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Aspes Motorrad kaufen

Von Gallarate über die Alpen in die Schweizer Garagen: Seit 1955 baut Aspes Motorräder für Individualisten. Mit Modellen wie Hopi und Navaho prägte die Marke die Enduro-Szene der 1970er Jahre und gilt heute als seltener Geheimtipp für Sammler, die das Besondere suchen.

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Resultados de la búsqueda

Bild 1/50 von Aspes Hopi 125 (1983)
1 / 50

1983 | Aspes Hopi 125

Aspes 125 HOPI 5 RG

CHF 8’582
🇮🇹
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Bild 1/50 von Aspes Hopi 125 (1977)
1 / 50
CHF 4’969
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"Aspes" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Aspes" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/10 von Aspes Hopi 125 (1977)

1977 | Aspes Hopi 125

CHF 3’523letzten Monat
🇮🇹
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Bild 1/21 von Aspes CS 70 (1974)

1974 | Aspes CS 70

Aspes Cross 50

CHF 7’679vor 2 Monaten
🇮🇹
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Bild 1/35 von Aspes Navaho RCS (1976)

1976 | Aspes Navaho RCS

Navaho CS 75

CHF 1’445vor 3 Monaten
🇮🇹
Privat
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Bild 1/12 von Aspes Navaho RCS (1980)

1980 | Aspes Navaho RCS

-

Preis auf Anfrageletztes Jahr
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Bild 1/24 von Aspes Hopi 125 (1979)

1979 | Aspes Hopi 125

CHF 5’240letztes Jahr
🇩🇪
Privat
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Bild 1/16 von Aspes Yuma 125 (1978)

1978 | Aspes Yuma 125

Juma 125 Sport

Preis auf Anfragevor 2 Jahren
🇳🇱
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Bild 1/7 von Aspes CS 75 (1976)

1976 | Aspes CS 75

CHF 1’987vor 2 Jahren
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Bild 1/9 von Aspes CS 75 (1976)

1976 | Aspes CS 75

CHF 1’716vor 2 Jahren
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Bild 1/50 von Aspes Hopi 125 (1977)

1977 | Aspes Hopi 125

-

CHF 6’233vor 2 Jahren
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Bild 1/39 von Aspes Hopi 125 (1979)

1979 | Aspes Hopi 125

-

CHF 5’601vor 2 Jahren
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Bild 1/37 von Aspes Yuma 125 (1978)

1978 | Aspes Yuma 125

-

CHF 5’872vor 2 Jahren
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Bild 1/8 von Aspes Navaho RC (1979)

1979 | Aspes Navaho RC

CHF 2’168vor 2 Jahren
🇮🇹
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Aspes ist eine Erzählung von italienischer Leidenschaft, technischem Wagemut und einer tiefen Verbundenheit zum Offroad-Sport. Gegründet wurde das Unternehmen 1955 in Gallarate, in der Nähe von Varese – einer Region, die als das Herz der italienischen Motorradindustrie gilt und auch Marken wie MV Agusta hervorbrachte. Die Gebrüder Sorrentino, die Gründer der Aspes Fabbrica Cicli e Ciclomotori, begannen ursprünglich als Fahrradhersteller. Der Name der Marke ist eine Hommage an die Ehefrau eines der Brüder, deren Geburtsname Aspesi lautete.

Fast anderthalb Jahrzehnte lang blieb Aspes den Fahrrädern treu, bis 1968 der entscheidende Schritt in die Welt der motorisierten Zweiräder erfolgte. Die ersten Modelle waren Mopeds, die mit den zuverlässigen Minarelli-Motoren ausgestattet waren. Doch Aspes wollte mehr als nur Massenware produzieren. Der Blick richtete sich schnell auf den aufstrebenden Geländesport, der in den späten 1960er Jahren eine enorme Popularität erlangte.

