Highlights
Dieser Ferrari Mondial 3.0 Quattrovalvole aus dem Jahr 1985 verbindet eine außergewöhnlich geringe, anhand der vorliegenden Dokumentation belegte Laufleistung von lediglich 17.312 Kilometern mit einer bemerkenswert nachvollziehbaren internationalen Historie. Ursprünglich in die Schweiz ausgeliefert, führte sein Weg später über England nach Österreich, wo sich der Ferrari seit rund 20 Jahren im Besitz des heutigen Sammlers befindet. Matching Numbers und Matching Colors sind verifiziert; die schwarze Karosserie bildet dabei einen klassischen Kontrast zum hellen, elfenbeinfarbenen beziehungsweise beigen Lederinterieur. 2025 erhielt der Mondial einen Service einschließlich eines neuen Zahnriemens.
Der Ferrari Mondial Quattrovalvole
Der Mondial nimmt innerhalb der Ferrari-Geschichte eine ungewöhnliche Position ein. Er verbindet einen hinter den Passagieren angeordneten V8-Mittelmotor mit einem für einen Ferrari dieser Epoche vergleichsweise vielseitigen Konzept. In der offenen Ausführung trifft diese technische Architektur auf ein Cabriolet, das nicht allein auf dramatische Wirkung setzt, sondern auch jene praktische Seite zeigt, die den Mondial bis heute von vielen anderen Ferrari-Modellen unterscheidet.
Die Bezeichnung Quattrovalvole verweist auf die entscheidende technische Weiterentwicklung dieser Ausführung: vier Ventile pro Zylinder. Der quer vor der Hinterachse eingebaute 90-Grad-V8-Saugmotor besitzt 2.926 cm³ Hubraum und leistet nach den für dieses Fahrzeug zugrunde gelegten technischen Angaben 176 kW (240 PS). Zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderreihe, Bosch K-Jetronic und das manuelle Fünfganggetriebe charakterisieren einen Ferrari-Antrieb, dessen Reiz weniger in abstrakten Leistungswerten als in seiner mechanischen Unmittelbarkeit liegt.
Dieses Fahrzeug
Exterieur
Die Karosserie präsentiert sich in Schwarz, wobei die Farbausführung als Matching Colors bestätigt wurde. Klappscheinwerfer, die charakteristischen seitlichen Lufteinlässe und die langgestreckte Silhouette des offenen Mondial prägen seinen Auftritt. Das schwarze Verdeck fügt sich zurückhaltend in die dunkle Außenfarbe ein. Aussagen zu Lackschichtstärken, möglichen partiellen Nachlackierungen oder einer formalen Zustandsnote werden bewusst nicht getroffen, da kein separates Gutachten vorliegt.
Interieur
Im Innenraum steht dem schwarzen Exterieur eine helle Lederausstattung in Elfenbein beziehungsweise Beige gegenüber. Auch die Innenraumfarbe ist als Matching Colors bestätigt. Das dunkle Armaturenbrett und die klassische manuelle Schaltung unterstreichen den funktionalen, fahrerorientierten Charakter dieser Ferrari-Generation. Eine gutachterliche Bewertung des Erhaltungszustands liegt nicht vor.
Technik
Herzstück ist der 2.926 cm³ große Quattrovalvole-V8 mit vier Ventilen pro Zylinder und Bosch K-Jetronic. Angegeben sind 176 kW beziehungsweise 240 PS sowie 260 Nm maximales Drehmoment. Die Kraft gelangt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe an die Hinterräder. Matching Numbers sind nach den geprüften Angaben verifiziert.
Besonders relevant ist angesichts der geringen Fahrleistung die dokumentierte Wartung. Der Zahnriemen wurde der vorliegenden Historie zufolge wiederholt erneuert; zuletzt erfolgte 2025 ein Service einschließlich Zahnriemenwechsel. Im Juli 2026 wurde das Fahrzeug nach den vorliegenden Angaben gestartet und ohne Probleme bewegt. Dies ersetzt allerdings keine unabhängige technische Zustandsprüfung. Der Ferrari ist aktuell nicht zugelassen; ein separates Zustands- oder Wertgutachten liegt nicht vor.
Historie
Die dokumentierte Geschichte beginnt in der Schweiz. Als früher Besitzer ist Rolf Glur überliefert; anschließend führte der Weg über F. Schaer zu Hermann Tobler, der den Ferrari im Zusammenhang mit seiner Hochzeit erwarb. Bis 2006 soll das Fahrzeug in dessen klimatisierter Garage aufbewahrt worden sein. Mit einer Laufleistung von rund 15.000 Kilometern gelangte der Mondial anschließend nach England – bemerkenswerterweise erneut im Zusammenhang mit einer Hochzeit – und später weiter nach Österreich.
Seit rund 20 Jahren befindet sich der Ferrari im Besitz des heutigen Sammlers. Eine österreichische Einzelgenehmigung erfolgte 2012 und wurde 2015 verlängert. Nach den vorliegenden Angaben kam es dennoch zu keiner regulären österreichischen Zulassung; die dort zurückgelegten Kilometer sollen mit temporären beziehungsweise entsprechenden Überstellungs- oder Probefahrtkennzeichen absolviert worden sein. Der Kilometerstand beträgt heute 17.312 Kilometer und ist anhand der geprüften Dokumentation nachvollziehbar.
Service und Dokumente
Zum Fahrzeug gehören die österreichische Einzelgenehmigung von 2012 samt Verlängerung von 2015, Kopien der Schweizer Fahrzeugpapiere, die britischen Original-Fahrzeugdokumente sowie MOT-Nachweise. Hinzu kommen Heritage-Test-Zertifikate aus den Jahren 2008 und 2009, eine originale mehrseitige Farbbroschüre und Unterlagen zur Wartung einschließlich des Services und Zahnriemenwechsels von 2025. Matching Numbers und Matching Colors sind bestätigt. Ein separates Gutachten liegt nicht vor.
Zusammenfassung
Bei diesem Mondial ist weniger eine einzelne Zahl entscheidend als die ungewöhnliche Kombination seiner Eigenschaften: 17.312 dokumentierte Kilometer, rund 20 Jahre Sammlerbesitz, Matching Numbers und Matching Colors sowie eine über die Schweiz, England und Österreich nachvollziehbare Historie. Hinzu kommt die technisch reizvolle Quattrovalvole-Ausführung mit V8-Saugmotor und Handschaltung. Der jüngste dokumentierte Zahnriemenwechsel von 2025 ist für die Einordnung ebenso relevant wie der Hinweis, dass kein separates Zustands- oder Wertgutachten vorliegt. Gerade als Quattrovalvole zeigt der Mondial jene Mischung aus klassischer Ferrari-Technik und ungewöhnlicher Alltagstauglichkeit, die dem Modell seinen ganz eigenen Platz in der Markengeschichte gibt.
Persönlicher Eindruck
Ein schwarzer Ferrari mit hellem Leder ist schon angenehm weit vom roten Klischee entfernt. Noch spannender finde ich hier allerdings die Geschichte: Schweiz, zwei Hochzeiten, England, Österreich – und nach all dem gerade einmal 17.312 Kilometer. Dazu ein frei atmender Quattrovalvole-V8, fünf manuelle Gänge und ein Dach, das sich öffnen lässt. Der Mondial war immer der pragmatischere Ferrari. In einer so wenig gefahrenen und umfangreich dokumentierten Form bekommt gerade diese vermeintliche Vernunft erheblichen Charme.