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Motosacoche Motorrad kaufen

Die Geschichte von Motosacoche begann 1899 in Genf mit der Vision vom „Motor in der Tasche“. Heute gilt die Marke als bedeutendster Schweizer Motorradhersteller, dessen MAG-Einbaumotoren einst die gesamte europäische Töff-Industrie befeuerten.

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"Motosacoche" Inserats-Referenzen von Classic Trader

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Bild 1/7 von Motosacoche 350 Sport (1932)

1932 | Motosacoche 350 Sport

Modell Grand Sport

CHF 11’000vor 3 Monaten
🇨🇭
Privat
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Bild 1/43 von Motosacoche 350 Sport (1929)

1929 | Motosacoche 350 Sport

CHF 6’603vor 4 Jahren
🇮🇹
Händler
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Bild 1/18 von Motosacoche 350 Tourisme (1938)

1938 | Motosacoche 350 Tourisme

CHF 13’568vor 4 Jahren
🇫🇷
Privat
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Bild 1/21 von Motosacoche 212 Twin (1940)

1940 | Motosacoche 212 Twin

-

CHF 5’698vor 4 Jahren
🇮🇹
Händler
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Bild 1/7 von Motosacoche 350 Tourisme (1928)

1928 | Motosacoche 350 Tourisme

MOTOSACOCHE 350 SS, anno 1928, produzione svizzera, restaurata

CHF 13’568vor 6 Jahren
🇮🇹
Händler
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Bild 1/7 von Motosacoche 350 Sport (1928)

1928 | Motosacoche 350 Sport

MOTOSACOCHE 350 SS, anno 1928, produzione svizzera, restaurata

CHF 13’568vor 6 Jahren
🇮🇹
Händler
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Motosacoche

1920 | Motosacoche 2 C 9

1000 CC Bicylindre en V modèle moulin à café

CHF 34’371vor 7 Jahren
🇫🇷
Privat

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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Motosacoche ist untrennbar mit dem Erfindergeist der Genfer Brüder Henri und Armand Dufaux verbunden. Im Jahr 1899, als das Motorrad noch in den Kinderschuhen steckte, entwickelten der Maler Henri und der Ingenieur Armand einen kompakten Hilfsmotor für Fahrräder. Die Idee war revolutionär: Ein komplettes Antriebsaggregat inklusive Tank und Vergaser wurde in einem Blechgehäuse untergebracht, das passgenau in das Rahmendreieck fast jedes herkömmlichen Velos montiert werden konnte. Dieser „Motor in der Tasche“ gab der Marke ihren Namen (moto-sa-coche).

1901 gründeten sie die Motosacoche S.A. in der Rue des Acacias in Genf. Der Erfolg des Type A war so überwältigend, dass bald Zweigwerke in Lyon und Turin entstanden. In Grossbritannien wurde die Vermarktung über eine eigene Tochtergesellschaft vorangetrieben. Doch die Dufaux-Brüder waren mehr als nur Motorradbauer. Sie waren Pioniere der Mobilität, bauten Flugzeuge und experimentierten mit Hubschraubern. Armand Dufaux erlangte nationale Berühmtheit, als er 1910 als erster Mensch den Genfersee in seiner gesamten Länge überflog.

Während die Brüder sich neuen Abenteuern zuwandten, entwickelte sich Motosacoche zum industriellen Giganten. Unter dem Markennamen MAG (Motosacoche Acacias Genève) wurden Einbaumotoren an Dutzende europäische Hersteller geliefert. Ob Condor in Courfaivre, Royal Enfield in England oder Imperia in Deutschland – sie alle vertrauten auf die sprichwörtliche Schweizer Präzision der Genfer Triebwerke. Vor dem Ersten Weltkrieg war MAG der grösste Motorenlieferant der Welt und beschäftigte in Genf zeitweise über 1200 Mitarbeiter.

In den 1920er Jahren dominierte Motosacoche die Rennstrecken Europas. 1922 gewann die Marke die erste Austragung des legendären 24-Stunden-Rennens Bol d’Or. 1923 stellte eine Motosacoche 500 mit dem 2C10-Motor einen Geschwindigkeitsweltrekord von 153,551 km/h auf. Die Zusammenarbeit mit britischen Kapazitäten wie Dougal Marchant und dem berühmten Bert le Vack (dem „Wizard of Brooklands“) führte zu den technologisch führenden OHC-Rennmaschinen der Modelle M35 und A50. Tragischerweise verunglückte Bert le Vack 1931 bei einer Testfahrt für die Schweizer Armee in der Nähe von Bern tödlich.

