1990 | Mercedes-Benz 500 SEC Baehr
- Estado:
- Vista previa
- Estimación:
- 35.000 € - 40.000 €
- Termina en:
- 13/09/2026, 19:45:00 CEST
Ein Mercedes-Benz 500 SEC der Baureihe C126 ist bereits als Coupé eine imposante Erscheinung – dieses Exemplar geht einen deutlich individuelleren Weg. Der 1990 gebaute Wagen wurde zum Cabriolet umgebaut und wird vom Besitzer der Firma Bähr zugeschrieben; eine dokumentarische Verifizierung dieser Herkunft liegt jedoch nicht vor. Angegeben sind ein V8-Motor mit 252 PS, Viergang-Automatik und 131.252 Kilometer Laufleistung. Laut Besitzer wurde das Fahrzeug regelmäßig bewegt und verfügt über neuen TÜV.
Der C126 steht für eine Mercedes-Benz-Epoche, in der ein großes Coupé weniger modisches Statement als vielmehr technische und gestalterische Souveränität verkörperte. Beim hier angebotenen Fahrzeug blieb es allerdings nicht beim geschlossenen SEC: Das Coupé wurde zum offenen Viersitzer umgebaut.
Mercedes-Benz selbst lieferte den C126 nicht in dieser Form als Cabriolet aus. Solche offenen SEC entstanden vielmehr durch spezialisierte Umbauten. Für dieses Fahrzeug nennt der Besitzer Bähr als ausführenden Betrieb. Die vorliegenden Informationen enthalten allerdings keine geprüften Rechnungen, Zertifikate oder sonstigen Unterlagen, mit denen sich diese Zuschreibung zweifelsfrei bestätigen ließe. Auch die im Verkäufertext wiedergegebene Geschichte der Bähr-Umbauten weist ausdrücklich auf eine teils widersprüchliche Quellenlage hin. Entsprechend wird die Bähr-Herkunft hier bewusst als Besitzerangabe und nicht als gesicherte Provenienz behandelt.
Der Besitzer bezeichnet die Außenfarbe als Silberdistel; in den strukturierten Inseratsdaten wird die Farbe dagegen allgemein als Gold geführt. Die Fotografien zeigen einen hellen, gold-grünlich wirkenden Metallicton, sodass die Besitzerangabe optisch plausibel erscheint, ohne damit die Originalfarbe zu verifizieren. Matching colors sind nicht bestätigt.
Der entscheidende Unterschied zu einem serienmäßigen 500 SEC ist naturgemäß die vollständig offene Karosserie. Der Umbau verändert die Silhouette des großen Coupés grundlegend: Die lange Seitenlinie bleibt erhalten, während Dach und feste hintere Dachstruktur dem Cabriolet-Konzept weichen. Über den genauen konstruktiven Umfang des Umbaus sowie etwaige Verstärkungen liegen keine geprüften Unterlagen vor.
Der Innenraum ist mit schwarzem Leder angegeben. In Verbindung mit dem hellen Metalliclack entsteht eine zurückhaltende, zeitgenössisch wirkende Farbkombination. Gerade beim geöffneten Fahrzeug wird der Innenraum stärker Teil der äußeren Erscheinung – ein Effekt, der dem ohnehin repräsentativen Charakter des SEC entgegenkommt.
Über Restaurierungsarbeiten oder eine Erneuerung einzelner Innenraumkomponenten liegen keine belastbaren Angaben vor. Entsprechend wird keine Aussage zum vollständigen Originalzustand der Ausstattung getroffen.
Unter der langen Motorhaube arbeitet laut den individuellen Fahrzeugdaten ein V8-Benzinmotor mit 252 PS beziehungsweise 185 kW, kombiniert mit einer Viergang-Automatik. Beim Hubraum besteht allerdings ein Widerspruch innerhalb der vorliegenden Daten: Für das Fahrzeug werden 4.973 cm³ genannt, während die hinterlegten Modelldaten 4.939 cm³ ausweisen. Dieser Unterschied kann anhand der vorhandenen Informationen nicht abschließend geklärt werden.
Die Laufleistung ist mit 131.252 Kilometern angegeben. Das Fahrzeug wird als fahrbereit und zugelassen geführt; laut Besitzer wurde es regelmäßig bewegt und verfügt über neuen TÜV. Ein unabhängiges technisches Gutachten liegt nicht vor.
Als Fahrgestellnummer nennt der Besitzer WDB1260441A560162. Diese Nummer ist im Beschreibungstext enthalten, jedoch nicht zusätzlich im strukturierten FIN-Feld der Anzeige hinterlegt. Eine weiterführende dokumentierte Besitzer- oder Restaurierungshistorie liegt nicht vor.
Entscheidend für die Einordnung dieses Fahrzeugs ist daher die klare Trennung zwischen Überlieferung und belegter Provenienz: Laut Besitzer handelt es sich um einen Cabriolet-Umbau der Firma Bähr. Diese Zuschreibung wurde nicht anhand entsprechender Dokumente verifiziert. Auch matching numbers sind nicht bestätigt.
Der Besitzer gibt an, den Mercedes regelmäßig bewegt zu haben und nennt einen neuen TÜV. Ein Gutachten oder detaillierter Zustandsbericht liegt nicht vor. Ebenso wurden keine Dokumente vorgelegt beziehungsweise geprüft, anhand derer sich die Entstehung und Herkunft des Cabriolet-Umbaus belastbar nachvollziehen ließen.
Dieser 500 SEC ist vor allem eines: eine ungewöhnliche Interpretation des großen Mercedes-Benz Coupés. Der offene Umbau verleiht dem C126 einen völlig anderen Charakter und verbindet die Präsenz des SEC mit dem großzügigen Auftritt eines viersitzigen Cabriolets.
Für Sammler bleibt die Dokumentation der entscheidende Punkt. Die Zuschreibung des Umbaus an Bähr beruht auf der Geschichte des Besitzers und ist derzeit nicht unabhängig belegt. Wer sich für das Fahrzeug interessiert, sollte deshalb weniger eine vollständig dokumentierte Rarität erwarten als einen ungewöhnlichen, fahrbereiten SEC-Cabriolet-Umbau mit interessanter Besitzerüberlieferung. Eine weiterführende Prüfung der Provenienz könnte für die zukünftige Einordnung des Fahrzeugs entsprechend wertvoll sein.
Beim C126 gehört das Dach eigentlich so selbstverständlich zur Form wie der Stern zum Kühlergrill. Nimmt man es weg, entsteht deshalb kein gewöhnliches Cabriolet, sondern etwas ausgesprochen Eigenwilliges. Genau das macht diesen 500 SEC interessant. Die mögliche Bähr-Geschichte würde dem Wagen zusätzliche Bedeutung geben – solange sie nicht dokumentiert ist, bleibt sie jedoch eine Geschichte. Der offene V8-Mercedes selbst ist dagegen sehr real, ziemlich extravagant und herrlich unvernünftig.

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