1969 präsentierte Aspes die Cross Special '69, ein Fahrzeug, das heute als Meilenstein gilt. Es war das erste Serienmotorrad, das ab Werk mit der berühmten Ceriani-Teleskopgabel ausgestattet war – ein technisches Detail, das die Ambitionen der Marke unterstrich. In der Schweiz, wo der Geländesport in den 1970er Jahren eine treue Fangemeinde hatte, fanden diese Maschinen schnell Beachtung. Besonders im Tessin, durch die geografische Nähe zum Werk in Gallarate, war die Präsenz von Aspes spürbar.

Ein markantes Merkmal der Marke war die Namensgebung ihrer Modelle. Ab 1970 etablierte Aspes eine Tradition, die Maschinen nach nordamerikanischen Indianerstämmen zu benennen: Apache, Hopi, Navaho, Cheyenne und Sioux. Diese Namen sollten den Geist von Freiheit, Robustheit und Unabhängigkeit widerspiegeln – Werte, die perfekt zum Offroad-Charakter der Motorräder passten.

Die 1970er Jahre markierten die goldene Ära von Aspes. Während viele Konkurrenten weiterhin auf zugekaufte Motoren von Sachs oder Minarelli setzten, traf Aspes 1972 eine mutige Entscheidung: Die Entwicklung eines eigenen 125-ccm-Motors. Dieser Motor, der im Modell Hopi 125 debütierte, war ein technisches Meisterwerk. Er war extrem schmal gebaut (nur 30 cm Breite) und verfügte über ein horizontal geteiltes Gehäuse, was Wartungsarbeiten und Getriebewechsel erheblich erleichterte.

Der sportliche Erfolg liess nicht lange auf sich warten. 1977 krönte sich Aspes zum italienischen Motocross-Meister in der 125-ccm-Klasse. Fahrer wie Felice Agostini, der jüngere Bruder des legendären Giacomo Agostini, trugen massgeblich zum Ruhm der Marke bei. Diese Erfolge strahlten auch auf den Schweizer Markt aus, wo Aspes-Maschinen bei regionalen Motocross-Rennen und Enduro-Wettbewerben oft im vorderen Feld zu finden waren.

Neben den Offroad-Modellen wagte Aspes auch den Sprung auf den Asphalt. Mit der Juma 125 und der RGC/RCS-Serie entstanden reinrassige Strassensportler, die oft mit Sachs-Motoren ausgestattet waren, um die internationale Homologation zu erleichtern. Diese Modelle sind heute in der Schweiz extrem selten und gelten unter Kennern als absolute Raritäten.

In den 1980er Jahren geriet Aspes, wie viele kleine italienische Hersteller, unter den Druck der japanischen Grossserienproduktion. Die hohen Entwicklungskosten für eigene Motoren und die begrenzten Stückzahlen führten schliesslich dazu, dass die Produktion klassischer Modelle Ende der 1980er Jahre eingestellt wurde. Zwar wurde die Marke in den 2010er Jahren wiederbelebt, doch die modernen Roller und Hybridfahrzeuge haben technisch keinen Bezug mehr zu den legendären Enduros der Sorrentino-Ära. Für den klassischen Sammler endet die wahre Geschichte von Aspes mit dem letzten in Gallarate gefertigten Zweitakter.

Highlights & Besonderheiten

Was macht ein Aspes Motorrad so besonders? Es ist die Kombination aus handwerklicher Präzision, technischer Innovation und einem unverwechselbaren Design. In einer Zeit, in der viele Hersteller lediglich Komponenten zusammenkauften, bewies Aspes mit der Entwicklung eigener Triebwerke eine enorme Ingenieurskompetenz.

Ein technisches Highlight ist zweifellos der Hopi-Motor. Mit seiner kompakten Bauweise setzte er Massstäbe in der 125er-Klasse. Die Entscheidung für ein horizontal geteiltes Kurbelgehäuse war wegweisend für die Wartungsfreundlichkeit im Rennsport. Mechaniker konnten das Getriebe warten, ohne den gesamten Motor zerlegen zu müssen – ein unschätzbarer Vorteil bei harten Enduro-Einsätzen oder im Motocross-Fahrerlager.