Die Weltwirtschaftskrise und der aufkommende Wettbewerb durch günstigere Massenhersteller setzten der Genfer Manufaktur in den 1930er Jahren zu. Dennoch entstanden mit der Jubilé-Serie (1931) und der gewaltigen 720 Grand Luxe (846 ccm V-Twin) Meilensteine des Motorradbaus. Während des Zweiten Weltkriegs konzentrierte sich das Werk auf Stationärmotoren und Ausrüstung für das Militär. Ein letzter Versuch, mit modernen Konstruktionen wie dem OHC-Parallel-Twin von Richard Küchen in den 1950er Jahren Fuss zu fassen, scheiterte am sich wandelnden Markt. 1956 lief das letzte Motorrad in Genf vom Band.

Nach Jahrzehnten des Dornröschenschlafs hauchte der Schweizer Unternehmer Paul Merz der Marke im Jahr 2020 neues Leben ein. Mit dem Type-A, einem hochmodernen Elektro-Bike, das optisch an das Urahn-Modell von 1901 erinnert, schlägt Motosacoche heute die Brücke zwischen Genfer Tradition und nachhaltiger Zukunft. Die ersten Serienmodelle wurden im Januar 2025 an Kunden ausgeliefert, womit Motosacoche wieder aktiv Teil der Schweizer Industrielandschaft ist.

Highlights & Besonderheiten

Motosacoche ist in der Welt der klassischen Motorräder eine Ausnahmeerscheinung. Für Sammler und Kenner verkörpert die Marke Werte, die weit über das rein Technische hinausgehen.

Das Herz der europäischen Motorradindustrie: Es ist kaum zu überschätzen, welche Rolle die MAG-Motoren spielten. Marken wie Brough Superior, die heute astronomische Preise erzielen, nutzten teilweise Komponenten oder Konstruktionsprinzipien, die ihren Ursprung in Genf hatten. Wer eine Motosacoche kauft, erwirbt das Original, das eine ganze Epoche des Maschinenbaus prägte.

Schweizer Uhrmacher-Präzision im Grossformat: Die Fertigungsqualität in der Rue des Acacias setzte Massstäbe. Während zeitgenössische britische Motoren oft als „Ölschlucker“ galten, waren MAG-Aggregate für ihre Sauberkeit und Passgenauigkeit berühmt. Diese Zuverlässigkeit machte sie zur ersten Wahl für die Schweizer Armee, die über Jahrzehnte auf Motosacoche-Gespanne und Solomaschinen setzte.

Pionierrolle im Rennsport: Der Doppelsieg beim Grand Prix von Europa 1928 in Genf durch Wal Handley (350 ccm und 500 ccm) zementierte den Ruf von Motosacoche als Technologieführer. Die Entwicklung der obenliegenden Nockenwelle (OHC) bei den Modellen A35 und A50 war ihrer Zeit weit voraus und beeinflusste Konstruktionen bei Triumph und anderen Lizenznehmern massgeblich.

Kulturelles Erbe und Design: Die Plakate von Künstlern wie Edouard Elzingre sind heute gesuchte Kunstwerke. Sie zeigen Motosacoche nicht nur als Transportmittel, sondern als Ausdruck eines modernen, dynamischen Lebensstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Design der Maschinen – vom dezenten Type A bis zur imposanten 720 Grand Luxe – besticht durch eine funktionale Eleganz, die typisch für Schweizer Industrie-Design ist.

Die Wiedergeburt einer Legende: Dass Paul Merz die Marke 2020 in der Schweiz wiederbelebt hat, verleiht jedem historischen Exemplar zusätzliche Relevanz. Es zeigt, dass der Geist der Dufaux-Brüder auch 125 Jahre später noch Inspiration bietet.

Technische Daten

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Modelle aus der langen Geschichte von Motosacoche.

Technisch gesehen waren MAG-Motoren für ihre Vielfalt bekannt. Vom einfachen Einzylinder-Seitenventiler bis zum komplexen V-Twin mit obenliegender Nockenwelle deckte Genf das gesamte Spektrum ab. Besonders charakteristisch für die V-Motoren war der Zylinderwinkel von 50 Grad, der einen guten Kompromiss zwischen Laufruhe und Baubreite bot.

