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Solex VéloSolex kaufen

Das VéloSolex ist mehr als ein Mofa – es ist ein Stück Mobilitätsgeschichte, das seit 1946 Generationen von Schweizern mit genialer Einfachheit motorisiert. Mit seinem charakteristischen Reibradantrieb und dem unverwechselbaren Pétarade-Sound ist das VéloSolex ein Klassiker, der bis heute fasziniert.

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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1967)
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"Solex" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Solex" machen.

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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1967)

1967 | Solex Vélosolex Modell 3800

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CHF 639vor 4 Wochen
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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Ami (1967)

1967 | Solex Vélosolex Ami

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CHF 639letzten Monat
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Bild 1/17 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1966)

1966 | Solex Vélosolex Modell 3800

Reduziert auf das Wesentliche und gerade deshalb besonders

Auktionvor 2 Monaten
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Bild 1/20 von Solex Vélosolex Modell 5000 (1971)

1971 | Solex Vélosolex Modell 5000

Französischer Mobilitätsklassiker mit charakteristischem Frontantrieb

Auktionvor 2 Monaten
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Bild 1/27 von Solex Vélosolex Ami (1967)

1967 | Solex Vélosolex Ami

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CHF 776vor 4 Monaten
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Bild 1/18 von Solex Vélosolex Ami (1962)

1962 | Solex Vélosolex Ami

1962 Velo Solex S 2200 V1 49cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
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Bild 1/22 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1968)

1968 | Solex Vélosolex Modell 3800

1968 Velo Solex S 3800 49cc

Preis auf Anfragevor 5 Monaten
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Bild 1/15 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1966)

1966 | Solex Vélosolex Modell 3800

1966 Solex 3800S '66

CHF 456vor 2 Jahren
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Bild 1/18 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1970)

1970 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

CHF 1’369vor 3 Jahren
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Bild 1/17 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1974)

1974 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

CHF 912vor 3 Jahren
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Bild 1/14 von Solex Vélosolex Modell 3800 (1975)

1975 | Solex Vélosolex Modell 3800

Velosolex 

CHF 639vor 3 Jahren
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Le solex

1986 | Solex Vélosolex Modell 3800

CHF 821vor 5 Jahren
🇫🇷
Privat

Geschichte und Erbe

Die Geschichte des Solex beginnt lange vor dem berühmten Mofa. 1905 gründen die französischen Ingenieure Maurice Goudard und Marcel Mennesson die Société Solex, um zunächst Kühlsysteme und später Vergaser zu fertigen. Der Name «Solex» wird zum Synonym für technische Präzision – die Vergaser der Marke rüsten bald die grössten europäischen Autohersteller aus, von Citroën über Peugeot bis zu Rolls-Royce.

Die Idee des VéloSolex entsteht während des Zweiten Weltkriegs. Angesichts von Treibstoffmangel und Transportchaos unter der Besatzung erfindet Mennesson ein revolutionäres Konzept: ein ultraleichtes, wirtschaftliches Fahrzeug, das jeder bauen und reparieren kann. Der erste Prototyp entsteht 1941 – ein 38-cm³-Motor auf einem Fahrradrahmen. Die Serienproduktion des VéloSolex 45 beginnt im April 1946.

Das Konzept ist genialer Minimalismus: Ein Zweitaktmotor sitzt über dem Vorderrad und treibt es durch einen Reibgummiwalze an – kein Kettenantrieb, keine Schaltung, keine Kupplung (bei frühen Modellen). Statt «Motorrad» nennt man es «Fahrrad, das von selbst fährt». In der Nachkriegszeit wird das VéloSolex zum Symbol der wiedergewonnenen Freiheit und Mobilität.

Über Jahrzehnte entwickelt sich das VéloSolex weiter, behält aber seinen Kern. 1953 bringt das Modell 330 eine grössere Cylindrée von 49 cm³. Es folgen die Modelle 660, 1010, 1400 und 1700 – letzterer mit automatischer Kupplung ab 1959, ein Meilenstein für den Stadtverkehr. 1966 lanciert Solex das S 3800, das Meisterwerk: robuster, stärker (0,8 PS), zuverlässiger. Mit über 7 Millionen verkauften Exemplaren wird es zum meistgebauten und legendärsten Modell.