Die Verwendung von Ceriani-Fahrwerkskomponenten war ein weiteres Qualitätsmerkmal. Ceriani galt in den 1970er Jahren als das Mass der Dinge im Offroad-Bereich. Dass Aspes diese hochwertigen Gabeln bereits früh in der Serie einsetzte, zeigt den Anspruch, keine Kompromisse bei der Performance einzugehen. In der Schweiz, wo anspruchsvolle Topografien hohe Anforderungen an das Fahrwerk stellen, war dies ein entscheidendes Verkaufsargument.

Das Design der Aspes-Maschinen war ebenso markant wie ihre Technik. Die frühen Modelle der 1970er Jahre fielen durch ihre Metallic-Flake-Lackierungen auf. In Farben wie Orange, Rot oder Blau glitzerten die Tanks in der Sonne und verliehen den Maschinen einen fast schon amerikanischen Hot-Rod-Look. Dies stand im bewussten Kontrast zum oft eher funktionalen Design der deutschen oder japanischen Konkurrenz.

Die Namensstrategie mit den Indianerstämmen verlieh der Marke eine mystische Aura. Ein "Navaho" oder ein "Hopi" zu fahren, fühlte sich nach Abenteuer und Freiheit an. Die dazugehörigen Logos – oft stilisierte Häuptlingsköpfe oder Totems – sind heute gesuchte Sammlerstücke und zieren viele Werkstattwände von Enthusiasten.

Ein weiteres Highlight für Sammler sind die Abbrandini-getunten Motoren. Der italienische Tuner Abbrandini veredelte viele Aspes-Triebwerke und hob sie auf Werksniveau. Motoren mit dem Abbrandini-Siegel gelten heute als besonders wertvoll, da sie die Spitze der damaligen Zweitakt-Entwicklung repräsentieren. In der Schweizer Klassik-Szene erzielen solche Maschinen regelmässig Spitzenpreise.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aspes für eine Ära steht, in der kleine, leidenschaftliche Teams gegen die Giganten der Branche antraten. Jedes Motorrad aus Gallarate trägt diese DNA in sich – eine Mischung aus technischem Stolz und italienischem Flair, die man bei modernen Maschinen oft vermisst.

Technische Daten

Die technischen Spezifikationen der Aspes-Modelle verdeutlichen den Fokus auf Leichtbau und hohe Literleistung. Hier sind die wichtigsten Daten der bekanntesten Modelle:

Hopi 125 (1972-1979)

Navaho 50 (1972-1977)

CRC 125 Motocrosser (1977-1979)

Juma 125 Roadracer (1975-1978)

Marktübersicht und Kauftipps

Der Markt für Aspes Motorräder in der Schweiz ist klein, aber fein. Da die Marke nie in grossen Stückzahlen importiert wurde, tauchen Angebote nur sporadisch auf. Wer einen Aspes kaufen möchte, muss oft Geduld mitbringen und bereit sein, auch über die Grenze nach Italien oder Deutschland zu schauen. Dennoch gibt es in der Schweiz eine treue Fangemeinde, und gelegentlich finden sich wahre Schätze in hiesigen Sammlungen.

Preisspannen in der Schweiz (Stand 2024-2025)

Die Preise für Aspes-Modelle haben in den letzten Jahren angezogen, was vor allem an der wachsenden Beliebtheit von Vintage-Motocross-Veranstaltungen liegt.