Marktübersicht und Kauftipps

Wer heute eine Motosacoche in der Schweiz oder auf dem internationalen Markt sucht, tritt in einen exklusiven Kreis ein. Die Maschinen sind selten und werden oft innerhalb der Sammlerszene unter der Hand weitergegeben. Dennoch tauchen regelmässig interessante Exemplare bei spezialisierten Auktionen oder auf Plattformen wie Classic Trader auf.

Preisentwicklung und aktuelle Marktdaten (Stand 2024/2025)

Die Preise für Motosacoche-Motorräder haben in den letzten Jahren eine stabile Aufwärtstendenz gezeigt. Besonders in der Schweiz ist das Interesse an der eigenen Industriegeschichte gross, was die Preise lokal oft über das internationale Niveau hebt.

Auktionsergebnisse und Richtwerte:

  • Frühe Hilfsmotoren (Type A, Model B, 1901–1910): Gut erhaltene Exemplare oder komplette Velos mit Originalmotor erzielen heute zwischen CHF 8'000 und CHF 15'000. Ein Pioneer Certificate (für den London to Brighton Run) kann den Wert erheblich steigern. Im Dezember 2023 wurde ein 1906er Type A bei Bonhams für rund £5'750 (ca. CHF 6'500) versteigert, was als Schnäppchen für ein Projekt gelten kann.
  • Vorkriegs-Einzylinder (1910–1930): Modelle wie der 304 Tourer oder die frühen 250er und 350er liegen im Bereich von CHF 10'000 bis CHF 20'000, je nach Restaurierungsgrad.
  • V-Twin Sportmodelle: Die begehrten Zweizylinder der 1920er Jahre, insbesondere die Grand Sport Varianten, sind selten unter CHF 25'000 zu finden. Spitzenexemplare können die CHF 40'000-Marke durchbrechen.
  • Rennmaschinen (A50, M35): Diese „Heiligen Grale“ mit OHC-Technik sind museale Stücke. Hier beginnen die Preise bei CHF 50'000 und können bei prominenter Historie (z.B. Ex-Werk) deutlich sechsstellig werden.
  • Jubilé & Spätmodelle: Eine gut laufende Jubilé Sport (OHV) wird aktuell mit CHF 15'000 bis CHF 25'000 gehandelt. Die 720 Grand Luxe V-Twin ist aufgrund ihrer Seltenheit oft teurer und liegt bei CHF 30'000+.

Worauf Käufer in der Schweiz achten sollten

Beim Kauf einer Motosacoche ist Detektivarbeit gefragt. Da MAG Motoren an viele Hersteller lieferte, finden sich oft „Motosacoche“-Angebote, die in Wahrheit eine Condor, eine Zehnder oder eine französische Terrot mit MAG-Motor sind.

1. Authentizität von Rahmen und Motor: Prüfen Sie die Nummern akribisch. Ein echter Genfer Rahmen verfügt über spezifische Merkmale und eine eigene Nummerierung, die mit der Motornummer korrespondieren sollte. MAG-Motoren haben oft Typenbezeichnungen wie 1C9 (Einzylinder) oder 2C10 (V-Twin) eingeschlagen. 2. Ersatzteilsituation: Dies ist der kritische Punkt. Es gibt keinen Händler, der Neuteile aus dem Regal liefert. Man ist auf Netzwerke wie den Condor Club Schweiz oder spezialisierte Mechaniker angewiesen. Viele Teile müssen nachgefertigt werden, was bei Schweizer Werkstattpreisen schnell kostspielig wird. 3. Zustand der Magnetzündung: Die meisten Vorkriegs-Motosacoche nutzen Zündmagnete von Bosch oder BTH. Eine Revision eines solchen Magneten kostet heute zwischen CHF 800 und CHF 1'500. Achten Sie auf einen kräftigen Zündfunken im warmen Zustand. 4. Die Schweizer Armee-Historie: Viele in der Schweiz angebotene Maschinen haben eine militärische Vergangenheit. Dies ist meist ein Qualitätsmerkmal, da diese Töffs oft akribisch gewartet wurden. Originale Militärpapiere (Eintrag im Truppenausweis) sind wertsteigernd.

