1955 | Lancia Aurelia B24 Spider "America"
Mille Miglia tauglich
Mille Miglia tauglich
Mille Miglia tauglich
Mille Miglia tauglich
Lancia Aurelia als Coupé, Spider- und Convertible
1951, ein Jahr nach der Limousine, debütiert der Lancia Aurelia B20 GT; ein Coupé, mit dem
Lancia seinen Platz unter den innovativsten Automobilherstellern festigen wird. Das atemberaubende Design entsteht in der Carozzeria Ghia, wird aber kurze Zeit später durch Pininfarina deutlich überarbeitet und dort auch von Hand gebaut. Neben diversen Coupé- und Cabrio-Sonderkarosserien auf Basis der Aurelia-Limousinen, ist es dieser über sieben Jahre als geschlossener und offener Zweitürer gebaute Sportwagen, der nach dem zweiten Weltkrieg die dynamische Tradition der Marke Lancia fortführt. Technisch teilt sich das neue Coupé die Plattform mit der B21-Limousine. Den V6-Motor kennzeichnen im Sportwagen eine höhere Verdichtung, zwei Weber-Vergaser und eine Leistung von 75 PS. Der Wagen wiegt nur 1.000 Kilogramm und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Nur zum Vergleich: Der Porsche 356 in der 1300er Version bringt es
1951 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Als klassischer 2+2-Sitzer konzipiert, bietet der Lancia Aurelia, zumindest auf kurzen Strecken, vier Erwachsenen Platz. Doch er versteht sich vielmehr als Gran Tourismo, der erste Reisesportwagen mit der Bezeichnung GT.
Nach 500 gebauten Exemplaren, damals eine durchaus beachtliche Stückzahl, folgt 1952 die
zweite Serie des Coupés, nun mit 80 PS sowie einigen optischen Modifikationen und einem
tiefer gelegtem Fahrwerk. Ein weiteres Jahr später geht die dritte Generation an den Start:
Aus dem Aurelia wird im Volksmund endgültig die Aurelia- der Lancia schlechthin. Die Formen wirken noch dynamischer, gleichzeitig aber eleganter und die Leistung des nun 2,5 Liter großen Sechszylinder steigt auf 118 PS. Auch der Name ändert sich: Lancia Aurelia B20 2500 GT. Die 185 km/h Höchstgeschwindigkeit können wohl nur dann richtig interpretiert werden, wenn erneut die Vergleichsdaten des wichtigsten Konkurrenten aus Deutschland zur Verfügung stehen: Der Porsche 356 1500 Super erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 175 km/h. In der vierten Serie bekommt das Coupé dann eine DeDion-Hinterachse. Resultat: Das ehemals leicht übersteuernde Fahrverhalten wird neutraler. Interessantes Detail am Rande:
Berühmte Karosserieschmieden wie Bertone sind in dieser Zeit Zulieferer für Pininfarina. Zahlreiche weitere Spezialisten steuern technische Feinheiten bei, mit denen sich die Leistung, etwa durch die Weber-Doppelvergaser-Anlage, auf 132 PS steigern lässt. Es folgen in den Jahren danach zwei weitere Serien, weniger sportiv, dafür etwas luxuriöser mit mehr Drehmoment.
Dafür ergänzt 1954 eine dritte Karosserievariante die Aurelia-Baureihe, der B24 Spider. Er debütiert auf dem Automobilsalon in Brüssel. Wieder zeichnet Pininfarina für das Design verantwortlich. Der Zweisitzer wird zu einem der faszinierendsten offenen Sportwagen der 50er Jahre. Ursprünglich nur für den amerikanischen Markt geplant und deshalb auch vielfach America- Spider genannt. In der nur einjähriger Bauzeit wurden lediglich 240 Fahrzeuge produziert, davon 59 Rechtslenker. Während der gesamten Produktionszeit der Aurelia feiern die Lancia Coupés und Spider zahlreiche Erfolge im Motorsport. Bei allen grossen Rennsport-Klassikern, der Mille Miglia, der Carrera Panamericana, der Targa Florio oder der Rallye Monte Carlo, sind die italienischen Sportwagen am Start. Und wie 1953 nach der Panamericana, 1954 nach der Monte und Mille Miglia, fahren sie als Sieger über die Zielliene.
Im Jahr 1954 erhält Pinin Farina – der bereits am Design der Aurelia Granturismo mitgearbeitet hatte – den Auftrag, die Mechanik des B20 „einzukleiden“. Das Ergebnis: ein genauso eleganter Spider, der aufgrund seiner Linienführung sofort ein großer Erfolg auf dem US-Markt wird. Durch Verkürzung des Fahrgestells des B20 der 4. Serie und wenige Änderungen am 6-Zylinder-Motor mit 2.451cm3, die nur notwendig waren, damit diese unter eine deutlich niedrigere Motorhaube passten, entstand einer der schönsten Spider aller Zeiten.
Der Aurelia B24 Spider wurde 1955 insgesamt nur 240 mal gebaut: davon 59 Fahrzeuge mit Rechtslenkung und 181 mit Linkslenkung (letztere erhielten die Bezeichnung „B24S“, wobei „S“ für „sinistra“, also „links“ stand).
Kennzeichnend für diesen Spider sind die lange Lufteinlassöffnung auf der Motorhaube und die „flügelförmigen“ Stoßfänger, die sich links und rechts vom klassischen Kühlerschild, dem Lancia-Emblem schlechthin, erstrecken. Der Wagen ist sehr originell strukturiert: der Innenraum befindet sich praktisch genau in der Mitte zwischen dem langen Kofferraum und der Motorhaube. Ins Auge fällt der elegante B24 Spider auch durch seine tiefen Türen, die Raum für die hohe, durch eine Chromleiste veredelte Einstiegsleiste lassen. Das puristische Design wird außerdem durch denVerzicht auf Griffe an der Außenseite der Türen hervorgehoben. Am Armaturenbrett: drei kreisförmige Anzeigeinstrumente; in der Mitte über der Lenksäule ein großer Tachometer. Ein weiteres, herrliches Detail: das wunderschöne Holz-Lenkrad mit seinen drei Aluminium-Speichen.
Aufbau Spider- Pininfarina
Fabrikat Lancia Co, Torino, Italien
Typ Lancia Aurelia Spider (America) (B24)
Motorart 6-Zylinder-Ottomotor
Motornummer B241183
Hubraum 2 451 cm³
Leistung 82 KW bei 5000 U/min
Bereifung 165R400 Michelin X
Profiltiefe vorne links.: 6,0 vorne rechts.: 6,0
hinten rechts: 6,0 hinten links: 6,0
Tag der ersten Zulassung 01.07.1955
Farbe rot
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