  • Hopi 125 (restauriert): CHF 4'500 – CHF 9'500. Besonders gesucht sind Modelle mit dem originalen Aspes-Motor und Ceriani-Gabel. Top-Exemplare mit Rennhistorie können auch die CHF 10'000-Marke überschreiten.
  • Navaho 50 / 80: CHF 2'500 – CHF 5'000. Diese Modelle sind in der Schweiz als "Töffli" oder Leichtmotorräder beliebt. Der Zustand der Metallic-Lackierung spielt hier eine grosse Rolle für den Preis.
  • CRC 125 Motocross: CHF 6'000 – CHF 12'000. Reine Rennmaschinen sind selten und oft stark beansprucht. Eine lückenlose Historie und Originalität sind hier preisentscheidend.
  • Juma / RGC Strassenmodelle: CHF 7'000 – CHF 15'000. Aufgrund ihrer extremen Seltenheit sind diese Modelle die teuersten im Aspes-Portfolio. In der Schweiz sind kaum mehr als eine Handvoll dieser Maschinen bekannt.
  • Projekte / Scheunenfunde: CHF 1'000 – CHF 2'500. Hier ist Vorsicht geboten, da die Ersatzteilbeschaffung eine echte Herausforderung darstellt.

Worauf beim Kauf in der Schweiz achten?

Beim Kauf eines klassischen Motorrads in der Schweiz gibt es spezifische Punkte zu beachten, insbesondere im Hinblick auf die Zulassung und den Zustand.

1. MFK und Veteraneneintrag: In der Schweiz ist der Veteraneneintrag für Fahrzeuge über 30 Jahre sehr begehrt. Er ermöglicht längere Prüfintervalle (alle 6 Jahre statt alle 2 Jahre) und oft günstigere Versicherungsprämien. Voraussetzung ist jedoch ein absolut originaler und technisch einwandfreier Zustand. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das Motorrad bereits als Veteran geprüft wurde oder ob Umbauten (z.B. moderne Zündanlagen) diesen Status gefährden könnten.

2. Der Motor – Das Herzstück: Bei den Modellen mit Aspes-Eigenbaumotor (Hopi, CRC) ist der Zustand des Triebwerks kritisch. Ersatzteile wie Kolben, Kurbelwellen oder Gehäuseteile sind neu praktisch nicht mehr zu bekommen. Prüfen Sie den Motor auf ungewöhnliche Geräusche und fragen Sie nach Dokumentationen über vergangene Revisionen. Motoren mit Abbrandini-Tuning sollten durch entsprechende Unterlagen oder Markierungen am Gehäuse verifiziert werden.

3. Rahmen und Fahrwerk: Die Rahmen von Aspes waren auf Leichtbau getrimmt und bestehen aus dünnwandigen Rohren. Kontrollieren Sie die Schweissnähte, insbesondere am Lenkkopf und an der Schwingenaufnahme, auf Risse. Die Ceriani-Gabeln sollten dicht sein und keine Riefen an den Standrohren aufweisen. Eine Überholung der Gabel ist zwar möglich, erfordert aber Spezialwissen und die richtigen Dichtungssätze.

4. Dokumente und Ausweis: Stellen Sie sicher, dass der originale Fahrzeugausweis vorhanden ist. Bei Importen aus Italien ist darauf zu achten, dass alle notwendigen Zollpapiere und die italienischen Abmeldebescheinigungen vorliegen. Eine Einzelabnahme beim Strassenverkehrsamt kann zeitaufwendig und kostspielig sein, wenn keine Typengenehmigung für die Schweiz vorliegt.

5. Originalität der Anbauteile: Teile wie der Tank mit den Indianer-Logos, die Seitendeckel und die Sitzbank sind markenspezifisch und schwer zu ersetzen. Achten Sie auf den Zustand der Kunststoffteile, da diese über die Jahrzehnte spröde werden können. Originale Metallic-Flake-Lackierungen sind ein grosser Pluspunkt und sollten nach Möglichkeit erhalten bleiben.

Ersatzteilsituation

Die Ersatzteilversorgung für Aspes ist als schwierig einzustufen. Es gibt keinen offiziellen Händler mehr, der Neuteile führt. Besitzer sind auf Netzwerke, Foren und spezialisierte Teilemärkte angewiesen.