Wichtige Anlaufstellen für Sammler

  • Verkehrshaus der Schweiz (Luzern): Beherbergt eine bedeutende Sammlung von Motosacoche-Exponaten und ist die beste Adresse für Referenzstudien.
  • Condor Club: Da Condor fast ausschliesslich MAG-Motoren nutzte, ist die Expertise dieses Clubs für Motosacoche-Besitzer unersetzlich.
  • Schweizerische Gesellschaft für Veteranen-Fahrzeuge (SGVF): Bietet Unterstützung bei der Identifikation und Zertifizierung.

Fahrverhalten & Charakter

Eine Motosacoche zu fahren, ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es ist die mechanische Purheit, die den Reiz ausmacht.

Das Pioneer-Feeling (Type A): Wenn Sie ein Fahrrad mit dem Type-A-Motor besteigen, fühlen Sie sich wie Henri Dufaux im Jahr 1901. Es gibt keine Kupplung im modernen Sinn. Man tritt in die Pedale, lässt den Motor kommen und regelt die Geschwindigkeit über den Zündzeitpunkt und den Lufthebel am Vergaser. Das Knattern des kleinen Einzylinders direkt zwischen den Knien, gepaart mit dem leichten Rahmen eines Velos, sorgt bei 30 km/h für mehr Adrenalin als ein moderner Superbike bei 200 km/h. Die Klotzbremsen am Hinterreifen erinnern einen ständig daran, vorausschauend zu fahren.

Die Kraft der V-Twins (1920er Jahre): Ein 500er oder 750er V-Twin von MAG hat einen unverwechselbaren Charakter. Der 50-Grad-Winkel sorgt für einen unregelmässigen, kernigen Sound – ein tiefes Grollen, das typisch für die Ära ist. Dank des grossen Hubraums und der langhubigen Auslegung verfügen diese Motoren über ein beeindruckendes Drehmoment aus dem Drehzahlkeller. Auf Passstrassen, wie sie in der Schweiz reichlich vorhanden sind, spielt die Motosacoche ihre Stärken aus. Man muss nicht ständig schalten; der Motor zieht die Maschine elastisch aus den Kehren. Das Fahrwerk mit Parallelogrammgabel und starrem Heck verlangt jedoch eine starke Hand und ein gutes Sitzfleisch.

Sportliche Eleganz (Jubilé Sport): Die OHV-Modelle der 1930er Jahre wirken deutlich moderner. Sie drehen freier hoch und erreichen Geschwindigkeiten von über 110 km/h, was für die damalige Zeit beachtlich war. Das Fahrverhalten ist dank verbesserter Gabelgeometrie stabiler. Man spürt die mechanische Präzision in jedem Schaltvorgang des separaten Getriebes. Es ist ein sehr „erwachsenes“ Fahrgefühl, das auch längere Touren an Veteranen-Rallyes wie der Klausenrennen-Gedenkfahrt ermöglicht.

Allen Modellen gemeinsam ist die Rückmeldung des Materials. Man hört das Arbeiten der Ventile, das Saugen des Vergasers und das Abrollen der Reifen. Eine Motosacoche ist kein Töff für Menschen, die Entspannung suchen – es ist eine Maschine für Menschen, die Interaktion mit der Technik wollen.

Design & Erscheinungsbild

Das Design von Motosacoche folgte stets dem Prinzip der zweckgebundenen Ästhetik. In Genf wurde nichts dem Zufall überlassen, was der Marke oft das Prädikat des „schönsten Motors“ einbrachte.

Die Ära der Vernickelung: In den frühen Jahren bis etwa 1925 dominierten poliertes Messing und glänzender Nickel das Bild. Die Armaturen am Lenker, die Tankdeckel und die exponierten Federn der Gabel waren kleine Kunstwerke für sich. Der Kontrast zum meist schwarzen Rahmen verlieh den Maschinen eine aristokratische Anmutung.

Der MAG-Motor als Designelement: MAG-Motoren waren optisch so ansprechend gestaltet, dass viele Hersteller sie ganz bewusst nicht unter Verkleidungen versteckten. Die Kühlrippen, die Anordnung der Stossstangen bei den OHV-Modellen und der markante Schriftzug auf dem Kurbelgehäuse sind Erkennungszeichen. Bei der Jubilé Sport wurde die Ölwanne direkt an das Motorgehäuse angegossen – eine technische Lösung, die dem Motor eine wuchtige, kraftvolle Silhouette verlieh.