Das VéloSolex ist kein reines Transportmittel – es ist ein Phänomen. In den 1960er und 1970er Jahren ist es der ständige Begleiter von Studenten, Arbeitern und Landpfarrern. Es verkörpert eine Idee von Mobilität: bescheiden, erfinderisch, menschlich. Der französische Filmemacher Jacques Tati macht es zur Hauptrolle in seinen Filmen – eine etwas eigensinnige, aber zutiefst sympathische Maschine.

Trotz modernerer Konkurrenz wie dem Solex 5000 mit kleineren Rädern und leuchtenden Farben (Orange, Blau, Gelb) und trotz leistungsstärkerer Mobyletten und Peugeot-Mofas endet die französische Produktion 1988. Die Marke wechselt mehrmals den Besitzer (Ungarn, China), erlebt eine Renaissance als E-Bike-Marke. Für Sammler zählen aber nur die Original-Reibrad-Modelle.

Emblematische Modelle und Entwicklungen

Das VéloSolex 45 (1946–1953) ist der Pionier. Mit 650er-Rädern und 45-cm³-Motor legt es die Grundlagen der Legende. Es hat keine Kupplung – zum Stoppen muss man den Motor abstellen oder den Motorblock mit dem Hebel hochklappen.

Das Solex 1700 (1959–1961) führt die automatische Kupplung mit zwei Fliehgewichten ein – eine Revolution für den Stadtverkehr, denn man kann jetzt mit laufendem Motor stehen, ohne zu treten.

Das Solex S 3800 (1966–1988) ist der «Klassiker der Klassiker». Mit versteiftem Blechrahmen und optimiertem Motor wird es zum meistgebauten Modell und zum einfachsten, Ersatzteile zu finden.

Das Solex 5000 (1971–1978) versucht, das Image zu verjüngen. Mit 16-Zoll-Rädern (statt 19), Kunststofftank und «Pop»-Farben zielt es auf jüngere und weibliche Käufer. Heute ist es wegen seines unkonventionellen Looks sehr gesucht.

Das Solex Ami ist eine Variante mit vereinfachtem Design, die in mehreren Märkten angeboten wird – eine praktische, robuste Alternative zum 3800.

Das Solex 3300 (1964–1966) ist ein frühes Modell mit 49-cm³-Motor und 0,7 PS – ein Klassiker für Sammler, der die Übergangsphase zwischen frühen und modernen Versionen dokumentiert.

Highlights und Besonderheiten

Das Solex wird durch sein Reibrad-Antriebssystem definiert. Anders als fast alle anderen motorisierten Zweiräder überträgt der Motor seine Kraft nicht über Kette oder Riemen auf das Hinterrad. Der Motor hängt über dem Vorderrad, und eine Reibwalze aus Korindon drückt sich direkt auf den Reifen. Dieses System hat unbestreitbare Vorteile: extreme mechanische Einfachheit, Federgewicht (etwa 30 kg) und Wartung, die jeder Heimwerker mit zwei Schraubenschlüsseln bewältigt.

Der Motor ist ein luftgekühlter Einzylinder-Zweitakter mit 49 cm³ (nach 1953). Seine Konstruktion ist ein Meisterwerk der Sparsamkeit: Der Benzintank (1,4 bis 3 Liter) ist ins Motorgehäuse integriert, die Membranpumpe nutzt Druckschwankungen im Kurbelgehäuse. Der Verbrauch ist legendär – zwischen 1 und 1,5 Litern pro 100 km – daher der Spitzname «Fahrrad, das für einen Franken fährt».

Die Benzinpumpe: Genie der Einfachheit

Eines der genialsten Elemente des Solex ist die Benzinpumpe. Während klassische Mofas den Tank oben platzieren, sitzt der Solex-Tank seitlich am Motor. Die Pumpe wird durch Druckpulsationen im Kurbelgehäuse angetrieben und fördert Benzin zum Vergaser. Überschüssiges Benzin fliesst durch einen transparenten Rückflussschlauch zurück – der Fahrer sieht visuell, dass alles funktioniert. Einfach, wirksam, praktisch unzerstörbar.