  • Verschleissteile: Bremsbeläge, Kettenkits und Reifen sind meist Standardware von Zulieferern wie Grimeca oder Regina und daher problemlos zu finden.
  • Motorenteile (Minarelli/Sachs): Für die Modelle mit Fremdmotoren ist die Situation entspannter, da diese Motoren auch in vielen anderen Marken (Fantic, Garelli, Hercules) verbaut wurden.
  • Aspes-Eigenmotoren: Hier hilft oft nur die Nachfertigung oder die Suche nach gebrauchten Teilen in Italien. Es gibt spezialisierte Werkstätten in der Region Varese, die noch über Restbestände oder Formen verfügen.
  • Blech- und Kunststoffteile: Diese müssen oft aufwendig restauriert oder im 3D-Druckverfahren nachgefertigt werden, falls kein Originalersatz zu finden ist.

Fahrverhalten & Fahrgefühl

Ein Aspes Motorrad zu fahren, ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es ist die Antithese zu modernen, computergesteuerten Maschinen. Hier zählt noch das Gefühl in der Gashand und das Gehör für die Drehzahl.

Wenn man einen Hopi 125 startet, erfüllt das typische Zweitakt-Knattern die Luft. Der Motor giert nach Drehzahlen. Unter 6'000 Touren wirkt er fast etwas schüchtern, doch sobald die Nadel den Resonanzbereich erreicht, explodiert die Leistung förmlich. Das schmale Powerband erfordert ständige Arbeit am Schalthebel – wer den Anschluss verpasst, verliert sofort an Boden. Doch genau dieses "Arbeiten" macht den Reiz aus. Es ist ein aktives Fahren, das volle Konzentration verlangt.

Das Fahrwerk mit der Ceriani-Gabel vermittelt ein direktes Feedback vom Untergrund. Man spürt jede Wurzel, jeden Stein. Auf Schweizer Waldwegen oder in Kiesgruben zeigt der Hopi seine wahre Stärke. Dank des geringen Gewichts von nur etwas über 80 kg lässt sich die Maschine spielerisch handhaben. Sie ist wendig, fast schon nervös, was sie in engen Passagen unschlagbar macht.

Der Navaho 50 hingegen ist das perfekte Gefährt für die entspannte Ausfahrt am Sonntag. In der Schweiz oft als "Töffli" mit Kultstatus bewegt, geniesst man hier eher die bewundernden Blicke der Passanten. Die 5 PS des Minarelli-Motors reichen aus, um gemütlich über die Landstrasse zu knattern. Das Fahrgefühl ist leichtfüssig und unbeschwert – eine Erinnerung an die Jugendzeit, als das erste eigene motorisierte Zweirad die grosse Freiheit bedeutete.

Für die ganz Harten ist der CRC Motocrosser gedacht. Hier gibt es keinen Komfort. Die Sitzbank ist hart, die Vibrationen sind allgegenwärtig. Diese Maschine will getrieben werden. Auf einer Cross-Strecke zeigt sie ihre Renn-DNA: Die Leistungsentfaltung ist aggressiv, die Bremsen (oft Trommelbremsen) verlangen nach einer starken Hand. Wer einen CRC beherrscht, erntet Respekt in der Vintage-MX-Szene. Es ist ein ehrliches, mechanisches Fahren, das keine Fehler verzeiht, aber bei richtiger Handhabung mit purer Fahrfreude belohnt.

Design & Ausstrahlung

Das Design von Aspes war immer mehr als nur eine Hülle für die Technik. Es war Ausdruck eines Lebensgefühls. Die Sorrentino-Brüder verstanden es, den Zeitgeist der 1970er Jahre einzufangen und in Metall und Kunststoff zu giessen.

Die Metallic-Flake-Lackierungen sind das wohl markanteste Designmerkmal. Diese Technik, bei der grosse Glitzerpartikel in den Klarlack gemischt werden, verleiht den Tanks eine unglaubliche Tiefe und Brillanz. Wenn die Schweizer Sonne auf einen frisch polierten Navaho-Tank trifft, ist das ein optisches Spektakel. Es ist ein mutiges Design, das Selbstbewusstsein ausstrahlt.