Farbgebung und Lackierung: Während viele britische Marken auf bunte Farben setzten, blieb Motosacoche in der Schweiz oft konservativ-elegant. Tiefes Schwarz, ergänzt durch goldene oder silberne Zierlinien (Pinstriping), war der Standard. Die französischen Modelle aus Lyon waren oft etwas mutiger in der Farbwahl und zeigten Kombinationen aus Blau oder Dunkelgrün.

Instrumentierung: In den 1930er Jahren wanderte die Instrumentierung oft in den Tank. Die wunderschön gestalteten Tachometer von OS oder Smiths, integriert in die verchromten Tankoberflächen der späten V-Twins, sind heute begehrte Details für Originalitäts-Fanatiker.

Motosacoche und die Schweizer Armee

Die Verbindung zwischen Motosacoche und der Schweizer Armee ist ein wesentlicher Teil der Markenidentität. Für die Armee war die Zuverlässigkeit und die Nähe des Werks in Genf entscheidend.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurden Motosacoche-Maschinen zu Testzwecken beschafft. In der Zwischenkriegszeit wurden die robusten V-Twins zum Rückgrat der motorisierten Meldetruppen. Besonders das Modell 720 (846 ccm) wurde oft als schweres Beiwagengespann eingesetzt. Diese Maschinen mussten extremen Bedingungen auf Alpenpässen standhalten.

Ein interessantes Kapitel ist die Zusammenarbeit mit Condor in Courfaivre. Da die Armee grosse Stückzahlen benötigte, lieferte Motosacoche (MAG) die Motoren, während Condor die Rahmen baute und die Endmontage übernahm. Viele dieser „Militär-Condors“ haben überlebt und sind heute beliebte Einstiegs-Oldtimer, da sie technisch identisch mit den Genfer Originalen sind.

Die militärische Nutzung bedeutete auch, dass Motosacoche-Ingenieure ständig Feedback über die Schwachstellen ihrer Konstruktionen erhielten. Dies führte zu Verbesserungen bei der Abdichtung und der Kühlung, von denen letztlich auch die zivilen Käufer profitierten. Wer heute ein ehemaliges Armeefahrzeug kauft, erwirbt oft eine Maschine mit lückenloser Historie und hoher technischer Substanz.

Fazit

Motosacoche ist weit mehr als nur ein Name aus den Geschichtsbüchern. Die Marke aus Genf verkörpert den Aufstieg der Schweiz zur Industrienation und den unbändigen Pioniergeist der Jahrhundertwende. Vom genialen Hilfsmotor der Dufaux-Brüder bis zu den Weltrekordmaschinen der 1920er Jahre steht Motosacoche für eine Qualität, die den Vergleich mit den grossen Namen aus England oder Deutschland nie scheuen musste.

Für den Sammler von heute bietet Motosacoche ein faszinierendes Betätigungsfeld. Ja, die Ersatzteilsuche kann zur Geduldsprobe werden, und ja, man muss bereit sein, sich tief in die Technik der Vorkriegszeit einzuarbeiten. Doch die Belohnung ist gross: Ein Motorrad mit einer Seele aus Genf, ein technisches Kulturgut der Schweiz und eine Fahrmaschine, die auch nach 100 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Mit der Wiederbelebung der Marke durch Paul Merz im Jahr 2020 und der Auslieferung des neuen Type-A im Jahr 2025 ist die Geschichte von Motosacoche noch lange nicht am Ende. Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass echte Schweizer Präzision zeitlos ist. Ob als historisches Sammlerstück oder als modernes Statement – eine Motosacoche bleibt immer das, was ihr Name verspricht: Etwas ganz Besonderes, das man am liebsten überallhin mitnehmen möchte.

Wer eine Motosacoche kauft, investiert nicht nur in Metall und Gummi, sondern in eine Geschichte voller Mut, Geschwindigkeit und technischer Brillanz. Finden Sie jetzt Ihr Stück Schweizer Motorradgeschichte auf Classic Trader und erleben Sie, warum der „Motor in der Tasche“ auch heute noch die Herzen höher schlagen lässt.