechnung, sondern der Moment, wenn der Dreizylinder zum ersten Mal erwacht und man weiss: Das hier ist echte Mechanik.

Drei Tipps für Schweizer Käufer:

  1. Veteraneneintrag bevorzugen: Spart Zeit bei der MFK und sichert den Originalitätsstatus.
  2. Motorhistorie prüfen: Eine Revision in der Schweiz ist teuer – lieber mehr beim Kauf investieren als später in der Werkstatt.
  3. Club-Anschluss suchen: Der Laverda Club Schweiz ist eine Goldgrube für Wissen und Ersatzteile.

Laverda ist mehr als ein Motorrad – es ist ein Stück italienische Industriegeschichte, das in der Schweiz eine zweite Heimat gefunden hat.