Die Indianer-Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Portfolio. Die Logos mit den Häuptlingsköpfen sind kunstvoll gestaltet und verleihen den Maschinen eine fast schon spirituelle Note. Es ist eine Hommage an die Natur und die Unbezähmbarkeit – Attribute, die man auch den Motorrädern zuschrieb. In einer Zeit, in der Design oft streng funktional war, setzte Aspes auf Emotionen.

Auch die Formensprache war für die damalige Zeit modern. Die schlanken Linien, die hochgezogenen Auspuffanlagen und die markanten Kotflügel verliehen den Maschinen eine dynamische Silhouette, selbst wenn sie stillstanden. Die Verwendung von hochwertigen Materialien wie Aluminium für die Tanks der Rennmodelle unterstrich den exklusiven Charakter.

In der Schweiz wird dieses Design heute als Retro-Chic gefeiert. Ein Aspes Motorrad ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Designobjekt. Es passt genauso gut in eine moderne Loft-Wohnung wie auf eine staubige Rennstrecke. Die Ausstrahlung ist zeitlos, weil sie authentisch ist. Es wurde nichts vorgetäuscht – die Form folgte der Funktion, aber mit einer ordentlichen Portion italienischem Stil.

Sonstiges

Rennsport in der Schweiz

Obwohl Aspes primär in Italien Erfolge feierte, gab es auch in der Schweiz eine aktive Szene. In den 1970er Jahren waren italienische Leichtmotorräder bei Schweizer Nachwuchsfahrern sehr beliebt. Bei regionalen Meisterschaften im Motocross, etwa in der Westschweiz oder im Tessin, waren Aspes-Maschinen regelmässig am Start. Die Robustheit der Motoren und die exzellenten Fahrwerke machten sie zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Marken wie KTM oder Maico.

Die Sammlerszene in der Schweiz

Die Schweizer Aspes-Sammler sind gut vernetzt. Es gibt zwar keinen grossen nationalen Club, aber in Foren und bei Oldtimer-Treffen wie dem Luzerner Oldtimer-Markt oder der Swiss Moto (jetzt Moto Festival) trifft man immer wieder auf Gleichgesinnte. Der Austausch von Tipps zur Ersatzteilbeschaffung und zur MFK-Vorbereitung ist hier essenziell. Viele Schweizer Besitzer pflegen auch enge Kontakte nach Italien, um an seltene Teile zu gelangen.

Aspes in der Popkultur

In Italien war der Navaho 50 das Kult-Moped einer ganzen Generation. In der Schweiz blieb Aspes eher ein Exot, was den Reiz heute nur noch erhöht. Wer einen Aspes fährt, zeigt, dass er sich abseits des Mainstreams bewegt. Es ist die Wahl des Kenners, der die Geschichte hinter der Marke schätzt und nicht einfach nur ein bekanntes Logo auf dem Tank haben möchte.

Fazit

Aspes ist eine Marke für Individualisten, Technik-Enthusiasten und Liebhaber italienischer Motorradkunst. Wer ein Aspes Motorrad kauft, erwirbt nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück Zeitgeschichte. Die Kombination aus innovativer Technik, wie den Eigenbau-Motoren und Ceriani-Fahrwerken, und dem unverwechselbaren Design macht diese Maschinen zu begehrten Sammlerstücken.

In der Schweiz ist der Besitz eines Aspes mit gewissen Herausforderungen verbunden, insbesondere was die Ersatzteilversorgung und die strengen MFK-Richtlinien betrifft. Doch wer diese Hürden nimmt, wird mit einem einzigartigen Fahrerlebnis und einer enormen Wertschätzung in der Klassik-Szene belohnt. Ob als agiler Hopi 125 im Gelände oder als stilvoller Navaho für die Strasse – ein Aspes sorgt überall für Aufsehen.

Der Markt zeigt eine stabile Wertentwicklung, was Aspes auch aus investitionstechnischer Sicht interessant macht. Doch im Vordergrund sollte immer die Freude am Fahren und an der Mechanik stehen. Das Zweitakt-Kreischen eines Aspes-Motors ist eine Melodie, die man nicht so schnell vergisst.

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