Die Ergonomie ist die eines Stadtfahrrads: aufrechte Sitzhaltung, hoher Lenker, gefederte Sattel. Zum Starten tritt man an wie auf einem Fahrrad, dann senkt man den Hebel, der die Reibwalze auf den Reifen presst. Das charakteristische «Pof-Pof» des Zweitakters ist untrennbar von der Erfahrung – aber Vibrationen sind minimal im Vergleich zu klassischen Mofas.

Ein weiterer Vorteil ist die Portabilität. Mit 30 kg passt ein Solex in jede Wohnung, jeden Kofferraum, jede Ecke. Es ist das urbane Fahrzeug schlechthin – wendig, kompakt, überall einsatzbar.

Schliesslich ist das Solex ein Meisterwerk minimalistischen Designs. Die traditionelle schwarze Lackierung mit goldenen Zierstreifen (bei klassischen Modellen) wirkt zeitlos elegant. Jedes Teil ist funktional: die Stossstange schützt den Motor, die Werkzeugkiste sitzt unter dem Gepäckträger, das Licht ist mit dem Motorblock verbunden. Diese Ästhetik der Notwendigkeit macht es heute zu einem hochgeschätzten Sammlerobjekt.

Technische Daten

Hinweis zu Brennstoffen: Das Solex läuft mit Benzin-Öl-Gemisch (Zweitakt). Früher war «Solexin» (gelbe Kanister an Tankstellen) Standard. Heute empfiehlt sich ein Gemisch mit 2 % synthetischem oder 3 % mineralischem Zweitaktöl. Ein Bleisatzersatz ist nicht nötig.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Solex-Markt in der Schweiz ist lebendig und zugänglich. Anders als viele Klassiker bleibt das VéloSolex erschwinglich, auch wenn die Preise für seltene oder restaurierte Exemplare steigen.

Preise auf dem Schweizer Markt (2024–2025)

  • Scheunenfund / Restaurierungsobjekt: CHF 200–600. Blockierter Motor, Oberflächenrost, verschlissene Reifen. Ideal für Heimwerker, die die Grundlagen lernen wollen.
  • Im Originalzustand, läuft: CHF 800–1400. Das Solex ist komplett, startet und fährt, braucht aber ästhetische und mechanische Überholung für zuverlässigen Alltag. Oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Restauriert / sehr guter Originalzustand: CHF 1500–2200. Motor überholt (Kolbenringe, Dichtungen, Lager), Lackierung sauber, Verschleissteile neu. Bereit zum Fahren.
  • Seltene Modelle (45er, 5000 in Farbe, Ami): CHF 2500–4500 für Exemplare in Ausnahmezustand oder besonders gesuchte Varianten.

Schweizer Spezialisten wie Kipfer Velo-Solex Werkstatt in Thun (velo-solex.ch) bieten Solex zum Kauf an (CHF 1250–1750 für 2200er, 3800er, 5000er) und sind Anlaufstelle für Ersatzteile und Reparaturen.

Kaufpunkte und Warnsignale

Der Motor: Das Herz des Solex. Prüfen Sie die Kompression, indem Sie das Schwungrad von Hand drehen. Zu leicht = verschlissene Kolbenringe. Ein blockierter Motor ist nicht zwingend ein Totalschaden (oft nur die Reibwalze verklebt), rechtfertigt aber einen Preisabschlag. Die Benzinpumpe ist oft der Schwachpunkt – wenn kein Benzin zum Vergaser kommt, ist die Membran porös oder gerissen.

Die Reibwalze: Inspizieren Sie den Zustand. Glatt, gerissen oder mit fehlenden Korindum-Stücken? Dann muss sie ersetzt werden (CHF 60–90). Eine verschlissene Walze rutscht auf dem Reifen, besonders bei Nässe. Prüfen Sie auch auf Spiel im Reibwalzen-Lager.

Der Rahmen: Rost ist der Feind. Kontrollieren Sie das Tankinnere (oft korrodiert, wenn das Solex lange ohne Benzin stand) und den unteren Rahmen. Ein verbogener oder gerissener Rahmen ist ein K.O.-Kriterium. Dellen an den Schutzblechen deuten auf die Vorgeschichte hin.

Die Reifen: Solex-Reifen haben spezifische Grössen (1,75 x 19 beim 3800). Risse oder Verschliss = sofort ersetzen. Ein abgelaufener Vorderreifen kann plötzlich platzen.

Papiere: Seit Jahren ist die Immatrikulation auch für alte Mofas in der Schweiz Pflicht. Ein Solex mit Fahrzeugausweis ist ein grosses Plus. Ohne Papiere müssen Sie beim Strassenverkehrsamt mit Versicherungsbestätigung oder FFVE-Zertifikat anmelden. Motor- und Rahmennummern müssen zur Epoche des Modells passen.

Ersatzteile und Verfügbarkeit

Die Ersatzteilversorgung ist ausgezeichnet. Schweizer Spezialisten wie Kipfer bieten fast alles: Kolbenringe, Zylinder, Dichtungen, Benzinpumpen, Reibwalzen. Europäische Online-Shops wie Solex-Story, Chebco und VSX France liefern auch in die Schweiz. Kosten für eine Grundüberholung: CHF 400–800 (Teile + Arbeit).

Fahrverhalten und Erlebnis

Ein Solex zu fahren ist eine sensorische Erfahrung, die Gewöhnung braucht. Alles beginnt mit dem Ritual des Starts. Man sitzt auf dem Sattel, tritt an wie auf einem Fahrrad, um Schwung zu holen, dann kippt man den Motorhebel nach vorne. Die Reibwalze presst sich auf den Reifen, der Motor hustet, sputtet – und plötzlich spürt man einen sanften Schub. Man tritt nicht mehr: man «solext».

Die Geschwindigkeit ist bescheiden – etwa 30–35 km/h Reisegeschwindigkeit – aber sie fühlt sich höher an wegen der Nähe zum Motor und dem Fehlen von Federung. Jede Unebenheit wird direkt übertragen, was zum Charme (und zur Unbequemlichkeit) gehört. Der Sound ist allgegenwärtig: das Zischen der Reibwalze auf dem Reifen vermischt sich mit dem Knatttern des Zweitakters. Es ist eine mechanische Symphonie, die einen vom Rest der Welt isoliert.

Die Bremsen – Felgenbremsen vorne, oft kleine Trommelbremse hinten – sind symbolisch. Man muss vorausschauend fahren, besonders im Regen, wenn die Reibwalze rutscht und die Bremsen an Kraft verlieren. Regenwetter erfordert Geschick: manchmal muss man leicht auf den Motorblock drücken, um der Walze Grip zu geben.

Das Solex mag keine Steigungen. Sobald die Strasse ansteigt, plagen sich die 0,8 PS ab, und man muss «mithelfen», indem man in die Pedale tritt. Diese ständige Interaktion zwischen Mensch und Maschine macht die Fahrt so fesselnd. Man erleidet die Fahrt nicht – man lebt sie. Der Motorlärm, der Geruch des Zweitakt-Gemischs und der Wind im Gesicht vermitteln ein Gefühl von Freiheit, das kein modernes Fahrzeug bietet.

In der Stadt ist das Solex in seinem Element. Seine Schlankheit erlaubt es, dort durchzuschlüpfen, wo grössere Mofas steckenbleiben. Es ist das ideale Werkzeug für Kurzstrecken, Sonntagsfahrten oder einfach zum Vergnügen. Man entdeckt seine Umgebung in einer Geschwindigkeit, die Details erlaubt, die man sonst übersieht.

Design und Philosophie

Das Design des VéloSolex ist ein Meisterwerk funktionalistischer Ästhetik: «Form folgt Funktion». Nichts ist überflüssig. Der Blechrahmen des 3800 mit seinen kantigen Linien ist leicht und steif zugleich. Der Motor, über dem Vorderrad aufgehängt, gibt dem Solex seine unverwechselbare asymmetrische Silhouette.

Die schwarze Farbe, über Jahrzehnte quasi exklusiv, war ursprünglich keine ästhetische Wahl, sondern eine Sparsmassnahme. Sie ist zur Signatur der Marke geworden, unterstrichen durch handgemalte goldene Zierstreifen auf Schutzblechen und Tank. Diese Schlichtheit kontrastiert mit den glänzenden Chromen amerikanischer Motorräder oder den leuchtenden Farben italienischer Roller der Epoche.

Die Philosophie des Solex ist die Demokratisierung der Mobilität. Maurice Goudard sagte: «Wir verkaufen nicht eine Maschine, wir verkaufen billige Kilometer». Dieser pragmatische Ansatz verführte alle Gesellschaftsschichten. Das Solex versucht nicht, durch Kraft oder Luxus zu beeindrucken, sondern durch Zuverlässigkeit. Es ist ein bescheidenes, fast häusliches Objekt, das nur etwas Aufmerksamkeit braucht, um Jahrzehnte zu funktionieren.

Heute ist das Solex ein begehrtes «Vintage»-Objekt für Städter, die Authentizität suchen. Es steht für eine poetische Alternative zur Standardisierung moderner Verkehrsmittel. Ein Solex zu besitzen bedeutet, einen bestimmten Lebensstil zu vertreten: gewählte Langsamkeit und einfaches mechanisches Vergnügen. Es ist auch ein Akt des Widerstands gegen geplante Obsoleszenz – ein Solex von 1960 kann mit minimaler Wartung noch täglich fahren.

Kultur und Gemeinschaft

Das VéloSolex nimmt einen besonderen Platz in der europäischen Kultur ein. Es ist untrennbar mit Ferien, Arbeiterwelt und Studentenleben verbunden.

Das Solex im Film: Neben Jacques Tati erscheint das Solex in unzähligen europäischen Filmen der 1950er bis 1970er Jahre. Es charakterisiert oft einen bescheidenen, originellen Charakter. In Les Valseuses (1974) wird es denkwürdig genutzt. Heute bleibt es ein unverzichtbares Accessoire, um die Atmosphäre des alten Europas zu rekonstruieren. Seine Präsenz löst sofort Nostalgie aus.

Wettbewerbe: Es gibt eine echte Rennkultur rund um das Solex. Ausdauerrennen wie die berühmten «24 Heures de Nouziers» sehen schwer präparierte Maschinen, die über 100 km/h erreichen! Diese Wettbewerbe zeigen die Leidenschaft und Erfindungsgabe der «Solexisten», die ein friedliches Fahrrad in eine Rennmaschine verwandeln.

Clubs und Gemeinschaft: Die Schweiz hat eine aktive Solex-Szene. Der Club VeloSoleX Schweiz (velosolex-schweiz.ch) organisiert regelmässig Ausfahrten, Treffen und Austausch. Die jährliche Clubfahrt führt durch malerische Schweizer Landschaften – 2025 durchs Gürbetal bei Bern und Thun, 2026 durchs Churer Rheintal. Diese Clubs sind Goldgruben für Ersatzteile, technische Tipps und Freundschaften. Der Solex-Geist ist vor allem Kameradschaft und gegenseitige Hilfe. Man grüsst jeden anderen Solexisten oder hält an, um über Mechanik zu plaudern.

Schweizer Spezialisten: Christof Kipfer in Thun ist seit über 20 Jahren eine Institution. Zusammen mit Ulrich Hofer («Solex Uele»), einem Motorenspezialisten, bietet Kipfer hochwertige Ersatzteile, Reparaturen und sogar Solex zum Kauf an. Die Werkstatt ist Anlaufstelle für Schweizer Solexisten.

Fazit

Das VéloSolex ist kein nostalgisches Relikt – es ist ein Fahrzeug, das in der heutigen Zeit seinen Platz hat. Seine Einfachheit, Wirtschaftlichkeit und sein Charme machen es zu einer klugen Wahl für alle, die in die Welt der Klassiker einsteigen wollen, ohne sich zu ruinieren oder Wochenenden unter Öl zu verbringen.

Ob Sie sich für einen S 3800 wegen seiner legendären Robustheit entscheiden, einen 5000 wegen seines Pop-Looks oder einen 45 wegen seiner historischen Bedeutung – Sie kaufen nicht nur ein Mofa. Sie werden Hüter eines Stücks Mobilitätsgeschichte, Zeuge einer Epoche, in der Mobilität Einfachheit und Freiheit bedeutete.

Das Solex ist der Beweis, dass eine gute Idee nie stirbt. Solange es Strassen gibt und Enthusiasten, die die kleine Reibwalze auf dem Reifen zum Singen bringen, wird das «Fahrrad, das von selbst fährt» weiterhin Köpfe drehen und Lächeln säen. Es ist eine Einladung zum langsamen Reisen, zur Entdeckung und zum reinen Vergnügen an der Mechanik – ein Vergnügen, das in der Schweiz lebendig und lebendig bleibt.